Juli / August 2014
Liebe Leserin, lieber Leser!
"Alle Menschen, Frauen und Männer, Transgender und Intersexuelle haben Anspruch auf gleiche Rechte und auf gleichen Zugang zu Informationen und Angeboten der HIV-Prävention, -Versorgung und -Behandlung. Die Förderung der Geschlechtergleichheit ist entscheidend für einen Umgang mit HIV, der den Bedürfnissen der am stärksten Betroffenen tatsächlich entspricht. Ebenso stehen Menschen, die Sex für Geld anbieten oder angeboten haben oder die verbotene Drogen konsumieren oder ehemals konsumierten, die gleichen Rechte zu wie allen anderen, einschließlich Gleichbehandlung und Vertraulichkeit beim Zugang zur HIV-Versorgung und zu Behandlungsangeboten." Wenn Ihnen dies bekannt vorkommt, ist das kein Zufall. Es sind die Forderungen der Aidshilfen in Deutschland seit vielen Jahren. Aktuell wurden diese Positionen in der Melbourne-Erklärung der 20. Internationalen Aids-Konferenz Ende Juli bekräftigt. Wir werden dies in zwei Wochen anlässlich der Jahrespressekonferenz der Aidshilfe NRW in Düsseldorf entsprechend erläutern und anhand konkreter Beispiele herausstellen, dass Diskriminierung der Gesundheit schadet. Darüber informieren wir Sie in der nächsten Ausgabe des Newsletters. Wir hoffen, Sie sind gut durch den Sommer gekommen und haben nun viel Spaß beim Lesen des aktuellen Newsletters!
Dr. Guido Schlimbach
Pressesprecher
Aidshilfe NRW e.V.


A K T U E L L E S

BITTE BEACHTEN: HIV-KONTROVERS auf den 7. Februar 2015 verschoben
Aus organisatorischen Gründen haben die Aidshilfe NRW und die Deutsche AIDS-Gesellschaft entschieden, die für Ende September vorgesehene Konferenz HIV-KONTROVERS auf das kommende Jahr zu verschieben. Auch die Fachtagung von POSITHIV HANDELN findet zu einem späteren Zeitpunkt statt. Bitte notieren Sie, dass 10 Jahre POSITHIV HANDELN am 6. Februar 2015 und HIV KONTROVERS am 7. Februar 2015 im Düsseldorfer Hotel Intercontinental stattfinden werden.


P O L I T I K

25 Jahre Spritzenautomaten in NRW
Mit einer Fachtagung und einem kleinen Festakt feierte die Aidshilfe NRW im Mai das "Silberjubiläum" des Spritzenautomatenprojekts NRW. Seit 25 Jahren sind die inzwischen über 100 Automaten im ganzen Land Garanten für einen niedrigschwelligen Zugang zu Präventionsmitteln für Drogen konsumierende Menschen. Die Redebeiträge, Fachvorträge und Bilder finden Sie unter saferuse-nrw.de.

Statement zur sexuellen Vielfalt und sexualpädagogischen Professionalität
Die Gesellschaft für Sexualpädagogik hat auf die reißerische Berichterstattung zur Sexualpädagogik, die vor einigen Wochen durch die Medien ging, reagiert und ein Statement veröffentlicht. Mit diesem Text werden Grundsätze sexualpädagogischer Professionalität im Umgang mit sexueller Vielfalt benannt, die von den unterzeichnenden Fachorganisationen geteilt werden. Den Text finden Sie unter gsp-ev.de.

Inzidenzen von HIV, Malaria und Tuberkulose fallen
Die jährlichen Erkrankungsraten der drei häufigen Infektionskrankheiten HIV, Malaria und Tuberkulose gehen weltweit zurück. Trotzdem gibt es weiterhin Defizite bei der Prävention und der Therapie. Das berichtete das Deutsche Ärzteblatt im Juli. Aus wissenschaftlichen Untersuchungen geht unter anderem hervor, wie effektiv der Kampf gegen die häufigsten Infektionserkrankungen voranschreitet. Im Jahr 2000 legten die Vereinten Nationen im "Millennium Development Goal Six" fest, bis 2015 die Ausbreitung von Infektionskrankheiten wie HIV, Malaria und Tuberkulose zu stoppen und eine Trendumkehr zu bewirken. Für die HIV-Epidemie konnten die Wissenschaftler feststellen, dass seit einem Spitzenwert von 2,8 Millionen Neuinfektionen im Jahr 1997 die Neuerkrankungsrate kontinuierlich auf 1,8 Millionen fiel. Den Artikel lesen Sie unter aerzteblatt.de.


S O Z I A L E S

Jahresbericht der Deutschen AIDS-Stiftung 2013
Im vergangenen Jahr konnte die Deutsche AIDS-Stiftung erneut mehrere Tausend Menschen mit HIV und Aids individuell oder über Projektförderungen unterstützen. Neben den Hilfsaktivitäten informiert der aktuelle Jahresbericht über die Benefiz-Events des vergangenen Jahres und die Verleihung des Medienpreises 2011/2012. Der Bericht steht zum Download unter aids.st bereit.


G E S U N D H E I T

HIV und AIDS 2013 in Deutschland und NRW
Am 30. Juni 2014 hat das Robert-Koch-Institut (RKI) im Epidemiologischen Bulletin Nr. 26 vom 30. Juni 2014 seinen Bericht zu HIV-Infektionen und AIDS-Erkrankungen in Deutschland 2013 veröffentlicht. In NRW scheint die Gesamtzahl der HIV-Neudiagnosen relativ konstant zu bleiben, hinsichtlich der Anteile einzelner Gruppen zeichnen sich aber Veränderungen ab. Deutschlandweit ist ein zehnprozentiger Anstieg der Neudiagnosen festzustellen. Mehr lesen Sie unter aids-nrw.de.

Sex mit Partnerinnen und Partnern unter der Nachweisgrenze
Eine möglichst starke Unterdrückung der HIV-Virusbelastung bei Infizierten eliminiert mit hoher Wahrscheinlichkeit das Übertragungsrisiko durch ungeschützten Sex auf Virus-negative Partner. Ergebnisse der europäischen "Partner-Studie", an der auch Probandenpaare aus Österreich teilgenommen haben, wurden nun von Wissenschaftlern der Uni Wien in österreichischen Medien vorgestellt. Lesen Sie mehr unter heute.at.

HIV / HCV-Infektion mit einem erhöhten Risiko für Osteoporose und Frakturen
Eine Co-Infektion mit HIV und Hepatitis C (HCV) ist mit einem erhöhten Risiko von niedriger Knochenmineraldichte (BMD) und Bruch verbunden, berichteten jetzt Forscher. Die Ergebnisse von 15 verschiedenen Studien zeigten, dass Menschen mit einer solchen Co-Infektion ein höheres Risiko für Osteoporose haben als Menschen mit nur einer HIV-Infektion. Im Vergleich zu den Kontrollgruppen mit HIV-Monoinfektion und ohne Infektion lag die Fraktur-Inzidenz bei Menschen mit einer Co-Infektion höher. Mehr lesen Sie unter aidsmap.com (in englischer Sprache).

Chlamydien: Infektionen bei jungen Frauen am häufigsten
Die Zahl der sexuell übertragbaren Erkrankungen nimmt in Europa weiter zu. Das berichtete das Deutsche Ärzteblatt im Juli. Die mit Abstand häufigste sexuell übertragbare Erkrankung ist die Chlamydien-Infektion. Ein Screening, wie es seit langem gefordert wird, gibt es nur in vier Ländern. Dies erklärt, warum 84 Prozent aller gemeldeten Erkrankungen auf Dänemark, Norwegen, Schweden und Großbritannien entfallen. Das Screening muss junge Frauen erfassen, da die Infektion häufig frühzeitig erfolgt und langfristige Komplikationen nur bei einer rechtzeitigen Therapie verhindert werden können. Leider fehlt in dem Artikel der Hinweis zum kostenlosen Screening für Mädchen und junge Frauen bis zum Alter von 25 Jahren in Deutschland. Den Artikel lesen Sie unter aerzteblatt.de.


T E R M I N E  /  F O R T B I L D U N G E N

22. August 2014
NeuRaumEmpfang der Aidshilfe Oberhausen
In den neuen Räumlichkeiten in der Markstraße 165 lädt die Aidshilfe Oberhausen zu einem gemütlichen Abend ein. Weitere Informationen lesen Sie hier (PDF-Datei).

27. August 2014
Auswertung der Welt-Aids-Konferenz
Schon vor zwei Jahren wurde mit einem "Hub" die Welt-Aids-Konferenz ausgewertet. Die Resonanz war so erfolgreich, dass nun auch Ergebnisse und Diskussionen aus Melbourne nach Deutschland gebracht werden sollen. Weitere Informationen erfahren Sie hier (PDF-Datei).

1. bis 3. September 2014
Strukturtreffen
Diese Fortbildung dient dazu, sich über Neues und Wichtiges rund um das Thema "Frauen und Aids" zu informieren, politisch zu arbeiten und Erfahrungen über die Netzwerkarbeit auszutauschen. Zugleich ermöglicht sie themenzentriertes Arbeiten mit Frauen, die gleiche Interessen oder eine ähnliche Lebensgeschichte haben. Weitere Informationen erhalten Sie hier (PDF-Datei).

6. September 2014
Medizinische Rundreise: Sexuell übertragbare Infektionen
Informationsveranstaltung für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Aidshilfen, Menschen mit HIV und andere Multiplikatorinnen und Multiplikatoren über Tripper, Syphilis, Feigwarzen und andere STI, deren Übertragungswege, Symptome, Test- und Therapiemöglichkeiten sowie Prophylaxe und Präventionsbotschaften. Alles Weitere lesen Sie hier (PDF-Datei).

18. und 19. September 2014
Seminar: Interkulturelle Sensibilisierung
Interkulturelle Kompetenzen sind angesichts der Zusammensetzung unserer Gesellschaft auch in den Mädchen- und Frauenberatungsstellen sowie in den Frauenhäusern gefragt. Dieser Bereich erfordert ohnehin besondere Sensibilität der Mitarbeiterinnen gegenüber den Frauen und Mädchen, die sich in schwierigen Lebenslagen befinden. Diesen zu begegnen setzt viel Professionalität voraus und stellt Mitarbeiterinnen in Situationen, die interkulturelle Kompetenzen verlangen, vor neue Herausforderungen. Speziell für Mitarbeiterinnen in diesem Bereich bietet die Paritätische Akademie NRW in Kooperation mit dem Fachgebiet Frauen- und Mädchenorganisationen ein interkulturelles Sensibilisierungstraining an. Weiteres lesen Sie unter paritaetische-akademie-nrw.de.

19. bis 20. September 2014
"Müssen wir funktionieren wie Maschinen?"
Die Aidshilfe Krefeld und die Aidshilfe Oberhausen veranstalten gemeinsam ein Frauenwochende im Landschaftspark Nord in Duisburg. Interessierte mögen sich den Termin vormerken. Weitere Informationen lesen Sie hier (PDF-Datei).

20. September 2014
Alles rund um die HIV-Therapie
Die Veranstaltung im Rahmen der frauenspezifischen Rundreise der Deutschen AIDS-Hilfe richtet sich an HIV-positive Frauen und deren Beraterinnen und Berater. Themen sind unter anderem: Überblick über die derzeitigen Therapien, Nebenwirkungen bei Frauen, Therapieentscheidung, Therapiepausen, Compliance, Auswahl der HIV-Medikamente bei Kinderwunsch und Schwangerschaft. Weitere Informationen lesen Sie hier (PDF-Datei).

24. - 26. September 2014
"Sexarbeit in Zeiten der Bewegung"
Das Bündnis der Fachberatungsstellen für Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter (bufaS e.V.) richtet einmal pro Jahr eine Fachtagung aus, welche nicht nur der eigenen Fortbildung dient, sondern auch andere mit der Prostitution in Zusammenhang stehende Berufsgruppen und Interessierte mit einbezieht. 2014 regte der Berufsverband für erotische und sexuelle Dienstleistungen (BesD) eine gemeinsame Tagung mit politischem Schwerpunkt an. Berlin als Sitz der Bundesregierung bot sich für einen solchen Kongress an, um die aktuelle politische Diskussion an dieser Stelle auch mit den in der Sexarbeit Tätigen zu führen. Es soll dabei um die Darstellung von Fakten und Inhalten gehen, aber auch um die Ausarbeitung von konkreten Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Sexarbeit als Grundlage für politische Entscheidungen. Weitere Informationen finden Sie unter sexarbeits-kongress.de.

27. September 2014
Run of Colours
Die Promotionteams der Aidshilfe Köln haben bereits die Laufschuhe geschnürt und werden in den kommenden Wochen bei diversen Laufveranstaltungen für das bunte Event werben. Weitere Informationen zum Lauf und Registrierungsstart finden Sie unter aidshilfe-koeln.de.

1. Oktober 2014
BZgA-Frauengesundheitskongress
Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) veranstalten am 1. Oktober 2014 in Berlin den Kongress „Frauengesundheit 2014 - aktiv, bewegt, informiert“. Frauenspezifische Lebenslagen, Lebensstile und Gesundheitsprobleme erfordern eine auf Frauen und ihren Alltag ausgerichtete Gesundheitsförderung. Vor diesem Hintergrund werden auf dem Kongress aktuelle Daten und Fakten zur Frauengesundheit vorgestellt und Herausforderungen diskutiert. In Vorträgen thematisieren Expertinnen und Experten wie Bewegung die Gesundheit fördert, den frauenspezifischen Umgang mit Medikamenten und was Frauen an Informationen für ihre Gesundheit wollen. Anschließend können sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in interaktiven Gesprächen mit der psychischen Gesundheit von Frauen, Familienplanung oder Herzgesundheit auseinandersetzen. Weitere Informationen finden Sie unter frauengesundheitsportal.de.

10. bis 12. Oktober 2014
II. Treffen des Netzwerks Frauen und Aids
Das bundesweite Netzwerk Frauen und Aids ist offen für alle Interessierten, ob sie HIV-positiv sind oder nicht. Es trifft sich viermal pro Jahr an verschiedenen Orten, um zu Fragen rund um das Thema „HIV und Frauen“ zu arbeiten. Ob Prävention, Selbsthilfe, Medizin oder politische Arbeit: was jeweils auf der Agenda stehen soll, entscheiden die Netzwerkfrauen gemeinsam beim alljährlichen Strukturtreffen. Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).


S O N S T I G E S

Der nächste Newsletter erscheint Ende September 2014.
Wir freuen uns über interessante Berichte, Veranstaltungshinweise etc. Bitte senden Sie diese bis zum 15. September per Mail an Petra Hielscher.
 
 
Impressum | Newsletter abmelden | Newsletter anmelden