Nr. 22 vom 5. Dezember 2012
AIDS-Hilfe NRW im Landtag anlässlich des Welt-Aids-Tags 2012

Liebe Leserinnen und Leser,


zahlreiche Menschen engagierten sich in den letzten Tagen für die Aidshilfen. Uns erreichten zahlreiche Berichte von Straßensammlungen, Benefizveranstaltungen und anderen Gelegenheiten, bei denen Prominente und viele anonyme Unterstützerinnen und Unterstützer um Solidarität mit den Menschen mit HIV geworben und Spenden für die Aidshilfe gesammelt haben. Allen ein ganz herzliches Dankeschön! Der Landesvorstand und die Geschäftsführung der AIDS-Hilfe NRW konnten am vergangenen Donnerstag zahlreiche Abgeordnete im Düsseldorfer Landtag treffen, um für die Aidshilfearbeit in NRW zu werben. Kampagnen-Botschafter Manny gab Anlass, das Thema Arbeit mit HIV in den Vordergrund zu stellen. Nahezu alle Mitglieder des Landeskabinetts, allen voran Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und Gesundheitsministerin Barbara Steffens, sprachen mit uns und informierten sich über die konkrete Situation am Arbeitsplatz und über andere Themen der HIV-Prävention. Die aktuellen Infektionszahlen legten auch das Thema STI nahe. Mit den Obleuten der Parteien im Gesundheitsausschuss und mit den gesundheitspolitischen Sprechern der Fraktionen ergaben sich interessante Gespräche über Fragen der Prävention und Aufklärung. Landtagspräsidentin Carina Gödecke freute sich nicht nur darüber, dass die AIDS-Hilfe NRW traditionell seit vielen Jahren im Parlament auf den Welt-Aids-Tag aufmerksam macht, als direkt gewählte Bochumer Abgeordnete sagte sie gleich einen Besuch in der dortigen Aidshilfe zu.

Dr. Guido Schlimbach | Pressesprecher


VERBAND / LOBBY

Prävention intensivieren und Akzeptanz fördern!
Angesichts der in der vergangenen Woche veröffentlichten Zahl der geschätzten HIV-Neuinfektionen im Jahr 2012 (siehe unten), fordern wir, die HIV-Prävention im Land fortzusetzen und womöglich weiter zu intensivieren. Seit Jahren weisen wir darauf hin, dass regelmäßige Tests auf sexuell übertragbare Infektionen bei schwulen Männern zur HIV-Prävention dazu gehören. Wir müssen darauf hinwirken, dass die Krankenkassen diese Checks, zumindest in der Zielgruppe, als Regelleistung übernehmen. Hier müssen wir auch die Ärzteschaft mit in die Pflicht nehmen. Genauso wichtig wie die Prävention ist das Engagement für Akzeptanz von Menschen mit HIV. Die immer besser wirkenden Medikamente bringen es mit sich, dass Menschen mit HIV ein völlig normales Leben haben und der größte Teil einer Arbeit nachgeht. Uns ist wichtig, dass mit einer HIV-Infektion jeder Beruf ausgeübt werden kann, ein HIV-Übertragungsrisiko im Berufsleben nicht besteht und dass dies von den Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern ebenso zur Kenntnis genommen wird wie von den Kolleginnen und Kollegen. Die Presseinformation der AIDS-Hilfe NRW lesen Sie hier (PDF-Datei).


ÖFFENTLICHKEITSARBEIT / FUNDRAISING


Neue HIV-Zahlen
Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die geschätzten HIV-Neuinfektionszahlen für das Jahr 2012 und korrigierte Schätzungen für die letzten Jahre veröffentlicht. Zugrunde liegt eine Weiterentwicklung des Berechnungsverfahrens. Nach den neuen Schätzungen ist das Infektionsgeschehen in Deutschland seit 2004 weitgehend stabil, mit leichten Auf- und Abwärtsbewegungen. Im Jahr 2012 werden sich nach den Schätzungen des RKI bis Jahresende rund 3.400 Menschen neu mit HIV infiziert haben, etwas mehr als 2011. Das Bulletin des RKI finden Sie hier (PDF-Datei). Den Kommentar der Deutschen AIDS-Hilfe (DAH) lesen Sie unter aidshilfe.de.


LEBEN MIT HIV

Späte HIV-Diagnose kein wesentlicher Faktor der HIV-Übertragung laut dänischer Studie
Menschen mit einer 'late diagnosis', einer erst spät im Infektionsverlauf erfolgenden HIV-Diagnose, seien ein wesentlicher Faktor, womöglich gar der 'Motor' der HIV-Ausbreitung, diese These wird oft aufgestellt. Eine dänische Untersuchung stellt diese These nun in Frage – mit potentiell weitreichenden Folgen für die HIV-Prävention. Nähere Informationen dazu lesen Sie unter ondamaris.de.


FRAUEN UND HIV

Neue DHIVA erschienen
Die Winter-DHIVA berichtet unter anderem über Eindrücke von einer Telefonsexhotline, LGBT-Frauen, schwangere Migrantinnen und Arbeiten mit HIV, Gewürzträume im Winter und bringt außerdem einen Reisebericht aus Timbuktu. Weitere Informationen lesen Sie hier (PDF-Datei).

Geschlechtsspezifische Unterschiede bei später HIV-Diagnose
Gibt es einen geschlechtsspezifischen Unterschied bei den späten (late diagnosis) bzw. bei den Diagnosen im fortgeschrittenen Stadium (advanced diagnosis) der HIV-Erkrankung? Patientinnen, die von einer späten oder fortgeschrittenen HIV-Diagnose betroffen sind, haben erhebliche Nachteile hinsichtlich der Morbidität sowie der Mortalität zu befürchten. Darüber hinaus entstehen für das öffentliche Gesundheitssystem auch Nachteile durch späte Diagnosen in Hinblick auf ein höheres Risiko für weitere HIV-Infektionen sowie auf höhere Kosten bei der Behandlung der Erkrankten. Näheres zur Studie von Mag. Margret Jöchl aus Innsbruck finden Sie unter infektiologie-hygiene.universimed.com.

Präsentation zu "Frauen, HIV und älter werden"
Die internationale Initiative "Women for Positive Action" hat gerade eine umfangreiche Präsentation zum Thema "Frauen, HIV und älter werden" auf ihrer Internetseite zum Download zur Verfügung gestellt. Auf 90 Seiten wurde der aktuelle medizinische, psychosoziale und psychologische Wissensstand zum Thema zusammengefasst. Noch steht die Präsentation nur in englischer Sprache zur Verfügung, aber an einer deutschen Übersetzung wird bereits gearbeitet. Das Slide Kit und der dazu gehörige Leitfaden finden sie unter womenforpositiveaction.org.


SCHWULE PRÄVENTION

AWO Düsseldorf will mit Lesben und Schwulen Freiräume im Alter erhalten
Mit der Veranstaltung "AWO trifft Generation Stonewall" Ende November wollte man die mindestens 8.000 Lesben und Schwuleim Düsseldorfer Stadtbezirk, die ihr 65. Lebensjahr überschritten haben, für eine moderne Seniorenarbeit gewinnen. Ein Teil von ihnen hat sich die Gleichberechtigung in mehr als vier Jahrzehnten mutig erkämpft, ein anderer Teil bevorzugte die Diskretion, und wieder andere erlebten ihr Coming Out erst im fortgeschrittenen Alter. Gleichgültig, welche unterschiedliche Erfahrungen sie prägten, die AWO Düsseldorf möchte für alle Angebote schaffen. Weiteres lesen Sie hier (PDF-Datei).


DROGEN

Zum Gedenken an Robert Fredrixen
In der Zeit um den Welt-Aids-Tag erinnern wir uns der vielen infolge von HIV Verstorbenen, aber auch derer, die sich für die Belange der Prävention eingesetzt haben. Einer von ihnen ist Robert Fredrixen. Der Apotheker aus Köln-Vingst zählte schon Drogengebraucherinnen und Drogengebraucher zu seiner Kundschaft, als diese noch auf Insulinspritzen angewiesen waren, die sich für die Drogeninjektion nicht eignen. Er kämpfte gemeinsam mit der Kirchengemeinde St. Theodor für die Aufstellung eines Spritzenautomaten in Vingst, den er und seine Angestellten viele Jahre betreuten. Fredrixen stellte sich den Diskussionen mit den Anwohnerinnen und Anwohnern und trug damit wesentlich zur Akzeptanz des Spritzenautomaten im rechtsrheinischen Köln bei. Robert Fredrixen ist, wie wir jetzt erfuhren, vor einigen Wochen in Bonn im Alter von knapp 64 Jahren gestorben. Für sein Engagement für die Interessen der Drogengebraucherinnen und Drogengebraucher danken wir ihm.


VERSCHIEDENES

Ausschreibung der AIDS-Hilfe Essen

Die AIDS-Hilfe Essen e.V. sucht zum 01. Februar 2013 eine/n Dipl.-Sozial-arbeiter/-in oder Dipl.-Sozialpädagogen/-in für die psychosoziale Betreuung von mann-männlichen Prostituierten und zur Durchführung von aufsuchender Streetworkarbeit für die Facheinrichtung der mann-männlichen Prostitution "Nachtfalke". Die Ausschreibung finden Sie hier (PDF-Datei).

Ausschreibungen der AIDS-Hilfe Bonn
Zum Aufbau, der Umsetzung und Etablierung des neuen Offenen Jugendtreffs für gleichgeschlechtlich liebende Jugendliche in Bonn sucht die AIDS-Hilfe Bonn eine/n MitarbeiterIn für eine 50% Teilzeitstelle zum nächst möglichen Zeitpunkt. Die Ausschreibung lesen Sie hier (PDF-Datei). Darüber hinaus wird zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine Fachkraft für den Arbeitsbereich „Prävention in schwulen Lebenszusammenhängen“ zur Besetzung einer Stelle mit 75% der regulären Arbeitszeit gesucht. Die Ausschreibung lesen Sie hier (PDF-Datei).

Das Borderline-Syndrom als Herausforderung an die Teamarbeit
Das Borderline-Syndrom ist gekennzeichnet durch wechselnde emotionale Zustände, heftige zwischenmenschliche Beziehungen sowie durch Probleme im Umgang mit Wut. Die Betreuung von Menschen mit einem Borderline-Syndrom erfordert zwangsläufig einen höheren Aufwand an Planung, Strukturierung und emotionaler Energie. Angesichts der Schwierigkeiten in der Versorgung ist es für die Arbeit mit Teams wichtig, mit den häufigsten Erscheinungsformen der Symptomatik vertraut zu sein. Die Ausschreibung der Deutschen AIDS-Hilfe finden Sie hier (PDF-Datei).

Der nächste Newsletter erscheint am 19. Dezember 2012
Wir freuen uns über interessante Berichte, Veranstaltungshinweise etc. Bitte senden Sie diese per E-Mail an newsletter@nrw.aidshilfe.de. Redaktionsschluss für die kommende Ausgabe ist der 17. Dezember 2012.
Impressum | Newsletter abmelden | Newsletter anmelden