April 2012
Liebe Leserinnen und Leser,
vor drei Wochen konnte die AIDS-Hilfe NRW zahlreiche Gäste begrüßen, die zum Jahresempfang ins Düsseldorfer Maxhaus gekommen waren. Besonders hohe Erwartungen wurden in die Rede gesetzt, zu der der Justizminister des Landes Nordrhein-Westfalen, Thomas Kutschaty, eingeladen war. Einerseits hatte man mit ihm erstmals einen Justizminister zu einer Veranstaltung eingeladen, zum anderen schraubten die Ereignisse und politischen Diskussionen der zurückliegenden anderthalb Jahre die Erwartungen noch in die Höhe. Der Landesvorsitzende der AIDS-Hilfe NRW, Klaus-Peter Schäfer, formulierte dann auch klar und deutlich die Positionen des Verbands zur Situation im Strafvollzug, zum Umgang mit Drogen und zur Kriminalisierung von HIV-Infektionen. Immerhin, der Minister enttäuschte nicht, die Ankündigung der Aufhebung des sogenannten Zwangsoutings bei Umschluss und Gemeinschaftsunterbringung Inhaftierter lässt hoffen, dass sich die Lebenssituation der Gefangenen mit HIV verbessert, indem sie selbst entscheiden können, wem sie ihren HIV-status offenbaren oder nicht. Von den rund 18.000 Inhaftierten sind nur etwas mehr als 1.000 Frauen (5,8 %) und insgesamt nur maximal 150 Inhaftierte sind HIV-positiv. Doch auch nur für diese wenigen Frauen mit HIV hat sich das Engagement vieler gelohnt, denn was für die Gesellschaft draußen gilt, muss auch im Justizvollzug gelten: Informationsfreiheit und freier Zugang zu Prävention und Gesundheitsversorgung. Bleibt zu hoffen, dass diese Erkenntnis bald vollumfänglich in allen Justizvollzugsanstalten des Landes Folgen zeigt. Die Reden von Klaus-Peter Schäfer und Thomas Kutschaty finden Sie in der Pressemappe zum Jahresempfang unter ahnrw.de.
Ich wünsche Ihnen allen viel Spaß beim Lesen des Newsletters!
Petra Hielscher
Frauen und Aids
AIDS-Hilfe NRW e.V.


A K T U E L L E S / N E W S

XXelleROXX am 16. Mai 2012 in Bochum
Nach den Events in Dortmund ,Essen und Duisburg findet XXelleROXX in diesem Jahr bereits zum vierten Mal statt; und zwar in Bochum . Mit der Konzertreihe möchten die Veranstalterinnen auf XXelle und die Situation von HIV-positiven Frauen aufmerksam machen. Der Erlös des Abends fließt in die Angebote für Frauen mit HIV, insbesondere gemeinsame Gruppenangebote. Das Poster für XXelleROXX finden Sie hier (PDF-Datei).

HIV und Kinderwunsch
Am 10. Mai 2012 findet bei der AIDS-Hilfe Düsseldorf ein Vortrag zum Thema Kinderwunsch und Schwangerschaft statt. Die Referentin ist die HIV-Schwerpunktärztin Anette Strehlow. Eine Sprachmittlung ins Englische und Französische ist möglich. Alle weiteren Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).

Zertifikatskurs: Case Management im Sozial-/Gesundheitswesen und in der Beschäftigungsförderung am 25. Mai 2012 in Wuppertal
Im Mai 2012 startet das Paritätische Bildungswerk NRW eine Qualifizierung zur Case Managerin bzw. zum Case Manager im Sozial-/Gesundheitswesen und in der Beschäftigungsförderung. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer können das Zertifikat als Case Managerin beziehungsweise Case Manager, anerkannt nach den Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Care und Case Management, erwerben. Nähere Informationen lesen sie hier (PDF-Datei).

Zertifikatskurs Fachberaterin/Fachberater für Psychotraumatologie
Anfang Mai startet der berufsbegleitende Zertifikatskurs Psychotraumatologie, der sich an professionelle Helferinnen und Helfer verschiedener Berufsgruppen richtet, die in ihrem Arbeitsbereich mit psychisch traumatisierten Menschen in Kontakt kommen und eine Zusatzqualifikation im Spezialgebiet Psychotraumatologie erwerben möchten. Die Weiterbildung wird vom Deutschen Institut für Psychotraumatologie e. V. zertifiziert. Termine und detaillierte Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).

II. Treffen des Netzwerks Frauen und Aids
Vom 7. bis 9. Mai 2012 findet das II. Treffen des Netzwerks Frauen und Aids statt. Thema des Treffens ist die Frage "Sexuelle Gesundheit - ein Thema für Frauen in der Aidsarbeit?" Seit einiger Zeit diskutieren Fachleute mit Aktivistinnen und Aktivisten in der Aidsarbeit verstärkt den Begriff "sexuelle Gesundheit". Was bedeutet das für Frauen in der Aidshilfearbeit? Welche STI betreffen Frauen besonders oder anders? Hat HIV/Aids sich als Thema erledigt? Leiterin ist Harriet Langanke von der GSSG. Referentinnen sind Viviane Bremer vom European Centre for Disease Prevention and Control und Marianne Rademacher, Frauenreferentin der Deutschen Aids-Hilfe. Die Einladung und Anmeldeunterlage finden Sie hier (PDF-Datei).

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung Kampagne mach's mit
In der aktuellen mach's mit Kampagne ist einiges anders als bisher, Menschen tauchen erstmals in den Kampagnenmotiven auf, aus der Kampagne zur HIV-Prävention wird eine Kampagne zur Prävention von HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen (STI) und es gibt ein STI-Logo das zur Information über sexuell übertragbare Infektionen aufruft. Da sexuell übertragbare Infektionen leichter beim Sex übertragen werden können als HIV, wurde die HIV-Präventionsbotschaft "Kondome schützen" erweitert. Was neu dazu kommt und genauso wichtig ist: das Wissen zu STI. Die neue Präventionsbotschaft lautet: "Mit Wissen & Kondom schützt Du Dich vor HIV und verringerst das Risiko einer Ansteckung mit anderen sexuell übertragbaren Infektionen (STI)." Wer mehr lesen möchte, machsmit.de.

Geschlechtsspezifische Tötungen in Deutschland: Tödliche Partnerschaftsgewalt gegen Frauen
Die Frauenhauskoordinierung hat im Februar gemeinsam mit Ban Ying (Koordinations- und Beratungsstelle gegen Menschenhandel), dem bff (Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe) und der ZIF (Zentrale Informationsstelle Autonomer Frauenhäuser) eine Eingabe für Rashida Manjoo (Südafrika), der UN-Sonderberichterstatterin über Gewalt gegen Frauen, deren Gründe und Auswirkungen (Special Rapporteur on violence against women, its causes and consequences) über Deutschland erarbeitet. Die Sonderberichterstatterin kann weltweit Länderbesuche machen und berichtet unter Verwendung der Eingaben und ihrer eigenen Faktensammlungen einmal im Jahr zu spezifischen Themen vor dem UN Frauenrechtsausschuss (CEDAW). Die vorliegende Eingabe ist ein Bericht über die Problemlagen und Lücken bei der Prävention und im Umgang mit geschlechtsspezifischen Tötungen von Frauen in Deutschland. Den ins Deutsche übersetzten Inhalt der Eingabe finden Sie hier (PDF-Datei).


A n k ü n d i g u n g e n  d e r  A I D S - H i l f e  N R W  e. V.

Expedition Leitbild 2012: Aufruf zur Beteiligung
Mit der Expedition Leitbild 2012 schreitet die Leitbildaktualisierung voran! Mehr als dreißig Personen haben sich bereits für das Online-Forum registriert und auch schon erste Rückmeldungen eingebracht. Wir freuen uns darüber, dass die ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das Forum nutzen, um ihre Ideen für ein neues Leitbild auszutauschen. Dieses Forum bietet die Chance, dass sich jede und jeder unabhängig von Ort und Uhrzeit beteiligen kann. Gleichzeitig ermöglicht das Forum eine transparente Diskussion: Jede und jeder kennt die Beiträge der anderen, kann dazu Stellung nehmen  und den Verlauf der Diskussion verfolgen.
Wir laden weiterhin zur Beteiligung an der Expedition Zukunft ein. Die Diskussion im Online-Forum ist noch bis zum 30. April 2012  möglich. Das Forum hat die Internetadresse partizipation.ahnrw.de. Selbstverständlich freuen wir uns auch über alle Formen der Werbung, dass man bei Expedition Leitbild 2012 mitmachen kann.

AIDS-Hilfe NRW fordert Umdenken in der Rechtsprechung
Die strafrechtliche Verfolgung sexueller Handlungen, bei denen HIV übertragen wurde oder hätte übertragen werden können, schadet der Prävention. Das erklärte die AIDS-Hilfe NRW anlässlich der Veröffentlichung eines Positionspapiers ihres Bundesverbands, der Deutschen AIDS-Hilfe. Darin heißt es, dass die Abwälzung der Verantwortung allein auf Menschen mit HIV Übertragungen eher begünstigt als verhindert. Verantwortung lässt sich weder teilen, noch delegieren. Eine Kriminalisierung legt aber nahe, dass allein die Menschen mit HIV für den Schutz zuständig sind. Dabei ist die Richtschnur unserer Prävention die hundertprozentige Verantwortung aller, in erster Linie für sich selbst, aber auch für das Gegenüber. POSITHIV HANDELN, die Landesarbeitsgemeinschaft der Menschen mit HIV in NRW hatte bereits im November 2011 öffentlich darauf hingewiesen, dass die Strafverfolgung kein angemessenes Instrument der Infektionsvermeidung ist. Die Position von POSITHIV HANDELN ging in das Papier der Deutschen AIDS-Hilfe ein. Die Presseerklärung der AIDS-Hilfe NRW finden Sie hier (PDF-Datei).


A n k ü n d i g u n g e n  d e r  D e u t s c h e n   A I D S - H i l f e  e.V.

Halbzeit bei "positive stimmen"
seit November sind 40 HIV-positive Menschen im Rahmen des Projekts „positive stimmen – Leben mit HIV und Stigmatisierung“ in ganz Deutschland unterwegs und befragen andere HIV-Positive zu ihren Erfahrungen mit Stigmatisierung und Diskriminierung. Mehrere hundert Interviews sind bereits geführt, weitere werden folgen. Jetzt ist Halbzeit bei „positive stimmen“ und ein guter Moment, um innezuhalten und zu schauen, was bis jetzt erreicht wurde und wie es weitergehen soll Ein Interview zum Stand der Dinge findest Du hier (PDF-Datei). Die Deutsche AIDS-Hilfe sucht auch im Jahr 2012 noch Menschen mit HIV, die Interesse haben, sich im Rahmen des Projektes zum Thema Diskriminierung und Stigmatisierung interviewen zu lassen. Daher wäre es toll, wenn ihr weiterhin die Interviewer/innen unterstützen und eine Beteiligung im Projekt bewerben könntet. Bei Fragen und Hinweisen steht euch Carolin Vierneisel (Deutsche AIDS-Hilfe) unter der Rufnummer 030-69008711 gerne zur Verfügung! mMhr Infos zum Projekt gibt’s auch unter positive-stimmen.de.

Positive Begegnungen 2012 - Ein Kongress der Bewegung und Beteiligung
Rund 350 Menschen werden zu den „Positiven Begegnungen“ (PoBe) vom 23. bis 26. August in Wolfsburg erwartet. Die Vorbereitungen zu Europas größter Selbsthilfekonferenz zum Leben mit HIV/Aids laufen bereits auf Hochtouren. Sie findet alle zwei Jahre statt und wird von der Deutschen AIDS-Hilfe gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Selbsthilfe-Communities veranstaltet. Axel Schock hat Stephan Gellrich und Heike Gronski vom Vorbereitungsteam zu den geplanten Schwerpunktthemen befragt. Das ganze Interview findest Du auf blog.aidshilfe.de.


S O N S T I G E S

Stellenausschreibung der aidshilfe dortmund e.v.
In der Beratungsstelle der aidshilfe dortmund wird die Stelle der Teamleitung/Projektmitarbeit XXelle frei. Gesucht wird hierfür eine Sozialarbeiterin oder eine Mitarbeiterin mit vergleichbarer Qualifikation. Die Stelle hat einen Umfang von 30 Stunden in der Woche und wird in Anlehnung an TVÖD 10 vergütet. Die Bewerbungsfrist endet am 27. April 2012. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte der Ausschreibung (PDF-Datei).

Die FUMA Fachstelle Gender NRW sucht Referentin / Referent
Zur Wiederbesetzung sucht der Fachverband FUMA e. V. zum 01. August 2012 eine Referentin / einen Referent für Gender Mainstreaming und Öffentlichkeitsarbeit für eine 75% Stelle (TV-L 10) für die Fachstelle Gender NRW mit Sitz in Essen. Die Stellenausschreibung finden Sie hier (PDF-Datei).

Der nächste Newsletter erscheint Mitte Mai 2012.
Ich freue mich über interessante Berichte, Veranstaltungshinweise etc. Bitte senden Sie diese per Mail an Petra Hielscher.
 
 
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