Nr. 12 vom 21. Juni 2012
Liebe Leserinnen und Leser,

in diesen Tagen jährt sich zum 20. Mal die Berufung von Ulrich Besting aus Münster, Christa Skomorowski aus Bonn und Reinhard Klenke aus Köln in die damals neu einberufene Landeskommission Aids. Am 7. Juli 1992 trat sie zu ihrer konstituierenden Sitzung zusammen. Der seinerzeitige Landesminister für Arbeit, Gesundes und Soziales, Hermann Heinemann, reagierte damit auf „die Vielfalt und Komplexität der im Zusammenhang mit Aids zu bewältigenden Aufgaben“ und bezog die Expertise der von Aids am meisten betroffenen Gruppen in die Beratung der Landesregierung mit ein. Von hier aus wurden die Eckdaten der HIV- und Aidsprävention formuliert und wichtige Projekte und Ideen entwickelt, die inzwischen längst realisiert werden konnten. Durch die Einbeziehung derjenigen, die als Nichtmediziner HIV und Aids am nächsten waren, und durch die breit gefächerte Zusammensetzung der Landeskommission gewann die Aidsarbeit in NRW eine neue Qualität. Partizipation, ein Begriff, der heutzutage in aller Munde ist, war auch schon 1992 der Schlüssel zum Erfolg. Die AIDS-Hilfe NRW dankt allen aus ihren Reihen, die im Laufe der zurückliegenden 20 Jahre in der Landeskommission Aids mitgearbeitet haben, besonders Rainer Ehlers, geb. Jarchow und Dirk Meyer, die lange als Vorsitzender bzw. stellvertretender Vorsitzender dieses Gremiums wirkten.

Dr. Guido Schlimbach | Pressesprecher


VERBAND / LOBBY

Projektverfahren Zielgruppenspezifische Prävention (ZSP) 2013
Das ZSP-Online-Verfahren 2013 ist angelaufen. Sämtliche Informationen über den Ablauf und das Formular zur Beratungsterminvereinbarung sind auf der Homepage der AIDS-Hilfe NRW zu finden. Ausschlusstermin für die Antragstellung ist der 31. August 2012. Mehr Details finden Sie unter ahnrw.de. Auch in diesem Jahr soll das Antragsverfahren ZSP dazu genutzt werden, neue Entwicklungen im Bereich HIV/Aids aufzugreifen und Akzente für die Planungen von Projekten des Folgejahres unter entsprechenden Gesichtspunkten zu setzen. In diesem Jahr soll die „Lebensstilakzeptanz im Zeitalter von EKAF, PEP, PREP & Co.“ thematisiert werden. Einen Text, der einen Zugang zu diesem Thema ermöglichen soll, finden Sie hier (PDF-Datei).


LEBEN MIT HIV/AIDS

Bedarfe in der Sekundärprävention – Was brauchen die Aidshilfen in NRW?
Das Projekt „Unterstützung Sekundärprävention auf Landesebene“ ist seit kurzem im Rahmen der Qualitätssicherung in der AIDS-Hilfe NRW angesiedelt. Es unterstützt, fördert, koordiniert und organisiert Maßnahmen, die den medizinischen und gesellschaftlichen Entwicklungen und deren Auswirkungen auf die Menschen, die mit HIV/Aids leben, Rechnung tragen. Schwerpunkte dieser Arbeit sind die Förderung der Gleichberechtigung, die Emanzipation und Abbau von Diskriminierung von Menschen mit HIV/Aids in den Bereichen: Beruf- und Arbeitswelt / Medizinischer und pflegerischer Sektor / Beziehungen / Älterwerden / Menschenrechte / Selbsthilfe, usw. Die Aidshilfen in NRW leisten hier bereits vielfältige Arbeit, die nun von der Landesebene verstärkt unterstützt werden soll. Um dies bedarfsgerecht tun zu können und diesen Bereich gemeinsam mit den regionalen Aidshilfen weiter zu entwickeln, freut sich unser Mitarbeiter Stephan Gellrich auf viele Anregungen und Gespräche. Unter stephan.gellrich@nrw.aidshilfe.de oder unter 0221-925996-11 können Sie einen persönlichen Termin mit ihm vereinbaren.

Positiventreffen „Sport für Positive und Kunsttherapie“ im August in Hattingen
Im Namen von POSITHIV HANDELN NRW laden wir HIV-positive Frauen und Männer aus NRW sehr herzlich zu diesem Wochenende vom 3. bis 5. August in Hattingen ein! „HIV-ART“ möchte die Freude am kreativen Tun fördern. Fernab von jedem Leistungsdruck können beim Malen innere Bilder geschöpft und zum Ausdruck gebracht werden. Es sind keinerlei Vorkenntnisse erforderlich. Die Kunsttherapie kann eine Unterstützung bei der Krankheitsbewältigung und eine Steigerung der Lebensqualität bedeuten. Beim „SPORT“ werden in erster Linie praktische Übungen mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern durchgeführt (Stretching, Gymnastik, Entspannung usw.) und es gibt auch theoretische Tipps für den Alltag. Unsere Trainer haben beste Erfahrungen bei Sport für Menschen mit HIV. Mehr Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier (PDF-Datei).

Vernetzungswochenende für schwule HIV-Positive bis 30 Jahren vom 30. August bis 2. September 2012 in Willingen
Die Aidshilfen in Frankfurt und Köln bieten zum fünften Mal ein verlängertes Wochenende im Gästehaus Lommerke, nahe Willingen/Upland, für junge HIV-positive schwule Männer (bis 30 Jahre) an. Eingeladen sind Teilnehmer aus ganz Deutschland. Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).

Leserbrief zur Berichterstattung über den Lippstädter Triathlon von Ulrich Besting
Aids - (k)ein Thema für Lippstadt? Ein Team der Aids-Hilfe Münster nahm im Rahmen des  Lippstädter Triathlons am Staffelwettbewerb teil und konnte einen dritten Platz erringen. HIV-Positive aus Lippstadt und Umgebung informierten uns, dass in den Listen der Podiumsplatzierungen in den verschiedenen Wettbewerben ausschließlich dieser dritte Platz in der Lippstädter Tageszeitung "der Patriot" keine Erwähnung findet.
Es fällt schwer, hier an einen unabsichtlichen Fehler zu glauben. Vielmehr erleben wir als Aids-Hilfe Münster bis zum heutigen Tag, dass das Thema HIV/Aids als vermeintlich "unanständige" Krankheit noch immer auf Abwehr und Tabuisierung stößt. Diese Ausgrenzung erschwert nicht nur die Prävention zum Bereich Sex und Gesundheit, sie setzt auch die von HIV Betroffenen unter einen erheblichen Druck. Ich kenne auch in Lippstadt Menschen mit HIV, die sich nicht trauen, selbst mit guten Freunden über die Diagnose zu sprechen.
Um Aufklärung und Solidarität mit HIV-Infizierten zu fördern, gehen regelmäßig Sportler mit und ohne HIV gemeinsam bei Lauf- und Triathlon-Wettbewerben für die Aids-Hilfe Münster an den Start. Das Nicht-Erwähnen des Erfolgs des Aids-Hilfe-Teams im Patrioten verdeutlicht, wie wichtig das - leider - auch heute noch ist.
Ulrich Besting, Aids-Hilfe Münster (Dieser Brief ging auch an den Triathlon-Veranstalter und die Aids-Hilfe Soest)


FRAUEN & AIDS

Die neue DHIVA ist erschienen!
Die neue DHIVA beschäftigt sich mit Reden über Sex, Partnerschaft und HIV, Jugendliche mit HIV und Sexualität, einer Vorschau auf den DSTIG-Kongress und die Welt-Aids-Konferenz sowie einer Nachlese auf die Münchner Aids- und Hepatitis-Tage und vielem mehr. Weitere Einzelheiten finden Sie hier (PDF-Datei).


DROGEN & AIDS

Milzbrand-Todesfall bei einem i.v. Drogenkonsumenten in Bayern
Dem Robert Koch-Institut wurde aus Bayern (SK Regensburg) der Fall eines 51-jährigen Mannes übermittelt, der an einer Milzbrandsepsis verstorben ist. Er hatte u.a. Heroin intravenös und intramuskulär injiziert und sich wegen einer infizierten Injektionsstelle am 5. Juni 2012 in ärztliche Behandlung begeben. Die Verdachtsdiagnose Milzbrand wurde mittels PCR bestätigt. Eine mögliche Infektionsquelle ist verunreinigtes Heroin. Da kontaminiertes Heroin auch in anderen Bundesländern und europäischen Staaten vertrieben worden sein könnte, schlägt das RKI vor, bundesweit in spezifischen Anlaufstellen über die Situation zu informieren. Da die Prognose der Infektion durch eine frühzeitige gezielte Antibiotikatherapie deutlich verbessert werden kann, ist es wichtig rechtzeitig an diese Diagnose denken. Weitere Informationen zu Milzbrand finden Sie u.a. auf der RKI-Homepage unter rki.de.


STRAFVOLLZUG

Moldawien informiert sich zu HIV/Aids-Prävention durch die Aidshilfen in Gefängnissen von NRW
Durch den Projekttitel “Capacity building for non-state actors in relation to HIV-AIDS prevention” hat es Ende April eine Begegnung mit Frauen und Männern aus NGO und dem Justizwesen aus Moldawien gegeben. An einem langen und intensiven Tag in den Räumen der Aidshilfe Köln wurden die Gäste ausführlich über die vielfältigen Angebote und Optionen der Aidshilfe allgemein, insbesondere jedoch zur Arbeit in Gefängnissen informiert. Das länderübergreifende Treffen, was auch im NRW-eigenen Vernetzungskontext äußerst ergiebig war, stärkt die Kolleginnen und Kollegen bei der Ausarbeitung einer bedarfsgerechten Angebotsstruktur in ihrem Land. Das besondere Interesse der Gäste galt darüber hinaus der praktischen Angebotsvielfalt der Spritzenautomaten. Ein Foto der am Gespräch Beteiligten sehen Sie hier (JPG-Datei).


TRANSKULTURELLE ORIENTIERUNG

Seminar im Rahmen der transkulturellen Öffnung am 20. und 21. Juli 2012 in Hagen
Unser Kollege Michael Wurm hat ein Seminar zur interkulturellen Öffnung als Organisationsentwicklungsprozess organisiert, das der Verein „Ethnologie in Schule und Erwachsenenbildung“ durchführen wird. Das Seminar steht allen Interessierten offen, die gern an der Weiterentwicklung der transkulturellen Öffnung unseres Verbands mitwirken. Die Einladung und weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).


ARBEITSGEMEINSCHAFT AIDS-PRÄVENTION NRW

Informationen zur Sitzung der Arbeitsgemeinschaft AIDS-Prävention NRW am 17. Januar 2012 online
Auf der Sitzung der Arbeitsgemeinschaft AIDS-Prävention NRW in dieser Woche hat das Gremium die Informationen zur vergangenen Sitzung am 17. Januar 2012 zur Veröffentlichung freigegeben. Auf der Tagesordnung standen unter anderem die Themen Arbeitsschwerpunkte der Arbeitsgemeinschaft 2012 und 2013, weitere Klärung des Aufgabenprofils der Geschäftsstelle und Weiterentwicklung des landesweiten Qualitätsmanagements. Es lohnt sich also reinzuschauen unter aids-nrw.de.

Anstieg der Syphilis-Meldungen in NRW im Jahr 2011
Laut Robert-Koch-Institut ist in Nordrhein-Westfalen ein Anstieg der Syphilis-Infektionen zu beobachten. Die Inzidenz liegt mit 5,5 Infektionen pro 100.000 Einwohner, wie in 2010, über dem Bundestrend. Besonders betroffen sind schwule Männer und andere Männer, die Sex mit Männern haben. In Dortmund ist eine Ausnahme von der bundesweiten Entwicklung zu beobachten: Während in anderen Regionen heterosexuell Übertragungen nicht so sehr ins Gewicht fallen, wurden in Dortmund  2011 hohe Syphilis-Inzidenzen bei Frauen und heterosexuellen Männern registriert. In Großstädten ist grundsätzlich die Inzidenz besonders hoch: Köln liegt beispielweise bei 24 Infektionen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner. Mehr lesen Sie unter aids-nrw.de.


VERSCHIEDENES

Der nächste Newsletter erscheint am 4. Juli 2012
Wir freuen uns über interessante Berichte, Veranstaltungshinweise etc. Bitte senden Sie diese per E-Mail an newsletter@nrw.aidshilfe.de. Redaktionsschluss für die kommende Ausgabe ist der 2. Juli 2012.
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