Nr. 17 | Welt-Aids-Tag 2013
Klaus-Peter Hackbarth

Liebe Leserinnen und Leser,

noch immer stehen wir unter dem Eindruck des für uns letztendlich doch plötzlichen Tods von Klaus-Peter Hackbarth. Nach langer Krankheit ist er am vergangenen Mittwoch gestorben. Als Landesvorsitzender repräsentierte er leidenschaftlich unseren Verband und arbeitete unermüdlich auf der politischen Ebene für die Erhaltung und den Ausbau der strukturellen Prävention. Dabei vergaß er nie unsere Ursprünge. Aidshilfe dürfe die Menschen nie aus dem Blick verlieren, für die HIV nicht einfach eine chronische Erkrankung wie jede andere ist. Immer brachte er die Interessen der Marginalisierten in unserer Gesellschaft ein, die nicht in der Lage wären, für sich selbst zu streiten. So war Klaus-Peter Hackbarth auch in unseren Gedanken, als wir an diesem Mittwoch im Düsseldorfer Landtag mit Vertreterinnen und Vertretern aller Fraktionen zusammentrafen, um anlässlich des Welt-Aids-Tags auf die oft vergessene Zielgruppe der Sexarbeiter und ihrer Freier, aber auch auf die allgemeine Situation in der Sexindustrie aufmerksam zu machen. In Gesprächen mit den Abgeordneten erläuterten wir die Notwendigkeit, das erfolgreiche Modell der strukturellen Prävention auch für Sexarbeiter zu realisieren. Einen Zugang zur Prävention erhalten sie natürlich nur durch bessere Beratungsangebote und Arbeitsbedingungen. Nur durch eine breitere Öffentlichkeitsarbeit und mehr Aufklärung können wir Tabuisierung und Stigmatisierung entgegenwirken. Hier hätte sich Klaus-Peter Hackbarth ganz sicher mit großer Vehemenz eingebracht. So kannten wir ihn und so werden wir ihn in Erinnerung behalten. Mit diesen Gedanken gehen unsere besten Wünsche an alle, die morgen, am Sonntag und in den Tagen des Advents für die Interessen der Menschen mit HIV und die Aidshilfearbeit in der Öffentlichkeit aktiv sind. Gründe, sich am Welt-Aids-Tag zu engagieren oder Solidarität zu zeigen, gibt es nach wie vor genug.

Dr. Guido Schlimbach | Pressesprecher



VERBAND

Zum Gedenken an Klaus-Peter Hackbarth
Die AIDS-Hilfe Essen lädt zu einer gemeinsamen öffentlichen Trauerfeier am Freitag, 6. Dezember 2013 um 10.00 Uhr ins Grillo-Theater Essen, Theaterplatz 11, ein. Im Kreis seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie engsten Freunde wird Klaus-Peter Hackbarth am gleichen Tag um 13.00 Uhr auf dem Städtischen Friedhof Bredeney, Westerwaldstraße 6, beigesetzt. Anschließend findet für die Trauergäste ein Zusammenkommen im Café [iks], Varnhorststraße 17, statt. Aufgrund des Urnenbegräbnisses wird gebeten, von Blumenschmuck abzusehen. Spenden für “Menschen mit HIV“ zugunsten der AIDS-Hilfe Essen e.V. auf das Konto 28 38 38, BLZ 360 501 05, Sparkasse Essen wären in seinem Sinne.
Einen Nachruf des stellvertretenden Landesvorsitzenden Olaf Lonczewski auf Klaus-Peter Hackbarth lesen Sie unter ahnrw.de. Im Namen des Vorstands der Deutschen AIDS-Hilfe nimmt Manuel Izdebski Abschied unter blog.aidshilfe.de.


ÖFFENTLICHKEITSARBEIT

Welt-Aids-Tag 2013 an diesem Wochenende
Am Sonntag ist Welt-Aids-Tag. In ganz NRW organisieren unsere Kolleginnen und Kollegen in den Mitgliedsorganisationen Veranstaltungen, präsentieren sich mit Ständen in der Öffentlichkeit oder sind mit vielen Ehrenamtlichen unterwegs, um Spenden zu sammeln. Alle Termine finden Sie auf unserer Homepage unter ahnrw.de.

"Traust Du Dich? – Dann zeig’s!"
Unter dem Motto "Traust Du dich – Dann zeig‘s!" wirbt die AIDS-Hilfe Essen in Kooperation mit der AIDS-Hilfe Bochum anlässlich des diesjährigen Welt-Aids-Tages mit einer Internetkampagne für Solidarität mit HIV-Positiven . Am 13. November 2013 ging die Internetseite der beiden Aidshilfen unter der Adresse traust-du-dich.info online. Hier werden Menschen - ob jung oder alt, ob positiv, negativ oder ungetestet, ob zugehörig oder unbeteiligt - dazu aufgefordert, auf kreative Art und Weise ihre Meinung und Erfahrungen über ihren Umgang mit Menschen mit auszudrücken und davon zu berichten.

Neues Bulletin des Robert-Koch-Institutes zu HIV vom 11. November 2013
Im Vorfeld des Welt-Aids-Tages hat das Robert-Koch-Institut (RKI) aktuelle Schätzungen zu HIV in Deutschland veröffentlicht. Anders als bisher schätzt das RKI die HIV-Inzidenz und -Prävalenz nicht mehr für das laufende Jahr, sondern für das jeweilige Vorjahr. Zahlen zu einzelnen Kreisen und Städten sind in diesem Jahr nicht zugänglich. Im Jahr 2012 haben sich in Deutschland etwa 3.400 Menschen mit HIV infiziert. Etwa ein Drittel der HIV-Neuinfektionen wird im ersten Jahr nach der Infektion erkannt. Mehr lesen Sie unter aids-nrw.de.

RKI veröffentlicht Bulletin zur Syphilis 2012
2012 setzte sich der Trend steigender Syphilis-Meldezahlen sowohl bundesweit als auch in Nordrhein-Westfalen fort. Die Inzidenz in NRW lag mit 6,7 Infektionen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, wie bereits im Vorjahr, über dem Bundestrend. Bei knapp vier Fünftel ist mann-männlicher Sex der wahrscheinliche Infektionsweg. Weit über dem Durchschnitt liegende Inzidenzen bei Frauen beziehungsweise ein höherer Anteil gemeldeter heterosexueller Übertragungen wurde 2012 in Essen, Wuppertal und Dortmund beobachtet. Mehr lesen Sie unter aids-nrw.de.

Blutgeld: Der Bluter-Aids-Skandal
Drei Brüder, die an der Bluter-Krankheit leiden und sich durch ein vermeintliches Heilmittel mit HIV infizieren, stehen im Mittelpunkt des Fernsehfilms "Blutgeld", in dem es um den Blutkonservenskandal geht, der Deutschland in den 80er Jahren erschütterte. Anfang November zeigte das ZDF den Film samt einer anschließenden Dokumentation, siehe zdf.de. Wie zu erwarten, wurde zwar das Ausmaß dieser Affäre, heruntergebrochen auf die Geschichte einer Bonner Familie, nicht jedoch alle Aspekte vorgestellt. Vor allem die Beteiligung der Politik kam nahezu überhaupt nicht vor. In diesem Zusammenhang erinnern wir an den Bonner Aidsaktivisten Oliver Köppchen, der am 22. Januar 1997 starb, mit einem Spiegel-Artikel aus dem Jahr 1994 (PDF-Datei).


MENSCHEN MIT HIV

Medizinische Rundreise in Hattingen
Birgit Körbel und Bernd Vielhaber von der medizinischen Rundreise der Deutschen AIDS-Hilfe werden über HIV als chronische Erkrankung, Bedeutung, Definition, Auswirkung und Stellenwert der ART, Lebensqualität und Lebensdauer, Therapiebeginn, Therapieleitlinien, Voraussetzungen, Medikamente, Behandlung, Medikamente in Studien, Ausblick auf Änderungen in der Therapie, Therapiepausen, -wechsel, -konzepte und Generika informieren . Alle Themen, Schwerpunkte und Gespräche werden sich an den konkreten Fragen und dem unterschiedlichen Wissenstand der anwesenden Teilnehmerinnen dieses Wochenendes orientieren! Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).


FRAUEN UND AIDS

10 Jahre Frauenvernetzungstreffen im Ruhrgebiet
Am 23. November 2013 feiern die Ruhrgebietsfrauen in Essen ihr zehntes Vernetzungstreffen. Initiiert und organisiert von Beraterinnen aus fünf Aidshilfen der Region und mit Unterstützung des Beratungszentrums Lore-Agnes-Haus Essen der AWO kamen vor zehn Jahren erstmals einige HIV-positive Frauen aus dem Ruhrgebiet zu einem regionalen Vernetzungstreffen zusammen. Mehr hierzu lesen unter xxelle-nrw.de.

Neue DHIVA erschienen
Die DHIVA zum Welt-Aids-Tag berichtet unter anderem über den Berufsverband für SexarbeiterInnen, den Fachtag zu Forschung und Sexarbeit, die Studie zu Menschen mit HIV über 50, den Mythos Jungfräulichkeit sowie Tipps gegen den Winterblues, Berichten aus Afrika und spannende Buch-Tipps. Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).


SCHWULE

Generation Stonewall im Netz!
Zum Internationalen Internettag präsentierte "immer dabei" in NRW ein Onlineangebot für ältere Lesben und Schwule. Wo treffen sie sich? Welche Literatur gibt es zu gleichgeschlechtlichen Lebensformen im Alter? Was unternimmt die offene Seniorenarbeit, um Lesben und Schwule einzubeziehen? Antworten enthält die freigeschaltete Website immerdabeinrw.de. Weitere Informationen dazu lesen Sie hier (PDF-Datei).

"Wir helfen Dennis" - Unterstützungsaktion für Opfer schwulenfeindlicher Gewalt
Seit einem schwulenfeindlichen Überfall im Februar 2012 hat sich das Leben von Dennis Reske radikal verändert. Der 24-jährige Gelsenkirchener ist zu 80 Prozent schwerbehindert und kann seinen Beruf nicht mehr ausüben. Zu einem unlösbaren Problem ist der Weg in die eigene Wohnung im 2. Stock geworden. Das Haus hat keinen Aufzug. Die Spendenaktion "Wir helfen Dennis", eine Initiative der Landeskoordination der Anti-Gewalt-Arbeit für Lesben und Schwule, hat sich zum Ziel gesetzt, 16.000 Euro für einen Treppenlift zu sammeln. Weitere Informationen lesen Sie hier (PDF-Datei).

Homosexualität und Islam
Der Liberal-Islamische Bund e.V. setzt sich neben einer zeitgemäßen Auslegung islamischer Quellen auch für einen entspannteren und respektierenden Umgang mit Homosexualität und anderen sexuellen Identitäten ein. Die Notwendigkeit einer neuen Perspektive auf die Situation und Bewertung der muslimischen Homosexuellen und Transgender in Deutschland ist evident. Dazu findet am 6. Dezember 2013 eine Podiumsdiskussion mit Rabeya Müller, Andreas Ismail Mohr, Leyla Jagiella sowie Prof. Dr. Aladin El-Mafaalani in Köln statt. Weitere Informationen lesen Sie hier (PDF-Datei).


STRAFVOLLZUG

Unterschriftenaktion für saubere Spritzen im Gefängnis
Die Deutsche AIDS-Hilfe fordert die deutschen Justizvollzugsanstalten auf, Gefangenen Zugang zu sterilem Spritzbesteck als Schutz vor HIV und Hepatitis zu gewähren. Täglich wird die Gesundheit von rund 20.000 Drogen gebrauchenden Menschen in Haft gefährdet, weil ihnen anerkannte Präventionsmittel wie Spritzen versagt werden. Heute gibt es dieses Angebot nur in einem einzigen von 185 Gefängnissen, und das, obwohl die in den 1990er-Jahren eingerichteten und dann aus ideologischen Gründen abgeschafften Modellprojekte sehr erfolgreich waren. Die Deutsche AIDS-Hilfe lädt deshalb dazu ein, sich per Online-Unterschrift auf der Seite drogenundmenschenrechte.de für das Recht Gefangener auf Gesundheit einzusetzen.


SONSTIGES

Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter gründen Berufsverband
Aktive und ehemalige Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter gründeten am 13. Oktober 2013 in Köln den "Berufsverband erotische und sexuelle Dienstleistungen". Der Verband verfolgt das Ziel, die Arbeits- und Lebensbedingungen von Sexarbeiterinnen und Sexarbeitern zu verbessern. Er möchte über die unterschiedlichen Aspekte von Prostitution informieren und gegenüber Politik, Medien und Öffentlichkeit ein realistisches Bild der Sexarbeit vermitteln. Damit will er der Diskriminierung und Kriminalisierung von Menschen in der Sexarbeit entgegen wirken. Weitere Informationen lesen Sie hier (PDF-Datei).

Appell für Prostitution
Wie zuvor die Aidshilfe NRW, unterzeichnete auch die Landesarbeitsgemeinschaft Frauen und HIV/Aids einen Appell zur Stärkung der Rechte und Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen von Menschen in der Sexarbeit. Formuliert wurde der Aufruf vom Berufsverband erotische und sexuelle Dienstleistungen (siehe oben). Natürlich reagiert der neue Verband damit auf Alice Schwarzers Appell gegen Prostitution, der in diesen Wochen für viel Aufregung gesorgt hat. In der aktuellen Ausgabe der Emma präsentierte die Journalistin 90 Erstunterzeichnerinnen und Erstunterzeichner, die mit ihr die langfristige Abschaffung der Prostitution fordern. Ungeachtet der Frage, ob die Prominenten tatsächlich "die Realität" von "den Prostituierten" beurteilen können, verlassen wir uns in unserem Urteilen und Handeln auf die Erfahrungen aus unseren Arbeitszusammenhängen. Auch Sie können mitmachen, Sie finden den Aufruf hier (PDF-Datei).

HIV Prävention mit und für Menschen aus Subsahara Afrika
HIV ist für viele Afrikaner und Afrikanerinnen ein großes Tabuthema. Bedeutet HIV doch in vielen Herkunftsländern Ausgrenzung und Diskriminierung. Gleichzeitig stellen Menschen aus Subsahara Afrika eine Hauptbetroffenengruppe in Deutschland dar. Das neue Präventions-Projekt der AIDS-Hilfe Düsseldorf arbeitet partizipativ und aufsuchend. Weitere Informationen bei Hannah Ross (0211-77095-23), hannah.ross@duesseldorf.aidshilfe.de oder hier (PDF-Datei).

Seminar für Partizipative Sozialforschung in Berlin
Dieser Zertifikatskurs dient der systematischen Qualifizierung der Teilnehmenden in der Konzipierung und Durchführung eines eigenen partizipativen Forschungsprojektes und führt in die Themen Ursprünge, Grundsätze und Kernmerkmale der partizipativen Sozialforschung, Forschungstraditionen verschiedener Länder und die kritische Bewertung von Forschungsprozessen ein. Die Fortbildung besteht aus sechs Modulen, die über das Jahr 2014 verteilt in Berlin stattfinden. Weitere Informationen finden Sie unter khsb-berlin.de.

Beitragsschulden in der Versicherung
Das Bundesgesundheitsministerium informiert über den kommenden 31. Dezember 2013 als Stichtag zur Ermäßigung bzw. zum Erlass von Beitragsschulden in der Krankenversicherung. Seit dem 1. August 2013 ist das Gesetz zur Beseitigung sozialer Überforderung bei Beitragsschulden in der Krankenversicherung in Kraft. Durch das Gesetz werden Versicherten in bestimmten Fällen die angehäuften Beitragsschulden ermäßigt oder sogar erlassen.  Die Pressemitteilung des Bundesgesundheitsministeriums finden Sie unter bmg.bund.de.

Stellenausschreibung der aidshilfe dortmund
Die aidshilfe dortmund sucht als Teamleitung für die Fachstelle für sexuelle Gesundheit zum frühest möglichen Zeitpunkt eine Sozialarbeiterin bzw. Mitarbeiterin mit vergleichbarer Qualifikation für 25 bis 30 Stunden/Woche. Die Stelle umfasst neben der Teamleitung die frauenspezifische Arbeit und die Freiwilligenkoordination. Die Vergütung erfolgt in Anlehnung an TVÖD 10. Die Bewerbungsfrist endet am 13. Dezember 2013. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte der Stellenanzeige hier (PDF-Datei).

Safe the date: HIV KONTROVERS am 27. September 2014
Im nächsten Jahr findet unsere Fachtagung HIV KONTROVERS schon zum vierten Mal statt. Gemeinsam mit der Deutschen AIDS-Gesellschaft lädt die Aidshilfe NRW dieses Mal nach Düsseldorf ein. Sofern Sie Interesse an diesem interessanten Diskussionsforum haben, merken Sie sich doch schon heute den 27. September 2014 vor!

Der nächste Newsletter erscheint im Dezember 2013
Wir freuen uns über interessante Berichte, Veranstaltungshinweise etc. Bitte senden Sie diese bis Mitte Dezember per E-Mail an newsletter@nrw.aidshilfe.de.

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