Nr. 15 vom 15. August 2012

Liebe Leserinnen und Leser,

so viel Olympia war nie, dieser Eindruck konnte durchaus entstehen in den zurückliegenden Wochen der Spiele in London. Die beeindruckenden Bilder aus den verschiedenen Spielstätten, verteilt über die ganze Hauptstadt des Vereinigten Königreichs und vielen, die schon einmal dort waren, bestens vertraut, und die Begeisterung, die sowohl von den Athletinnen und Athleten als auch vom Publikum ausstrahlte, zogen nicht nur Sportfanatiker immer wieder vor die Fernsehbildschirme. „Inspire a Generation“, so das Motto der 30. Sommerspiele. Wird der „Spirit“ von London sich auf eine ganze Generation übertragen lassen? Und was macht diesen Geist aus? Fairness und Freude am Sport oder doch der ehrgeizige Wettbewerb nach Höher, Weiter, Schneller? Schon einen Tag nach der Schlussfeier wurde die erste Goldmedaille wegen überführten Dopings aberkannt.
IOC-Präsident Jacques Rogge war es in seiner Eröffnungsansprache eine eigene Bemerkung wert, dass erstmals in der olympischen Geschichte alle teilnehmenden Nationen auch durch Frauen vertreten wurden. Beim Einzug der Sportlerinnen und Sportler war es allerdings offensichtlich, wie weit wir noch von der Gleichberechtigung der Frau im Sport weltweit entfernt sind. Und wie sah es mit offen lebenden Lesben und Schwulen aus? Internationale Homo-Portale hatten ganze 23 Athletinnen und Athleten (aus fast 11.000 insgesamt) ausgemacht, deren Homosexualität bekannt ist. Auffallend, dass es meistens Lesben sind, die den Mut aufbringen, sich in der Sportwelt zu outen. Es wird wohl noch weiterer Generationen bedürfen, bis dass die Teilnahme von Frauen oder Lesben und Schwulen keiner eigenen Erwähnung mehr bedarf.
In diesem Kontext erinnerte die Deutsche AIDS-Hilfe in diesen Tagen an den zweifachen Olympiasieger Greg Louganis, der kurz vor den Olympischen Spielen von Seoul von seiner HIV-Infektion erfuhr und diese dann sechs Jahre später öffentlich machte. Nach seinem Coming-out als schwuler und positiver Mann reist er als Redner durchs Land und veröffentlichte seine Autobiografie „Breaking the Surface“, die 1997 verfilmt wurde. Jetzt wurde Louganis zum Mentor des US-Springer-Teams ernannt. Ein offener Umgang mit HIV im Sport wird dennoch einige weitere Olympiaden auf sich warten lassen.

Dr. Guido Schlimbach | Pressesprecher 

 

VERBAND / LOBBY

Jetzt anmelden: HIV KONTROVERS am 29. September 2012 in Köln
Anmeldungen zu HIV-KONTROVERS am 29. September 2012 im Dorint Hotel Köln am Heumarkt sind jetzt online und nur dort möglich. Unter hiv-kontrovers.de finden Sie alle Informationen und das Anmeldeformular. Die Veranstaltung wird gemeinsam von der AIDS-Hilfe NRW und der Deutschen AIDS-Gesellschaft in Kooperation mit der Uniklinik Köln ausgerichtet. Teilnehmen können alle Ärztinnen und Ärzte, Expertinnen und Experten aus Aidshilfen, Positiven-Selbsthilfe, Prävention, öffentlichem Gesundheitswesen, ambulanter und stationärer Versorgung, Politik und Verwaltung sowie Menschen mit HIV.

 

ÖFFENTLICHKEITSARBEIT / FUNDRAISING 

:info # 2 2012 der AIDS-Hilfe Düsseldorf erschienen
Im neuesten Heft des :info geht es um die Internationale Aids-Konferenz in Washington, Menschenrecht auf Gesundheit und um Ehrenamt. Dieses und viel mehr lesen Sie hier (PDF-Datei).



LEBEN MIT HIV/AIDS

Einladung zum Familienbrunch für Familien mit HIV
Die Aidshilfen Köln und Düsseldorf bieten an jedem letzten Samstag im Monat ab 10.00 Uhr einen Familienbrunch in lockerer Atmosphare an. In "ungeraden" Monaten findet der Brunch im Loft-Café der AIDS-Hilfe Düsseldorf, in "geraden" Monaten im Regenbogencafé der Aidshilfe Köln statt. Weitere Infos finden Sie hier (PDF-Datei).


SCHWULE PRÄVENTION

Herzenslust-Termine im August 2012
Ob Beratungs- und Schnelltest-Angebote oder Treffen der Herzenslust-Teams in den Regionen: Die aktuellen Termine für Schwule und andere Männer, die Sex mit Männern haben, finden Sie unter herzenslust.de.

Achtung- Fortbildungsmöglichkeit für interessierte Ehren- und Hauptamtler im Bereich Präventionsberatung
Wir öffnen unser zweites Wochenende „Aufbautraining zu Beratung und Test“ in Bochum für Teilnehmer, die sich im Bereich (Präventions-)Beratung fortbilden möchten. Grundvoraussetzung ist die Teilnahme am Basistraining von Herzenslust und Grundkenntnisse aus den Bereichen Kommunikation. Das Training ist offen für alle Herzenslustler aus ganz NRW! Mit einem Focus zu „Beratung rund um den HIV-Schnelltest“ möchten wir Beratungstechniken üben und reflektieren, was man alles Gutes für sich und die Kollegen lernen und anwenden kann, um eine qualitativ hochwertige Beratung anbieten zu können. Rückfragen können Sie ihr unter 0221- 925996-19 mit Oliver Schubert klären. Für eine kurzfristige Anmeldung bis zum 27. August nutzen Sie bitte das Formular (PDF-Datei), das sich im Aufbau auch an die Teilnehmer des ersten Wochenendes wendet.

FunHaus: Theaterpremiere am 25. August 2012 in Köln
Die Kölner Facheinrichtung für mann-männliche Prostitution LOOKS hat das Theaterkollektiv ADOLESK bei der Entwicklung seines neuen Stücks FunHaus fachlich beraten. ADOLESK beschäftigt sich vornehmlich mit den Wunden der Gesellschaft. So ist FunHaus eine Allegorie auf die Ausbeutung des Menschen. Ausbeutung existiert in der spätkapitalistischen Gesellschaft als anerkanntes System der Unterdrückung und Entfremdung, meist ohne dass sich Folgen für die Verwerter daraus ergeben. Die genusssüchtige Feierkultur mit ihren kapitalistischen Auswüchsen dient hier als Projektionsfläche für die Not der männlichen Prostituierten. Premiere ist am 25. August 2012 in der Bühne der Kulturen in Köln. Weitere Informationen und Termine finden Sie hier (PDF-Datei).



DROGEN & AIDS

DHS-Fachkonferenz 2012: Vier-Säulenkonzept der Sucht- und Drogenpolitik auf dem Prüfstand
Auf ihrer 52. Fachkonferenz Sucht möchte die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen die vier Säulen der Drogen- und Suchtpolitik Deutschlands (Prävention, Beratung/Behandlung, Schadensminimierung, Repression) überprüfen. Zusammen mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern wird der Frage nachgegangen, ob diese vier Säulen ausreichen, um das "Gebäude" Suchthilfe und Suchtpolitik zu tragen oder ob zusätzliche Elemente benötigt werden. Die Konferenz findet vom 19. bis 21. November 2012 in Leipzig statt. Nähere Informationen lesen Sie hier (PDF-Datei).

Bildungshinweis: Einführung in das Arbeitsfeld der Suchthilfe
Die PARITÄTische Akademie bietet wegen starker Nachfrage erneut ab dem 14. November 2012 eine Fortbildung in vier Modulen für den Erwerb von Grundkompetenzen im Arbeitsfeld Suchthilfe für Fachkräfte in der Sucht- und Gefährdetenhilfe, für Personal im ambulanten Betreuten Wohnen sowie Fachkräfte aus anderen Arbeitsfeldern an. Anmeldemöglichkeiten und weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).

Veranstaltungshinweis: Identität und Drogenabhängigkeit
Die Identitätsentwicklung drogenabhängiger Menschen sowie aktuelle Prozesse der Fremd- und Selbstzuschreibungen und deren Bewertung sind verstärkt zu beachten, wenn es darum geht, positive Entwicklungsverläufe zu unterstützen. Für diese Anforderungen bietet die PARITÄTische Akademie für den 8. und 9. November 2012 in Köln eine Fortbildung an. Anmeldemöglichkeiten und weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei). Anmeldeschluss ist der 13. September 2012.

Versorgungsangebote für alternde Drogenkonsumentinnen und Drogenkonsumenten
Die Drogeneinrichtung LÜSA in Unna veranstaltet anlässlich ihres 15-jährigen Bestehens einen Fachtag über Versorgungsangebote für alternde Drogenkonsumentinnen und Drogenkonsumenten. Die Veranstaltung findet am Freitag, 31. August 2012 von 9.00 Uhr bis 14.00 Uhr im Kreishaus von Unna (Friedrich-Ebert-Straße 17, Unna) statt. Die Teilnahme ist kostenlos. Anmeldungen sind nur über Fax unter 02303-2536122 beim Projekt LÜSA möglich. Das Programm finden Sie hier (JPG-Datei).

Vorankündigung: 3. Nationale Substitutionskonferenz am 12. Dezember in Berlin
akzept e.V. wird in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Suchtmedizin und der Deutschen AIDS-Hilfe am 12. Dezember 2012 in Berlin die 3. Nationale Substitutionskonferenz durchführen. Patientinnen und Patienten in Substitution gehören nach der PREMOS-Studie mehrheitlich zu den Schwerstkranken mit chronischem Verlauf im Gesundheitssystem. Das Ziel der vom Bundesministerium für Gesundheit geförderten Konferenz ist es, die kurz- und mittelfristigen Handlungsnotwendigkeiten vor dem Hintergrund langfristiger Krankenbehandlungsperspektiven herauszuarbeiten. Das Programm wird Ende August auf akzept.org verfügbar sein. Nähere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).

Informationen der Landeskoordination Integration NRW „Berufliche und soziale Eingliederung Suchtkranker“
Der 13. Newsletter der Landeskoordination Integration NRW zum Thema berufliche und soziale Eingliederung Suchtkranker ist erschienen. Er enthält zahlreiche auf NRW bezogene Hinweise zu Fachveranstaltungen und Fachinformationen zur beruflichen Eingliederung Suchtkranker bzw. zur Qualifikation von Kontaktpersonen. Mehr Details zu den Angeboten lesen Sie unter lk-integration.de.



STRAFVOLLZUG

NRW-Justizeinrichtungen künftig im neuen Online-Design
Neben dem NRW-Justizportal justiz.nrw.de werden auch die einzelnen Justizeinrichtungen des Landes schrittweise auf ein neues Internetdesign mit verbesserter Menüführung umgestellt. Den Anfang bei den Justizvollzugsanstalten machte Schwerte. So lesen Sie beispielsweise das Leitbild der Justizvollzugsanstalt Schwerte unter jva-schwerte.nrw.de.

Theaterlabor in der Justizvollzugsanstalt Schwerte: „Judas“
Theater an einem ungewöhnlichen Ort. Gefangene der Justizvollzugsanstalt Schwerte stehen im Rahmen eines "Theaterlabors" regelmäßig als Schauspieler auf der Bühne. In einem Kurzfilm über das aktuelle Stück „Judas“ wird deutlich, was sich durch die Theaterarbeit für die Inhaftierten verändert. Der zehnminütige Film ist eine Produktion der Universität Duisburg-Essen. Unter nrwision.de können Sie sich diesen Film anschauen.

 

FORTBILDUNG & TERMINE

Turning the tide - Gezeitenwechsel am 22. August 2012 in Köln
Ein deutscher Blick auf die 19. Internationale Aids-Konferenz. Expertinnen und Experten, die in Washington an der 19. Internationalen Aids-Konferenz teilgenommen haben, berichten aus erster Hand von den Ergebnissen. Sie diskutieren mit Fachleuten und Interessierten aus der Region. Die Veranstaltung findet am 22. August 2012 um 12.30 im Bauwerk in Köln statt. Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).

 

VERSCHIEDENES

Umgang mit multiresistenten Keimen - Ein Ratgeber für Betroffene und Angehörige
Das Kuratoriums Deutsche Altenhilfe (KDA) hat nützliche Informationen und praktische Empfehlungen zum Umgang mit multiresistenten Keimen in einer Broschüre herausgebracht. Es werden Fragen beantwortet wie: Was bedeutet es, Trägerin beziehungsweise Träger eines multiresistenten Keimes zu sein? Welche Veränderungen ergeben sich? Die 32-seitige Auflage finden Sie unter kda.de.

Lesetipp: „Das Bellen der Enten – Anerkennungsverhältnisse im Sozialprojekt „Ein Hotel für alle Felle“ der AIDS-Hilfe Bielefeld“
Die Autorin Dr. Melanie Plößer ist Professorin am Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit der Fachhochschule Kiel. In ihrem Aufsatz analysiert sie Ablehnung und Akzeptanz der „Andersheit des Anderen“. Der Text  reflektiert die Bedeutung der Arbeit mit Tieren für die persönliche Entwicklung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie die ablehnende Haltung der Gegnerinnen und Gegner des Sozialprojektes. Den Artikel finden Sie hier (PDF-Datei).

Der nächste Newsletter erscheint am 29. August 2012
Wir freuen uns über interessante Berichte, Veranstaltungshinweise etc. Bitte senden Sie diese per E-Mail an newsletter@nrw.aidshilfe.de. Redaktionsschluss für die kommende Ausgabe ist der 28. August 2012.

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