Nr. 5 vom 2. März 2012
Liebe Leserinnen und Leser,

im August 2002 verabschiedete die AIDS-Hilfe NRW ihr Leitbild und beendete damit einen aufwändigen Diskussionsprozess über die Orientierung und das Profil ihrer Arbeit. Zehn Jahre später ist es Zeit, sich den Text anzuschauen und erneut darüber zu diskutieren. Was hat sich verändert, wie sind die Voraussetzungen und Rahmenbedingungen, wo liegen neue Herausforderungen und Perspektiven?
Ab sofort steht bis zum 30. April ein Online-Forum zur Verfügung, wo über die Veränderung des Leitbilds diskutiert werden kann: partizipation.ahnrw.de. Danach wird die Redaktionsgruppe aus Vertreterinnen und Vertretern des Verbandes aus den feingebrachten Ideen einen konkreten Formulierungsvorschlag entwerfen.
Ziel der Expedition Leitbild 2012 ist es, viele Menschen im Verband zu beteiligen, das Leitbild zu aktualisieren. In Zeiten der EKAF-Studie zur Infektiosität bei Viruslast unter der Nachweisgrenze, der gestiegenen Bedeutung von sexueller Gesundheit und immer knapper werdenden öffentlichen Haushalten ist es von großer Bedeutung, dass wir einen intensiven Dialog über gemeinsame Ziele, Haltungen und Werte führen, um gut in die Zukunft gehen zu können.
Über eine rege Beteiligung möglichst vieler Menschen aus allen Verbandsstrukturen freuen wir uns sehr. Wenn Sie Fragen bezüglich der Beteiligung haben, steht Ihnen unser Kollege Michael Wurm, der Expedition Leitbild 2012 koordiniert, gern Rede und Antwort.

Dr. Guido Schlimbach | Pressesprecher



ÖFFENTLICHKEITSARBEIT / FUNDRAISING

Arbeitsverhältnis mit Carsten S. wurde beendet
Am 1. Februar 2012 wurde Carsten S. in Düsseldorf verhaftet. Er steht unter dem Verdacht, die „Zwickauer Terrorzelle“ unterstützt zu haben. Die AIDS-Hilfe Düsseldorf, die seit 2005 Carsten S. beschäftigte, wurde von der Verhaftung überrascht und erfuhr aus den Medien davon. Seitdem sitzt Carsten S. in Untersuchungshaft und die Projekte für die er gearbeitet hat liegen brach. In Absprache zwischen Vorstand und Geschäftsführung der AIDS-Hilfe Düsseldorf und dem Anwalt Jakob Hösl, Rechtsbeistand von Carsten S., wurde der Arbeitsvertrag mit der AIDS-Hilfe Düsseldorf e.V. und dem Verein Schwul-lesbische Jugendarbeit Düsseldorf e.V. (PULS) einvernehmlich beendet. Da der weitere Verlauf und die damit verbundene Dauer des Verfahrens nicht absehbar sind, war es auch in Carsten S. Sinne, das Arbeitsverhältnis aufzulösen. Er möchte damit mögliche Nachteile von der AIDS-Hilfe und den Menschen, für die er in Projekten tätig war, abwenden. Die Pressemitteilung der AIDS-Hilfe Düsseldorf finden Sie hier (PDF-Datei).

Architektinnen und Architekten gesucht
Die Aidshilfe Köln plant ein barrierefreies Wohnprojekt für ältere schwule Männer, die HIV-positiv sind. Für die Planung und Baubegleitung dieses neuen Wohnprojekts sucht sie interessierte Architekteninnen und Architekten, die sich vorstellen können, ihre Arbeit anzubieten und einen ersten Planungsentwurf einer Jury zu präsentieren. Einzelheiten lesen Sie hier (PDF-Datei).


MENSCHEN MIT HIV/AIDS

Vortrag zum Thema "HIV und Hepatitis"
In den letzten Jahren haben sich die Therapiemöglichkeiten sowohl der HIV-Infektion als auch der unterschiedlichen Hepatitiserkrankungen kontinuierlich verbessert. Dennoch ist der Verlauf von Hepatitis B und C schwerwiegender, wenn gleichzeitig eine HIV-Infektion vorliegt. Die AIDS-Hilfe Bielefeld lädt am 5. März zu einem Vortrag mit Dr. Ulrich Pfaff ein, der besonders auf die Hepatitis A, B und C und deren Behandlungsmöglichkeiten eingehen sowie offene Fragen beantworten wird. Weitere Informationen lesen Sie hier (PDF-Datei).


SCHWULE PRÄVENTION

Runder Tisch "Ältere Schwule in NRW" am 27. April 2012
Georg Roth, seit kurzem Landeskoordinator für ältere Schwule in NRW, möchte einen besonderen Blick auf die Lage und Situation älterer schwuler Männer richten. Dazu lädt er nun gemeinsam mit dem Rubicon Beratungszentrum sehr herzlich zum Runden Tisch "Ältere Schwule in NRW" am 27. April 2012 nach Köln ein. Weitere Informationen dazu lesen Sie hier (PDF-Datei).


FRAUEN & AIDS

Die neue DHIVA ist erschienen!
Die neue DHIVA beschäftigt sich mit der Generation 60plus und HIV, Rita Süssmuth, die über Sex redet, Wissenswertes über Tantra, Biologische Zahnhygiene und vielem mehr. Weitere Einzelheiten finden Sie hier (PDF-Datei).


DROGEN & AIDS

Arbeit und Qualifizierung für Menschen, die akut Drogen konsumieren
Die Aidshilfe Köln stellt die Arbeit der Zweiradwerkstatt 180° vor. In der Werkstatt arbeiten Menschen, die akut Drogen konsumieren. Oft verbessert die Arbeit und Qualifizierung deutlich die persönliche Lebenssituation der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Das Projekt trägt zudem maßgeblich zu ihrer gesellschaftlichen Teilhabe bei. Menschen mit Drogenproblemen werden häufig lediglich als Kranke oder Kriminelle behandelt. Ihre individuellen Stärken und Potentiale werden hingegen selten erkannt und gefördert. Weitere Informationen lesen Sie hier (PDF-Datei).


STRAFVOLLZUG

Sicherheit und Verantwortung im Strafvollzug
Sicherheit schaffen und gleichzeitig Verantwortung für die Schicksale auf der anderen Seite der Zellentür übernehmen, das wäre eine zeitgemäße Haltung für einen modernen Strafvollzug. Am Beispiel der Anstaltsleiterin Wotzlaw in der JVA Köln stellt RTL/explosiv in der Sendung vom 18. Februar 2012 dar, wie wichtig es ist, im Täter den Menschen zu sehen und Strafhaft so zu gestalten, dass Gefangene besser entlassen werden können als sie eingewiesen wurden. Der Beitrag ist unter rtl-now.rtl.de/explosiv zu sehen (Sendeminuten 10:25-18:30).

Bundeselterngeld steht auch Müttern im Justizvollzug zu
Das Sozialgericht Berlin hat einen Leistungsausschluss vom Elterngeld bei Aufenthalt einer Mutter in einer Justizvollzugsanstalt zur Verbüßung einer Strafhaft abgewiesen. Die entgegenstehende Richtlinie des Bundesfamilienministeriums, wonach inhaftierte Mütter keinen Anspruch auf Elterngeld haben, widerspreche dem Gesetz. Voraussetzung für Elterngeld sei, dass die Mutter zusammen mit ihrem Kind in der Justizvollzugsanstalt lebe und für es sorge. Dies sei während einer Haftzeit anzunehmen, wenn die Mutter täglich die Ernährung und Pflege besorge und ihr auch die Verwaltung der ihr zur Verfügung stehenden Mittel obliege. Das noch nicht rechtskräftige Urteil lesen Sie hier (PDF-Datei).

Verbesserung des Informationsflusses in der Zusammenarbeit mit den JVA im Rahmen des Übergangsmanagements
Die Rahmenvereinbarung zum Übergangsmanagement wurde bisher nur von wenigen Beratungsstellen abgeschlossen. Um eine stärkere Verbreitung des Übergangsmanagements zu erreichen, wurde zwischen den Vertreterinnen und Vertretern der Freien Wohlfahrtspflege sowie der JVA-Sozialdienste vereinbart, eine Kontaktliste aller Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner in den Beratungsstellen für das Übergangsmanagement zu erstellen. Diese Zusammenstellung soll auf der Webseite www.inforum-sucht.de veröffentlicht werden. Ziel ist es, hierdurch die persönliche Kontaktaufnahme zwischen den Diensten zu verbessern und die Kooperationsbeziehungen zu intensivieren. Das Anschreiben zur Erstellung dieser Kontaktliste finden Sie hier (PDF-Datei), den Rückmeldebogen zur Erhebung der Kontaktdaten finden Sie hier (PDF-Datei).


VERSCHIEDENES

Patentrecht kostet Menschenleben!
In Indien werden 80 % aller generischen HIV-Medikamente weltweit hergestellt, bei HIV-Medikamenten für Kinder sind es sogar 90 %. Generika sind kostengünstige, qualitativ gleichwertige Kopien von Originalmedikamenten. Durch das ACTA-Handelsabkommen zur Bekämpfung von Produktpiraterie und das EU-Freihandelsabkommen mit Indien sollen Patentrechte gestärkt und die Herstellung von Generika eingedämmt werden. Kommt es zu einem Abschluss, hätte das für HIV-Positive in Entwicklungsländern tödliche Konsequenzen. Den Beitrag unseres ehemaligen Mitarbeiters Peter Wiessner lesen Sie unter blog.aidshilfe.de.

Der nächste Newsletter erscheint am 14. März  2012
Wir freuen uns über interessante Berichte, Veranstaltungshinweise etc. Bitte senden Sie diese per E-Mail an newsletter@nrw.aidshilfe.de. Redaktionsschluss für die kommende Ausgabe ist der 12. März 2012.

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