Nr. 9 vom 6 Juni 2013


Liebe Leserinnen und Leser,

am vergangenen Dienstagabend hat die Mitgliederversammlung des Kölner Lesben- und Schwulentags (KLuST), der Veranstalter des ColognePride und Träger der CSD-Parade, eindeutig für den Ausschluss der rechtspopulistischen-rechtsextremistischen Partei "Pro Köln" aus der Parade votiert. Trotz ungeklärter Rechtslage, ob ein solcher Ausschluss bei einer regulär angemeldeten Demonstration möglich ist, will der KLuST damit ein deutliches Zeichen gegen jegliche Form von Rechtspopulismus und Fremdenfeindlichkeit setzen. Die Partei steht im absoluten Widerspruch zu den Zielen und Grundwerten des KLuST und des CSD: die rechtliche Anerkennung und Gleichstellung von Lesben, Schwulen und Transgender, die Durchsetzung von Menschenrechten und die Ablehnung von Homo-, Trans- und Xenophobie.

Die Aidshilfe NRW unterstützt den KLuST in ihrem Protest. Weder beim ColognePride, noch irgendwo sonst in unserer Gesellschaft ist Platz für populistische, extremistische und antidemokratische, rassistische, nationalistische, antisemitische, frauenverachtende und gewaltverherrlichende Anschauungen und Darstellungen. Auch die Aidshilfen in Nordrhein-Westfalen plädieren für eine Gesellschaft, in der Menschen unabhängig von Geschlecht, Nationalität, ethnischer Herkunft, Religion oder Weltanschauung, Behinderung, Alter, sexueller Orientierung und Identität friedlich und einander achtend leben können.

Daher hat die Partei "Pro Köln" auf dem Kölner CSD nichts zu suchen. Die Aidshilfe NRW unterstützt jede Form friedlichen Gegenprotests und fordert sowohl die Community als auch die Bevölkerung auf, sich zu positionieren und dieser Partei und allen extremistischen Gruppierungen im Sinne der Integration, der sozialen Teilhabe und der Bildung etwas entgegen zu setzen. So wie sich "Pro Köln" an ihren bisherigen Taten und Positionen messen lassen muss, was sie als Dialogpartner auf Augenhöhe unmöglich macht, müssen auch die demokratischen Kräfte in Stadt und Land jeglichen rechtspopulistischen und rechtsextremistischen Aktionen entgegen treten.

Die Aidshilfe NRW lädt alle ein, die mit ihr eine offene Gesellschaft der Vielfalt gestalten wollen, in der CSD-Parade zu demonstrieren und den ColognePride mitzufeiern.

Dr. Guido Schlimbach | Pressesprecher


VERBAND

Ausschreibung ZSP-Beirat 2014
Gerne machen wir an dieser Stelle noch einmal auf die Beiratsausschreibung für das ZSP-Verfahren 2014 aufmerksam. Die Ausschreibung mit generellen Anmerkungen für das Verfahren des kommenden Jahres finden Sie hier (PDF-Datei). Bitte beachten Sie vor allem die Frist zur Einreichung von Vorschlägen, die dieses Mal am 14. Juni 2013 endet.

Die Aids-Hilfe Bonn ist umgezogen
Seit dem 1. Juni 2013 ist die Aids-Hilfe Bonn in neuen Räumlichkeiten zu finden. Die neue Adresse ist Obere Wilhelmstraße 29 in Bonn-Beuel. Die Anfahrt gelingt einfach mit der Straßenbahn 62 bis zur Haltestelle "Obere Wilhelmstraße", direkt an der Haltestelle befindet sich die Hausnummer 29. Vom Bahnhof Beuel ist die Aids-Hilfe Bonn fußläufig zu erreichen. Die Telefonnummer wurde beibehalten und ist weiterhin die 0228-949090. Auch der in Trägerschaft der Aids-Hilfe Bonn neu gegründete schwul-lesbische Jugendtreff GAP ist mit in die neuen Räume gezogen. Der Umzug bot den Jugendlichen die Möglichkeit, ihre Räume nach ihren Vorstellungen selber zu gestalten und so aktiv an der Entwicklung ihres Treffs mitzuwirken. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Aids-Hilfe Bonn und des Jugendtreffs GAP freuen sich, viele alte und neue Gesichter in den neuen Räumen begrüßen zu dürfen.


FRAUEN

Neue DHIVA erschienen
Die Sommer-DHIVA berichtet unter anderem über den Runden Tisch Prostitution, Nähen für die Sexualaufklärung, Aufklärung zu HIV in Schulen und Sexualassistenz für Menschen mit Einschränkungen. Außerdem über das Netzwerktreffen zu sexueller Gesundheit und mit spannenden Buchtipps. Weitere Informationen lesen Sie hier (PDF-Datei).


SCHWULE

Neu aufgelegt: "Nicht jammern, sondern klagen!"
Die Landeskoordination der Anti-Gewalt-Arbeit für Lesben und Schwule in NRW veröffentlicht eine völlig überarbeitete Fassung der Broschüre "Diskriminierungsschutz und Recht für Lesben, Schwule, Trans*". Interviews mit Christine Lüders von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, Manfred Bruns vom LSVD oder Tanja Junginger, die als lesbische Erzieherin vom katholischen Arbeitgeber entlassen wurde, zeigen auf, wo es aktuell im Thema brennt. Weitere Informationen lesen Sie hier (PDF-Datei).


YOUTHWORK

Für eine Kindheit und Jugend ohne Transphobie
Am 17. April 2013 fand der Fachaustausch "Für eine Kindheit und Jugend ohne Transphobie" des Projekts "Schule der Vielfalt – Schule ohne Homophobie" in Bochum statt. Der Fachaustausch hatte das Ziel, das Thema für Schule, Jugendhilfe und (Schul-)Verwaltung aufzugreifen, um Perspektiven für die Unterstützung und Begleitung von Kindern, Jugendlichen und Familien, die das Thema betrifft, zu entwickeln. Neben den Projektpartnern von Schule der Vielfalt wurde der Fachaustausch in Kooperation mit der Stadt Bochum durchgeführt. Einen Bericht lesen Sie unter schule-der-vielfalt.de.


DROGEN

NRW-Justizminister fordert bundesweit einheitliche Grenzwerte für die Straffreiheit beim Besitz der Droge Cannabis zum Eigenkonsum
"Wir müssen den Kreislauf aus Drogensucht und Kriminalität möglichst schnell durchbrechen. Hierbei hilft eine strafrechtliche Verurteilung überhaupt nicht", so NRW-Justizminister Thomas Kutschaty. Die Innenministerkonferenz hatte sich Ende Mai nicht auf eine bundesweit einheitliche Straffreiheitsgrenze verständigen können. Die Justizministerinnen und Justizminister treffen sich dazu im Juni. Die bayerische Polizei bringt jeden Aufgriff von Betäubungsmitteln zur Anzeige. In NRW wurden 2011 knapp 20.000 entsprechende Verfahren wegen Geringfügigkeit eingestellt. Einen aussagekräftigen Artikel lesen sie unter derwesten.de.

Bundesweiter Apell: "Bitte substituieren Sie!" 
Der Mangel an Ärztinnen und Ärzten wird aktuell verschiedentlich diskutiert. So besteht ein erhebliches Defizite an Versorgung im ländlichen Bereich. Ganz besonders ist der drohende Versorgungsengpass bei opiatabhängigen Patientinnen und Patienten in der Substitutionstherapie. Daher tritt nun ein außergewöhnlich breites Bündnis aus Fachwelt und Politik im "Initiativkreis Substitutionstherapie" an Ärztinnen und Ärzte heran, um sie für die Behandlung heroinabhängiger Menschen mit Ersatzstoffen zu gewinnen. Unterstützung erhält die Kampagne unter anderem von der Bundesärztekammer und der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans. Weitere Informationen und Kampagnenmaterial finden Sie unter bitte-substituieren-sie.de.

Drogen-und Suchtbericht der Bundesregierung erschienen
Gute Nachrichten aus dem Bericht der Bundesdrogenbeauftragten 2012: Rauchen und Alkoholkonsum bei Jugendlichen ist weiter rückläufig! Ein Indiz für die positive Wirkung des Suchthilfesystems in Deutschland. Das gelte es zu erhalten und auszubauen, damit sich der Trend fortsetze. Auch mehr Forschung, um weiter auf aktuelle Entwicklungen reagieren zu können, so fordert Mechthild Dyckmans im Zusammenhang mit der Vorstellung des Drogen-und Suchtbericht der Bundesregierung. Als erfolgreiche Beispiele werden verschiedene Projekte und Aktivitäten aus NRW vorgestellt. Unter anderem "test it" der Aidshilfe Wuppertal und der "Beipackzettel – Safer-Use-Infos in Spritzenschachteln" von VISION aus Köln. Interessant ist ferner der Beitrag zu "TransVe"“ mit dem Ziel, eine kultursensible Suchthilfe zu entwickeln. Den kompletten Bericht und die Pressemitteilug der Bundesdrogenbeauftragten dazu finden Sie unter drogenbeauftragte.de.


STRAFVOLLZUG

Jung, straffällig und gefährdet: Prävention im Jugendarrest
Wer im Jugendarrest landet, hat oft beachtliche kriminelle Auffälligkeiten hinter sich und ein Leben, das häufig von Armut, Drogen und Alkoholmissbrauch, von Arbeitslosigkeit, Bildungsmangel und Obdachlosigkeit geprägt ist. Damit die Arrestzeit von den Jugendlichen nicht einfach nur stumpf abgesessen wird, sondern genutzt werden kann, wurde in Berlin das "Modulare Kompetenztraining" eingerichtet. Seit 2006 führt die Berliner Aids-Hilfe in diesem Rahmen ein Angebot zum Themenkomplex Sexualität, HIV und andere sexuell übertragbare Infektionen durch. Ein Interview mit dem zuständigen Mitarbeitern lesen Sie unter blog.aidshilfe.de. Als vertiefende Lektüre empfehlen wir die Studie zum Thema "Man gewöhnt sich an alles …" unter aidshilfe.de.


SONSTIGES

Qualitätsoffensive zur HIV-Prävention
Am 5. Juni 2013 startete das EU-Projekt "Quality Action" mit einer Auftaktveranstaltung in Berlin. Akteure der HIV-Prävention werden ausgebildet, um die Anwendung praktischer Instrumente zur Qualitätsentwicklung vor Ort zu unterstützen. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung leitet das Projekt, in dem 18 EU-Mitgliedsstaaten kooperieren. Mehr lesen Sie unter aids-nrw.de.

Stellenausschreibung der aidshilfe dortmund
Für ihre Geschäftsstelle sucht die aidshilfe dortmund eine Verwaltungsfachkraft für 20 bis 24 Stunden in der Woche. Zu den Aufgaben gehören unter anderem die allgemeine Verwaltung, die Buchführung sowie die Mitarbeit bei Fundraising und Öffentlichkeitsarbeit. Die Bewerbungsfrist endet am 21. Juni 2013. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte der Ausschreibung (PDF-Datei).

Sexualpädagogische Stellenbörse des Instituts für Sexualpädagogik (isp) 
Die Stellenbörse des isp ist ein neuer kostenloser Service im Berufsfeld Sexualpädagogik und sexueller Bildung. Auf isp-dortmund.de werden im Servicebereich bundesweite Stellenausschreibungen von Einrichtungen, die Fachkräfte mit sexualpädagogischer Qualifikation suchen, veröffentlicht. Stellenausschreibung können dem isp über das Kontaktformular auf der Homepage oder per Mail (mit Datei oder Link) an stellenboerse@isp-dortmund.de zugesandt werden.

Der nächste Newsletter erscheint am 19. Juni 2013
Wir freuen uns über interessante Berichte, Veranstaltungshinweise etc. Bitte senden Sie diese per E-Mail an newsletter@nrw.aidshilfe.de. Redaktionsschluss für die kommende Ausgabe ist der 17. Juni 2013.
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