Nr. 13 vom 7. August 2013
Liebe Leserinnen und Leser,

mit diesen Zeilen grüßen wir Sie alle, die Sie in den Sommerferien daheim geblieben sind. Wir hoffen, dass auch Sie die etwas ruhigere Zeit bei zum Teil hochsommerlichen Temperaturen zu nutzen wissen.

Dr. Guido Schlimbach | Pressesprecher


VERBAND

Paritätischer NRW verabschiedet neun Leitsätze für mehr Inklusion
Der Ansatz einer inklusiven Gesellschaft ist bereits in den Verbandsgrundsätzen des Paritätischen verankert. Jetzt hat er neun Leitsätze zur Inklusion formuliert. Sie sollen dem Verband mit seinen mehr als 3000 Mitgliedsorganisationen als Rahmen dienen, sich am Prozess zu einer inklusiven Gesellschaft aktiv zu beteiligen. Der Paritätische NRW wünscht sich hier gestaltende Mitglieder, die sich aktiv und öffentlich für eine uneingeschränkten Teilhabe aller Menschen an der Gesellschaft, ungeachtet ihrer Fähigkeiten und Beeinträchtigungen, ihrer Herkunft, Religion, Hautfarbe, sexuellen Orientierung, ihres Geschlechts, ihres Alters einsetzen. "Betroffene" sind dabei gleichzeitig Expertinnen und Experten in eigener Sache, die in den Prozess einbezogen werden. Ausführliche Informationen und die Leitsätze als barrierefreies Dokument finden Sie unter paritaet-nrw.org.


LEBEN MIT HIV

Medizinische Rundreise in Duisburg
Am 7. September findet in den neuen Räumlichkeiten der AIDS-Hilfe Duisburg/Kreis Wesel die Medizinische Rundreise zur HIV-Therapie statt. Einen ganzen Tag lang wird über HIV als chronische Erkrankung, Therapiebeginn, Therapiebegleitung und neue Entwicklungen berichtet. Weitere Informationen erhalten Sie hier (PDF-Datei).

Wohlfahrtsverbände sehen Kommunen in der Pflicht: Ausbau von Pflege WGs nicht behindern!
Die Arbeitsgemeinschaft der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege NRW sieht die Kommunen in der Pflicht, den Ausbau von Pflege-Wohngemeinschaften voranzutreiben. Die Politik habe sich einzusetzen, damit gesetzliche Vorgaben geschaffen werden, die pflegegerechtes Wohnen finanzierbar hält. Denn die meisten Menschen wollen, auch wenn sie pflegebedürftig werden zu Hause wohnen bleiben. Mehr dazu lesen Sie in einer Medieninformation unter freiewohlfahrtspflege-nrw.de.

Der richtige Weg zum richtigen Hilfsmittel - Eine Information für Patientinnen und Patienten
Informative und hilfreiche Tipps über die Versorgung mit Hilfsmittel für Patientinnen und Patienten in den Gesetzlichen Krankenkassen gibt eine Broschüre des Paritätischen. Es ist eine Handreichung für Patientinnen und Patienten, in der diese detailliert erfahren, welche Produkte als Hilfsmittel zählen, wie sie das passende Hilfsmittel beantragen und welche Schritte für eine Finanzierung durch die Krankenkasse eingeleitet werden müssen. Die Broschüre wurde von der Selbsthilfe-Kontaktstelle Bielefeld und dem Gesundheitsladen in Bielefeld erstellt. Sie finden die Broschüre hier (PDF-Datei).


SCHWULE

Termine Sommer 2013
Die aktuellen Herzenslusttermine für August 2013 und weitere spannende Daten rund ums schwule Leben finden Sie unter herzenslust.de.

Tisch ohne Namen – kultureller und kulinarischer Treffpunkt für schwule Männer
Das nächste Treffen findet am 7. September 2013 mit einer Führung durch das Konrad-Adenauer-Haus in Rhöndorf statt. Anschließend ist wie gewohnt ein gemeinsames Essen. Weitere Informationen unter tisch-ohne-namen@gmx.de oder unter 0221 99883333 (Markus Schupp).

"Wuppertal ist vielfältig. Wuppertal wird älter!"
Die Landeskoordination für ältere Lesben und Schwule  in NRW berichtet über eine Veranstaltung in Wuppertal, bei der Politik, Verwaltung und Community über Seniorenangebote für Lesben und Schwule diskutierten. Einen Bericht dazu lesen Sie hier (PDF-Datei).

NEU - Prävention und Social Media - NEU
Im Oktober präsentiert Herzenslust sein neues Trainingsangebot für ehren- und hauptamtliche Mitarbeiter. Wer wissen möchte, wie man Soziale Medien optimal nutzen kann, um Präventionsbotschaften und die eigene Gruppe oder Institution zu präsentieren, ist herzlich eingeladen. Mehr zum neuen und innovativen Trainingsangebot und zur Anmeldung finden Sie hier (PDF-Datei).


DROGEN

21. Juli 2013: Gedenken, mahnen, kämpfen
Seit nunmehr 15 Jahren ist der 21. Juli der Gedenktag für verstorbene Drogengebraucherinnen und Drogengebraucher. Wie aus einer persönlichen Aktion eine internationale Bewegung wurde, schildert Axel Schock auf dem Blog der Deutschen AIDS-Hilfe. Als Ingo Marten am 21. Juli 1994 starb, hatte dies für die Öffentlichkeit keinerlei Nachrichtenwert. Lediglich im Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung wäre er aufgetaucht, als einer von 1.624 drogenbedingten Todesfällen des Kalenderjahres 1994. Seine Mutter erreichte 1997, dass in einem Gladbecker Park Deutschlands erste Gedenkstätte für verstorbene Drogenabhängige eingerichtet wurde. 15 Jahre später ist der "Drogentotengedenktag" in offiziellen Kalenderlisten aufgeführt. Mehr dazu sowie eine deutschlandweite Übersicht der diesjährigen Veranstaltungen zum 21. Juli lesen Sie unter blog.aidshilfe.de.

Nachruf auf Dorothea Klieber – A classy lady!
Anlässlich einer Konferenz über die Rolle der Methadonbehandlung in Deutschland 1987 fragte eine Zuhörerin das internationale Ärztegremium: "Ist es moralisch, ist es ethisch und ist es mit dem hippokratischen Eid zu vereinbaren, Suchtkranke in der Gosse verrecken zu lassen, nach dem Motto: nimm meine saubere Therapie oder krepiere?" Das war Dorothea Klieber, die sich auf das Leiden ihres Sohnes bezog. Kaum ein halbes Jahr später schrieb und verbreitete Dorothea Klieber ihren "Bericht einer Mutter", der mit dem Gedanken abschloss: "Mein Sohn, seit 15 Jahren gehetzt und gejagt, sah keinen anderen Ausweg mehr und machte seinem verzweiflungsvollen Leben ein Ende. Methadon wäre die Rettung gewesen. ICH KLAGE AN!" Ihr Engagement ging weiter. Sie ließ sich Fachaufsätze über Methadon-Substitution aus Übersee kommen, übersetzte sie, tippte sie ab, kopierte sie mehrere hundert Mal und verschickte sie an hiesige aufgeschlossene Persönlichkeiten aus Ärzteschaft, Aids- und Drogenhilfen sowie Politik und Medien. Vergangenen Monat, am 11. Juli 2013 starb Dorothea Klieber im Alter von 92 Jahren. Auch die Aidshilfe NRW hat von ihrem Engagement gelebt und durch sie in den ersten zwei Jahrzehnten wertvolle Fachinformationen und Beiträge erhalten, die sonst nur schwer zugänglich waren. Einen Nachruf von Robert Newmann im Aktuellen Newsletter der Deutschen Gesellschaft für Suchtmedizin (DGS) lesen Sie unter dgsuchtmedizin.de. Mehr über Dorothea Klieber lesen sie in seinem Vortrag "Substitutionsbehandlung: ein halbvolles, aber auch ein halbleeres Glas! - Ein Vierteljahrhundert Methadon in Deutschland" vom 9. Dezember 2010 unter ssam.ch.

Hat die Drogenhilfe aufgegeben? - Positionspapier zur Legalisierung
Der JES Bundesverband hat seine Argumente für eine grundsätzliche Neuausrichtung der Drogenpolitik in Deutschland bekräftigt. JES beantwortet hier die Fragen, warum es einer veränderten strafrechtlichen Beurteilung des Umgangs und Konsums illegalisierter Drogen bedarf und wie dies in der Praxis konkret aussehen könnte. Es gibt konkrete Angebote in welchen Schritten eine Legalisierung des Umgangs im nicht medizinischen Gebrauch von Drogen möglich werden könnte. Insbesondere gelte es etwa mittels einer Produktkontrolle Einfluss auf gleichbleibende Substanzstärke und -reinheit zu nehmen und allgemein mehr Drogenmündigkeit durch leicht zugängliche Produktinformationen zu ermöglichen. JES bestreitet dabei nicht, dass Drogen Abhängigkeit erzeugen und dass einige Substanzen gefährlicher sind als andere. "Die schlimmsten Schäden, die mit Drogen in Verbindung gebracht werden, wie HIV und Hepatitis, Armut, Inhaftierung und Tod, sind allerdings Folgen einer auf Verbote ausgerichteten Drogenpolitik". Mehr dazu lesen Sie hier (PDF-Datei).

Hepatitis: Aktionsplan will aufklären
Die Infektion mit Hepatitisviren ist eine weit verbreitete, aber unterschätzte Erkrankung. Allein in Deutschland sind etwa eine Million Menschen davon betroffen, viele, ohne es zu wissen. Nur wenige, bei denen eine Hepatitiserkrankung diagnostiziert wurde, erhalten eine angemessene Behandlung, obwohl Therapien möglich sind. Pünktlich zum Welt-Hepatitis-Tag am 28. Juli hat daher ein Bündnis aus Medizin-, Betroffenenverbänden und weiteren Institutionen erstmals eine gemeinsame Strategie für mehr Aufklärung über Hepatitis-Erkrankungen und deren Behandlung erarbeitet. Unter Beteiligung der Deutschen AIDS-Hilfe wurde der "Aktionsplan für eine nationale Strategie gegen Virushepatitis" am 23. Juli in Berlin vorgestellt und soll der Bundesregierung vorgelegt werden. Der Aktionsplan will insgesamt das Bewusstsein für Virushepatitis und ihre Übertragungswege steigern. Dabei sind für unterschiedliche Zielgruppen unterschiedliche Maßnahmen geplant. Mehr dazu lesen Sie unter aidshilfe.de.

Neuauflage des Handbuchs "Hepatitis C und Drogengebrauch"
Zeitnah zum Welt-Hepatitis-Tag am 28. Juli ist die dritte Auflage des Handbuchs "Hepatitis C und Drogengebrauch" erschienen. Herausgeber ist das Aktionsbündnis Hepatitis und Drogengebrauch (akzept e.V., Deutsche AIDS-Hilfe, Fixpunkt e.V., Deutsche Gesellschaft für Suchtmedizin, DGS (vorm. DGDS), JES, Bundesverband der Eltern und Angehörigen für akzeptierende Drogenarbeit e.V.). Sie können das Handbuch herunterladen unter akzept.org.

Achtsamkeitsbasierte Interventionsansätze bei Suchtproblemen
Achtsamkeit wird definiert als ein offenes Bewusstsein für die gegenwärtige Erfahrung mit einer nicht wertenden, annehmenden inneren Haltung. Achtsamkeitsbasierte Interventionsansätze finden mit Begründung zunehmend Beachtung, sowohl in der Behandlung von körperlichen oder psychischen Erkrankungen, als auch im Bereich der Prävention und im Umgang mit Stress im privaten und beruflichen Leben. Personal in der Arbeit mit Drogen konsumierenden Menschen ist unter anderem durch Arbeitsverdichtung, Finanznot und dem themenbedingten Risiko von Strafverfolgung in den Einrichtungen vielfältigen Stress- und Belastungssituationen ausgesetzt. Allerdings zeigt auch das Heranführen von Hilfesuchenden an Achtsamkeitsübungen Erfolge in der Abstinenzstabilität, als dienliches Instrument in der Rückfallprophylaxe. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe bietet dazu vom 4.-6.- November 2013 ein Seminar in Münster an. Mehr dazu lesen Sie unter lwl.org.

fdr-Positionspapier "Fallmanagement Sucht"
Im Lauf des Jahres 2012 haben wissenschaftlicher Beirat und Vorstand des Fachverbandes Drogen- und Suchthilfe e.V. (fdr) die Erfahrungen aus dem Projekt „Reha-Fallmanagement“ der Rentenversicherung Rheinland-Pfalz ausgewertet und festgestellt, dass sie auf das bestehende Suchthilfesystem übertragen werden könnten. Dabei ist ein Positionspapier „Fallmanagement Sucht“ entstanden, in dem der Umbau der ambulanten Suchthilfe empfohlen wird. Mehr darüber lesen Sie unter fdr-online.info.

Veranstaltungshinweise von akzept e.v. in der zweiten Jahreshälfte 2013
Der 10. Internationale akzept-Kongress findet am 10. und 11. Oktober 2013 in Bielefeld unter Beteiligung von Horst Kruse, dem ehemaligen Polizeipräsidenten von Bielefeld, und Ruth Dreifuss, der Schweizer Alt-Bundespräsidentin, statt. Näheres lesen Sie unter akzept.org. Unter dem Titel "Drogentod ist vermeidbar!" findet am 28. November 2013 im Bürgerhaus Bornheim, Frankfurt am Main ein Naloxon Fachtag statt. Veranstalter sind die Integrative Drogenhilfe Frankfurt und akzept e.V. Das endgültige Programm ist ab Ende August unter akzeptbuero@yahoo.de abrufbar. Am 14. und 15. November 2013 findet in Frankfurt die International Conference on Drug Policy and Policing statt, zu Polizeibehörden aus Europa und den anderen Kontinenten eingeladen sind. Akzept organisiert diese Konferenz. Und am 5. und 6. Dezember 2013 finden in Frankfurt die Gefängnismedizintage 2013 statt. Das Thema ist Hepatitis und Haft. Diese Tagung richtet sich an ärztliches Personal in Justizvollzugsanstalten. Weitere Informationen erhalten Sie unter akzept.org.


STRAFVOLLZUG

Tätigkeitsbericht des NRW-Justizvollzugsbeauftragten 2012
NRW-Justizvollzugsbeauftragter Prof. Dr. Michael Walter hat den Tätigkeitsbericht 2012 an Justizminister Thomas Kutschaty übergeben. Der Bericht reflektiert unter anderem die Unterbringung Gefangener, Arbeit und Bildung, ärztliche Versorgung, den Umgang mit Post und Anträgen Gefangener sowie die künftige Bauplanung und anders mehr. Die Hinwendung des Beauftragten zur fallbezogenen Klärung in der medizinischen Versorgung wird kritisch gesehen. In seinem Tätigkeitsbericht wird die neue Verwaltungsvorschrift zum Umgang mit ansteckenden Erkrankungen als nicht überzeugend beschrieben. "Einerseits wird das Ziel, die Infektionen geheim zu halten, faktisch oft nicht erreicht werden, andererseits sind Sachverhalte vorstellbar, bei denen Mitgefangenen der konkret leistbare Schutz nicht zuteil wird." Den vollständigen Tätigkeitsbericht finden Sie unter justiz.nrw.de.

NRW: Weniger Inhaftierte in Justizvollzugs- und Jugendstrafanstalten
Ende März 2013 waren in den nordrhein-westfälischen Justizvollzugs- und Jugendstrafanstalten 14 473 Personen inhaftiert oder wurden verwahrt. Wie das statistische Landesamt mitteilt, war die Zahl der Gefangenen damit um 1,9 Prozent niedriger als im Vorjahr (2012: 14 754 Inhaftierte). 12 897 (89,1 Prozent) der Häftlinge verbüßten eine Strafe nach allgemeinem Strafrecht und 1 461 Personen (10,1 Prozent) eine Jugendstrafe. 115 Personen (0,8 Prozent) befanden sich Ende März 2013 in Sicherheitsverwahrung. Etwa jeder Vierte (4 022 Straffällige) befand sich im offenen Vollzug. Rund 75,6 Prozent der Inhaftierten (10 947) besaßen die deutsche Staatsangehörigkeit. Der Ausländeranteil war mit 24,4 Prozent um 0,5 Prozentpunkte niedriger als ein Jahr zuvor. Zitiert nach it.nrw.de.

HIV- und Hepatitis-Prävention in Haft: Keine Angst vor Spritzen
Ein Drittel aller männlichen Inhaftierten und die Hälfte der weiblichen Inhaftierten leben mit einer Suchtproblematik. Entsprechend hoch ist der Anteil an Gefangenen mit schwerwiegenden Infektionskrankheiten. Folglich stellt sich für die Organisation von Gefängnissen die Frage nach einer guten und menschenwürdigen Präventionsarbeit. Die Deutsche AIDS-Hilfe bietet anlässlich des Tags der Menschenrechte speziell zu diesem umstrittenen Thema am 10. Dezember 2013 einen Fachtag mit hochkarätiger Besetzung aus verschiedenen Ländern an. Weitere Informationen dazu lesen Sie hier (PDF-Datei).

Inhaftierte sollten höchste Priorität bei Prävention und Therapie genießen
Auch in diesem Jahr weist das Robert Koch-Institut (RKI) darauf hin, dass während Gefängnisaufenthalten das Risiko unsicheren Drogenkonsums stark erhöht ist. Ermöglicht werden sollte daher der Zugang zu sterilem Injektionsmaterial und Utensilien in Haft. Mehr zum Statusbericht des RKI lesen Sie unter aids-nrw.de.


SONSTIGES

Der nächste Newsletter erscheint am 21. August 2013
Wir freuen uns über interessante Berichte, Veranstaltungshinweise etc. Bitte senden Sie diese per E-Mail an newsletter@nrw.aidshilfe.de. Redaktionsschluss für die kommende Ausgabe ist der 19. August 2013.
Impressum | Newsletter abmelden | Newsletter anmelden