November 2013
Liebe Leserinnen und Leser,
am 16. November unterzeichnete die Landesarbeitsgemeinschaft Frauen und Aids einen Appell zur Stärkung der Rechte und Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen von Menschen in der Sexarbeit. Formuliert wurde der Aufruf vom "Berufsverband erotische und sexuelle Dienstleistungen", der erst im Oktober gegründet wurde. Natürlich reagiert der neue Verband damit auf Alice Schwarzers Appell gegen Prostitution, der in diesen Wochen für viel Aufregung gesorgt hat. In der aktuellen Ausgabe der Emma präsentierte die Journalistin 90 Erstunterzeichnerinnen und Erstunterzeichner, die mit ihr die langfristige Abschaffung der Prostitution fordern. Ungeachtet der Frage, ob die Prominenten tatsächlich 'die Realität' von 'den Prostituierten' beurteilen können, verlassen wir uns in unserem Urteilen und Handeln lieber auf die Erfahrungen aus unseren Arbeitszusammenhängen. Ebenso wie die LAG Frauen und Aids unterzeichneten den Appell viele unserer Kolleginnen und Kollegen. Auch Sie können mitmachen, Sie finden den Aufruf hier (PDF-Datei).
Gefeiert wurde letzten Samstag in Essen. Dort begingen die Ruhrgebietsfrauen ihr zehnjähriges Vernetzungsjubiläum.
Getrübt wurde die Freude darüber vom Tod des langjährigen Landesvorsitzenden der Aidshilfe NRW, Klaus-Peter Hackbarth aus Essen, der in der vergangenen Woche nach langer Krankheit gestorben ist.
Bewegte Zeiten, kurz vor dem Welt-Aids-Tag. Gründe, sich am 1. Dezember zu engagieren oder Solidarität zu zeigen, gibt es nach wie vor genug. In welcher Form auch immer Sie den Welt-Aids-Tag begehen, wir danken Ihnen für Ihr Interesse an XXelle und wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen des Newsletters!
Petra Hielscher
Frauen und Aids
Aidshilfe NRW e.V.


A K T U E L L E S

Die Aidshilfe NRW trauert um Klaus-Peter Hackbarth
Peter Hackbarth, langjähriger Landesvorsitzender der Aidshilfe NRW, ist am Morgen des 20. November 2013 gestorben. Er war seit März 1994 hauptamtlicher Mitarbeiter der AIDS-Hilfe Essen und seit Anfang 2000 deren Geschäftsführer. Von 2002 bis 2011 gehörte er dem Landesvorstand der Aidshilfe NRW an, 2004 bis 2010 war er unser Landesvorsitzender. Eine Würdigung dieses engagierten und streitbaren Kollegen durch Olaf Lonczewski lesen Sie unter ahnrw.de. Gerne verweisen wir auf den Fragebogen, den Klaus-Peter Hackbarth zum 25-jährigen Jubiläum der Aidshilfe NRW 2010 ausgefüllt hat, Sie lesen ihn unter ahnrw.de.

10 Jahre Frauenvernetzungstreffen im Ruhrgebiet
Am 23. November feiern die Ruhrgebietsfrauen in Essen ihr zehntes Vernetzungstreffen. Initiiert und organisiert von Beraterinnen aus fünf Aidshilfen der Region und mit Unterstützung des Beratungszentrums Lore-Agnes-Haus Essen der AWO kamen vor zehn Jahren erstmals einige HIV-positive Frauen aus dem Ruhrgebiet zu einem regionalen Vernetzungstreffen zusammen. Mehr hierzu lesen unter xxelle-nrw.de.

Jetzt wieder online
Die zwischenzeitlich nicht abrufbare Dokumentation der Fachtagung XXelle Live im April 2013 finden Sie jetzt wieder unter xxelle-nrw.de.


P O L I T I K

Appell zu den Koalitionsverhandlungen
Der Deutsche Frauenrat hat zu den Koalitionsverhandlungen einen Appell seiner Mitgliederversammlung an die Vorsitzenden der verhandlungsführenden Parteien für eine Große Koalition und die Vorsitzenden der Arbeitsgruppen Soziale und Arbeit und Familie, Frauen und Gleichstellung gerichtet. Näheres lesen Sie unter frauenrat.de.

Unterschriftenaktion für saubere Spritzen im Gefängnis
Die Deutsche AIDS-Hilfe fordert die deutschen Justizvollzugsanstalten auf, Gefangenen Zugang zu sterilem Spritzbesteck als Schutz vor HIV und Hepatitis zu gewähren. Täglich wird die Gesundheit von rund 20.000 drogengebrauchenden Menschen in Haft gefährdet, weil ihnen anerkannte Präventionsmittel wie Spritzen versagt werden. Heute gibt es dieses Angebot nur in einem einzigen von 185 Gefängnissen – und das, obwohl die in den 1990er-Jahren eingerichteten und dann aus ideologischen Gründen abgeschafften Modellprojekte sehr erfolgreich waren. Die DAH lädt deshalb dazu ein, sich per Online-Unterschrift auf der Seite drogenundmenschenrechte.de für das Recht Gefangener auf Gesundheit einzusetzen.

Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter gründen Berufsverband
Aktive und ehemalige Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter gründeten am 13. Oktober 2013 in Köln den "Berufsverband erotische und sexuelle Dienstleistungen". Der Verband verfolgt das Ziel, die Arbeits- und Lebensbedingungen von Sexarbeiterinnen und Sexarbeitern zu verbessern. Er möchte über die unterschiedlichen Aspekte von Prostitution informieren und gegenüber Politik, Medien und Öffentlichkeit ein realistisches Bild der Sexarbeit vermitteln. Damit will er der Diskriminierung und Kriminalisierung von Menschen in der Sexarbeit entgegen wirken. Weitere Informationen lesen Sie hier (PDF-Datei).

Blutgeld: Der Bluter-Aids-Skandal
Drei Brüder, die an der Bluter-Krankheit leiden und sich durch ein vermeintliches Heilmittel mit HIV infizieren, stehen im Mittelpunkt des Fernsehfilms "Blutgeld", in dem es um den Blutkonservenskandal geht, der Deutschland in den 80er Jahren erschütterte. Anfang November zeigte das ZDF den Film samt einer anschließenden Dokumentation, siehe zdf.de. Wie zu erwarten, wurde zwar das Ausmaß dieser Affäre, heruntergebrochen auf die Geschichte einer Bonner Familie, nicht jedoch alle Aspekte vorgestellt. Vor allem die Beteiligung der Politik kam nahezu überhaupt nicht vor. In diesem Zusammenhang erinnern wir an den Bonner Aidsaktivisten Oliver Köppchen, der am 22. Januar 1997 starb, mit einem Spiegel-Artikel aus dem Jahr 1994 (PDF-Datei).


S O Z I A L E S


Studie 50plushiv: Psychosoziale Aspekte des Älterwerdens mit HIV/Aids in Deutschland
Etwa ein Drittel der 70.000 Menschen, die in Deutschland mit HIV leben, haben bereits das 50. Lebensjahr erreicht. Weil diese Zahl ständig steigt, finden Ältere mit HIV in der Selbsthilfe mehr und mehr Beachtung. Auch in Wissenschaft und Politik steigt das Interesse an ihnen. Das Projekt 50plushiv.de untersucht jetzt ihre gesundheitliche, soziale und materielle Situation und ihre Sorgen für die Zukunft. Zunächst geschieht dies mit einer, die dann in einer Interviewstudie vertieft werden soll. Da die ganze Bandbreite des mit HIV über 50 abgebildet werden soll, werden Personen aus allen Lebenssituationen gesucht.


G E S U N D H E I T

Osteoporose - wie verhindern?
Zur Prävention von Knochenbrüchen werden immer wieder Kalzium-Präparate mit und ohne Vitamin D angeboten. Dabei haben Forschungen ergeben, dass die Kalzium-Aufnahme, wenn immer möglich, durch die Nahrung erfolgen soll. Menschen mit HIV, wie auch anderen chronischen Infektionen, sollten großen Wert auf die Prävention der Osteoporose legen. Sie entwickeln häufiger Osteoporose, was mit einer Aktivierung des Immunsystems zusammen hängen dürfte. Neben Vitamin-D-Mangel dürfte auch ein Phosphatverlust durch Medikamente eine Rolle spielen. Einen Artikel von Pietro Vernazza lesen Sie unter infekt.ch.



T E R M I N E  /  F O R T B I L D U N G E N

29. November 2013
SISTER ACT unterstützt die Aidshilfe Oberhausen
Zum Welt-Aids-Tag 2013 können die Gäste der Vorpremiere des Musicals die Aidshilfe unterstützen. Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei) sowie unter aidshilfe-oberhausen.de und unter beste-plätze.de.

6. bis 8. Dezember 2013
Treffen der Netzwerke und der Themenwerkstätten
Tragende Säulen der Interessenvertretung von Menschen mit HIV/Aids sind ehrenamtlich Engagierte – Expertinnen und Experten der verschiedenen Netzwerke und Themenwerkstätten. Um die Arbeit insgesamt zu vernetzen und die Synergieeffekte nutzen zu können, die jeweilige Arbeit der anderen kennen zu lernen und über die Perspektiven in der Zukunft zu diskutieren, treffen sich an diesem Wochenende jeweils zwei Vertreterinnen und Vertreter der verschiedenen Netzwerke, Themenwerkstätten und Interessenvertretungen. Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).

7. Dezember 2013
Sexuelle Gesundheit - Sprachfähigkeit gewinnen
HIV ist inzwischen mit anderen sexuell übertragbaren Krankheiten vergleichbar. Diese Situation verlangt einen neuen ganzheitlichen Umgang mit Sexualität und macht eine größere Sprachfähigkeit in dieser Thematik notwendig. Wie kann ein bejahender und verantwortungsvoller Umgang mit Sexualität aussehen und Jugendlichen in Familie, Schule, Jugendarbeit und auch in der kirchlichen Arbeit vermittelt werden? Das fragt sich die katholische Akademie Wolfsburg in Mülheim an der Ruhr. Weiteres finden Sie hier (PDF-Datei).

2014
Landesarbeitsgemeinschaft Frauen und Aids in NRW
Die Termine der Landesarbeitsgemeinschaft Frauen und Aids in NRW für das Jahr 2014 stehen bereits fest. Die Aufstellung finden Sie hier (PDF-Datei).

2014
Chancengleichheit für Mädchen und Jungen
Die FUMA Fachstelle Gender NRW ist eine Qualifizierungs- und Beratungsstelle im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe. Mit gezielten Angeboten leistet sie einen Beitrag zur Verbesserung der Chancengleichheit für Mädchen und Jungen. Das Fortbildungsprogramm der FUMA Fachstelle Gender NRW für das Jahr 2014 finden Sie hier (PDF-Datei).

17. und 18. Januar 2014
Psychotherapie bei Menschen mit HIV
Im Januar findet in Bochum im Hörsaalzentrum des St. Josef-Hospitals, der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie der Ruhr Universität Bochum, unter der Schirmherrschaft von Gesundheitsministerin Barbara Steffens, das Symposium "Psychotherapie bei Menschen mit HIV" statt. Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).

28. Februar bis 2. März 2014
HIV/Aids und Familiensysteme
HIV beeinflusst nicht nur das Leben der HIV-positiven Menschen selbst, sondern auch das Leben ihrer Angehörigen. Unser Seminar ermöglicht den Austausch über den Alltag mit dem Virus in der Familie. Zugleich soll es dazu dienen, die Vernetzung zu fördern und Selbsthilfe-Ressourcen zu stäken. Mögliche Themen des Treffens: Umgang mit Krankheit, „Familiengeheimnis HIV“, Angst vor Ausgrenzung und Stigmatisierung, positives Comingout/Geoutet-Werden, Alltagsprobleme, Kindererziehung. Weitere Informationen lesen Sie hier (PDF-Datei).

10. bis 12. März 2014
I. Treffen des Netzwerks Frauen und Aids
Das bundesweite Netzwerk Frauen und Aids ist offen für alle Interessierten, ob sie HIV-positiv sind oder nicht. Wir treffen uns viermal pro Jahr an verschiedenen Orten, um zu Fragen rund um das Thema "HIV und Frauen" zu arbeiten. Ob Prävention, Selbsthilfe, Medizin oder politische Arbeit: was jeweils auf der Agenda stehen soll, entscheiden die Netzwerkfrauen gemeinsam beim alljährlichen Strukturtreffen. Weitere Informationen lesen Sie hier (PDF-Datei).

11. bis 12. April 2014
"Gute Moderation - gelingende Kommunikation"
Die AIDS-Hilfe Weimar & Ostthüringen bietet eine Fortbildungsveranstaltung über die Grundlagen der Kommunikation ausschließlich für Frauen mit HIV an. Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).

11. bis 13. April 2014
Streetwork für Frauen I
Das Arbeitsfeld „Streetwork bei Sexarbeiterinnen“ wird wesentlich dadurch bestimmt, in welchen Bereichen des Sexgeschäfts man unterwegs ist, etwa in Clubs oder auf der Straße, und wer aufgesucht wird, professionelle Sexarbeiterinnen, Gelegenheits- oder Beschaffungsprostituierte, Frauen mit oder ohne deutschen Pass, Minderjährige oder Volljährige. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Zahl sehr junger Sexarbeiterinnen, sowohl deutscher als auch nichtdeutscher Herkunft, seit einigen Jahren zunimmt. Wie sich der Zugang zu den Frauen gestaltet, ist nicht zuletzt durch die Haltung der Streetworkerinnen und ihren Bezug zu Sexualität und Sexarbeit bestimmt. Mehr Informationen zur Veranstaltung lesen Sie hier (PDF-Datei).

27. September 2014
Safe the date: HIV KONTROVERS
Im nächsten Jahr findet unsere Fachtagung HIV KONTROVERS schon zum vierten Mal statt. Gemeinsam mit der Deutschen AIDS-Gesellschaft lädt die Aidshilfe NRW dieses Mal nach Düsseldorf ein. Sofern Sie Interesse an diesem interessanten Diskussionsforum haben, merken Sie sich doch schon heute den 27. September 2014 vor!


S O N S T I G E S

Der nächste Newsletter erscheint im Dezember 2013.
Ich freue mich über interessante Berichte, Veranstaltungshinweise etc. Bitte senden Sie diese bis zum 9. Dezember per Mail an Petra Hielscher.

 
 
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