Nr. 1 vom 16. Januar 2013
Liebe Leserinnen und Leser,

mit Beginn des neuen Jahres präsentiert sich unser Verband in einem neuen Erscheinungsbild. Klarheit und Transparenz sind die zugrunde liegenden Gedanken bei der Erstellung des neuen Logos und des gesamten Corporate Designs. Beides spiegelt unser Leitbild wider, das wir 2012 aktualisiert haben. Wir treten für den selbstverständlichen Umgang mit HIV-positiven Menschen und den von HIV besonders betroffenen Gruppen in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens ein. Weder die Aidserkrankung noch die HIV-Infektion stehen dabei im Mittelpunkt, sondern ein Klima von Offenheit und Akzeptanz. Dies ist Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche HIV-Prävention und vollständige gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit HIV. Der leuchtend-orange Punkt, der das Aidshilfe-A noch einmal klarer und deutlicher in den Vordergrund rückt, sowie die schnörkellose Schrift verdeutlichen die Klarheit und Transparenz vor dem Hintergrund der Parteilichkeit für Menschen mit HIV und die gesellschaftlichen Gruppen, für die HIV eine besondere Relevanz hat. Die veränderte Schreibweise von AIDS-Hilfe zu Aidshilfe soll auch nach außen hin deutlich machen, dass für uns heute das Leben mit HIV im Mittelpunkt unserer Arbeit steht und dass wir dabei unsere Erfahrung aus 30 Jahren bewahren.

Dr. Guido Schlimbach | Pressesprecher



Öffentlichkeitsarbeit

Neue Domain der AIDS-Hilfe im Kreis Unna e.V.
Die Aidshilfe in Unna hat ihre Domain gewechselt und seit Ende letzten Jahres eine neue Internetpräsenz. Der Wechsel fand im Rahmen des von der DAH geförderten Pilotprojektes zur Verbesserung der Qualität der Online-Arbeit statt. Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).


Frauen und HIV

Save the date: Fachtagung am 27. April 2013
2013 findet in Dortmund die 3. Fachtagung "XXelleLIVE" der LAG Frauen und Aids in NRW statt. Weitere Informationen finden Sie ab Februar unter xxelleLIVE.de.



Schwule Prävention

Aidshilfe, Wissenschaft und Krankenkasse ziehen an einem Strang
Gesundheitsbezogene Selbsthilfe kann in vielfältiger und wirksamer Weise die professionellen Angebote der Prävention und Gesundheitsversorgung ergänzen. Dies gehört auch seit 30 Jahren zum Selbstverständnis der Arbeit der Aidshilfen in Deutschland. Zur Stärkung dieses Gedankens und zur Fokussierung auf die HIV-Prävention haben die Aidshilfe NRW und die BARMER GEK ein gemeinsames und bislang bundesweit einmaliges Modellprojekt ins Leben gerufen, welches von der Universität Duisburg-Essen wissenschaftlich begleitet wird. Die BARMER GEK fördert das Projekt und den zusätzlichen Aufwand der Datenerhebung im Rahmen der gesetzlichen Selbsthilfe. Das Projekt startete am 1. Januar 2013 und dauert bis 31. Dezember 2015. Der Vertrag wurde gestern von den Landesgeschäftsführern der BARMER GEK und der Aidshilfe NRW, Heiner Beckmann und Patrik Maas, im Beisein von Elfi Scho-Antwerpes unterzeichnet. Die Presseinformation lesen Sie hier (PDF-Datei). Zeitnah berichteten heute der Kölner Stadtanzeiger (PDF-Datei) und die Kölnische Rundschau (PDF-Datei).


Drogen

Gesundheitsausschuss des Bundestages votiert gegen die Einführung von Drugchecking
Der Gesundheitsausschuss lehnt die Einführung von Modellprojekten zum sogenannten Drugchecking, der Drogenprüfung, ab. In einem entsprechenden Antrag hatte die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen die Bundesregierung aufgefordert, ein wissenschaftlich begleitetes Modellprojekt zum Drugchecking aufzulegen. Durch Maßnahmen der Schadensminderung (harm reduction) wie die Substanzanalyse, etwa in Konsumräumen oder in der Partyszene, könnten die Gesundheitsrisiken für die Konsumenten illegaler Drogen verringert werden, schrieben die Grünen. Näheres zur Entscheidung vom 12. Dezember 2012 lesen sie unter bundestag.de.

7. Kooperationstag Sucht und Drogen NRW am 13. März 2013 in Köln-Deutz
Bis zu 1,9 Mio. Menschen in Deutschland leben in Medikamentenabhängigkeit, allein in NRW rund 300.000. Das entspricht ungefähr der Zahl der alkoholabhängigen Menschen. Daher findet der diesjährige Kooperationstag Sucht und Drogen NRW am 13. März 2013 unter dem Titel "Medikamente und Sucht. Zwischen Wohltat und Missbrauch" statt. Als Hauptreferent wird Herr Prof. Dr. Gerd Glaeske der Universität Bremen zu 'Nebenwirkungen Sucht - Die Medikalisierung der Gesellschaft' referieren. Im Anschluss werden 18 verschiedene Workshops angeboten, die sich mit Kooperationen der Sucht- und Altenhilfe, alternativen Entspannungsmethoden oder Suchtbehandlung im Gefängnis beschäftigen. Mehr dazu lesen Sie unter landesstellesucht-nrw.de.

Mehr Drogenopfer durch Strafverfolgung?
In der zweiten Hälfte der Achtzigerjahre war ein sprunghafter Anstieg der Drogentodeszahlen zu verzeichnen. Im Allgemeinen wird davon ausgegangen, dass hierfür eine starke Zunahme des Konsums ursächlich war. In der Untersuchung von Helmut Scheimann "Forcierte Strafverfolgung gegen DrogenkonsumentInnen von 1985 bis 1991 und aktuelle Relevanz" wird anhand statistischer Daten aufgezeigt, dass der Anstieg der Mortalitätsrate auf forcierte Strafverfolgung zurückzuführen ist. Im Dezember 2012 veröffentlichte der Autor der Studie im Journal "Akzeptanzorientierte Drogenarbeit" von INDRO (Instituts zur Förderung qualitativer Drogenforschung, akzeptierende Drogenarbeit und rationaler Drogenpolitik) wesentliche Daten und Argumente aus seiner Studie. Mehr dazu lesen Sie unter indro-online.de.

Vorankündigung 5. Internationale Konferenz zu 'Alcohol and Harm Reduction'
Am 7. und 8. März 2013 wird in der Fachhochschule Frankfurt am Main die 5. Konferenz zur Förderung des Schadensminimierenden Ansatzes bei Alkoholkonsum im deutschsprachigen europäischen Raum stattfinden. Mitveranstalter sind unter anderem die Deutsche AIDS-Hilfe, der JES-Bundesverband und akzept e.V. Das Vorprogramm lesen Sie unter gesundinhaft.eu.

Verordnungswirrwarr blockiert Praxis der Substitutionsbehandlung
Am 11. Dezember 2012 erklärte Dr. Wolfgang Krombholz, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern: "Ohnehin ist die systemimmanente Vorverurteilung der Ärzte, ja: die Kriminalisierung der Ärzte ein großes Ärgernis, dass nicht nur den Kolleginnen und Kollegen in der Praxis die Freude am Beruf nimmt, sondern auch potentiellen Nachwuchs abschreckt. Dies erleben wir gerade beispielhaft bei der Versorgung Opiatabhängiger im Bereich der Methadonsubstitution. Aufgrund unterschiedlicher Rechtsauslegungen der entsprechenden Vorschriften zur Methadonsubstitution kommt es immer wieder zu Konflikten, deren Konsequenzen für die substituierenden Ärzte bis hin zum Approbations- und Zulassungsentzug führen können.“ In keinem anderen Land mit entwickelter Substitutionsbehandlung stehen so viele Ärzte und Ärztinnen vor Gericht wie in Deutschland. Angesichts dieser Rechtunsicherheit, die auf die mangelnde Anpassung der Betäubungsmittelverschreibungsverodnung (BtmVV) an wissenschaftliche Erkenntnisse (wie z.B. der PREMOS-Studie) zurückgeführt wird, ist es zunehmend schwierig, Bereitwillige zu finden, die den medizinischen Versorgungsauftrag übernehmen. Dieser grundlegenden Misere und weiteren relevanten Themen widmet sich der internetgestützte Rundbrief der Deutschen Gesellschaft für Suchtmedizin Nr. 70 vom Januar 2013. Online zu lesen unter dgsuchtmedizin.de.


Strafvollzug

Dokumentation: Fachtag Sucht und Haft - Zusammenarbeit in der Straffälligen- und Suchtkrankenhilfe
Der Gesamtverband für Suchtkrankenhilfe e.V. im Diakonischen Werk u.a. führten am 25. September 2012 in Fulda eine Tagung unter dem Titel „Sucht und Haft - Zusammenarbeit in der Straffälligen- und Suchtkrankenhilfe“ durch. Bärbel Knorr von der DAH referierte zu „Gesundheit, Sucht und Straffälligenhilfe“ (Dokumentation ab S. 9). Ralf Seiler von der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe berichtete ausführlich unter „Übergangsmanagement – Gute Praxis in Nordrhein-Westfalen“ über die Entstehungsgeschichte dieses noch neuen Programmes auf Landesebene (Dokumentation ab S. 43). Die Dokumentation lesen sie unter suchtfragen.de.

Film auf Podknast berichtet über die Lebensälterenabteilung in der Justizvollzugsanstalt Detmold
In der JVA Detmold ist eine Abteilung für Lebensältere, wo versucht wird, auf die Lebensumstände dieser besonderen Gefangenengruppe einzugehen. Am Beispiel eines üblichen Lebenslaufes mit mehreren Jahrzehnten Haftaufenthalt wird der Unterschied zwischen dem klassischen Verwahr– und dem menschenwürdigeren Behandlungsvollzug aufgezeigt. Diesen Beitrag (eingestellt am 19.12.2012) und weitere mit realistischen Darstellungen aus dem Gefängnisalltag in NRW können Sie ansehen unter podknast.de.



Sonstiges

Neuregelungen im Jahr 2013 im Bereich Gesundheit und Pflege
Seit 1. Januar 2013 sind im Bereich Gesundheit und Pflege einige Neuregelungen in Kraft getreten. Informationen zu den Neuregelungen im Jahr 2013 im Gesamtüberblick finden Sie unter bmg.bund.de.

Nordrhein-Westfalen direkt hat eine neue Nummer: 0211-837-1001
Das ServiceCenter der Landesregierung "Nordrhein-Westfalen direkt" hat seit dem 10. Dezember 2012 eine neue Telefonnummer und ist damit unter der 0211-837-1001 über Festnetz (montags bis freitags zwischen 8 und 18 Uhr) zu erreichen. Nordrhein-Westfalen direkt hält zu verschiedenen Informationsgebieten von 'Alter' über 'Berufliche Weiterbildung' bis zu 'Versicherungsschutz für Ehrenamtler' ausgesuchte Tipps und Informationsmaterialien bereit. Zudem werden regelmäßig Telefon- und Chataktionen zu aktuellen Bürgerschaftsthemen veranstaltet. Nähere Informationen lesen Sie unter nordrheinwestfalendirekt.de.

18. Kongress Armut und Gesundheit am 6. und 7. März 2013
"Brücken bauen zwischen Wissen und Handeln – Strategien der Gesundheitsförderung" ist das Motto des Kongresses in der Technischen Universität Berlin. Das Programm ist inzwischen unter armut-und-gesundheit.de einsehbar. Dort finden sich außerdem nähere Informationen zum Anmeldeverfahren und weitere nützliche Hinweise. Ein besonderer Schwerpunkt liegt in diesem Jahr auf Fragen des Transfers, etwa von Ansätzen der gemeindeorientierten Gesundheitsförderung in kommunale Praxis und Politik oder zu den Perspektiven von Landeseinrichtungen auf den Wissenschafts-Praxis-Transfer. In den mehr als 80 Fachforen, Workshops und Gesprächsrunden wird zum 4. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung, zur Situation von Menschen mit Migrantionshintergrund ohne Krankenversicherung, zur Schnittstellenproblematik in den Frühen Hilfen, zu Armut in den Kommunen, zu Gesundheit und Wohnungslosigkeit, zum Älterwerden in ländlichen Regionen sowie zu zahlreichen weiteren Themen der gesundheitlichen Chancengleichheit diskutiert.

HIV-Report 06|2012 zur Hepatitis C: Kurz gefasst
Kurz vor Jahresende haben Armin Schafberger und Steffen Taubert einen HIV-Report zum Thema Hepatitis C zusammengestellt. Neben Informationen zur Geschichte der Hepatitis C bewertet der Report vorhandene Studien zur sexuellen Übertragung, zur Übertragung bei intravenösem Drogengebrauch und zur Übertragung durch mangelnde Hygiene bei medizinischen Behandlungen. Daraus abgeleitet gibt der Report Präventions- und Testempfehlungen. Die Langfassung des Reports finden Sie unter hivreport.de. Die Zusammenfassung finden Sie unter aids-nrw.de.

Patienten dürften Cannabis zur Selbsttherapie anbauen
Unter strengen Voraussetzungen dürften schwerkranke Bundesbürgerinnen und Bürger zuhause Cannabis selbst anbauen, stellte das Oberverwaltungsgericht Münster in einem Urteil vom 7. Dezember 2012 fest (OVG NRW 13A414/11, cannabis-med.org). Patientinnen oder Patienten, für deren Erkrankungen keine anderen und zumutbaren Therapien zur Verfügung stehen, jedoch von Cannabisprodukten medizinisch profitieren, können einen Antrag an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) in Bonn stellen, damit sie im Rahmen einer ärztlich begleiteten und überwachten Selbsttherapie Cannabispflanzen in ihrer Wohnung anbauen dürfen. Bislang wurden solche Anträge auf Anweisung des Bundesgesundheitsministeriums grundsätzlich abgelehnt. Diese Praxis legte das Gericht als rechtswidrig aus. Lesen Sie dazu auch "Zehn Ohrfeigen für die Bundesregierung durch das Oberverwaltungsgericht Münster zum Thema Eigenanbau von Cannabis durch Patienten" in einer Pressemitteilung der Internationalen Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin vom 29. Dezember 2012 unter cannabis-med.org.


Der nächste Newsletter erscheint am 30. Januar 2013
Wir freuen uns über interessante Berichte, Veranstaltungshinweise etc. Bitte senden Sie diese per E-Mail an newsletter@nrw.aidshilfe.de. Redaktionsschluss für die kommende Ausgabe ist der 28. Januar 2013.
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