Nr. 5 vom 27. März 2013
Liebe Leserinnen und Leser,

eine Reihe von Ihnen erinnert sich sicher an unseren Jahresempfang 2012. Zwei Wochen zuvor hatte sich der Landtag aufgelöst. In Anwesenheit zahlreicher Landespolitikerinnen und Landespolitiker aller Fraktionen kündigte Justizminister Kutschaty die Aufhebung des sogenannten „Zwangsoutings“ an und zwei Abgeordnete des (aufgelösten) Landtags hielten die Laudatio auf die "merk|würdig"-Preisträger und die Preisträgerin. Auch in diesem Jahr hoffen wir auf ein volles Haus, wenn Rudolf Henke, Mitglied des Bundestags, Vorsitzender des Marburger Bundes und der Ärztekammer Nordrhein und Kuratoriumsmitglied der Aidshilfe NRW, über die Diskriminierung der Menschen mit HIV im Gesundheitswesen sprechen wird. Und auch die Landtagspräsidentin und ein weiterer Abgeordneter lassen es sich nicht nehmen, unsere beiden diesjährigen Ehrenamtspreisträger zu loben. Einlagen des Kabarettisten Nicolas Evertsbusch runden das Programm ab, vor und nach dem reichlich Gelegenheit für persönliche Gespräche und fachlichen Austausch sein wird. Sie alle sind uns herzlich willkommen, die Einladung zum Empfang finden Sie hier (PDF-Datei), wie immer bitten wir um eine kurze Anmeldung unter empfang@nrw.aidshilfe.de. Ihnen alle wünschen wir fröhliche Feier- und hoffentlich erste Frühlingstage!

Dr. Guido Schlimbach | Pressesprecher


Öffentlichkeitsarbeit

Ärzte ohne Grenzen fordern: Hände weg von Generika
Noch im April könnte das seit 2007 zwischen der Europäischen Kommission und Indien hinter verschlossenen Türen ausgehandelte Freihandelsabkommen verabschiedet werden – mit weitreichenden Konsequenzen für die Versorgung von Menschen aus Entwicklungs- und Schwellenländern mit bezahlbaren Medikamenten. In einem Gastbeitrag auf dem Blog der Deutschen AIDS-Hilfe beschreibt Peter Wiessner die problematischen Aspekte des Deals und den Druck, dem die indische Regierung momentan ausgesetzt ist. Den Block lesen Sie unter blog.aidshilfe.de.


Verband

Ausschreibung ZSP-Projektbeirat 2014
Wie von der Mitgliederversammlung der Aidshilfe NRW am 17. Juli 2004 beschlossen, wird im Rahmen der Vergabe der Landesmittel im Bereich der "Zielgruppenspezifischen Prävention, Beratung und Betreuung" ein Projektbeirat eingerichtet, der den Landesvorstand fachlich berät und ihm eine Empfehlung für die Beschlussfassung zum Rahmenantrag an das Land vorlegt. Für das Antragsverfahren 2014 wird die Besetzung des Projektbeirats neu ausgeschrieben. Nähere Informationen lesen Sie hier (PDF-Datei).


Frauen und Aids

Fachtagung XXelle LIVE in Dortmund
Die Landesarbeitsgemeinschaft Frauen und Aids in NRW veranstaltet in Zusammenarbeit mit der Aidshilfe NRW zum dritten Mal die Fachtagung "XXelleLIVE". Im Jugendgästehaus Dortmund widmen sich Expertinnen und Experten einen Tag lang dem Themenkomplex Frauen und HIV und wollen darüber mit der Politik in den Dialog treten. Weitere Infos und die Anmeldung finden Sie hier (PDF-Datei).

Neue DHIVA erschienen
Die Frühlings-DHIVA berichtet unter anderem über Frauen mit HIV in Kasachstan, den Fachtag Psychotherapie und HIV, die Eindrücke von einem Marathon und eine Reise nach Mali. Weitere Informationen lesen Sie hier (PDF-Datei).


Aids, Kinder und Jugendliche

Bundesweites Treffen für Jugendliche mit HIV
Das Treffen wird in Kooperation von Deutscher AIDS-Hilfe und BAG "Kinder im Umfeld von HIV/AIDS" durchgeführt. Es richtet sich an Mädchen und Jungen von 14 bis 19 Jahren, die über ihre HIV-Infektion informiert sind. Hier können sie andere Jugendliche kennen lernen und neue Kontakte knüpfen. Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).


Schwule Prävention

Dem Ehrenamt die Krone aufsetzen!
Flankierend zur bundesweiten IWWIT-Kampagne, die mit dem Schwerpunktthema Ehrenamt zur CSD-Saison 2013 unterstützend auftritt, möchten Herzenslust den Ehrenamtlichen vor Ort einen besonderen Auftritt verschaffen. Pünktlich zum Start der landesweiten CSD-Veranstaltungen in ganz NRW stellt Herzenslust kleine aber feine Krönchen in „Herzenslust -Magenta“ zur Verfügung. Eine größerer Krone für jede Gruppe, die einem besonders engagierten Ehrenamtlichen auf der CSD-Bühne, beim Polittalk oder anderen öffentlichen Veranstaltungen überreicht werden soll. Mehrere kleine Krönchen, die natürlich auch für alle anderen Engagierten aus der Gruppe gedacht sind. Kriterien für die Überreichung der Kronen können beispielsweise Kontinuität oder Kreativität im persönlichen Engagement sein. Auf der nächsten Landesarbeitsgemeinschaft Herzenslust am 13. April 2013 in Essen wird diese Idee vorgestellt.


Drogen

"Das Recht muss der Wissenschaft folgen" – zur aktuellen Substitutionsvergabepraxis
Das in der Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung (BtMVV) festgeschriebene Abstinenzparadigma entspricht nicht mehr den internationalen Behandlungsstandards, die Opiatabhängigkeit als chronische Erkrankung einstufen. Die Bestrafung der Überlassung eines Betäubungsmittels ist sowohl für die palliativmedizinische Versorgung als auch die substitutionsgestützte Behandlung Opiatabhängiger zu revidieren. Die ärztliche Versorgung hat sich nicht nach der BtMVV, sondern den Bestimmungen  Landesärztekammern zu richten. Eine entsprechende Reform der BtMVV-Substitutionsparagraphen wird sich allerdings nicht in der aktuellen Legislaturperiode abschließend beraten lassen. Lesen Sie mehr dazu unter dgsuchtmedizin.de.

Abrüstung im Drogenkrieg auch in Deutschland denkbar?
Wie hierzulande "Abrüstung im Drogenkrieg" aussehen kann, hat vor 25 Jahren die nordrhein-westfälische Landesregierung gezeigt, als sie die ersten Substitutionsbehandlungen für Heroinabhängige zuließ. Aus dem Pilotprojekt ist die anerkannte Behandlungsform geworden. Alte Behauptungen, Substitution bewirke eine grenzenlose Ausweitung des Heroinkonsums und verhindere Therapien, sind inzwischen wiederlegt. Unterdessen wird in Fachkreisen längst über weitere Schritte gesprochen, wie jüngste Veröffentlichungen im 'Spiegel' zeigten. Der aktuelle internetgestützte Rundbrief der Deutschen Gesellschaft für Suchtmedizin Nr. 72 vom März 2013 widmet sich im Leitartikel dieser Perspektive: mehr politischer Pragmatismus, damit die Prinzipien der Schadensminderung auch im Umgang mit illegalen Drogen das gesellschaftliche Handeln bestimmen. Mehr lesen Sie unter dgsuchtmedizin.de.

Konzept zur medizinischen Suchtnachsorge
Die Deutsche Rentenversicherung und die Gesetzliche Krankenversicherung haben sich auf ein Gemeinsames Rahmenkonzept zur Suchtnachsorge verständigt. Dieses definiert die erforderlichen Nachsorgeleistungen im Anschluss an eine Entwöhnungsbehandlung und grenzt sie von anderen Rehabilitationsleistungen ab. Es beschreibt die Inhalte und Themen der Nachsorge. Ferner enthält es qualitative Anforderungen an die Nachsorgeeinrichtungen und beschreibt die Einleitung und Durchführung der Nachsorge. Es wird zukünftig möglich, dass Suchtberatungsstellen, aber auch andere Suchthilfeträger mit den entsprechenden Erfahrungen in der medizinischen Rehabilitation, Nachsorge anbieten dürfen. Das Konzept beschreibt die genauen Anforderungen und Bedingungen die erfüllt sein. Näheres dazu lesen Sie unter deutsche-rentenversicherung.de. Für Rückfragen steht Ruth Steffens in der Landesgeschäftsstelle zur Verfügung.

Seminarhinweis: Sucht im Kontext Jugendhilfe
Das LWL-Bildungszentrum Jugendhof Vlotho bietet vom 24. bis 26. Juni 2013 ein Sucht-Seminar zur Haltung und für Handlungsstrategien bei Jugendlichen aus systemischer Sicht an. In der Regel ist nicht nur das eine Familienmitglied betroffen, das auf problematische Weise Suchtmittel konsumiert, sondern das gesamte Familiensystem mehr oder weniger stark in die Problematik einbezogen. Folgerichtig ist es sinnvoll in der professionellen Arbeit nicht nur den sogenannten "Indexpatienten" zu fokussieren, sondern alle Familienmitglieder. Näheres zum Seminarangebote lesen Sie hier (PDF-Datei). Weitere Tagungen zur Kooperation zwischen Jugend- und Suchthilfe finden im Laufe des Jahres statt. Diese Fachtagungen werden regional für die Bereiche Ost-Westfalen in Detmold, für Südwestfalen in Soest und für das Münsterland/nördliches Ruhrgebiet in Gelsenkirchen mit lokalen Kooperationspartnern durchgeführt. Auskunft erteilt Jörg Körner.


Strafvollzug

Sommerblut 2013 im Klingelpütz, der Justizvollzugsanstalt in Köln
Erstmals kooperiert das Kulturfestival Sommerblut mit der Justizvollzugsanstalt Köln-Ossendorf. Gefangene studieren dort das Theaterstück "Ikaria" ein. Das Bühnenspiel "um Menschen, die sich nicht an Vereinbarungen gehalten haben und deshalb abstürzen", wird im ehemaligen Kinosaal des Gefängnisses aufgeführt. Der Schwerpunkt des Sommerblut Kulturfestivals 2013 ist das Thema Flucht. 73 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht aus ihrem Heimatland. Viele fliehen vor allem wegen bewaffneten Konflikten und Naturkatastrophen von ihrem Heimatort. 77.651 Menschen haben in Deutschland um Asyl gebeten. Rund 14.000 Flüchtlinge wurden NRW zugewiesen, darunter zahlreiche unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Das brisante Thema Flucht wird daher in den verschiedensten Ausdrucksformen der Kunst aufgegriffen und über alle Genregrenzen hinweg dargestellt, erstmals eben auch im Gefängnis. Näheres dazu lesen Sie hier (PDF-Datei).


Sonstiges

Stellungnahme der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege NRW zum Leistungsbeginn Wohnhilfen
Im Oktober 2012 hatte das Sozialgericht Gelsenkirchen die Rechtsauffassung des LWL revidiert, nach der das Einsetzen der Hilfeleistungen grundsätzlich erst nach der Hilfeplankonferenz erfolgt und nur in Ausnahmen und sogenannten Eilfällen ein früheres Einsetzen möglich ist. Nach Kenntnisnahme der Urteilsbegründung hatte der LWL Anfang Dezember in einem Rundschreiben allerdings bekräftigt, an seiner Rechtsauffassung festzuhalten. Die LAG FW hat nun eine rechtliche Bewertung der Sachlage verfasst und diese in den relevanten Arbeitsausschüssen abgestimmt. Näheres dazu lesen Sie hier (PDF-Datei).

Stellenausschreibung
Die Schwule Initiative für Pflege und Soziales (SchwIPS e.V.) sucht zum 1. April 2013 oder zum frühestmöglichen späteren Zeitpunkt eine/n Sozialarbeiter/in oder Sozialpädagogen/in für den Fachbereich ambulantes betreutes Wohnen sowie Psychosoziale Beratung und Betreuung HIV-positiver und an Aids erkrankter Menschen. Einzelheiten lesen Sie hier (PDF-Datei).

Der nächste Newsletter erscheint am 11. April 2013
Wir freuen uns über interessante Berichte, Veranstaltungshinweise etc. Bitte senden Sie diese per E-Mail an newsletter@nrw.aidshilfe.de. Redaktionsschluss für die kommende Ausgabe ist der 9. April 2013.
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