März 2014
Liebe Leserinnen und Leser!
Auch in der HIV-Prävention entwickeln sich die Methoden und Ansätze. Alte Präventionsbotschaften müssen stets neu formuliert, neue Erkenntnisse dabei integriert werden. Die jetzt vorliegenden ersten Ergebnisse der PARTNER-Studie, an der 1110 serodiskordante Paare (ein Partner ist HIV-positiv, und der / die andere HIV-negativ) in ganz Europa teilnehmen, stimmen zuversichtlich. Das Ergebnis der ersten zwei Beobachtungsjahre: HIV-Infizierte, die wirksam therapiert wurden, steckten ihre Partnerinnen oder Partner beim Sex ohne Kondom nicht an.
Diese Studie bestätigt die von uns seit langem kommunizierte Erkenntnis, dass Menschen mit HIV unter der Nachweisgrenze nicht infektiös sind. Im Einzelfall kann dieses Ergebnis den Partnern bei ihrer Entscheidung helfen, ob sie beim Sex auf das Kondom verzichten wollen oder nicht. Das ist eine große Beruhigung für viele. Die Aidshilfen sehen sich darin bestätigt, dies nicht nur in der persönlichen Beratung, sondern auch in der öffentlichen Kommunikation anzusprechen.
Ihnen allen viel Spaß beim Lesen des Newsletters!
Petra Hielscher
Frauen und Aids
Aidshilfe NRW e.V.


A K T U E L L E S

Hirschfeld-Tage 2014
Wie bereits angekündigt, finden im April und Mai 2014 erstmals in Nordrhein-Westfalen die Hirschfeld-Tage statt. Diese Veranstaltungsreihe erinnert alle zwei Jahre an den Sexualreformer und Mitbegründer der ersten deutschen Homosexuellenbewegung, Dr. Magnus Hirschfeld. Sie greift zeitgeschichtliche sowie aktuelle Themen rund um Lebenswelten von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans* und Intersexuellen (LSBTI*) auf. Die Hirschfeld-Tage werden an 16 Orten mit 90 Veranstaltungen in ganz NRW präsent sein und setzen sich auf verschiedenste Weise mit der Verfolgung, Diskriminierung, Emanzipation und dem Alltag von LSBTI*  in den unterschiedlichen Abschnitten der jüngeren deutschen Geschichte auseinander. Die Pressemitteilung lesen Sie hier (PDF-Datei).


P O L I T I K

Urteil des Bundesarbeitsgerichts liegt vor
Im Dezember des vergangenen Jahres hatte der Sechste Senat des Bundesarbeitsgerichts entschieden, dass auch eine symptomlose HIV-Infektion eine Behinderung im Sinne des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) ist. Nun liegt auch das Urteil schriftlich vor. Sie finden es unter bundesarbeitsgericht.de.
 
Stellungnahme des Nationalen Netzwerks Frauen und Gesundheit zur Pille danach
Im Januar 2014 hat der Sachverständigenrat für Verschreibungspflicht des Bundesamts für Arzneimittel (BfArM) empfohlen, die Rezeptpflicht für die Pille danach auf Levonorgestrel-Basis aufzuheben. Dies ist die zweite Prüfung durch dieses Gremium, das bereits im Jahr 2003 zu dem gleichen Ergebnis kam. Der Gesundheitsminister Hermann Gröhe reagiert auf die Forderungen ablehnend. Auch das Nationale Netzwerk Frauen und Gesundheit hat hierzu eine Stellungnahme abgegeben, die Sie hier finden (PDF-Datei).
 
Argumente gegen Sexarbeit - kritisch hinterfragt
Die Diskussion zur Sexarbeit geht weiter. Dieser Tage debattiert man in Brüssel darüber, ob das "schwedische Modell" europaweit gelten soll. Die gemeinnützige Stiftung Sexualität und Gesundheit hat einen kleinen Spot produzieren lassen, der die oft vorgebrachten Argumente gegen Sexarbeit kritisch hinterfragt. Den Spot finden Sie unter youtube.com.
 
Ruhrbischof verteidigt Rechte von Kindern gleichgeschlechtlicher Paare
Bei einem Gesprächsabend mit Vertretern des Forums Essener Lesben und Schwule (F.E.L.S) hat der Bischof von Essen, Franz-Josef Overbeck, sich gegen jede Form der Diskriminierung von gleichgeschlechtlichen Paaren und deren Kindern in der katholischen Kirche ausgesprochen. Näheres lesen Sie unter bistum-essen.de.
 
Erster Bielefelder Frauenpreis für Angelika Vogel
Angelika Vogel, Vorsitzende der AIDS-Hilfe Bielefeld, hat für ihr langjähriges Engagement im Kampf gegen Ausgrenzung und Vorurteile den 1. Bielefelder Frauenpreis erhalten. Der Preis wurde anlässlich des Bielefelder 800-jährigen Stadtjubiläums 2014 vom Bund der Frauenvereine Bielefeld und der Neue Westfälischen Zeitung ausgelobt. Nominiert wurden 12 Bielefelder Frauen, die sich in vorbildlicher Weise für die Stadtgesellschaft engagieren. Weiteres lesen Sie unter ahnrw.de.

Neue DHIVA erschienen
Die Frühlings-DHIVA berichtet unter anderem über den Blut-Aids-Skandal und das Vergessen, Homosexualität und Russland, Sexuelle Gewalt und Schweigen und gibt spannende Buch-Tipps. Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).


S O Z I A L E S

Vereinbarkeit von Beruf und Pflege ist nicht nur Frauensache
Die Pflege von Angehörigen wird vor allem von Männern hauptsächlich als eine Aufgabe für Frauen angesehen. Das muss sich ändern. "Mehr als 70 Prozent der pflegenden Angehörigen sind weiblich. Pflege ist aber nicht allein Frauensache. Hier müssen die Männer ihr Engagement dringend verstärken", forderte Emanzipations- und Pflegeministerin Barbara Steffens im Vorfeld des Internationalen Frauentags am 8. März 2014. "Bei der Pflege sind wir von einer Gleichberechtigung noch weit entfernt." Weiteres lesen Sie unter nrw.de.
 
HIV und junge Frauen
Zum Internationalen Frauentag am 8. März veröffentlicht die internationale Initiative Women for Positive Action (WFPA) aktuelle Informationen. In einer neuen, umfangreichen Powerpoint-Präsentation geht es um Mädchen und junge Frauen, die mit HIV leben. Die Folien stehen ab sofort auf womenforpositiveaction.org in englischer Sprache zum Download bereit. Weltweit gesehen sind Mädchen und junge Frauen zwischen 15 und 24 Jahren besonders häufig von der Infektion betroffen. Sie stellen 60 Prozent aller jungen Menschen, die mit HIV leben. Gute Hintergrundinformationen zu diesem Thema sind deshalb wichtig. Weitere Informationen lesen Sie hier (PDF-Datei). Die ausführliche englische Presseinformation lesen Sie hier (PDF-Datei).
 
Gewalt gegen Frauen
In Wien wurden die Ergebnisse der bisher größten repräsentativen Studie vorgestellt, die international zum Problem Gewalt gegen Frauen jemals erstellt wurde. Die Ergebnisse basieren auf Interviews mit 42.000 Frauen in über 28 Mitgliedsstaaten der EU. Bei der Umfrage wurden Frauen zu ihren Erfahrungen mit körperlicher, sexueller und psychischer Gewalt, sexueller Belästigung, Stalking und Gewaltformen in Zusammenhang mit Neuen Medien (z.B. Cyberstalking) sowie zu ihren Erfahrungen bei der Hilfesuche befragt. Der Bericht belegt nicht nur die weit verbreitete Gewalt gegen erwachsene Frauen, sondern schildert auch die körperliche und sexuelle Gewalt, die Frauen in der Kindheit erfahren haben. Die FRA-Erhebung macht deutlich, dass es an der Zeit ist, dass politische Entscheidungsträger und –trägerinnen Maßnahmen gegen diese weit verbreitete Gewalt ergreifen. Hierbei müssen die Bedürfnisse und Rechte der Gewaltopfer nicht nur auf dem Papier berücksichtigt, sondern auch in der Praxis umgesetzt werden. Weitere Informationen unter fra.europa.eu/de.
 
Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen
Das Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen feiert am 6. März sein einjähriges Bestehen. Seit 365 Tagen steht es bundesweit Frauen zur Seite, die von Gewalt betroffen oder bedroht sind. Kostenlos, vertraulich, rund um die Uhr und bei Bedarf mehrsprachig können sie sich über die 0 8000 / 116 016 sowie die gesicherte, barrierefreie Webseite hilfetelefon.de beraten lassen. Auch Angehörige, Bekannte und Fachkräfte können das Hilfetelefon bei Fragen kontaktieren. Weitere Informationen lesen Sie hier (PDF-Datei).


G E S U N D H E I T

Berichte von der Konferenz zu Retroviren und Opportunistischen Infektionen (CROI)
Vom 3. bis zum 6. März fand in Boston die Konferenz zu Retroviren und Opportunistischen Infektionen statt (CROI). Armin Schafberger, Medizinreferent der Deutschen AIDS-Hilfe, war vor Ort, um sich über die neuesten Entwicklungen rund um HIV und Hepatitis zu informieren. Bei der Hepatitis C konnten große Fortschritte vermerkt werden. Näheres lesen Sie unter aidshilfe.de. Darüber hinaus berichtet er von Neuigkeiten zur PREP – der vorbeugenden Anwendung von HIV-Medikamenten. Näheres lesen Sie unter aidshilfe.de.
 
Benzathin-Penicillin Knappheit
Das Arzneimittel Benzathin-Penicillin ist derzeit nur noch eingeschränkt verfügbar. Dies hat erhebliche Konsequenzen, weil dieses Medikament als Standardtherapie der Syphilis dringend benötigt wird. In dieser Situation empfehlen die Deutsche STI-Gesellschaft (DSTIG), die Deutsche AIDS-Gesellschaft (DAIG) und die Deutsche Arbeitsgemeinschaft niedergelassener Ärzte für die Versorgung HIV-Infizierter (dagnä) in einer gemeinsamen Stellungnahme Therapie-Alternativen. Die Stellungnahme finden Sie unter dstig.de.
 
DSTIG fordert bessere Gesundheitsversorgung bei sexuell übertragbaren Infektionen und eine sachliche Diskussion des Themas Sexarbeit
Die "Sektion Sexuelle Gesundheit" der Deutschen STI-Gesellschaft (DSTIG) beschloss bei ihrem letzten Treffen in Berlin künftig neue Prioritäten zu setzen. Zur Förderung der sexuellen Gesundheit in Deutschland soll zum einen die Struktur der Gesundheitsversorgung verbessert werden. Zum anderen will die Sektion eine sachstandsorientierte Diskussion zur Sexarbeit jenseits der gegenwärtig stark ideologisch bestimmten Debatte anregen. Die Presseinformation finden Sie unter dstig.de.
 
Bitte Vormerken: Fachtag und Empfang zu "25 Jahre Spritzenautomaten in NRW" am 6. Mai 2014
Am 6. Mai 2014 findet zum 25-jährigen Bestehen des Spritzenautomaten-Projekts in NRW ein kleiner Fachtag mit anschließendem Empfang in Düsseldorf statt. Eine Einladung mit weiteren Informationen erfolgt später.
 

T E R M I N E  /  F O R T B I L D U N G E N

5. April 2014
XXelle PLUS: Vernetzungstreffen der HIV-Aktivistinnen in NRW
Dieses Vernetzungstreffen in der Aidshilfe Köln richtet sich an HIV-infizierte Aktivistinnen der Selbsthilfe aus NRW, Frauen, die schon jetzt aktiv in der Selbsthilfe tätig sind oder es werden wollen. Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).
 
9. April 2014
Sexarbeit und das Verwaltungshandeln vor Ort
Die KommunalAkademie der Friedrich-Ebert-Stiftung veranstaltet in der Reihe "Wege aus der Grauzone" eine Fachtagung über Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter und das Verwaltungshandeln vor Ort in Bonn. Das Programm und Kontaktmöglichkeiten finden Sie hier (PDF-Datei).

11. bis 12. April 2014
"Gute Moderation - gelingende Kommunikation"
Die AIDS-Hilfe Weimar & Ostthüringen bietet eine Fortbildungsveranstaltung über die Grundlagen der Kommunikation ausschließlich für Frauen mit HIV an. Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).

11. bis 13. April 2014
Streetwork für Frauen I
Das Arbeitsfeld "Streetwork bei Sexarbeiterinnen" wird wesentlich dadurch bestimmt, in welchen Bereichen des Sexgeschäfts man unterwegs ist, ob etwa in Clubs oder auf der Straße, und wer aufgesucht wird, professionelle Sexarbeiterinnen, Gelegenheits- oder Beschaffungsprostituierte, Frauen mit oder ohne deutschen Pass, Minderjährige oder Volljährige. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Zahl sehr junger Sexarbeiterinnen, sowohl deutscher als auch nichtdeutscher Herkunft, seit einigen Jahren zunimmt. Wie sich der Zugang zu den Frauen gestaltet, ist nicht zuletzt durch die Haltung der Streetworkerinnen und ihren Bezug zu Sexualität und Sexarbeit bestimmt. Mehr Informationen zur Veranstaltung lesen Sie hier (PDF-Datei).

19. bis 21. Juni 2014
STI-Kongress 2014 in Berlin
Der Kongress findet im Roten Rathaus in Berlin statt. Bitte merken Sie sich diesen Termin vor! Am Mittwoch, den 18. Juni 2014, findet ebenfalls im Roten Rathaus das Leopoldina-Symposium statt. Thema ist "Genitale Mikrobiome – Konstituieren neue molekular-genetische Tools einen Paradigmenwechsel?"
 
27. bis 29. Juni 2014
HIV/STI-Prävention in der Beratung von Frauen in der Prostitution
In den letzten Jahren sind im Bereich sexueller Dienstleistungen immer häufiger riskante Arbeitsweisen zu beobachten, die eine Übertragung von HIV und anderen STIs  begünstigen können. Auch haben Testreihen des RKI  eine erhöhte Infektionsrate bei bestimmten Gruppen von Sexarbeiterinnen ergeben. HIV- und STI-Prävention für Sexarbeiterinnen in Form von kompetenter Information und Unterstützung wird deshalb immer wichtiger. Auch Prostitutionskunden müssen in den Blick genommen werden. Näheres zum Seminar finden Sie hier (PDF-Datei).
 

S O N S T I G E S

Aids-Hilfe Bonn
Seit Frühjahr 2013 ist die Aids-Hilfe Bonn Trägerin des Jugendtreffs "GAP in Bonn" für lesbische, schwule, bisexuelle und trans*  Jugendliche. Für die schwule Jungenarbeit wird zum nächstmöglichen Zeitpunkt ein Mitarbeiter (Soz.-Arb., Soz.-Päd. oder vergleichbare Qualifikation) auf 400-Euro-Basis gesucht. Eine perspektivische Aufstockung der Stelle auf einen Umfang von 50% (Teilzeit) wird angestrebt. Die Bewerbungsfrist endet am 4. April 2014. Weitere Informationen finden Sie in der Ausschreibung (PDF-Datei).
 
AIDS-Hilfe Krefeld
Die AIDS-Hilfe Krefeld sucht ab dem 1. August 2014 eine Mitarbeiterin oder einen Mitarbeiter (Dipl. Soz.-Arb., Dipl. Soz.-Päd. oder vergleichbar) für den Bereich Youthwork/Öffentlichkeitsarbeit. Die Vollzeitstelle ist zunächst auf ein Jahr befristet (Elternzeitvertretung). Die Vergütung erfolgt in Anlehnung an TV-L. Die Bewerbungsfrist endet am 30. März 2014. Weitere Informationen finden Sie in der Ausschreibung (PDF-Datei).

Der nächste Newsletter erscheint im April 2014.
Ich freue mich über interessante Berichte, Veranstaltungshinweise etc. Bitte senden Sie diese bis zum 10. April per Mail an Petra Hielscher.
 
 
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