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Liebe Leserinnen und Leser,
die medizinische Forschung hat die
Therapiemöglichkeit für Menschen mit HIV in den letzten Jahren
entscheidend vorangebracht. Mittlerweile rückt HIV in die Nähe
chronischer Krankheiten. Abgesehen von den beruflichen,
gesundheitlichen, gesellschaftlichen und sexuellen Folgen dieser
erfreulichen Entwicklungen, bleiben doch besondere Bedürfnisse von
Menschen mit HIV, die sich mit anderen Krankheiten eben nicht
vergleichen lassen, und sei es nur das Stigma des tabubesetzten
Infektionswege. Auch wenn man inzwischen davon ausgehen kann, dass
Menschen mit HIV mit einer hochaktiven antiretroviralen Therapie
faktisch nicht infektiös sind und somit die die Therapie als Möglichkeit
zur erfolgreichen Vermeidung von weiteren Neuinfektionen eingesetzt
werden könnte, bleiben viele Fragen offen. Prävention wird niemals
vollständig medizinalisierbar sein, auch Zwangstherapien stehen
außerhalb der Diskussion, jedenfalls für die Aidshilfen. Es ist schon
schwierig genug, die hohe Schambesetzung der sexuell übertragbaren
Krankheiten zu umgehen, um Menschen mit häufig wechselnden
Sexualpartnerinnen und –partner zu regelmäßigen Gesundheitschecks zu
motivieren. Hier ist die Frage, wer dem Bedarf einer offenen,
diskriminierungsfreien Prävention am besten gerecht wird. Diese und
andere spannende Fragen wie Therapievereinfachung, therapeutisches
Drugmonitoring oder die immer aktuelle Diskussion über Moral und
Verantwortung, Kriminalisierung von HIV-Übertragungen oder eben die
Entkriminalisierung werden bei der 3. Fachtagung "HIV KONTROVERS" zur
Sprache kommen, die in diesem Jahr in Köln stattfinden wird. Diskutieren
Sie mit Vertreterinnen und Vertretern aus Aidshilfe,
Positivenselbsthilfe, Medizin und Versorgung, Politik und Verwaltung.
Zurzeit erarbeiten wir das Programm und entwerfen die
Diskussionsformate. Sehr bald können wir Ihnen das Programm vorstellen.
Heute laden wir Sie ein, sich bereits den 29. September 2012 fest
einzuplanen. Wir freuen uns auf viele interessierte Mitdiskutantinnen
und –diskutanten!
Dr. Guido Schlimbach | Pressesprecher
ÖFFENTLICHKEITSARBEIT / FUNDRAISING
:info # 1 2012 der AIDS-Hilfe Düsseldorf erschienen Im
neuesten Heft des :info geht es um sinkende Infektionszahlen
(Prävention wirkt), die angekündigte Aufhebung des Zwangsoutings in
nordrhein-westfälischen Gefängnissen und um HIV und Kinderwunsch. Dieses
und viel mehr lesen Sie hier (PDF-Datei).
Zum Jubiläumsjahr mit neuen Modulen für mehr Sicherheit Die
AIDS-Hilfe Rhein-Sieg e.V. feiert im September ihr 25-jähriges
Jubiläum. Damit blickt der Verein zurück auf zweieinhalb Jahrzehnte
engagierte Beratung und Begleitung von Menschen mit HIV und Aids im
Rhein-Sieg-Kreis und nimmt das Jubiläum zum Anlass, die überaus wichtige
Aufklärungsarbeit insbesondere junger Menschen neu zu gestalten. Die
Krankheit Aids hat sich seit der Gründung im Jahre 1987 verändert, dank
verbesserterTherapiemöglichkeiten können HIV-Positive inzwischen lange
mit dem Virus leben – verschwunden ist die Gefahr sich anzustecken aber
längst nicht. Und gerade junge Menschen müssen über diese Gefahren
aufgeklärt werden. Die AIDS-Hilfe Rhein-Sieg bietet sexuelle Bildung und
Gesundheit im Baukastensystem – von A wie Aids bis Z wie Zyklus.
Näheres lesen Sie hier (PDF-Datei).
SCHWULE PRÄVENTION
Ich wollte es so normal wie andere auch Im
Rahmen des KultCafés, dem Diskussionsforum für – nicht nur – ältere
Schwule und diesmal auch mal wieder für Frauen, liest Andreas Pretzel am
23. Juni 2012, um 16:00 Uhr im RUBICON aus seinem Buch über das Leben
von Walter Guttmann. Die Lebensgeschichte von Walter Guttmann entzieht
sich gängigen Festschreibungen. War er nun ein Holocaustüberlebender
oder eher ein jüdischer Homosexueller oder ein homosexueller Israeli mit
'Migrationshintergrund'? Walter Guttmann hat die Zeit des
Nationalsozialismus überlebt, eine Zeit, die seine Identität prägte.
Buchvorstellung und Lesung von Andreas Pretzel, Kulturwissenschaftler,
Historiker und Mit-Autor des Buches über Walter Guttmann. Den Flyer zur
Veranstaltung finden Sie hier (PDF-Datei).
FRAUEN & AIDS
XXelleROXX am 16. Mai 2012 in Bochum Nach
den Events in Dortmund, Essen und Duisburg rockt XXelle 2012 in Bochum
im Bahnhof Langendreer. Die Konzertbesucherinnen und Konzertbesucher
erwartet ein toller Abend mit "Call me Mary", "melanchoholica" und der
Band "fataal". Alles weitere lesen Sie unter xxelle-nrw.de.
DROGEN & AIDS
Partydrogen: Wirkung, Nebenwirkung, Wechselwirkung Ausgehen,
Abtanzen, Party machen: Drogen gehören für viele einfach mit dazu. Der
Sekt zum Vorglühen, die XTC zum Abtanzen, Koks und eine "Blaue" zum Sex
und einen Joint zum runterkommen: Für jede Stimmung scheint es den
richtigen "Verstärker" zu geben. Doch viele Drogen zeigen neben der
erwünschten Wirkung auch ungewollte, nicht bedachte Nebenwirkungen.
Werden die Drogen gemischt, werden die Risiken häufig unkalkulierbar.
Dies gilt besonders, wenn HIV-Medikamente genommen werden, denn
Partydrogen können mit der Kombinationstherapie erhebliche
Wechselwirkungen haben. Im Rahmen der Gesprächsreihe MED-INFO lädt die
Aidshilfe Köln am 28. Juni 2012 um 19:30 Uhr in die Opernterrassen,
Brüderstraße 2-4 in 50667 Köln. Informationen, Antworten auf
persönlichen Fragen und Diskussion ohne moralischen Zeigefinger,
insbesondere für Party- und Clubleute, gibt Ralf Wischnewski von der
Drogenhilfe Köln.
17. Hamburger Suchttherapietage unter dem Schwerpunktthema: Sucht und Politik "Suchtkrank,
weiblich, traumatisiert, dissoziativ – wie kann stationäre Therapie
gelingen?" oder "Ambulante Betreuung von jungen Müttern mit einer
Suchtproblematik" oder die "Behandlung von drogenabhängigen Frauen und
Männern mit Gewalterfahrungen im Versorgungsnetzwerk" sind Beispiele
geschlechterbezogener Themen der diesjährigen Hamburger
Suchttherapietage vom 29. Mai bis 1. Juni 2012. Anmeldung und
informationen unter suchttherapietage.de.
Motto zum 21. Juli 2012: Legalisierung gleich Kontrolle! Der
diesjährige Nationale Gedenktag für verstorbene Drogengebraucherinnen
und Drogengebraucher steht unter der Schirmherrschaft von Gregor Gysi.
Der Bundesverband der Eltern und Angehörigen für akzeptierende
Drogenarbeit e.V. bittet um möglichst große Beteiligung an diesem
inzwischen auch international berücksichtigten Gedenktag. Durch eine
über die reine Trauer und Erinnerung an die Verstorbenen hinausgehende
Beteiligung in Form von Aktion und Protest soll auf die drogenpolitische
Wahrnehmung in unserem Land Einfluss genommen werden. Das Motto
"Legalisierung gleich Kontrolle!" macht deutlich, dass gerade durch die
Prohibition dem Schwarzmarkt und damit gesundheitsschädigenden
Beimengungen an den illlegalisierten Stoffen der Weg geebnet wird.
Informationen zur Vorbereitung des Gedenktages lesen Sie auf der Hompage
des Elternverbandes unter akzeptierende-eltern.de.
Schadenminimierung in Moskau ermöglichen: Andrey Rylkov Stiftung sammelt Geld für Spritzenbus Die
Andrey Rylkov Stiftung ist eine Selbsthilfegruppe in Moskau, die unter
extrem schwierigen Bedingungen Schadensminderung bei
Drogengebraucherinnen und Drogengebrauchern betreibt (rylkov-fond.org).
Um einen Bus für Spritzen- und Nadeltausch und andere schadensmindernde
Maßnahmen auf Moskaus Straßen zu bringen, ruft sie nun zu einer
internationalen Spendenaktion auf. Einen Kurzfilm mit deutschen
Untertiteln und weitere Angaben zur Spendenaktion sehen Sie unter globalgiving.org.
STRAFVOLLZUG
Deutsche AIDS-Hilfe kritisiert Gerichtsbeschlüsse des Landgerichtes Augsburg gegen Substitution in Haft Das
Landgericht Augsburg hat nach Aktenlage und ohne Berücksichtigung der
geltenden Substitutionsrichtlinien die Klagen zweier heroinabhängiger
Gefängnisinsasssen auf eine Substitutionsbehandlung zurückgewiesen. Der
Stellungnahme einer auf Substitution spezialisierten Ärztin der
Deutschen Gesellschaft für Suchtmedizin (DGS) maß das Gericht keine
Bedeutung bei. Es argumentiert unter anderem, dass keine Aussicht auf
Heilung bestehe. Laut Bayerischem Strafvollzugsgesetz müssen Gefangene
eine genauso gute medizinische Behandlung erhalten wie Menschen in
Freiheit. Gemäß Artikel 60 haben sie Anspruch auf Krankenbehandlung,
wenn diese notwendig ist, um eine Krankheit zu erkennen, zu heilen, ihre
Verschlimmerung zu verhüten oder Krankheitsbeschwerden zu lindern. Die
Deutsche AIDS-Hilfe kritisiert die Beschlussfassung des Landgerichtes
Augsburg entschieden und fordert generell, das medizinische Personal in
den Anstalten aus- und weiterzubilden, damit auch in Haft eine
bedarfsgerechte Versorgung von Suchtkranken gewährleistet ist.
Ausführliches zu dieser bayrischen Justiz-Affäre lesen sie unter aidshilfe.de.
Freiheit: ein relativer Begriff In
Deutschland wird statistisch täglich etwa 70.000 Menschen die Freiheit
entzogen. Was Gefangene dazu mitteilen, lesen Sie in einem Gastbeitrag
der Redaktionsgemeinschaft von „der Lichtblick“ aus der JVA Tegel in
Jungle-World unter dem Titel: "Freiheit auf Entzug". Mehr über die auflagenstärkste, unzensierte Gefangenenzeitung lesen Sie unter lichtblick-zeitung.de.
Am 31. Mai 2012 ist Kinostart des Dokumentarfilms "Meine Freiheit,
Deine Freiheit" der den schwierigen Weg von zwei Gefangenen aus der
Frauenhaftanstalt Berlin Lichtenberg in das Leben in Freiheit
aufzeichnet. Der Film ist mit mehreren (inter)nationalen Preisen
ausgezeichnet. Nähere Informationen dazu sehen Sie hier berlin.de.
VERSCHIEDENES
25 Jahre AIDS-Beratung in den Gesundheitsämtern in NRW - Start der landesweiten Kampagne WIE AUCH IMMER Anlässlich
des Jubiläums – 25 Jahre AIDS-Beratung in den Gesundheitsämtern in
Nordrhein-Westfalen – starten die Gesundheitsämter die landesweite
Informations- und Präventionskampagne WIE AUCH IMMER. Mit der Botschaft
"Mit uns können Sie reden. Wir beraten und helfen kompetent,
vertraulich, anonym und kostenfrei." machen die Gesundheitsämter
landesweit auf die fachlich qualifizierten Beratungs-und
Untersuchungsangebote der Gesundheitsämter zu HIV und sexuell
übertragbaren Infektionen aufmerksam. Eine Übersicht der
Beratungsstellen in NRW sowie nähere Informationen zur Kampagne WIE AUCH
IMMER erhalten Sie unter vak-nrw.de und aids-nrw.de.
Inklusion – konkret: Vielfalt erkennen, wertschätzen und nutzen Am
8. März 2012 führte die Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege
NRW in Gelsenkirchen eine bereichsübergreifende Fachtagung zur
Inklusion durch, die bis zum letzten Platz ausgebucht war. Der kommunale
Index für Inklusion steht unter dem Motto "Vielfalt erkennen,
wertschätzen und nutzen". Zur Veranschaulichung gibt es einen Kurzfilm
unter montag-stiftungen.de. Die vielseitigen und anregenden Tagungsbeiträge fin den Sie unter freiewohlfahrtspflege-nrw.de. Informationen zum zugehörigen Förderprogramm finden Sie auf der Seite von Aktion Mensch unter aktion-mensch.de.
"Regulationsmechanismen der Erregerabwehr – Neue Perspektiven antimikrobieller Therapie?" Die
Nationale Akademie der Wissenschaft lädt zum LEOPOLDINA-SYMPOSIUM zum
Thema "Regulationsmechanismen der Erregerabwehr – Neue Perspektiven
antimikrobieller Therapie?" ein. Das Symposium findet einen Tag vor dem
STI-Jubiläumskongress, am 13. Juni 2012 im historischen Bärensaal, im
Alten Stadthaus Berlin statt. Beginn ist 13:00 Uhr, die Veranstaltung
endet mit dem öffentlichen Vortrag um 20:00 Uhr mit anschließendem Get
together. Den Programmflyer finden Sie hier (PDF-Datei).
Der nächste Newsletter erscheint am 23. Mai 2012 Wir freuen uns über interessante Berichte, Veranstaltungshinweise etc. Bitte senden Sie diese per E-Mail an newsletter@nrw.aidshilfe.de. Redaktionsschluss für die kommende Ausgabe ist der 21. Mai 2012. |
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