Nummer 01 - Mai 2012
Sehr geehrte Damen und Herren,
heute erhalten Sie die erste Ausgabe des Newsletters rund um das Thema „Spritzenautomaten in NRW“ für das Jahr 2012.

Gerne veröffentlichen wir interessante Projekte, Themen oder Termine über den Newsletter. Bitte senden Sie die Beiträge einfach per Mail an brigitte.bersch@nrw.aidshilfe.de. Wir freuen uns über jede Rückmeldung.
Informationen zum Spritzenautomaten-Projekt sowie alle Ausgaben des Newsletters finden Sie unter www.saferuse-nrw.de

Mit herzlichen Grüßen
Brigitte Bersch
Koordination Spritzenautomatenprojekt NRW


Anschaffung von weiteren 15 Spritzenautomaten
Für den Ausbau des Spritzenautomaten-Projektes in NRW hat das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter (MGEPA) Gelder für die Anschaffung von weiteren 15 Spritzenautomaten zur Verfügung gestellt. Im Jahr 2012 sollen verstärkt die Einrichtungen in NRW zur Teilnahme am Spritzenautomaten-Projekt motiviert werden, die in ihrer Stadt oder Kommune weder einen Spritzentausch anbieten noch einen Spritzenautomaten betreiben.

Lieferungen Präventionsmaterial an die Spritzenautomaten-Betreiber 2011 in NRW
Im Jahr 2011 wurden 228.262 Einmalspritzen (9% weniger als 2010), 11.574 Kondome und Cruising-Packs (Steigerung um 11,8%) sowie über 43.200 Pflege- und Care Sets an die Betreiber der Spritzenautomaten in NRW geliefert. Zusätzlich wurden 30.000 kostenlose Care Packs im Frühjahr 2011 an die Drogenhilfe-Einrichtungen und JES-Gruppen.

Abgabe von Einmalspritzen über die Drogenhilfe-Einrichtungen in NRW
Die Menge der lose abgegebenen Einmalspritzen, die 2011 über die Drogenhilfe-Einrichtungen abgegeben bzw. getauscht wurden, lag bei 1.927.626 Stück. Das bedeutet einen Rückgang zum Vorjahr, und zwar um ca. 8,8% (185.616 Stück).

Die Gesamtübersicht der Jahre 2009-2011 finden Sie hier (PDF-Datei)

Motto 21. Juli 2012: Legalisierung gleich Kontrolle!
Der diesjährige Nationale Gedenktag für verstorbene Drogengebraucherinnen und Drogengebraucher steht unter der Schirmherrschaft des Bundestagsabgeordneten Dr. Gregor Gysi. Der Bundesverband der Eltern und Angehörigen für akzeptierende Drogenarbeit e.V. bittet um möglichst große Beteiligung an diesem inzwischen auch international berücksichtigten Gedenktag. Informationen zur Vorbereitung des Gedenktages lesen Sie auf der Hompage des Elternverbandes: www.akzeptierende-eltern.de

Kiss-Programm
KISS steht für “Kontrolle im selbstbestimmten Substanzkonsum”. KISS ist ein neu entwickeltes verhaltenstherapeutisches Selbstmanagementprogramm  zur gezielten Reduktion des Konsums legaler und illegaler Drogen (Körkel & GK Quest, 2005). Bei diesem Ansatz geht es nicht darum einen Gegenentwurf zur Abstinenz zu schaffen, und es geht auch nicht darum, die Leistungen der akzeptierenden Drogenarbeit zu schmälern. Es geht darum, Menschen dort abzuholen, wo sie stehen und sie zu unterstützen, kleine Schritte der Veränderung zu gehen. Abstinenz ist kein Muss. KISS kann sowohl mit Einzelpersonen als auch in Gruppen durchgeführt werden. Weitere Informatinen finden Sie hier

meinebehandlungmeinewahl - Ein Informationsportal von und für Opiatkonsumentinnen und Opiatkonsumenten
Neutrale und wertfreie Informationen sind vielfach die Voraussetzung, um über die eigene Situation nachdenken und gegebenenfalls Veränderungen anstreben zu können. Aus diesem Grund hat der JES-Bundesverband diese neue Webseite erstellt. Weitere Infos finden Sie unter www.meinebehandlungmeinewahl.eu

Drogenkurier – Magazin des JES-Bundesverbands
Im April 2010 veröffentlichte der JES Bundesverband die 81. Ausgabe des DROGENKURIER – genau 20 Jahre nach Erscheinen der ersten Ausgabe im Mai 1990. Der DROGENKURIER ist heute eines der wichtigsten Instrumente, um Meinungen von JES-Frauen und -Männern zu drogen- und gesundheitspolitischen Entwicklungen vorzustellen, den Kommunikationsfluss innerhalb des Verbandes in Gang zu halten und eine möglichst praxisnahe Aids- und Drogenarbeit zu befördern. Die Beiträge im DROGEKURIER beschränken sich nicht nur auf kritische Kommentare, sondern tragen eigene Ideen und Vorschläge zur Veränderung oder Anpassung von Angeboten und Strukturen vor. Schließlich bildet der DROGENKURIER aktuelle Entwicklungen in den Bereichen „Leben mit Drogen“, Medizin, Fortbildungen und Medien ab. Weitere Informationen und Bestellmöglichkeit des Drogenkuriers finden Sie hier

Konzept zur Weiterentwicklung der HIV-/AIDS-Prävention in NRW
Das Konzept zur Weiterentwicklung der HIV-/AIDS-Prävention wurde durch die Landesregierung verabschiedet und nun veröffentlicht. Dieses Landeskonzept beschreibt die Richtung der Primärprävention, auf die sich Land, Kommunen und freie Träger verständigt haben. Der Punkt 5.2 betrifft Menschen, die i.v. Drogen konsumieren. Unter anderem ist dort folgendes nachzulesen: Nach Angaben des RKI wurden 2011 knapp 8 % der HIV-Neuinfektionen in Nordrhein-Westfalen in der Gruppe der i.v. Drogen konsumierenden Menschen geschätzt. Wesentlicher Infektionsweg ist nach wie vor die gemeinsame Nutzung von kontaminierten Spritzen und Nadeln. Aber auch das sexuelle Übertragungsrisiko ist von erheblicher Relevanz, insbesondere im Zusammenhang mit der Beschaffungsprostitution. Unter erhöhtem Konkurrenzdruck und Druck der Freier wird eher auf die Kondombenutzung verzichtet. Hinzu kommt, dass i.v. Drogenkonsumierende vor dem Hintergrund der strafrechtlichen Sanktionen des Betäubungsmittelgesetzes und der häufig einhergehenden Beschaffungskriminalität oft ein Leben am Rande der Gesellschaft führen und von den gesundheitlichen und sozialen Hilfen nur unzureichend erreicht werden. In Nordrhein-Westfalen spielt darüber hinaus bei jungen Männern aus Ost- und Zentral-europa der intravenöse Drogenkonsum eine zentrale Rolle für ein HIV-Infektionsrisiko. Die Einbindung der Drogenhilfeeinrichtungen ebenso wie der Drogenselbsthilfe in die HIV/AIDS-Prävention ist ein zentrales Element für eine szenenahe Arbeit. Regionale und landesweite Strukturen der JES-Selbsthilfe (Junkies, Ex-User und Substituierte) können dafür eine wichtige Unterstützung sein. Darüber hinaus bleibt die kontinuierliche Weiterentwicklung der niedrigschwelligen Hilfe-angebote (z.B. Drogenkonsumräume) sowie der Angebote zur Substitutionsbehandlung Opiatabhängiger (z.B. diamorphingestützte Behandlung) auch künftig eine wichtige Aufgabe, um die HIV- Ansteckungsrisiken bei i.v. Drogenkonsumierenden zu minimieren.
Die Langfassung des Konzepts findet Sie unter www.aids-nrw.de (PDF-Datei)

Landesweites Positiventreffen von POSITHIV HANDELN 1. bis 3. Juni in Hattingen
Das deutsche Strafrecht stellt die versuchte oder tatsächliche HIV-Übertragung unter Strafe. Aidshilfen und auch POSITHIV HANDELN fordern, dass dies geändert werden soll. Der Kölner Rechtsanwalt Jakob Hösl gibt neueste Informationen über den Sachstand der Kriminalisierung der HIV-Übertragung und diskutiert über die Aspekte der strafrechtlichen Verfolgung der versuchten und tatsächlichen HIV-Übertragung. Mehr Informationen dazu und die Termine der weiteren Positiventreffen finden Sie unter www.positivhandeln.de.

Jahresbericht 2011 der AIDS-Hilfe NRW erschienen

Bild: photocase.de Vor mehr als 30 Jahren, am 5. Juni 1981, berichtete die US-Gesundheitsbehörde von fünf Patienten, die in Los Angeles an einer infektiösen Lungenentzündung schwer erkrankt, und von denen bereits zwei gestorben seien. Experten äußerten den Verdacht, dass die Krankheit durch Sexualkontakte übertragen werde. Wenig später traten ähnliche Fälle in New York, San Francisco und anderen Städten der Vereinigten Staaten auf, danach in Frankreich, Spanien, der Schweiz und Uganda. Niemand wusste, wie sich erst später herausstellte, dass sich das noch unbekannte Virus bereits seit den 1970er Jahren in der ganzen Welt ausgebreitet hatte, und einen Namen hatte die Krankheit auch noch nicht. Trotzdem markiert der Juni 1981 den Beginn der Aids-Ära.
Heute sind nach Schätzungen der UNO mehr als 30 Millionen Menschen an Aids gestorben, 30 Millionen weitere leben weltweit mit HIV, zwei Drittel davon im südlichen Afrika. Durch die inzwischen bei uns in Deutschland zur Verfügung stehenden Therapien haben sich die Lebensqualität der Menschen mit HIV in Nordrhein-Westfalen und ihre Lebenserwartung deutlich verbessert. Das stellt die Aidshilfen in unserem Land immer wieder vor neue Herausforderungen, gilt es doch neben der kontinuierlichen Weiterentwicklung der HIV-Prävention besonders auf die spezifischen Bedürfnisse der Menschen mit HIV einzugehen
und entsprechende Angebote zu machen. Einerseits für die, welche auf unser Sozialsystem angewiesen sind, das inzwischen immer mehr Lücken aufweist, andererseits für alle, die einer geregelten Arbeit nachgehen, also durchaus gut für sich selbst sorgen können, die aber im Berufsleben aufgrund ihrer Infektion mit eigenen Problemen umzugehen haben.
Heute leben etwa 15 000 Menschen mit HIV in Nordrhein-Westfalen, in einigen Jahren werden es wahrscheinlich 25 000 sein. Die AIDS-Hilfe NRW hat sich vorgenommen, Themen wie „HIV am Arbeitsplatz“ oder „HIV und Älterwerden“ kontinuierlich zu diskutieren und daraus bedarfsorientierte Angebote zu entwickeln, um möglichst viele Menschen zu erreichen. In Nordrhein-Westfalen haben HIV-positive Menschen Zukunft, wenn die Gesellschaft es zulässt. Auch bei uns herrschen noch viele Vorbehalte und Ressentiments: Beispielsweise können Inhaftierte im Strafvollzug nicht auf die gleiche Gesundheitsversorgung zurückgreifen wie in Freiheit und auch für Drogen gebrauchende Menschen sind die Hilfesysteme nicht flächendeckend gewährleistet.

Der Bericht beschreibt die vielfältigen Aktivitäten des Landesverbands und seiner Mitgliedsorganisationen und steht hier als PDF-Datei zum Download bereit.


Zeitungsartikel zum Thema „Spritzenautomaten“

Lächerlich: Spielplatz mit Spritzenautomat
Köln – Die IG Alpenerplatz lud zum gemeinsamen "Start-Schuss" ein. Jörg-Tammo Reelfs begrüßte ¬zahlreiche, an der Zukunft des Alpenerplatzes interessierte Ehrenfelder vor der Astrid-Lindgren-Grundschule an der Borsigstraße. Reelfs ist Mitbegründer der "Interessengemeinschaft Alpenerplatz", die aus Geschäftsleuten und Anwohnern rund um den Alpenerplatz besteht. Den kompletten Artikel lesen Sie hier

Unterschriften gegen SpritzenAutomaten
Bremen-Vegesack - So strammen Gegenwind hat Alfred Liebig selten verspürt. Vor wenigen Tagen ließ der Geschäftsführer der Comeback GmbH, einer Einrichtung des ambulanten Bremer Drogenhilfesystems, am Rand des Aumunder Marktplatzes einen Abgabeautomaten für Einweg-Spritzbestecke aufstellen. Eine Genehmigung des Bauamtes lag vor, auch mit dem Ortsamt war die Installation laut Liebig abgestimmt. Doch nun zieht der Metallkasten den Unmut von Anliegern der Georg-Gleistein-Straße auf sich. Insbesondere die Gewerbetreibenden im Umfeld des Automaten befürchten negative Begleiterscheinungen. Den Artikel lesen Sie hier



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