Oktober 2014
Liebe Leserinnen und Leser!
Mit der Übergabe seines Abschlussberichtes an Ministerin Barbara Steffens hat der "Runde Tisch Prostitution NRW" im Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen seine Tätigkeit beendet. Für die Aidshilfe NRW war der Sprecher der LAG Männliche Prostitution, Markus Willeke von der AIDS-Hilfe Essen und ihrem Stricherprojekt Nachtfalke, an den Beratungen beteiligt. Für XXelle trat Manuela Brandt von der AIDS-Hilfe Ahaus und Westmünsterland als Gutachterin auf. Der rund 100 Seiten starke Bericht dokumentiert die umfassende Aufarbeitung der Thematik, enthält Positionierungen zu politisch umstrittenen Fragen sowie Empfehlungen. Anlässlich ihrer Mitgliederversammlung nahm die Aidshilfe NRW noch einmal kritisch zu aktuellen politischen Forderungen Stellung. Eine Bestrafung der Freier von Zwangsprostituierten darf es aus unserer Sicht ebenso wenig geben wie eine Kondompflicht für Männer, die Sexwork in Anspruch nehmen und verpflichtende regelmäßige Untersuchungen von in der Sexarbeit Tätigen.
Ganz herzlich gratulieren wir Natalie Rudi von der Aidshilfe Oberhausen, die am Wochenende neu in den Landesvorstand der Aidshilfe NRW gewählt wurde. Hier will sie sich auch für die Gesundheitsförderung von Sexarbeiterinnen und für die landesweite Vernetzung der Frauenarbeit stark machen. Alles Gute und erfolgreiche Arbeit im Landesvorstand!
Ihnen allen viel Spaß beim Lesen des Newsletters!
Petra Hielscher
Frauen und Aids
Aidshilfe NRW e.V.


A K T U E L L E S

Aidshilfe NRW wählte neuen Landesvorstand
Die Mitgliederversammlung der Aidshilfe NRW wählte am vergangenen Wochenende in Bochum einen neuen Landesvorstand. Arne Kayser, Ulrich Keller und Peter Struck wurden in ihren Vorstandsämtern bestätigt, neu gewählt wurden Natalie Rudi und Maik Schütz. Weitere Informationen lesen Sie hier (PDF-Datei). Im Vorfeld der Mitgliederversammlung hatte der Verband noch einmal Stellung zu strittigen Fragen im Kontext der Sexarbeit genommen. Die Presseinformation dazu lesen Sie hier (PDF-Datei).

Was denkt Deutschland über HIV?
"Würdest Du jemanden mit HIV küssen? Klar, wenn er mein Typ ist." Diese und fünf weitere Fragen bilden den Auftakt für die neue Kampagne zum Welt-Aids-Tag 2014. Mit Blick auf die immer noch vorherrschende Diskriminierung von Menschen mit HIV spricht sie die Bevölkerung über verschiedene Plakatmotive direkt an: Was bedeutet HIV heute für Dich? Wie reagierst Du, wenn Du einen positiven Kollegen hast, zusammen mit jemandem in einer Wohngemeinschaft lebst, der infiziert ist, oder Dich in einen HIV-positiven Menschen verliebt hast? Auf diese Weise thematisiert die Kampagne unbegründete Ängste vor einer HIV-Übertragung im Alltag. Eingängige Informationen sollen dabei helfen, diese Ängste hinter sich zu lassen und fördern so Respekt und Normalität im Umgang mit HIV-positiven Menschen. Alle wichtigen Informationen finden Sie unter welt-aids-tag.de.

Nordrhein-Westfalen ist Gastgeber des Deutsch-Österreichischen AIDS-Kongresses 2015
Vom 24. bis 27. Juni 2015 findet der 7. Deutsch-Österreichische AIDS-Kongress in Düsseldorf statt. Tagungsort ist das Congress Center Düsseldorf auf dem Messegelände. Themen des Kongresses werden unter anderem sein Heilung und neue Therapieansätze, Therapie der HCV-Koinfektion, Angeborene und erworbene Immunantwort, Chronische Inflammation und Alterung, HIV bei Frauen, Diskriminierung, Kriminalisierung und Stigma, Präventionsstrategien, Late presentation, opportunistische Infektionen und Malignome sowie Resistenz und Pharmakologie. Weitere Informationen folgen in Kürze.


S O Z I A L E S

Vertrauliche Geburt: Informationen und Materialien für Multiplikatorinnen  und Multiplikatoren
Die Regelung zur vertraulichen Geburt ermöglicht Schwangeren, die aufgrund einer besonderen Notlage ihre Schwangerschaft nicht preisgeben möchten, ihr Kind anonym und medizinisch sicher auf die Welt zu bringen. Während der Schwangerschaft und danach werden die Frauen von den bundesweit rund 1.600 Schwangerschaftsberatungsstellen beraten, betreut und begleitet. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend stellt zielgruppenspezifische und praxisorientierte Informationsmaterialien zur Verfügung, die sich sowohl an Schwangere als auch an wichtige Multiplikatorinnen und Multiplikatoren richten. Weitere Informationen lesen Sie unter bmfsfj.de.

Medikamentenabhängige schwangere Frauen, Mütter und ihre Kinder
Die Landeskoordinierung Frauen und Sucht NRW, BELLA DONNA, hat im Frühjahr das Projekt "Medikamentenabhängige schwangere Frauen, Mütter und ihre Kinder" gestartet. Praktikerinnen und Praktiker, die mit dem komplexen Thema Schwangerschaft und Konsum von Psychopharmaka bzw. mit Neugeborenen und Kindern, bei denen Auffälligkeiten durch psychoaktiv wirksame Medikamenteneinnahme in der Schwangerschaft arbeiten, sind eingeladen, ihr Wissen mit einzubringen. Weiteres lesen Sie hier (PDF-Datei).

Ratgeber für Patientenrechte
Patientinnen und Patienten wollen ihren Ärztinnen und Ärzten partnerschaftlich begegnen und gemeinsam mit ihnen über die Behandlung entscheiden. Das ist ein wichtiger Faktor für eine erfolgreiche Therapie. Voraussetzung dafür ist der Zugang zu Informationen - über Erkrankungen und Therapiemöglichkeiten, über die Qualität der angebotenen Leistungen und nicht zuletzt auch über die Rechte und Pflichten der Beteiligten. Erst auf dieser Informationsgrundlage kann ein vertrauensvolles Miteinander zur Regel werden. Die Bundesregierung hat im August 2014 den Ratgeber für Patientenrechte neu aufgelegt. Sie finden die Broschüre hier (PDF-Datei).

Forschungsprojekt der FernUniversität Hagen zur Situation HIV-positiver Frauen
Ein Forschungsprojekt des Psychologischen Instituts der FernUniversität in Hagen beschäftigt sich mit der Situation von Frauen mit HIV in Deutschland. Neben dem Leben mit HIV legt das Projekt einen Schwerpunkt auf die Annahme von Beratungsangeboten. In einer Online-Umfrage werden Frauen, die mit HIV leben, zu diesem Thema befragt. Die Umfrage dauert etwa 20 bis 30 Minuten, sie kann an einem selbst gewählten Ort und zu jeder Zeit bearbeitet werden. Selbstverständlich ist die Befragung anonym und vertraulich. Die Daten und Antworten werden als Gruppendaten ausgewertet und können nicht identifiziert werden. Zur Umfrage gelangen Sie unter unipark.de. Mit einer Teilnahme an dieser Studie tragen Sie wesentlich zu einem besseren Verständnis der Beratungsbedürfnisse HIV-positiver Frauen bei.


G E S U N D H E I T

Bundeswettbewerb HIV/STI-Prävention: Sirius 2015
Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung  hat gemeinsam mit dem Verband der Privaten Krankenversicherung und dem Bundesministerium für Gesundheit den bundesweiten Wettbewerb zur HIV/STI-Prävention ausgeschrieben. Mit dem Sirius 2015 werden erfolgreiche Projekte, besondere Vorhaben oder ausgefallene Projektideen ausgezeichnet, die unter dem Dach der sexuellen Gesundheit die Prävention von HIV und STI stärken. Einreichungsschluss ist der 12. November 2014. Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).

Positionspapier zum Thema PrEP und Frauen
In der deutschen Diskussion um die HIV-Prä-Expositions-Prophylaxe (PrEP) geht es bisher vor allem um schwule Männer. Die Deutsche AIDS-Hilfe hat deshalb Texte zum Thema PrEP und Frauen übersetzt und ins Netz gestellt. Eine Übersicht finden Sie unter blog.aidshilfe.de.


T E R M I N E  /  F O R T B I L D U N G E N

 
7. bis 9. November 2014
Treffen von Frauen mit HIV und Aids
Zu diesem Fortbildungsangebot kommen Frauen mit HIV aus dem gesamten Bundesgebiet in der Akademie Waldschlösschen zusammen, um sich über aktuelle gesundheitliche und soziale Fragen zu informieren und mit Frauen in ähnlichen Lebenslagen an Themen zu arbeiten, die für sie besondere Bedeutung haben und die ihnen als Multiplikatorinnen in ihrer Aidshilfe-Arbeit begegnen. Im Fokus des Herbsttreffens steht die Auseinandersetzung mit HIV und Stigmatisierung. Weitere Informationen lesen Sie hier (PDF-Datei).
 
8. November 2014
Workshop "Komplementäre Therapien bei HIV - Nebenwirkungen anders behandeln"
Die Veranstaltung findet in der AIDS-Hilfe Wuppertal statt. Die Themen werden von Ernährung nach chinesischer Medizin über den Einsatz von Heilpflanzen bei Magen-Darm-Problemen bis hin zu Qigong und Akupressurpunkten reichen. Die Referentin ist Dr. Helga Neubauer, Fachärztin für Innere Medizin, Akupunktur und chinesische Medizin und Mitarbeiterin der AIDS-Hilfe Hamburg. Der Workshop richtet sich an Frauen mit HIV, Angehörige, Ehrenamtliche und interessierte Fachkräfte. Weitere Informationen lesen Sie hier (PDF-Datei).
 
15. November 2014
Medizinische Rundreise "Hepatitis"
Die Deutsche AIDS-Hilfe und die aidshilfe dortmund laden gemeinsam zu einer medizinischen Rundreise zum Thema Hepatitis ein. Weitere Informationen lesen Sie hier (PDF-Datei).

25. November 2015
Prostitution zwischen Legalität, Stigmatisierung und Kriminalisierung
Vor welche Herausforderungen stellt Prostitution die Akteurinnen und Akteure in den Ruhrgebietsstädten? Die Veranstaltung im Lore-Agnes-Haus in Essen richtet sich an Fachkräfte und alle, die einen differenzierten Blick auf die Sexarbeit im Ruhrgebiet werfen möchten. Ziel der Veranstaltung ist es, einen sachlichen Beitrag zu der oft emotionalen Debatte zu leisten. Den Impulsvortrag hält Mechthild Eickel, Leiterin von Madonna, Treffpunkt und Beratung für Sexarbeiterinnen, Bochum. Der AWO Bezirksverband Niederrhein erbittet Ihre Anmeldung unter loreagneshaus@awo-niederrhein.de oder per Fax unter 0201-3105-110.

4. Dezember 2014
Begleitung und Versorgung von älteren Drogen gebrauchenden Menschen
In einem Fachtreffen möchte sich Vision e.V. in Köln gemeinsam mit weiteren Akteurinnen und Akteuren, die im Schnittstellenmanagement zwischen Drogenarbeit, Pflege und Wohnen aktiv sind, dem aktuellen Handlungsbedarf in NRW stellen. Die Fachveranstaltung soll mit Präsentationen und einem Werkstattgespräch dazu beitragen, sich über bereits bestehende Projekte in NRW zu informieren sowie Versorgungslücken einzugrenzen und regionale Weiterentwicklung zu erleichtern. Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).

16. und 17. Januar 2015
4. Fachtag zur "Psychotherapie bei Menschen mit HIV/AIDS"
Die Veranstalter Kompetenznetz HIV/AIDS, DAIG, STI-Gesellschaft/Ruhr und DSTIG laden in Kooperation mit der Bochumer Aidshilfe gemeinsam zu dieser inzwischen etablierten Tagung ein. Die Schirmherrschaft hat Gesundheitsministerin Barbara Steffens übernommen. Die wissenschaftliche Leitung haben Armin Bader, Norbert H. Brockmeyer, Arne Kayser und Adriane Skaletz-Rorowski. Weitere Informationen lesen Sie hier (PDF-Datei).


S O N S T I G E S

Der nächste Newsletter erscheint Ende November 2014.
Wir freuen uns über interessante Berichte, Veranstaltungshinweise, etc. Bitte senden Sie diese bis zum 17. November per Mail an Petra Hielscher.
 
 
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