Nr. 17 vom 12. September 2012
Liebe Leserinnen und Leser,

wie im letzten Newsletter angekündigt, fand am vergangenen Mittwoch in Düsseldorf die Jahrespressekonferenz der AIDS-Hilfe NRW statt. Vor den am Sitz des Landtags und der Landesregierung akkreditierten Journalistinnen und Journalisten erklärten Arne Kayser und Patrik Maas, wie sehr sich die HIV-Prävention infolge der erfolgreichen antiretroviralen Therapien verändert hat. Dass Menschen mit HIV unter gut verlaufender Therapie nicht mehr infektiös sind, wurde seit über vier Jahren offen diskutiert und spätestens auf der 6. IAS-Konferenz über HIV-Pathogenese, Behandlung und Prävention 2011 in Rom wissenschaftlich anerkannt und bestätigt. In Aidshilfekreisen war man sich einig, dass die Kommunikation nach außen längst überfällig sei. Noch im März dieses Jahres hatte der Nationale AIDS-Beirat verlautbart, die Tatsache, dass eine effektive Therapie eine HIV-Übertragung verhindert, müsse offen und öffentlichkeitswirksam kommuniziert werden. Die zur Pressekonferenz versammelten Medienvertreterinnen und –vertreter schienen allerdings nicht nur völlig überrascht, es hatte fast den Anschein, als empörten wir sie mit unseren Darlegungen. Dass wir einen Großteil unseres Statements dazu nutzten, auf die Selbstbestimmung und Eigenverantwortung im Kontext von Prävention, Test und Therapie hinzuweisen, trat völlig in den Hintergrund. Die Nachfragen bezogen sich darauf, ob Sex ohne Kondom unter gewissen Umständen Safer Sex sei oder nicht und wie wir darauf kämen, das öffentlich zu kommunizieren. Während die Presseagenturen ausgewogen und zurückhaltend berichteten, skandalisierte die Bild den Sachverhalt und konstatierte einen vermeintlichen Konflikt zwischen Gesundheitsministerin und AIDS-Hilfe NRW. Die Rheinische Post stand dem fast in nichts nach, stellte unseren Standpunkt bewusst missverständlich dar und kommentierte kritisch. Immerhin, noch nie schafften wir es mit einer Pressekonferenz auf Seite 1 der RP. Die Resonanz aus dem Bundesverband und von unseren Mitgliedsorganisationen war dagegen wie zu erwarten positiv. Wenn die Medien mitbekämen, dass Aidshilfe mehr ist als Kondome zu verteilen, hätten sie es ja verstanden – nach über 25 Jahren. So eine der Rückmeldungen. Inwieweit die Viruslastmethode sich allerdings tatsächlich eignet, massenkommunikativ vermittelt zu werden, damit werden wir uns weiter auseinanderzusetzen haben. Nach den Erfahrungen der vergangenen Woche werden wir dies unter anderem auf der Tagung HIV-KONTROVERS am 29. September in einer eigenen Kontroverse diskutieren. Ich freue mich, viele von Ihnen dort zu sehen.

Dr. Guido Schlimbach | Pressesprecher


VERBAND / LOBBY

Letzter Aufruf: HIV-KONTROVERS am 29. September 2012 in Köln
Bei unserer Fachtagung HIV-KONTROVERS, die wir gemeinsam mit der Deutschen AIDS-Gesellschaft in Kooperation mit der Uniklinik Köln ausrichten, sind noch Plätze frei. Die Tagesveranstaltung ist am 29. September 2012 im Dorint Hotel Köln am Heumarkt. Wir laden Sie nochmals herzlich zur Teilnahme ein. Unter hiv-kontrovers.de finden Sie alle Informationen und das Anmeldeformular. Bitte machen Sie noch heute Gebrauch davon und kommen Sie zu HIV-KONTROVERS nach Köln!

merk|würdig 2013
Auch im kommenden Jahr wird der Landesvorstand anlässlich des Jahresempfangs am 25. April 2013 zwei Menschen aus unseren Reihen mit dem Ehrenamtspreis "merk|würdig" der AIDS-Hilfe NRW auszeichnen. Ab sofort können Sie dem Landesvorstand Vorschläge für "merk|würdige" Menschen unterbreiten, die diesen Preis verdienen. Wir bitten alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Mitgliedsorganisationen und uns nahestehende Mitstreiterinnen und Mitstreiter, in Frage kommende Persönlichkeiten für die Preiskategorien "innovativ" und "nachhaltig/langfristig" zu benennen. Alle Vorschläge, die uns bis zum 1. Dezember 2012 schriftlich erreichen, gehen in das diesjährige Verfahren ein. Bitte senden Sie die Vorschläge mit kurzer Begründung, warum die Vorgeschlagenen als Kandidatinnen oder Kandidaten für den Ehrenamtspreis "merk|würdig" in Frage kommen, per E-Mail an markus.schmidt@nrw.aidshilfe.de.


ÖFFENTLICHKEITSARBEIT / FUNDRAISING

Jahrespressekonferenz am 4. September 2012 in Düsseldorf
Die ausführlichen Presseunterlagen zu unserer Pressekonferenz vom Dienstag vergangener Woche finden Sie hier (PDF-Datei).


SCHWULE PRÄVENTION

Herzenslust-Termine im September 2012
Ob Beratungs- und Schnelltest-Angebote oder Treffen der Herzenslust-Teams in den Regionen: Die aktuellen Termine für Schwule und andere Männer, die Sex mit Männern haben, finden Sie unter herzenslust.de.

Tisch ohne Namen – kultureller und kulinarischer Treffpunkt für schwule Männer
Das nächste Treffen findet am 6. Oktober 2012 mit einer Führung durch die Studios des Deutschlandradios mit Einblicken in Auftrag, Ziele und Sendetechnik statt. Anschließend ist wie gewohnt ein gemeinsames Essen. Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).

Nachruf auf Ralf Werner
Die Golden Gays trauern gemeinsam mit seinen Freundinnen und Freunden um Ralf Werner, der am 19. August 2012 im Alter von 49 Jahren plötzlich verstarb. Ralf war im Leitungsteam der Golden Gays tätig. Neben seiner Mitwirkung an der Vorbereitung und Durchführung von Veranstaltungen war er ein guter Zuhörer und Ratgeber im Gespräch. Für die Golden Gays ist sein Tod ein herber Verlust. Er hinterlässt eine Lücke, die nur schwer zu füllen sein wird. Für das Leitungsteam Golden Gays: Rolf, Josef und Uwe, gemeinsam mit Markus Schupp (Koordinator Schwule ALTERnativen). Ein Foto von Ralf Werner finden Sie hier (JPG-Datei).


DROGEN & AIDS

Veranstaltungshinweis: 8. Update Suchtmedizin am 19. September 2012 in Essen
Das LVR-Klinikum Essen bietet erneut an einem Tag einen breitgefächerten Überblick über aktuelle Entwicklungen in der Suchtmedizin. Die Themen reichen vom Einfluss der Substitutionsbehandlung auf das Immunsystem Opiatabhängiger bis zur Heroin gestützten Behandlung. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Beratungskommission zur Substitutionsgestützten Behandlung Opiatabhängiger der Ärztekammer Nordrhein statt. Nähere Informationen lesen sie hier (PDF-Datei).

Zu viele Hürden für die Behandlung schwerstabhängigkeitskranker Menschen mit Diamorphin
Generell werde es zu schwer gemacht, eine Behandlung mit Diamorphin zu erhalten, kritisiert die baden-württembergische Gesundheitsministerin Katrin Altpeter. In einem Brief an Bundesgesundheitsminister Bahr und Mechthild Dyckmans, Drogenbeauftragte der Bundesregierung, bittet sie jetzt um deren "fachliche und politische Unterstützung" für den Abbau unnötiger Erschwernisse. Dabei gehe es insbesondere um zu hohe personelle Anforderungen und um die derzeit zwingend vorgeschriebene venöse Injizierung des Diamorphins. Auch in Nordrhein-Westfalen beklagen interessierte Fachstellen die nahezu unüberwindlichen Hürden bei der Einrichtung neuer sogenannter Heroinambulanzen über die Standorte Bonn und Köln hinaus. Näheres zum Vorstoß in Baden-Württemberg lesen Sie hier unter sozialministerium-bw.de.


STRAFVOLLZUG

Studie zeigt: Gewalt in deutschen Gefängnissen ist ein ernstzunehmendes Problem
Eine Studie des Kriminologischen Forschungsinstitutes Niedersachsen belegt, Gewalt unter Inhaftierten ist ein ernstzunehmendes Problem. Jeder vierte Gefangene wird im Laufe eines Monats Opfer von körperlichen Übergriffen. Damit möglichst viele Inhaftierte die Möglichkeit hatten, an der Befragung teilzunehmen, wurden insgesamt 18 verschiedene Sprachversionen vorbereitet. Es wurden 6.384 Häftlinge in 33 Gefängnissen in Bremen, Brandenburg, Niedersachsen, Sachsen und Thüringen anonym befragt. Die Untersuchung ist die erste aussagekräftige Studie, die das Ausmaß des Gewaltproblems im deutschen Strafvollzug erkennen lässt. Der 35-seitige Forschungsbericht finden Sie unter kfn.de.


VERSCHIEDENES

Stellenausschreibung von VISION e.V.
Seit Jahrzehnten steht VISION e. V. für Selbsthilfe und die Förderung der Selbstorganisation von Drogengebraucherinnen und Drogengebrauchern in der Region Köln und ist erfolgreich in der Durchführung von Projekten der Gesundheitsförderung und Suchthilfe mit dem Schwerpunkt „Infektions-Prophylaxe“. Für sein Kontaktcafé sucht VISION eine Projektleitung. Es handelt sich um eine Vollzeitstelle (38,5 Std.), die zunächst aus formalen Gründen auf ein Jahr befristet ist. Weitere Informationen lesen Sie hier (PDF-Datei).

Stellenausschreibung der AIDS-Hilfe Köln
Die Aidshilfe Köln sucht zum 1. Januar 2013 für die Bereiche Beratung und ambulant betreutes Wohnen nach §53 SGB XII eine Sozialarbeiterin bzw einen Sozialarbeiter. Der Stellenumfang beträgt 80-100% der Regelarbeitszeit gem. TvöD / VkA. Der Bewerbungsschluss endet am 15. Oktober 2012. Weitere Informationen lesen Sie hier (PDF-Datei).

Stellenausschreibung der AIDS-Hilfe Mönchengladbach/Rheydt
Die AIDS-Hilfe Mönchengladbach/Rheydt sucht zum 1. Januar 2013 oder früher eine Mitarbeiterin oder einen Mitarbeiter mit einem Studienabschluss in Sozialarbeit oder –pädagogik. Zu den Aufgaben gehört die psychosoziale Betreuung von Menschen mit HIV auch im Rahmen des Ambulant Betreuten Wohnens. Die Stelle ist unbefristet und hat einen Umfang von 20 Wochenstunden in der Woche. Der Bewerbungsschluss endet am 28. September 2012. Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).

Der nächste Newsletter erscheint am 26. September 2012

Wir freuen uns über interessante Berichte, Veranstaltungshinweise etc. Bitte senden Sie diese per E-Mail an newsletter@nrw.aidshilfe.de. Redaktionsschluss für die kommende Ausgabe ist der 24. September 2012.
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