Mai 2013
Liebe Leserinnen und Leser!
In diesen Wochen feiert unsere Kollegin Annette Ritter ihr 25-jähriges Dienstjubiläum bei der Aids-Hilfe Münster. Als Youthwork-Mitarbeiterin gestartet, widmete sie sich im Laufe der Jahre den Drogen gebrauchenden Menschen mit HIV. Auf ihre Initiative hin wurde die Aids-Hilfe Münster zur ersten Einrichtung in der Stadt, die eine Polamidonvergabe an Wochenenden und Feiertagen durchführen konnte. Auch die Frauensprechstunde in der HIV-Ambulanz der Uniklinik wurde von ihr initiiert. Gemeinsam mit ihren westfälischen Kolleginnen brachte sie das Vernetzungstreffen für positive Frauen "Ariadne" auf den Weg. Für uns XXelle-Frauen ist Annette nicht nur eine anerkannte Kollegin, sie ist uns auch als Mensch sehr ans Herz gewachsen und wir haben ihr viel zu danken. Liebe Annette, herzlichen Dank für Deine Energie, Deinen unermüdlichen Einsatz und Dein Engagement für XXelle. Herzlichen Glückwunsch zu 25 Jahren Tätigkeit für die Aids-Hilfe Münster.

Viel Spaß beim Lesen des Newsletters!
Petra Hielscher
Frauen und Aids
Aidshilfe NRW e.V.


A K T U E L L E S

XXelle LIVE 2013 in Dortmund
Am 27. April fand zum dritten Mal XXelle LIVE, die Fachtagung Frauen und HIV, statt. Erneut lud die Landesarbeitsgemeinschaft Frauen & Aids in Kooperation mit der Aidshilfe NRW e. V. zu einer ganztägigen Veranstaltung ein. Über 50 interessierte Frauen sowie einige Männer nahmen das Angebot im Jugendgästehaus in Dortmund wahr. Über den Tag wurden drei Themenschwerpunkte aus dem Zusammenhang Frauen und HIV vorgetragen und kontrovers diskutiert.
So wurde das Thema Sexualität im Zusammenhang mit Kriminalisierung und Schuld behandelt. (Wann) kann überhaupt von dem Tatbestand einer Körperverletzung gesprochen werden oder findet hier eine unangebrachte Vermischung von Strafrecht und Moral statt? Und was macht der Staat im Schlafzimmer? So lauteten zwei der Fragen, denen die Frauen nachgingen.
"Partnerschaft und HIV" war der Untertitel des zweiten Themenkomplexes, zu welchem vorab ein Film gezeigt wurde. Selbstakzeptanz und Selbstbestimmtheit, so fanden die Frauen im Workshop heraus, sind wesentliche erste Voraussetzungen für eine Partnerschaft, in der sich beide auf Augenhöhe begegnen können, ob mit und ohne HIV. Kulturspezifische Hintergründe fanden ebenso Eingang in die Diskussion wie weibliches Rollenverhalten und persönliche Ängste.
Im dritten Themenschwerpunkt widmeten sich Referentin, Moderatorin und Teilnehmerinnen und Teilnehmer dem Wandel der gegenseitigen Bilder von beratenden und Rat suchenden Personen. Die Behandelbarkeit der Infektion hat sich geändert und damit auch das Leben mit HIV und die Anforderungen an die Aidshilfen. So stellte sich heraus, dass die Haltung der Beraterinnen und Berater eine zunehmend wichtige Rolle spielt und ständig hinterfragt werden sollte.
In der Abschlussrunde wurde gemeinsam mit dem Publikum der Frage nachgegangen, wo und wie Frauen ihren Platz in Aidshilfen sehen. In diesem Zusammenhang wurde auch bemerkt, dass Motive mit Frauen heute in den Plakatkampagnen immer leichter zu finden sind. Die öffentliche Präsenz von Menschen aus allen Lebenslagen in HIV-Zusammenhängen führt langfristig auch zu einer anderen Wahrnehmung und Akzeptanz in der Gesellschaft. Frauen tragen sowohl als Beraterinnen als auch als Ratsuchende zur Vielfalt in den Aidshilfen bei und sorgen damit in Kombination mit den Männern erst für den notwendigen Blick aus allen Richtungen.
Die Dokumentation von XXelle LIVE 2013 erscheint nach der Sommerpause.


P O L I T I K

Minister Guntram Schneider besucht Aidshilfe NRW in Köln
Der Minister für Arbeit, Integration und Soziales, Guntram Schneider, besuchte am 2. Mai 2013 die Landesgeschäftsstelle der Aidshilfe NRW und die Aidshilfe Köln. Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei). Ein Foto vom Gespräch in der Landesgeschäftsstelle finden Sie hier (JPG-Datei), ein weiteres vor der Aidshilfe Köln hier (JPG-Datei) (von links nach rechts Peter Struck, Heidi Eichenbrenner, Arne Kayser, Martin Wickert, Reinhard Klenke, Guntram Schneider, Patrik Maas, Mitarbeiter Armin von HIVissimo, Elfi Scho-Antwerpes sowie Olaf Lonczewski).

Ehrenamtspreis „merk|würdig“ der Aidshilfe NRW
Der Landesvorstand der Aidshilfe NRW hat auch in diesem Jahr wieder verdiente Ehrenamtliche ausgezeichnet. Die Pressemappe zum Jahresempfang unseres Verbands und zur Preisverleihung von "merk|würdig" an Ronny Heintze und Manfred Müller finden Sie hier (PDF-Datei), den Bericht zur Preisverleihung hier (PDF-Datei). Bilder vom Empfang finden Sie unter nrw.aidshilfe.de.

Jahresbericht der Aidshilfe NRW 2012
Anlässlich des Jahresempfangs Ende April erschien der Jahresbericht des Landesverbands. Hier finden Sie auch Berichte über unsere Zukunftswerkstatt, XXelle Plus und die Beteiligung an der Hebammentagung. Außerdem lesen Sie einen Bericht über die Tätigkeit von Petra Hielscher als Landeskoordinatorin im Projekt Aids, Kinder und Jugendliche. Den Jahresbericht der Aidshilfe NRW finden Sie hier (PDF-Datei).

30 Jahre Blutskandal – Ein Aufruf gegen das Vergessen
Im Mai 2013 jährt sich die Entdeckung des HI-Virus zum dreißigsten Mal. Dieses "Jubiläum" hat auch für viele Hämophile eine besondere Bedeutung, wurden doch damals viele von ihnen über einen kontaminierten Gerinnungsfaktor infiziert. Viele Hämophile sind an den Folgen von Aids gestorben, andere leben mit HIV und kämpfen weiter für eine angemessene Entschädigung. Inzwischen hat sich eine neue Initiative gegründet, die sich auf diesem Gebiet engagiert. Weitere Informationen finden Sie unter robinblood.org.


G E S U N D H E I T

Arbeitsgemeinschaft AIDS-Prävention NRW: Empfehlungen zur HIV-Prävention vor dem Hintergrund der Entwicklung der Syphilis in Nordrhein-Westfalen
Im Jahr 2011 ist die Zahl der Syphilis-Meldungen aus NRW an das Robert-Koch-Institut im Vergleich zu 2010 um 21 Prozent angestiegen. Die Inzidenz 2011 lag über dem Bundestrend. Im Jahr 2012 erfolgte eine weitere Zunahme der Meldungen. Mit den "Empfehlungen zur HIV-Prävention vor dem Hintergrund der Entwicklung der Syphilis in Nordrhein-Westfalen" will die Arbeitsgemeinschaft AIDS-Prävention NRW die Akteurinnen und Akteure der HIV-Prävention in der Freien Trägerschaft und im Öffentlichen Gesundheitsdienst auf diese Entwicklung aufmerksam machen und eine Orientierung für Prävention, Beratung, Testung und Untersuchung bieten. Sie finden die Empfehlungen unter aids-nrw.de.

HIV-Therapie: Normale Geburt statt Kaiserschnitt
In einem Artikel des Deutschen Ärzteblatts betonen Wissenschaftler, dass derzeit keine Möglichkeiten bestehen, HIV aus dem Körper zu verdrängen (DÄ 11/2013: "Voreilige Euphorie" von Vera Zylka-Menhorn und Rüdiger Meyer - PDF-Datei). Dazu erschien nun ein Leserbrief, der kritisiert, dass die Autoren die derzeit übliche Strategie zur Reduktion des Übertragungsrisikos in ihrem Artikel nur in einem Nebensatz streifen. Den Leserbrief lesen Sie hier (PDF-Datei).

HIV und Schwangerschaftsverhütung
Aidsmap.com hat einen hervorragend gemachten interaktiven Fragebogen in englischer Sprache für Frauen mit HIV zum Thema "Verhütung" ins Netz gestellt. Nach Beantwortung einiger Fragen zur Therapie und besonderen Wünschen für die eigene Verhütung wird ein persönlicher "Guide" mit vielen Informationen zum Download zur Verfügung gestellt. Das Tool finden Sie unter aidsmap.com.


T E R M I N E  /  F O R T B I L D U N G E N

5. Juni 2013
Fachtagung HIV und Familie in Köln
Die Landeskoordination Aids, Kinder und Jugendliche der Aidshilfe NRW lädt ein zur Fachveranstaltung HIV und Familie am 5. Juni 2013 von 11.00 bis 17.00 Uhr in die Räumlichkeiten der Aidshilfe NRW ein. Als Referentin ist Inke Jäger eingeladen, Diplom-Sozialarbeiterin und Supervisorin (DGSv) mit langjährige Erfahrung in der psychosozialen Beratung von Kindern und Jugendlichen mit HIV. Sie war Mitarbeiterin der Uniklinik Frankfurt und aktives Mitglied der Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder und Jugendliche im Umfeld von HIV und Aids (BAG). Weitere Informationen zur Fachtagung und zur Anmeldung finden Sie hier (PDF-Datei).

12. Juni 2013
Frauen und HIV: zielgruppenorientiertaufklären - Testbereitschaft fördern - Spätdiagnosen vermeiden
Im Rahmen des Deutsch-Österreichischen Aids-Kongresses in Innsbruck findet mittwochs um 14.30 Uhr ein "All Around Women Special"-Workshop statt. In dem interdisziplinär angelegten Workshop soll der aktuelle Forschungs- und Diskussionsstand hinsichtlich der Herausforderungen aufgezeigt werden, die sich im Rahmen der frauenspezifischen HIV-Prävention und der Vermeidung von Spätdiagnosen stellen. Vertreterinnen aus Deutschland und Österreich werden Forschungsergebnisse und Präventionsansätze vorstellen, die anschließend im Plenum diskutiert werden sollen. Alle weiteren Infos zum Kongress finden Sie unter doeak.com.

13. Juni 2013
"Ich will sein, wer ich bin! Sexuelle Vielfalt als wertvolle Verunsicherung"
Aufklärung und Sexualität sind in der Regel im Alltag von Kindern fest verankert. Jedoch wachsen sie nach wie vor mit dem Mythos der Zweigeschlechtlichkeit und der Norm der Heterosexualität auf. Die Wahrnehmung und Anerkennung unterschiedlicher sexueller und geschlechtlicher Orientierungen und Identitäten ist dringend nötig. Im Querschnitt der pädagogischen Praxis haben Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transsexuelle, Transgender und Intersexuelle (LSBTTI) bislang kaum einen Platz gefunden oder Wertschätzung erfahren. Manchmal fehlt es auch an Wissen über und Bewusstsein für die Realitäten und die Potenziale geschlechtlicher Vielfalt. Hier setzt diese Fachtagung an und vermittelt Informationen, Praxisansätze und Kontakte in NRW zum Thema. Weitere Informationen zur Fachtagung und zur Anmeldung finden Sie hier (PDF-Datei).

21. bis 23. Juni 2013
Bundesweites Treffen für Jugendliche mit HIV
In Kooperation mit der Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder und Jugendliche im Umfeld von HIV und Aids veranstaltet die Deutsche AIDS-Hilfe in diesem Jahr erstmalig ein bundesweites Treffen für Jugendliche mit HIV. Dieses Treffen knüpft an die erfolgreiche Veranstaltung für Jugendliche bei den Positiven Begegnungen in Wolfsburg im Jahr 2012 an. Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).

13. Juni 2013
Vorsorgevollmacht – Betreuungsverfügung-Patientenverfügung
Niemand ist davor geschützt, durch die Folgen einer Krankheit, eines Unfalls oder des Älterwerdens seine persönliche Handlungs- und Entscheidungsfähigkeit zu verlieren. Im Rahmen sog. Vorausverfügungen können die Richtlinien für spätere Lebensentscheidungen heute schon bestimmt und eine Person benannt werden, die stellvertretend handeln kann. Die Veranstaltung der aidshilfe dortmund informiert über die Möglichkeiten, wie heute schon wichtige Dinge für später geregelt werden können. Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).


12. bis 14. Juni 2013
"Abbau von Diskriminierung im Medizin und Gesundheitssystem sowie in Sportvereinen"
Menschen mit HIV müssen regelmäßig zum Arzt, haben einen besonderen Vorsorgebedarf und man empfiehlt ihnen viel Bewegung und Sport. Allerdings ist das Forschungsprojekt "Positive Stimmen" zu einem erschreckenden Ergebnis gekommen. Selbst Ärzte und medizinisches Personal, die es eigentlich besser wissen müssten, lassen sich von unbegründeten Ängsten leiten und diskriminieren ihre HIV-positiven Patienten. So wurde jedem/jeder fünften in der Studie Befragten schon einmal eine medizinische Behandlung verweigert. Die Themenwerkstatt beschäftigt sich damit, wie gemeinsam auf lokaler und bundesweiter Ebene Diskriminierungen im Gesundheitssystem und in Sportvereinen entgegengetreten werden kann. Weitere Informationen zur Fachtagung und zur Anmeldung finden Sie hier (PDF-Datei).

6. bis 8. September 2013
III. Treffen des Netzwerks Frauen und Aids
Diese Fortbildung dient dazu, sich über Neues und Wichtiges rund um das Thema "Frauen und Aids" zu informieren, politisch zu arbeiten und Erfahrungen über die Netzwerkarbeit auszutauschen. Zugleich ermöglicht sie themenzentriertes Arbeiten mit Frauen, die gleiche Interessen oder eine ähnliche Lebensgeschichte haben. Solche Arbeitsgemeinschaften gibt es z.B. zu den Themen Migration, Internationales und Familie. Weitere Informationen und das Anmeldeformular finden Sie hier (PDF-Datei).

1. bis 3. November 2013
HIV-positive Frauen und Studien – mit uns und für uns!
Frauenspezifische Forschungsansätze sind besonders im HIV/Aids-Bereich unterrepräsentiert. Dies betrifft sowohl die medizinische als auch die psychosoziale Forschung. Gerade durch den Wandel der HIV-Infektion und ihre zunehmend gute Behandelbarkeit sind frauenspezifische Ansätze wichtiger denn je. In diesem Seminar sollen neueste Forschungsergebnisse vorgestellt werden. Weitere Informationen und das Anmeldeformular finden Sie hier (PDF-Datei).

8. und 9. November
"Forschung zur Sexarbeit und STI-Forschung"
Der Fachtag widmet sich aktuellen Themen aus zwei spannenden Bereichen: zum einen dem Thema Sexarbeit und sexuelle Gesundheit und zum anderen der Grundlagenforschung zu STI (sexual transmitted infection). Veranstalter sind die DSTIG-Sektionen "Sexuelle Gesundheit" und "STI-Forschung". Weitere Informationen erhalten Sie hier (PDF-Datei).


S O N S T I G E S

Der nächste Newsletter erscheint im Juni 2012.
Ich freue mich über interessante Berichte, Veranstaltungshinweise etc. Bitte senden Sie diese bis zum 10. Juni per Mail an Petra Hielscher.
 
 
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