Nr. 07 | 20. November 2014
Der neu gewählte Landesvorstand der Aidshilfe NRW: Peter Struck, Arne Kayser, Ulrich Keller, Natalie Rudi und Maik Schütz (v.l.n.r.)

Liebe Leserinnen und Leser,


Kontinuität und Neubeginn. Im Rahmen der Mitgliederversammlung der Aidshilfe NRW Ende Oktober in Bochum wählten die Delegierten der Mitgliedsorganisationen einen neuen Landesvorstand. Landesvorsitzender Arne Kayser und die beiden Vorstandsmitglieder Ulrich Keller und Peter Struck wurden bestätigt, neu gewählt wurden Natalie Rudi und Maik Schütz. Mit Natalie Rudi arbeitet seit drei Jahren wieder eine Frau im Vorstand mit und mit Maik Schütz ein Engagierter der Positiven-Selbsthilfe. Alle fünf stehen für ein breites Spektrum an Themen im Verband und verbinden überzeugend Kontinuität und Neubeginn in der Vorstandsarbeit. Allen ein herzliches "Glück auf!" und auf erfolgreiche Zusammenarbeit im Interesse einer erfolgreichen Präventionsarbeit und der Menschen mit HIV in NRW!

Dr. Guido Schlimbach | Pressesprecher


VERBAND

Der neue Landesvorstand
Nähere Informationen zur Wahl des Landesvorstands und zu den Vorstandsmitgliedern lesen Sie hier (PDF-Datei).

Reinhard Klenke mit Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet
Was lange währt, wird endlich gut. Bundespräsident Joachim Gauck hatte Reinhard Klenke, stellvertretender Landesgeschäftsführer der Aidshilfe NRW, bereits Ende letzten Jahres das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. Die Auszeichnung wurde ihm jetzt endlich am 29. Oktober vom Kölner Oberbürgermeister Jürgen Roters im Hansesaal des Rathauses zu Köln feierlich überreicht. Vorstand, Landesgeschäftsführer, die Kolleginnen und Kollegen der Landesgeschäftsstelle und der Mitgliedsorganisationen freuten sich mit dem Ausgezeichneten, der in dieser Ehrung eine Würdigung der schwulen Emanzipationsbewegung und frühen Aidshilfearbeit so vieler, zum Teil schon verstorbenen, Aktivisten sieht. Weiteres lesen Sie unter ahnrw.de.

Simon Jekosch noch bis Jahresende in der LGS
Seit September 2014 arbeitet Simon Jekosch, Jahrgang 1989, in der ZSP-Projektverwaltung der Landesgeschäftsstelle. Er vertritt Marcel Dams, der wahrscheinlich Anfang 2015 seine Tätigkeit wieder aufnimmt. Simon ist Bachelor-Absolvent der Universität Paderborn im Bereich Wirtschaftswissenschaften. Von Oktober 2013 bis August 2014 hat er seinen Bundesfreiwilligendienst beim Schwulen Netzwerk NRW geleistet. Dort hat er die Hirschfeld-Tage 2014 in NRW koordiniert. Zudem unterstützt er die ARCUS-Stiftung und SchLAu.

Dem neuen Vorstand der Deutschen AIDS-Hilfe gehören zwei Kollegen aus NRW an
Bei ihrer Mitgliederversammlung in Lübeck hat die Deutsche AIDS-Hilfe (DAH) ihren Bundesvorstand neu gewählt. Mit Ulf Hentschke-Kristal, Vorstand der AIDS-Hilfe Bielefeld, und Manuel Izdebski, Geschäftsführer der AIDS-Hilfe Kreis Unna, gehören zwei Kollegen aus NRW dem neuen Vorstand an. Darüber hinaus wurden Tino Henn und Winfried Holz, beide aus Berlin, sowie Sylvia Urban aus Dresden gewählt. Weitere Informationen zur Wahl des Bundesvorstands und zur Mitgliederversammlung der DAH lesen Sie unter ahnrw.de.


FUNDRAISING

Benefiz-Kreuzfahrt zugunsten von Herzenslust!
An Bord der "Norwegian Jade" startet im August 2015 eine Acht-Tage-Kreuzfahrt zu den Griechischen Inseln. Ausgehend von Venedig zieht der Cruiseliner seine Bahnen über Korfu, Santorini und Mykonos bis nach Olympia und wieder zurück. Organisiert wird die Reise von Budde Urlaubsreisen. Für jede gebuchte Reise spendet der Veranstalter zugunsten von Herzenslust. Darüber hinaus verlost die Aidshilfe NRW unter den ehrenamtlichen Herzenslust-Mitarbeitern in den regionalen Gruppen zwei Tickets. Weitere Informationen lesen Sie unter ahnrw.de.


PRESSE- UND ÖFFENTLICHKEITSARBEIT

Welt-Aids-Tag am 1. Dezember
Der Welt Aids-Tag am 1. Dezember naht. Deshalb hat die Arbeitsgemeinschaft AIDS-Prävention NRW unter aids-nrw.de einige Informationen rund um HIV und Aids in Nordrhein-Westfalen und darüber hinaus zusammengestellt. Die Termine zum Welt-Aids-Tag in NRW finden Sie unter ahnrw.de.

Aidshilfe NRW gegen Bestrafung von Freiern, Pflichtuntersuchungen und Kondompflicht
Die Aidshilfe NRW lehnt die Bestrafung der Freier von Zwangsprostituierten ab, wie sie von Union und SPD geplant wird. Das betonte der Landesverband im Vorfeld seiner Mitgliederversammlung Ende Oktober. Damit sieht sie sich im Einklang mit den Empfehlungen des Runden Tisches Prostitution NRW, der vor einigen Wochen die Ergebnisse seiner vierjährigen Beratungen vorgestellt hat. "Die wenigsten Kunden werden in der Lage sein, die Situation der jeweiligen Sexdienstleistenden realistisch einzuschätzen", erklärte Markus Willeke, Geschäftsführer der AIDS-Hilfe Essen und Vertreter der Aidshilfe NRW am Runden Tisch. "Die Gefahr einer Fehlinterpretation ist viel zu groß. Zudem erzeugt eine solche Strafandrohung Unsicherheit zu Lasten der Prostituierten", sagte Willeke. "Die Freier können wichtige Partner bei der Bekämpfung von Zwangsprostitution sein. Oft sind es gerade sie, die den Behörden wichtige Hinweise geben oder die Sexdienstleistenden ermutigen, Anzeige zu erstatten. Daher ist die geplante Strafvorschrift unnötig und kontraproduktiv." Die vollständige Erklärung lesen Sie hier (PDF-Datei).

HIV und Aids in Deutschland: Neue Schätzungen des Robert-Koch-Instituts
Die Gesamtzahl der HIV-Infektionen in Deutschland im Jahr 2013 wird auf 3.200 geschätzt. Das hat eine aktuelle Modellrechnung des Robert Koch-Instituts ergeben, die im Epidemiologischen Bulletin 44/2014 veröffentlicht worden ist. Eine Zusammenfassung des Bulletins mit einer Kommentierung einiger ein wenig irritierender Passagen lesen Sie unter aids-nrw.de. Die Zahl der jährlichen Neuinfektionen ist seit 2006 konstant (mit kleinen Schwankungen), nachdem sie von 2000 bis etwa 2005 deutlich gestiegen war. Insgesamt lebten in Deutschland Ende 2013 geschätzt 80.000 Menschen mit HIV oder Aids. Das Epidemiologische Bulletin mit der Übersicht "Eckdaten der Schätzung" lesen Sie hier (PDF-Datei). Die Eckdaten für Nordrhein-Westfalen lesen Sie hier (PDF-Datei).

Syphilis in Nordrhein-Westfalen 2013
Die Anzahl der Syphilis-Meldungen aus NRW ist unverändert hoch. Der starke Anstieg der vergangenen Jahre ist aber im Jahr 2013 nicht festzustellen. Die Inzidenz (Anzahl der Fälle pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner) liegt in Nordrhein-Westfalen nach wie vor über dem Bundesdurchschnitt (NRW: 6,82 | D: 6,13). Mehr lesen Sie unter aids-nrw.de.

Medienpreis 2013/2014
Die Deutsche AIDS-Stiftung nimmt für ihren Medienpreis journalistische und mediale Beiträge zum Thema HIV/AIDS an. Die Beiträge müssen im Jahr 2013 oder 2014 erstmals in deutscher Sprache veröffentlicht worden sein. Beiträge können entweder vom Medienschaffenden selbst eingereicht werden oder durch andere vorgeschlagen werden. Formlose Bewerbungen bis zum 28. Februar 2015 in 3-facher Ausfertigung an die Deutsche AIDS-Stiftung, Ansprechpartnerin ist Andrea Babar (medienpreis@aids-stiftung.de). Weitere Informationen zum Medienpreis finden Sie unter aids-stiftung.de.

Neuer HIVReport der Deutschen Aidshilfe
Der neue HIVReport der Deutschen AIDS-Hilfe e.V. setzt sich mit Daten zum Drogengebrauch bei Schwulen und anderen MSM in Deutschland auseinander. Titelthemen sind: "Chems - Was ist das?", "EMIS: Chemsex-Drogen im europäischen Städtevergleich" und "Die Lust-und-Rausch-Studie". Den HIVReport lesen Sie unter hivreport.de.

Vorbehalte gegen Sexuelle Vielfalt
In den letzten Monaten wurde an verschiedenen Stellen (Baden-Württemberg, Niedersachsen) kontrovers über Sexualpädagogik diskutiert. Eine rechtebasierte Sexualaufklärung betrachtet Sexualität ganzheitlich, im Kontext sozialer sowie emotionaler Entwicklung und ist mehr als reine Wissensvermittlung. Sie hat das Ziel, Kinder und Jugendliche ihrem Alter und ihrer Entwicklung entsprechend mit den Informationen, Werten und Kompetenzen auszustatten, die sie für eine selbstbestimmte Sexualität brauchen. Eine Stellungnahme des pro familia Bundesverbands lesen Sie hier (PDF-Datei).


MENSCHEN MIT HIV/AIDS

Krankenkasse fördert die Selbsthilfegruppe "20+pos"
Eine professionelle Internetseite mit Informationsmöglichkeiten, Kontaktformular und einem Forum, in dem junge Erwachsene sich austauschen können, diese Idee wollte die Selbsthilfegruppe "20+pos" der AIDS-Hilfe Essen schon lange umsetzen. Die Krankenkasse Novitas BKK fördert hat die Gruppe jetzt gefördert, um das Projekt zu realisieren. Weitere Informationen lesen sie hier (PDF-Datei).


FRAUEN UND HIV/AIDS

Einblicke in den Berufsalltag von Sexarbeiterinnen
Die Aidshilfe Westmünsterland arbeitet seit einigen Jahren im Bereich Streetwork in der Prävention von Sexarbeiterinnen und bietet den Frauen niederschwellige Angebote zur HIV/STI-Prävention an. Sie unterstützt die Frauen in ihren Bemühungen um bessere Arbeitsbedingungen und selbstverständlich bei jeder Form von Diskriminierung und Stigmatisierung. Um diese Arbeit einmal von einer ganz anderen Seite aus zu betrachten, lädt die Aidshilfe jetzt zu einer Fotoausstellung mit Bildern von Monica Breuer ein. Die Ausstellung wurde von der Historikerin, Gender-Forscherin und Publizistin Mareen Heying konzipiert und umgesetzt. Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).


SCHWULE PRÄVENTION

Neue Strategien gegen Homo- und Transphobie in NRW
Die Landeskoordination der Anti-Gewalt-Arbeit für Lesben und Schwule in NRW veröffentlichte eine Tagungsdokumentation "Diskriminierung und Gewalt stoppen! Neue Strategien gegen Homo- und Transphobie in NRW". Die Beiträge diskutieren aktuelle Fragen der Anti-Gewalt-Arbeit für Lesben, Schwule, Bisexuelle und Trans*Personen und geben Impulse für eine Weiterentwicklung dieses Themas in NRW. Neue Studien-Ergebnisse zeigen auf, wo es beim Thema "Diskriminierung" brennt und wie praktische Handlungs-Strategien aussehen können. Weitere Informationen lesen Sie hier (PDF-Datei).

Erfolgreicher Fachtag "Vielfalt im Alter“"
Georg Roth und Carolina Brauckmann von der Landeskoordination "immer dabei" zeigten sich erfreut, darüber dass mit 60 Teilnehmenden der Fachtag "Vielfalt im Alter - Lesben und Schwule in der offenen Senior_innenarbeit" erfolgreich verlaufen ist. Mitarbeitende aus Kommunen und Seniorenbüros, die ihre Begegnungszentren und Altersangebote für Lesben öffnen möchten, erhielten konkrete Anregungen für ihre Arbeit vor Ort. Weitere Informationen lesen Sie hier (PDF-Datei).

Kurzfilm über Sichtbarkeit älterer Schwuler und Lesben
Welche Rolle spielen Sichtbarkeit, Netzwerke und Community im Alter? In kurzen Filmsequenzen erzählen Lesben und Schwule zwischen 60 und 84 Jahren über ihre Erfahrungen und Wünsche. Die Premiere des Kurzfilms fand beim homochrom-Filmfest im Kölner Filmforum NRW statt. Weitere Informationen und die Links zum Film finden Sie hier (PDF-Datei).

Onlinebefragung von ICH WEISS WAS ICH TU
Um schwulen und bisexuellen Männern einen noch größeren Nutzen zu bieten, evaluiert die Deutsche AIDS-Hilfe jetzt ihre Präventionskampagne ICH WEISS WAS ICH TU. Die Macher der Kampagne interessieren sich zudem dafür, wo sie sonst noch wahrgenommen wird, wie der Vorort-Arbeit beispielsweise auf CSDs oder auf Facebook. Den Fragebogen finden Sie unter surveymonkey.com.

HIV-PrEP "on demand" scheint zu funktionieren
Die französisch-kanadische Studie IPERGAY zeigt offenbar, dass die anlassbezogene HIV-Prä-Expositions-Prophylaxe (PrEP) zum Schutz vor HIV-Übertragungen beim Sex unter Männern funktioniert. Die Schutzwirkung sei höher als in der iPrEX-Studie, teilte heute das französische Forschungsinstitut ARNS mit. Deshalb habe man beschlossen, auch den Teilnehmern aus dem Placebo-Arm der Studie das HIV-Medikament Truvada anzubieten. ARNS-Chef Professor Jean-François Delfraissy sprach von einem großen Fortschritt im Kampf gegen HIV. Weitere Informationen zur PrEP und interessante Diskussionsbeiträge zum Thema finden Sie unter www.aidshilfe.de.


DROGEN

Ambulant betreutes Wohnen und Versorgung von älter werdenden Drogen gebrauchenden Menschen
Bei der Begleitung und Versorgung von älteren Drogen gebrauchenden Menschen mit HIV oder HCV kommt es auf besonders gute Zusammenarbeit der unterschiedlichen Berufsgruppen an. In einem Fachtreffen am 4. Dezember 2014 sollen sich Akteurinnen und Akteuren, die im Schnittstellenmanagement zwischen Drogenarbeit, Pflege und Wohnen aktiv sind, dem aktuellen Handlungsbedarf in NRW stellen. Die Fachveranstaltung trägt mit Präsentationen und Werkstattgespräch dazu bei, über bereits bestehende Projekte in NRW zu informieren sowie Versorgungslücken einzugrenzen und regionale Weiterentwicklung zu erleichtern. Ausrichter ist Vision e.V. Nähere Informationen lesen Sie hier (PDF-Datei).

10 Jahre JES NRW - (Über)Leben trotz BtmG
Im Frühjahr 2004 wurde JES NRW e. V. gegründet. Anlässlich seines 10-jährigen Bestehens lädt der Verein nun am 11. Dezember 2014 zu einem kleinen Fachtag nach Wuppertal. Das Programm reicht vom Grußwort des Patientenbeauftragten NRW über Beiträge und Debatten zu Konsumräumen und zum BtMG (Betäubungsmittelgesetzt) bis hin zu neuen Therapieformen bei Hepatitis C. Weitere Informationen lesen Sie unter jesnrw.de.

Europäische Konferenz zu Hepatitis C mit "Berlin Manifesto" abgeschlossen
Mit der Veröffentlichung einer Berliner Erklärung ging am 24. Oktober 2014 in Berlin die Europäische Konferenz zum Thema Hepatitis C zu Ende, an der auch die Deutsche AIDS-Hilfe beteiligt war. Rund 300 Fachleute aus Wissenschaft, Nicht-Regierungsorganisationen sowie Einrichtungen und Projekten befassten sich dort mit den Herausforderungen in Prävention und Behandlung von Hepatitis C bei intravenös Drogen konsumierenden Menschen. Die zentrale Botschaft der Berliner Erklärung: "Hepatitis C ist ein großes globales Gesundheitsproblem. Es ist Zeit zu handeln!" In Europa, wo etwa 9 Millionen Menschen mit einer chronischen Hepatitis C leben, gibt es nach Einschätzung der Fachwelt lediglich unzureichende oder gar keine Strategien gegen die Viruserkrankung, die zu Leberzirrhose und Leberkrebs führen kann. Auch in Deutschland sind die Maßnahmen gegen Hepatitis C bei weitem nicht ausreichend. Zwar gibt es Wege diese drastisch unterschätzte Epidemie zu stoppen, doch die Politik muss den Boden dafür noch bereiten. Wirksame Maßnahmen wie Spritzenvergabe in Haftanstalten, die zugleich HIV-Infektionen verhindern würden, sind in den Bundesländern politisch blockiert. Dabei ist Prävention nicht nur ein Gebot der Menschenwürde, sondern auch sehr viel billiger als die aufwändigen Hepatitis-C-Therapien. Mehr über die Konferenz und den Link zum Mitzeichnen des "Berlin Manifesto" lesen Sie unter aidshilfe.de.

DRUCK-Studie − Drogen und chronische Infektionskrankheiten
Ziel des Projektes ist es zum einen, die Verbreitung von Hepatitis B (HBV), Hepatitis C (HCV) und HIV sowie Ko-Infektionen bei injizierenden Drogengebraucherinnen und Drogengebrauchern in Deutschland festzustellen. Zum anderen sollen Einflussfaktoren für HBV, HCV und HIV bei IVD in Deutschland bestimmt sowie Wissenslücken bei IVD in Bezug auf die Übertragung und Prävention dieser Infektionen festgestellt werden. Den aktuellen Newsletter der bis 31.März 2015 laufenden Studie finden Sie hier (PDP-Datei).

Neuigkeiten vom Europäischen Netzwerk für Schadenminderung bei Drogenkonsum
Nach der 2. EU Konferenz zur Schadenminderung bei Drogenkonsum im Mai 2014 in Basel (infodrog.ch) hat vom 1.-3. Oktober 2014 in Amsterdam die 2. Konferenz des European Harm Reduction Network (Euro HRN) getagt. Das Netzwerk wurde 2010 auf der 21. International Harm Reduction Conference in Liverpool gegründet und erhält inzwischen EU-Fördergelder. Aus Deutschland ist akzept e.V. Mitglied im EuroHRN. Die jüngste Konferenz beschäftigte sich mit Schadenminderung in folgenden Themenkreisen: Prävention bei Überdosierung, Drogenkonsumräume, regionale Angebote für Schadenminderung und Herausforderung der Prävention bei neuen Drogen. Weitere Informationen finden Sie unter eurohrn.eu.


STRAFVOLLZUG

Beschlussantrag im Deutschen Bundestag zur Sozialversicherungspflicht bei Gefangenen
Unter dem Titel "Wiedereingliederung fördern – Gefangene in die Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung einbeziehen" hat die Linke-Fraktion Ende September einen entsprechenden Antrag in den Bundestag eingebracht. Sie verwies wie andere Antragsteller vorhergehender Legislaturperioden auf die seit der Reform des Strafvollzugsgesetzes 1977 bestehende politische Absicht, Strafgefangene in die Renten- und Krankenversicherung einzubeziehen. Immerhin wurde der Antrag im Ausschuss für Arbeit und Soziales besprochen aber dort zur Ablehnung empfohlen. Dies wird maßgeblich mit der Zuständigkeit der Länder begründet. Näheres dazu lesen Sie unter dipbt.bundestag.de.

Rechtsprechung: Jobcenter muss Kosten für Besuchsfahrten ins Gefängnis übernehmen
Nach Urteil des Sozialgerichts Braunschweig entsteht bei Fahrten zum Gefängnis zur Wahrung des Umgangsrechts mit dem inhaftierten Sohn, ein besonderer, atypischer Bedarf im Sinne des § 21 Abs. 6 SGB II. Die Kosten dieser Art sind nicht bereits vom Regelbedarf abgedeckt und fallen nicht unter die statistische Durchschnittsbetrachtung. Derartige Ausgaben sind notwendig, um die Familie zusammenzuhalten und für eine soziale Integration nach dem Ende der Haft vorzusorgen. Wenn die Eltern gemeinsam regelmäßig zwei Besuchsfahrten pro Monat zum inhaftierten Sohn unternehmen, entsteht ein laufender Bedarf im Sinne des § 21 Abs. 6 Satz 1 SGB II. Das Urteil ist rechtskräftig. Mehr dazu lesen Sie hier (PDF-Datei).


VERSCHIEDENES

Charta gegen Rassismus
Der Gesamtverband des Paritätischen hat eine "Charta gegen Rassismus" verabschiedet und setzt damit in der gegenwärtigen Diskussion ein klares Zeichen. Der Verband bekennt sich öffentlich zur Gleichwertigkeit aller Menschen und verpflichtet sich, allen Ideologien der Ungleichwertigkeit entschieden entgegen zu treten. „Der Paritätische mit seinen Mitgliedsorganisationen versteht sich als Verband der Vielfalt, Toleranz und Offenheit für alle Menschen, unabhängig von Hautfarbe, Geschlecht, sozialer oder ethnischer Herkunft, Alter, Religion oder Weltanschauung, sexueller Identität, materieller Situation, Behinderung, Beeinträchtigung oder Krankheit. Der Verband wird getragen von der Idee der Parität, das heißt der Gleichheit aller in ihrem Ansehen und ihren Möglichkeiten. Verschiedenheit und Vielgestaltigkeit sind für uns zentrale Werte, ihre Förderung ist das erklärte Ziel unserer Verbandsarbeit.“ Die gesamte Charta lesen Sie hier (PDF-Datei).

Wohn- und Teilhabegesetz in Kraft getreten
Das Wohn- und Teilhabegesetz (WTG) ist am 16. Oktober in Kraft getreten. Das Gesetz lesen sie unter recht.nrw.de. Es ersetzt das Gesetz über das Wohnen mit Assistenz und Pflege in Einrichtungen von 2008 und enthält zahlreiche Neuerungen, die Anfang des kommenden Jahres erst noch umgesetzt werden müssen. Auch der Rahmenprüfkatalog ist noch in Arbeit. Für Ambulante Dienste, die ihre Leistungen in Wohngemeinschaften erbringen und diese bisher nicht in den Geltungsbereich des WTG 2008 fielen, gibt es eine Übergangsfrist von einem Jahr. Den Erlass lesen Sie hier (PDF-Datei). Die Durchführungsverordnung finden Sie unter recht.nrw.de.

Zertifikatslehrgang Sexualpädagogik
Das Institut für Sexualpädagogik bietet von Januar bis November 2015 in Kooperation mit Fachpool zehn Seminareinheiten zu sexueller Gewalt, Prävention und Mediennutzung an Die Fortbildung richtet sich insbesondere an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Jugendhilfe. Tagungsort ist Herne. Weitere Informationen finden Sie unter isp-dortmund.de.


Der nächste Newsletter erscheint zum 1. Dezember 2014
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