November 2014
Liebe Leserinnen und Leser!
Alex Frings, Mitarbeiterin der AIDS-Hilfe Aachen und darüber hinaus im Rahmen von XXelle PLUS HIV-Aktivistin, hat sich ein atemberaubendes Ziel gesteckt. Nach vier Tagen Kraxeln will sie am fünften Tag nach einem langen und steilen Aufstieg in der Nacht am nächsten Morgen den Gipfel des Kilimandscharo erreichen. 5895 Meter, ein Ziel, an dem schon viele Trainierte gescheitert sind. Seit Februar 2014 bereitet sie sich auf ihre Expedition vor. Am 5. Dezember geht es los. Gemeinsam mit acht anderen Frauen wird Alex sich auf dem Weg zum Dach von Afrika machen. Mit dieser Expedition möchte sie zeigen, was Frauen, die mit HIV leben, leisten können. Im Vordergrund stehe für sie nicht die persönliche Herausforderung, sie möchte ein authentisches Vorbild sein und anderen HIV-positiven Frauen Mut machen, erläutert Alex. Frauen haben oftmals besonders starke Probleme in der Bewältigung ihrer HIV-Infektion. Sie haben häufiger Minderwertigkeitsgefühle und ziehen sich dann oft aus ihrem sozialen Umfeld zurück oder glauben nicht daran, ausreichend viel leisten zu können. Alex hat es geschafft, diese Herausforderungen zu meistern und möchte Frauen zeigen, wie sie es ebenfalls schaffen können. Wir können ihre Expedition verfolgen in ihrem Blog unter alex-blogs-berg.de, den sie in den nächsten Wochen mit Reiseeindrücken füllen wird. Wir sind stolz auf diese Kollegin, wünschen ihr Hals- und Beinbruch bei ihrem Vorhaben und drücken ihr alle Daumen, dass sie heil wieder zurück kommt!
Ihnen allen viel Spaß beim Lesen des Newsletters!
Petra Hielscher
Frauen und Aids
Aidshilfe NRW e.V.


A K T U E L L E S

Welt-Aids-Tag am 1. Dezember
Der Welt-Aids-Tag am 1. Dezember naht. Deshalb hat die Arbeitsgemeinschaft AIDS-Prävention NRW unter aids-nrw.de einige Informationen rund um HIV und Aids in Nordrhein-Westfalen und darüber hinaus zusammengestellt. Die Termine zum Welt-Aids-Tag in NRW finden Sie unter ahnrw.de.

HIV und Aids in Deutschland: Neue Schätzungen des Robert-Koch-Instituts
Die Gesamtzahl der HIV-Neuinfektionen in Deutschland im Jahr 2013 wird auf 3.200 geschätzt. Das hat eine aktuelle Modellrechnung des Robert Koch-Instituts ergeben, die im Epidemiologischen Bulletin 44/2014 veröffentlicht worden ist. Eine Zusammenfassung des Bulletins mit einer Kommentierung einiger ein wenig irritierender Passagen lesen Sie unter aids-nrw.de. Die Zahl der jährlichen Neuinfektionen ist seit 2006 konstant (mit kleinen Schwankungen), nachdem sie von 2000 bis etwa 2005 deutlich gestiegen war. Insgesamt lebten in Deutschland Ende 2013 geschätzt 80.000 Menschen mit HIV oder Aids. Das Epidemiologische Bulletin mit der Übersicht "Eckdaten der Schätzung" lesen Sie hier (PDF-Datei). Die Eckdaten für Nordrhein-Westfalen lesen Sie hier (PDF-Datei).

Syphilis in Nordrhein-Westfalen 2013
Die Anzahl der Syphilis-Meldungen aus NRW ist unverändert hoch. Der starke Anstieg der vergangenen Jahre ist aber im Jahr 2013 nicht festzustellen. Die Inzidenz (Anzahl der Fälle pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner) liegt in Nordrhein-Westfalen nach wie vor über dem Bundesdurchschnitt (NRW: 6,82 | D: 6,13). Mehr lesen Sie unter aids-nrw.de.


P O L I T I K

Aidshilfe NRW gegen Bestrafung von Freiern, Pflichtuntersuchungen und Kondompflicht
Die Aidshilfe NRW lehnt die Bestrafung der Freier von Zwangsprostituierten ab, wie sie von Union und SPD geplant wird. Das betonte der Landesverband im Vorfeld seiner Mitgliederversammlung Ende Oktober. Damit sieht sie sich im Einklang mit den Empfehlungen des Runden Tisches Prostitution NRW, der vor einigen Wochen die Ergebnisse seiner vierjährigen Beratungen vorgestellt hat. "Die wenigsten Kunden werden in der Lage sein, die Situation der jeweiligen Sexdienstleistenden realistisch einzuschätzen", erklärte Markus Willeke, Geschäftsführer der AIDS-Hilfe Essen und Vertreter der Aidshilfe NRW am Runden Tisch. "Die Gefahr einer Fehlinterpretation ist viel zu groß. Zudem erzeugt eine solche Strafandrohung Unsicherheit zulasten der Prostituierten", sagte Willeke. "Die Freier können wichtige Partner bei der Bekämpfung von Zwangsprostitution sein. Oft sind es gerade sie, die den Behörden wichtige Hinweise geben oder die Sexdienstleistenden ermutigen, Anzeige zu erstatten. Daher ist die geplante Strafvorschrift unnötig und kontraproduktiv." Die vollständige Erklärung lesen Sie hier (PDF-Datei).

Vorbehalte gegen Sexuelle Vielfalt
In den letzten Monaten wurde an verschiedenen Stellen (Baden-Württemberg, Niedersachsen) kontrovers über Sexualpädagogik diskutiert. Eine rechtebasierte Sexualaufklärung betrachtet Sexualität ganzheitlich, im Kontext sozialer sowie emotionaler Entwicklung und ist mehr als reine Wissensvermittlung. Sie hat das Ziel, Kinder und Jugendliche ihrem Alter und ihrer Entwicklung entsprechend mit den Informationen, Werten und Kompetenzen auszustatten, die sie für eine selbstbestimmte Sexualität brauchen. Eine Stellungnahme des pro familia Bundesverbands lesen Sie hier (PDF-Datei).

Charta gegen Rassismus
Der Gesamtverband des Paritätischen hat eine "Charta gegen Rassismus" verabschiedet und setzt damit in der gegenwärtigen Diskussion ein klares Zeichen. Der Verband bekennt sich öffentlich zur Gleichwertigkeit aller Menschen und verpflichtet sich, allen Ideologien der Ungleichwertigkeit entschieden entgegenzutreten. "Der Paritätische mit seinen Mitgliedsorganisationen versteht sich als Verband der Vielfalt, Toleranz und Offenheit für alle Menschen, unabhängig von Hautfarbe, Geschlecht, sozialer oder ethnischer Herkunft, Alter, Religion oder Weltanschauung, sexueller Identität, materieller Situation, Behinderung, Beeinträchtigung oder Krankheit. Der Verband wird getragen von der Idee der Parität, das heißt der Gleichheit aller in ihrem Ansehen und ihren Möglichkeiten. Verschiedenheit und Vielgestaltigkeit sind für uns zentrale Werte, ihre Förderung ist das erklärte Ziel unserer Verbandsarbeit." Die gesamte Charta lesen Sie hier (PDF-Datei).

Anbaggern oder vergewaltigen?
Am 25. November ist der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen. "Reclaime the night", so das Motto in Anlehnung an die Protestmärsche, die seit 1976 weltweit von Frauen durchgeführt werden. Der erste Marsch in Deutschland fand 1977 statt. Frauen und Mädchen ziehen zur Abend- oder Nachtzeit laut und bunt durch die Straßen und fordern das Recht, sich in ihrer Stadt am Tag und in der Nacht frei bewegen zu können, ohne Angst haben zu müssen, sexuell belästigt oder vergewaltigt zu werden. Im Gegensatz dazu stehen die unfassbaren Aktivitäten von Julien Blanc, der mit Pick Up Artists Gewalt gegen Frauen unter dem Deckmantel von "Dating-Tipps" verbreitet. Gegen diese Seminare formiert sich weltweiter Protest. Auch in Deutschland wird überlegt, wie man ihnen das Handwerk legen kann. Einen aufschlussreichen Artikel über Julien Blanc in der taz lesen Sie unter taz.de.  Eine Petition, derartige Seminare in Deutschland zu verhindern, finden Sie unter secure.avaaz.org.


S O Z I A L E S

Häusliche Gewalt: erkennen und helfen
Die Frauenhauskoordinierung e.V. macht noch einmal auf die aktualisierte Neuauflage der Materialien "Häusliche Gewalt: erkennen und helfen" aufmerksam, die in Zusammenarbeit mit dem Bundesfamilienministerium in deutscher und englischer Sprache erschienen ist. Die Ärztemappe und das begleitende Patientinnenmagazin informieren über Ursachen und Formen von häuslicher Gewalt, bieten Anregungen zur Diagnostik, zeigen Interventionsmöglichkeiten auf und ermutigen betroffene Frauen, Unterstützungsangebote in Anspruch zu nehmen. Das Material kann unter Angabe der gewünschten Anzahl kosten- und portofrei bestellt werden unter gesundheit-und-gewalt.de. Neben Deutsch und Englisch sind die Materialien auch in den Sprachen Arabisch, Russisch und Türkisch verfügbar. Dort finden Sie online außerdem weiterführende Informationen, Studienergebnisse, Tipps sowie Literatur- und Linkempfehlungen.



G E S U N D H E I T

Frauengesundheit
Gerne weisen wir noch auf die Oktoberausgabe des BZgA-Newsletters FRAUENGESUNDHEIT hin. Informieren Sie sich über Aktuelles aus dem Themenfeld, Daten, Tagungen, neue Projekte und Publikationen. Den aktuellen Newsletter finden Sie hier (PDF-Datei). Alle Ausgaben des BZgA-Newsletters FRAUENGESUNDHEIT finden Sie auch zum Download unter frauengesundheitsportal.de.

Europäische Konferenz zu Hepatitis C mit "Berlin Manifesto" abgeschlossen
Mit der Veröffentlichung einer Berliner Erklärung ging am 24. Oktober 2014 in Berlin die Europäische Konferenz zum Thema Hepatitis C zu Ende, an der auch die Deutsche AIDS-Hilfe beteiligt war. Rund 300 Fachleute aus Wissenschaft, Nicht-Regierungsorganisationen sowie Einrichtungen und Projekten befassten sich dort mit den Herausforderungen in Prävention und Behandlung von Hepatitis C bei intravenös Drogen konsumierenden Menschen. Die zentrale Botschaft der Berliner Erklärung: "Hepatitis C ist ein großes globales Gesundheitsproblem. Es ist Zeit zu handeln!" In Europa, wo etwa 9 Millionen Menschen mit einer chronischen Hepatitis C leben, gibt es nach Einschätzung der Fachwelt lediglich unzureichende oder gar keine Strategien gegen die Viruserkrankung, die zu Leberzirrhose und Leberkrebs führen kann. Auch in Deutschland sind die Maßnahmen gegen Hepatitis C bei weitem nicht ausreichend. Zwar gibt es Wege, diese drastisch unterschätzte Epidemie zu stoppen, doch die Politik muss den Boden dafür noch bereiten. Wirksame Maßnahmen wie Spritzenvergabe in Haftanstalten, die zugleich HIV-Infektionen verhindern würden, sind in den Bundesländern politisch blockiert. Dabei ist Prävention nicht nur ein Gebot der Menschenwürde, sondern auch sehr viel billiger als die aufwändigen Hepatitis-C-Therapien. Mehr über die Konferenz und den Link zum Mitzeichnen des "Berlin Manifesto" lesen Sie unter aidshilfe.de.


L I T E R A T U R / F I L M / A U S S T E L L U N G

Einblicke in den Berufsalltag von Sexarbeiterinnen
Die Aidshilfe Westmünsterland arbeitet seit einigen Jahren im Bereich Streetwork in der Prävention von Sexarbeiterinnen und bietet den Frauen niederschwellige Angebote zur HIV/STI-Prävention an. Sie unterstützt die Frauen in ihren Bemühungen um bessere Arbeitsbedingungen und selbstverständlich bei jeder Form von Diskriminierung und Stigmatisierung. Um diese Arbeit einmal von einer ganz anderen Seite aus zu betrachten, lädt die Aidshilfe jetzt zu einer Fotoausstellung mit Bildern von Monica Breuer ein. Die Ausstellung wurde von der Historikerin, Gender-Forscherin und Publizistin Mareen Heying konzipiert und umgesetzt. Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).


T E R M I N E  /  F O R T B I L D U N G E N

 
4. Dezember 2014
Begleitung und Versorgung von älteren Drogen gebrauchenden Menschen
In einem Fachtreffen möchte sich Vision e.V. in Köln gemeinsam mit weiteren Akteurinnen und Akteuren, die im Schnittstellenmanagement zwischen Drogenarbeit, Pflege und Wohnen aktiv sind, dem aktuellen Handlungsbedarf in NRW stellen. Die Fachveranstaltung soll mit Präsentationen und einem Werkstattgespräch dazu beitragen, sich über bereits bestehende Projekte in NRW zu informieren sowie Versorgungslücken einzugrenzen und regionale Weiterentwicklung zu erleichtern. Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).

16. und 17. Januar 2015
4. Fachtag zur "Psychotherapie bei Menschen mit HIV/AIDS"
Die Veranstalter Kompetenznetz HIV/AIDS, DAIG, STI-Gesellschaft/Ruhr und DSTIG laden in Kooperation mit der Bochumer Aidshilfe gemeinsam zu dieser inzwischen etablierten Tagung ein. Die Schirmherrschaft hat Gesundheitsministerin Barbara Steffens übernommen. Die wissenschaftliche Leitung haben Armin Bader, Norbert H. Brockmeyer, Arne Kayser und Adriane Skaletz-Rorowski. Weitere Informationen lesen Sie hier (PDF-Datei).

29. bis 31. Januar 2015
Zertifikatslehrgang Sexualpädagogik
Das Institut für Sexualpädagogik bietet von Januar bis November 2015 in Kooperation mit Fachpool zehn Seminareinheiten zu sexueller Gewalt, Prävention und Mediennutzung an. Die erste Einheit findet vom 29. Bis 31. Januar statt. Die Fortbildung richtet sich insbesondere an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Jugendhilfe. Tagungsort ist Herne. Weitere Informationen finden Sie untern isp-dortmud.de.

7. Februar 2015
HIV-KONTROVERS
Interdisziplinär - interaktiv - kontrovers! Aidshilfe NRW und Deutsche AIDS-Gesellschaft laden in Kooperation mit der Uniklinik Düsseldorf zur 4. Fachtagung HIV-KONTROVERS in das Hotel Intercontinental in Düsseldorf ein. Die Veranstaltung steht allen Interessierten offen, die Teilnahme ist kostenlos. Zu acht aktuellen Themen treten jeweils zwei Referentinnen bzw. Referenten in eine moderierte Kontroverse ein. Sie vertreten pointiert gegensätzliche Positionen und bieten so den Einstieg für eine Diskussion. Wir freuen uns, Sie im Februar zu HIV-KONTROVERS 2015 begrüßen zu dürfen und auf spannende Diskussionen mit Ihnen! Den Einladungsflyer finden Sie hier (PDF-Datei).


S O N S T I G E S

Der nächste Newsletter erscheint vor Weihnachten 2014.
Wir freuen uns über interessante Berichte, Veranstaltungshinweise, etc. Bitte senden Sie diese bis zum 12. Dezember per Mail an Petra Hielscher.
 
 
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