Nr. 08 | Sonder-Newsletter zum Welt-Aidstag | 28. November 2014
Bärenstark für die Aidshilfe - Welt-Aids-Tag 2014


Liebe Leserinnen und Leser,


Brauchen wir noch einen Welt-Aids-Tag? Ist die HIV-Infektion in Deutschland nicht längst zu einer chronischen Erkrankung geworden, mit der es sich gut leben lässt? Zugegeben, die Behandlung von HIV ist viel einfacher geworden als noch vor Jahren und in den vergangenen 30 Jahren haben wir in der HIV-Prävention wichtige Fortschritte erzielt. Abgesehen von den weltweit nach wie vor erheblichen durch Aids hervorgerufenen Problemen und den von der Krankheit geprägten individuellen Schicksalen leiden auch hier bei uns Menschen unter ihrer Infektion und der Stigmatisierung in ihrem Umfeld.
Hier setzt die diesjährige Welt-Aids-Tags-Kampagne, die von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) gemeinsam mit der Deutschen AIDS-Hilfe (DAH) und der Deutschen AIDS-Stiftung (DAS) umgesetzt wird. „Würdest Du jemanden mit HIV küssen? Klar, wenn er mein Typ ist“. Mit Fragen wie diesen soll die Kampagne die Bevölkerung über Plakatmotive direkt ansprechen. Sie thematisiert unbegründete Ängste vor einer HIV-Übertragung im Alltag, eingängige Informationen sollen dabei helfen, diese Ängste hinter sich zu lassen und so Respekt und Normalität im Umgang mit HIV-positiven Menschen zu erreichen.
Die Welt-Aids-Kampagne setzt auf die individuelle Auseinandersetzung. Die Aidshilfe NRW greift noch etwas weiter aus und kritisiert vermeintlich besorgte Bedenkenträger und konservative Kreise, die durch ihren immer lauter werdenden Protest und ihre scheinbar unbedarften „Man-wird-doch-noch-mal-sagen-dürfen“-Parolen die Errungenschaften der Aufklärung in allen Bereichen des Lebens unterlaufen. Lebensstilakzeptanz und Identitätsstärkung sind für die strukturelle Prävention unverzichtbar. Da steht die Aidshilfe NRW an der Seite aller, die den Erwartungen der Gesellschaft nicht entsprechen können oder es nicht wollen. Mag sein, dass HIV ist im alltäglichen Umgang nicht entscheidend ist. Unbesorgt „positiv zusammen leben“ können wir aber erst dann, wenn Stigmatisierung und Ausgrenzung von Schwulen, Bisexuellen und Transsexuellen, von Junkies, Migrantinnen und Migranten und nicht zuletzt von Menschen mit HIV ein Ende hat! Bis dahin brauchen wir noch einen Welt-Aids-Tag!

Dr. Guido Schlimbach | Pressesprecher


AIDSHILFE NRW

Errungenschaften der Aufklärung sind unverzichtbar!
Anlässlich des Welt-Aids-Tags fordert die Aidshilfe NRW für das ganze Jahr ein Klima der Akzeptanz jenseits aller Stammtischparolen. Der selbstverständliche, angst- und vorurteilsfreie Umgang mit HIV ist nämlich entscheidende Voraussetzung dafür, eine Ausgrenzung von Menschen mit HIV zu verhindern und erfolgreiche Prävention zu platzieren. Die Presseerklärung der Aidshilfe NRW zum Welt-Aids-tag 2014 finden Sie hier (PDF-Datei).

Welt-Aids-Tag: Termine in NRW
Die Termine zahlreicher Veranstaltungen unserer Mitgliedsorganisationen anlässlich des diesjährigen Weltaidstages finden Sie unter ahnrw.de.


WELT-AIDS-TAGS-KAMPAGNE 2014

HIV-positive Menschen nicht ausgrenzen
Viele Menschen in Deutschland wissen gut über HIV Bescheid: 99 Prozent der Bevölkerung wissen, wie HIV übertragen wird. Hier wurde mit der Präventionsarbeit viel erreicht. Die aktuelle Studie der BZgA zeigt aber auch, dass es gerade im Umgang mit HIV-positiven Menschen noch immer Unsicherheiten und Ängste gibt. Deshalb ist es wichtig, die Ängste aufzugreifen und über HIV zu informieren. Hier setzt die aktuelle Welt-Aids-Tags-Kampagne an. Sie ist ein Appell, HIV-positive Menschen nicht auszugrenzen. Die Homepage der Kampagne finden Sie unter welt-aids-tag.de. Die Presseerklärung von Gesundheitsministerium, BZgA, Deutscher AIDS-Hilfe und Deutscher AIDS-Stiftung finden Sie hier (PDF-Datei).


POSITHIV HANDELN NRW

Ein Leitbild für POSITHIV HANDELN NRW
Menschen mit HIV engagieren sich in politisch-gesellschaftlichen Zusammenhängen, in NRW seit langem in engem Schulterschluss mit der Aidshilfe NRW. Vor zehn Jahren gab sich die Selbsthilfebewegung einen neuen Namen: POSTHIV HANDELN. Seitdem ist sie stetig gewachsen. Immer mehr Menschen mit HIV nahmen an den Positiventreffen teil, immer mehr engagierten sich darüber hinaus. POSITHIV HANDELN will diese Veränderung, diese neugewonnene Stärke der Selbstorganisation und die soziale, gesellschaftliche und politische Selbstvertretung der Menschen mit HIV und Aids in NRW deutlich machen. Im November 2013 begann die Entwicklung eines Leitbildes, welches am 22. November 2014 beschlossen wurde. Das Leitbild bietet Klarheit und Orientierung über die gemeinsamen Ziele. Die Pressemitteilung zum Welt-Aids-Tag zum Leitbild von POSITHIV HANDELN finden Sie hier (PDF-Datei).


FRAUEN UND HIV

Fünf Frauenporträts dokumentieren Vielfalt in der Aidshilfearbeit
In Nordrhein-Westfalen engagieren sich Frauen aus über zwanzig Organisationen im Rahmen von XXelle, die meisten in regionalen Aidshilfen. Wie kamen sie dazu? Was hat sie damals dazu bewegt, für eine Aidshilfe zu arbeiten, und was bewegt sie heute? Was hat sich geändert, was ist geblieben? Wie gestaltet sich ihr Arbeitsalltag heute? Anlässlich des Welt-Aids-Tags präsentiert XXelle eine kleine Serie von Porträts, in denen Frauen aus Aidshilfezusammenhängen Antworten auf diese Fragen geben. Lesen Sie mehr unter xxelle-nrw.de.


ARBEITSGEMEINSCHAFT AIDS-PRÄVENTION NRW

Informationen zum Welt-Aids-Tag 2014
Die von der Arbeitsgemeinschaft AIDS-Prävention zusammengestellten Seiten zum Welt-Aids-Tag 2014 finden Sie unter aids-nrw.de.


VERSCHIEDENES

HIV-KONTROVERS am 7. Februar 2015 in Düsseldorf
Interdisziplinär - interaktiv - kontrovers! Die Aidshilfe NRW und die Deutsche AIDS-Gesellschaft laden in Kooperation mit der Uniklinik Düsseldorf am 7. Februar 2015 zur 4. Fachtagung HIV-KONTROVERS in das Hotel INTERCONTINENTAL in Düsseldorf ein. Die Veranstaltung steht allen Interessierten offen, die Teilnahme ist kostenlos. Zu acht aktuellen Themen treten jeweils zwei Referentinnen bzw. Referenten in eine moderierte Kontroverse ein. Sie vertreten pointiert gegensätzliche Positionen und bieten so den Einstieg für eine Diskussion. Weitere Informationen unter hiv-kontrovers.de. Den Flyer zur Bewerbung der Tagung finden Sie hier (PDF-Datei).


Der nächste Newsletter erscheint Mitte Dezember 2014
Wir freuen uns über interessante Berichte, Veranstaltungshinweise etc. Bitte senden Sie diese möglichst bald per E-Mail an newsletter@nrw.aidshilfe.de.
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