September 2014
Liebe Leserinnen und Leser!
Die Landesarbeitsgemeinschaft Frauen und HIV/Aids in NRW wählte am 5. September in Duisburg turnusmäßig ihre Sprecherinnen. Annette Ritter von der Aids-Hilfe Münster und Christine Weißkopf von der AIDS-Hilfe Essen wurden für ein Jahr gewählt. Die beiden Sprecherinnen vertreten die LAG gegenüber Dritten, sind die Ansprechpartnerinnen für ihre Kolleginnen zwischen den Sitzungen und bereiten die jeweilige Tagesordnung der LAG zusammen mit mir in der Landesgeschäftsstelle der Aidshilfe NRW vor. Wir gratulieren den beiden gewählten Sprecherinnen und danken bei dieser Gelegenheit auch Birgit Körbel, die nicht mehr kandidierte, für ihren Einsatz als Sprecherin in den letzten Jahren und die produktive Zusammenarbeit.
Ihnen allen viel Spaß beim Lesen des Newsletters!
Petra Hielscher
Frauen und Aids
Aidshilfe NRW e.V.


A K T U E L L E S

"Niemanden zurücklassen - Diskriminierung schadet der Gesundheit!"
Anlässlich der "Melbourne-Erklärung" der Internationalen Aids-Konferenz Ende Juli in Australien erläutert die Aidshilfe NRW, wie Menschen mit HIV auch in NRW immer noch diskriminiert werden. In den Presseunterlagen finden Sie den Redetext von Arne Kayser und Patrik Maas, weiterführende Links, den vollständigen Text der "Melbourne –Erklärung" sowie Zahlen zum Leistungsprofil der Aidshilfe NRW 2013. Die Pressemappe finden Sie hier (PDF-Datei).


P O L I T I K

merk|würdig 2015
Auch im kommenden Jahr wird der Landesvorstand anlässlich des Jahresempfangs am 28. April zwei Menschen aus den Reihen des Verbands mit dem Ehrenamtspreis "merk|würdig" der Aidshilfe NRW auszeichnen. Ab sofort können Sie dem Vorstand Vorschläge für "merk|würdige" Menschen unterbreiten, die diesen Preis verdienen. Wir bitten alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Mitgliedsorganisationen und uns nahestehende Mitstreiterinnen und Mitstreiter, in Frage kommende Persönlichkeiten für die Preiskategorien "innovativ" und "nachhaltig/langfristig" zu benennen. Es wäre schön, wenn auch aus dem Frauenbereich Vorschläge eingingen. Bitte senden Sie die Vorschläge bis zum 31. November 2014 mit kurzer Begründung, warum die Vorgeschlagenen als Kandidatinnen oder Kandidaten für den Ehrenamtspreis "merk|würdig" in Frage kommen, per E-Mail an Markus Schmidt.
 
Positiver Ratschlag gewählt – Zwei für Nordrhein-Westfalen
Zwölf Vertreterinnen und Vertreter der HIV-positiven Community soll die Deutsche AIDS-Hilfe bei der Besetzung von wichtigen Selbsthilfegremien beraten. Dazu gehören beispielsweise das Vorschlagsrecht für die Community-Mitglieder im Nationalen AIDS-Beirat (NAB) und das Community-Board des Deutsch-Österreichischen AIDS-Kongresses (DÖAK). 19 Kandidatinnen und Kandidaten hatten sich für den "Positiven Ratschlag", so der Arbeitstitel des neuen Gremiums, beworben. Zwölf Plätze wurden durch eine Wahl auf den Positiven Begegnungen in Kassel im August besetzt. Aus den Reihen von POSITHIV HANDELN und der Aidshilfe NRW wurden Fuad Bruhn und Stephan Gellrich gewählt. Das Gremium muss noch auf der Mitgliederversammlung der Deutschen AIDS-Hilfe bestätigt werden. Weitere Infos finden Sie unter aidshilfe.de.
 
Dokumentation HIV-bedingter Diskriminierung
Die Deutsche AIDS-Hilfe hat eine Kontaktstelle für HIV bedingte Diskriminierung eingerichtet. Diese bietet Hilfe und Unterstützung bei Diskriminierung, egal ob im Krankenhaus, in der ambulanten Behandlung, am Arbeitsplatz oder bei Behörden. Gleichzeitig dokumentiert die Kontaktstelle Fälle von Diskriminierung. Um eine realistische Dokumentation zu ermöglichen, bittet die DAH, Fälle von Diskriminierung zu melden. Kontaktmöglichkeiten finden Sie unter aidshilfe.de.
 
Seminar: Wege zu erfolgreichem Stiftungsantrag
Frei gemeinnützige Anbieter von Sozialleistungen werden in NRW oftmals ehrenamtlich geführt. Sie unterstützen sozial benachteiligte Familien und, halten Wohn- und Betreuungsangebote für Menschen mit Behinderung oder alte Menschen vor. Sie bieten Betreuungsangebote für Kinder und Jugendliche und vieles mehr. Zur Aufrechterhaltung der bestehenden, aber auch im Rahmen der Entwicklung neuer Projekte und Angebote sind diese Organisationen in Zeiten knapper Mittel auf die finanzielle Unterstützung von Stiftungen angewiesen. Nähere Informationen für Wege zu einem erfolgreichen Stiftungsantrag lesen Sie unter paritaetische-akademie-nrw.de.
 
Stellungnahme der Arbeitsgemeinschaft AIDS-Prävention NRW zur Gesundheitsförderung bei Sexarbeiterinnen und Sexarbeitern sowie zur Einführung von Pflichtuntersuchungen
In diesem Jahr wird auf Bundesebene über die Ausrichtung der Überarbeitung des geltenden Prostitutionsgesetzes intensiv diskutiert. Einige votieren in dieser Debatte auch für eine Wiedereinführung der Untersuchungspflicht für Prostituierte. Die Arbeitsgemeinschaft AIDS-Prävention NRW sieht in der Wiedereinführung der Untersuchungspflicht keine geeignete Maßnahme, die Verbreitung sexuell übertragbarer Infektionen zu verhindern. Die AG AIDS-Prävention NRW hält es für sachgerechter, die Angebote auf der Grundlage anerkannter Strategien zur HIV- und STI-Prävention weiterzuentwickeln. An der AG AIDS-Prävention NRW beteiligt sich auch die Aidshilfe NRW. Die Stellungnahme finden Sie unter aids-nrw.de.
 
Neue DHIVA erschienen
Die Herbst-DHIVA berichtet unter anderem über Migrantinnen mit HIV in Deutschland, die Internationale Aids-Konferenz in Melbourne, Menschen mit Behinderung und Sexualität sowie den STI-Kongress in Berlin und gibt darüber hinaus spannende Buch-Tipps. Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).
 
Medizinische Versorgung von Migrantinnen und Migranten ohne legalen Aufenthaltsstatus
Der Artikel enthält noch einmal nützliche Informationen darüber, welche (ungenutzten) Möglichkeiten § 19 IfSG zur (STI-)Versorgung von Menschen ohne Papiere bietet. Den Artikel lesen Sie hier (PDF-Datei).


S O Z I A L E S

Themenwerkstätten für Menschen mit HIV
Seit zwei Jahren arbeiten Menschen mit HIV in Themenwerkstätten zusammen. Damit sind sie so erfolgreich, dass man sich bei den diesjährigen Positiven Begegnungen in Kassel auf fünf weitere derartige Angebote geeinigt hat. Es handelt sich dabei um Arbeitsgruppen, in denen Leute aus dem gesamten Bundesgebiet und aus unterschiedlichsten Lebenswelten gemeinsam Projekte zu einem festgelegten Thema entwickeln und umsetzen. Als bei der HIV-Selbsthilfekonferenz Positive Begegnungen (PoBe) 2012 in Wolfsburg dieses Konzept vorgestellt wurde, war in so manchem Gesicht noch Skepsis zu sehen. Vor knapp zwei Wochen zog man bei den PoBe in Kassel Bilanz, und die fiel so gut aus, dass an einer Weiterführung der Themenwerkstätten keinerlei Zweifel mehr bestand. Näheres lesen Sie unter aidshilfe.de.
 
Forschungsprojekt zur Situation von Frauen mit HIV
Ein Forschungsprojekt des Psychologischen Instituts der Fernuniversität in Hagen beschäftigt sich mit der Situation von Frauen mit HIV in Deutschland. Neben dem Leben mit HIV, legt das Projekt einen Schwerpunkt auf die Annahme von Beratungsangeboten. In einer Online-Erhebung werden Frauen, die mit HIV leben, zu diesem Thema befragt. Die Umfrage dauert etwa 20 bis 30 Minuten. Selbstverständlich ist die Aktion anonym und vertraulich. Die Daten und Antworten werden als Gruppendaten ausgewertet und können nicht identifiziert werden. Mit einer Teilnahme an dieser Studie tragen Sie wesentlich zu einem besseren Verständnis der Bedürfnisse von Frauen mit HIV in Bezug auf Beratungsangebote bei. Die Ergebnisse der Umfrage werden der Deutschen AIDS-Hilfe rückgemeldet, so können die Wünsche und Bedürfnisse von Frauen im Hinblick auf Beratungsangebote in Zukunft stärker berücksichtigt werden. Zur Umfrage gelangen Sie unter unipark.de.
 
Handlicher Ausweis für Schwerbehinderte in NRW
Dass HIV heute noch zu einer Schwerbehinderung führt, ist eher selten. Nichtsdestotrotz leben Menschen mit HIV in NRW, deren Grad der Behinderung 50 oder mehr beträgt. Ab September 2014 wird der Schwerbehindertenausweis in NRW als Scheckkarte ausgestellt. Neben dem neuen Format bietet der Ausweis zusätzliche Funktionen; zum Beispiel enthält der Ausweis erstmals einen Hinweis auf die Schwerbehinderung in englischer Sprache. Mehr lesen Sie unter aids-nrw.de.
 
Mit dem Bildungsscheck NRW sparen
Im Rahmen des Bildungsscheckprogramms können Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer 50 Prozent Ihrer Weiterbildungskosten sparen. Ab sofort werden berufliche Qualifizierungen unabhängig vom Einkommen sogar mit bis zu 2.000 Euro bezuschusst. Der Zugang ist sowohl individuell als auch betrieblich möglich: Interessierte Beschäftigte können für ihre berufliche Weiterentwicklung ebenso einen Bildungsscheck in Anspruch nehmen wie Betriebe, die im Rahmen ihrer Personalentwicklung geeignete Qualifizierungen für ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen benötigen. Weitere Informationen lesen Sie unter paritaetische-akademie-nrw.de.


G E S U N D H E I T

Leitlinien für Diagnostik und Therapie der HIV-Infektion
Die Leitlinien der Deutschen und der Österreichischen AIDS-Gesellschaft sind zukünftig in der jeweils letzten von der Mitgliederversammlung der DAIG und von der österreichischen AIDS-Gesellschaft beschlossenen Version als PDF-Dateien abrufbar. Sie entsprechen der Stufe S2 der AWMF-Kriterien (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften). Darunter ist auch die Deutsch-Österreichische Leitlinie zur HIV-Therapie in der Schwangerschaft und bei HIV-exponierten Neugeborenen. Sie finden Sie sie unter daignet.de.

Broschüre "HIV & women"
In dieser Broschüre geht es um HIV und Frauen. Egal, ob sie gerade erst von ihrer Infektion erfahren haben oder schon länger mit HIV leben, die hier wiedergegebenen Informationen sollen ihnen dabei helfen, Fragen zum Thema "Gut mit dem Virus leben" zu beantworten und mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt und den anderen Mitgliedern ihres Behandlungsteams darüber zu sprechen. Die Broschüre finden Sie unter aidsmap.com.

STI-Kongress 2014
Die Präsentationen der Vorträge, Poster und Videos vonm STI-Kongress vom 19. bis 21. Juni in Berlin sind zum Teil schon online gestellt und können auf der Seite der Deutschen STI-Gesellschaft eingesehen werden. Der Link lautet dstig.de.


L  I T E R A T U R  /  F I L M
 
Wie aus Schmerzen Perlen werden: Mein Trostbuch
Perlen gelten als Symbol für Trauer und Tränen. Und wie die Muschel mit ihrem Schmerz leben muss und dabei Schicht für Schicht ihr Perlmutt um die Verletzung legt, können auch wir unsere Trauer annehmen und Schritt für Schritt unseren ganz persönlichen Weg durch die Trauer gehen. Angelika Kaddik, langjährige Ariadne-Mitstreiterin aus der Aids-Hilfe Gütersloh, begleitet mit ihrem Buch durch den Prozess des Trauerns, unterstützt mit tröstenden Texten, hilfreichen Ritualen und Körperübungen und entfaltet die Botschaft: Aus unserem Schmerz kann etwas Kostbares entstehen. Eine einfühlsame Hilfe für Betroffene und ein Geschenkbuch. Angelika Kaddik, Wie aus Schmerzen Perlen werden: Mein Trostbuch, 140 Seiten, Gütersloher Verlagshaus, ISBN 978-3579073057.


T E R M I N E  /  F O R T B I L D U N G E N


1. Oktober 2014
BZgA-Frauengesundheitskongress
Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) veranstalten am 1. Oktober 2014 in Berlin den Kongress "Frauengesundheit 2014 - aktiv, bewegt, informiert". Frauenspezifische Lebenslagen, Lebensstile und Gesundheitsprobleme erfordern eine auf Frauen und ihren Alltag ausgerichtete Gesundheitsförderung. Vor diesem Hintergrund werden auf dem Kongress aktuelle Daten und Fakten zur Frauengesundheit vorgestellt und Herausforderungen diskutiert. In Vorträgen thematisieren Expertinnen und Experten wie Bewegung die Gesundheit fördert, den frauenspezifischen Umgang mit Medikamenten und was Frauen an Informationen für ihre Gesundheit wollen. Anschließend können sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in interaktiven Gesprächen mit der psychischen Gesundheit von Frauen, Familienplanung oder Herzgesundheit auseinandersetzen. Weitere Informationen finden Sie unter frauengesundheitsportal.de.

10. bis 12. Oktober 2014
II. Treffen des Netzwerks Frauen und Aids
Das bundesweite Netzwerk Frauen und Aids ist offen für alle Interessierten, ob sie HIV-positiv sind oder nicht. Es trifft sich viermal pro Jahr an verschiedenen Orten, um zu Fragen rund um das Thema "HIV und Frauen" zu arbeiten. Ob Prävention, Selbsthilfe, Medizin oder politische Arbeit: was jeweils auf der Agenda stehen soll, entscheiden die Netzwerkfrauen gemeinsam beim alljährlichen Strukturtreffen. Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).

17. bis 19. Oktober 2014
Treffen POSITHIV HANDELN: Drama oder Alltag? Positive Geschichte(n)
Das Leben mit HIV ist so vielfältig wie die, die davon erzählen können: jung und positiv, alt und positiv, seit langen Jahren positiv oder gerade das positive Testergebnis erhalten, ohne Medikamente oder mit täglicher Einnahme einer antiretroviralen Therapie. Alle haben unterschiedliche Geschichten, Erfahrungen und Standpunkte. Sie sehen das Leben mit HIV, erleben die Veränderungen, individuell oder gesamtgesellschaftlich, im Kreis von Freunden, in der Familie oder in den sozialen Netz-werken. „Drama“ oder längst „Alltag“? Wie normal ist das Leben mit HIV geworden und wie viel Normalität will man? Positive Frauen und Männer erzählen ihre Geschichte(n). Mit Fuad Bruhn und weiteren Menschen aus der HIV-Community. Bernd Vielhaber moderiert das Treffen.
 
7. bis 9. November 2014
Treffen von Frauen mit HIV und Aids
Zu diesem Fortbildungsangebot kommen Frauen mit HIV aus dem gesamten Bundesgebiet in der Akademie Waldschlösschen zusammen, um sich über aktuelle gesundheitliche und soziale Fragen zu informieren und mit Frauen in ähnlichen Lebenslagen an Themen zu arbeiten, die für sie besondere Bedeutung haben und die ihnen als Multiplikatorinnen in ihrer Aidshilfe-Arbeit begegnen. Im Fokus des Herbsttreffens steht die Auseinandersetzung mit HIV und Stigmatisierung. Weitere Informationen lesen Sie hier (PDF-Datei).
 
8. November 2014
Workshop "Komplementäre Therapien bei HIV - Nebenwirkungen anders behandeln"
Die Veranstaltung findet in der AIDS-Hilfe Wuppertal statt. Die Themen werden von Ernährung nach chinesischer Medizin über den Einsatz von Heilpflanzen bei Magen-Darm-Problemen bis hin zu Qigong und Akupressurpunkten reichen. Die Referentin ist Dr. Helga Neubauer, Fachärztin für Innere Medizin, Akupunktur und chinesische Medizin und Mitarbeiterin der AIDS-Hilfe Hamburg. Der Workshop richtet sich an Frauen mit HIV, Angehörige, Ehrenamtliche und interessierte Fachkräfte. Weitere Informationen lesen Sie hier (PDF-Datei).
 
15. November 2014
Medizinische Rundreise "Hepatitis"
Die Deutsche AIDS-Hilfe und die aidshilfe dortmund laden gemeinsam zu einer medizinischen Rundreise zum Thema Hepatitis ein. Weitere Informationen lesen Sie hier (PDF-Datei).


S O N S T I G E S

Der nächste Newsletter erscheint Ende Oktober 2014.
Wir freuen uns über interessante Berichte, Veranstaltungshinweise, etc. Bitte senden Sie diese bis zum 13. Oktober per Mail an Petra Hielscher.
 
 
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