Nr. 4 vom 15. Februar 2012
Liebe Leserinnen und Leser,

vor fünf Jahren rief unser Landesvorstand das Kuratorium der AIDS-Hilfe NRW ins Leben. Seitdem sind die Kuratoriumsmitglieder, angeführt von der ehemaligen Landesgeschäftsführerin und Staatssekretärin a.D. Christiane Friedrich, auf die ein oder andere Weise in Erscheinung getreten. Nach wie vor gehören Joe Bausch-Hölterhoff, Tatort-Schauspieler und Arzt in der Justizvollzugsanstalt Werl, der Aachener Bundestagsabgeordnete Rudolf Henke, BfS-Geschäftsführer Norbert Küsgen und Theaterprinzipal Christian Stratmann aus dem Ruhrgebiet dem Kuratorium an. Nach Ausscheiden von Bärbel Dieckmann und Frank Stauss hat der Vorstand jetzt vier weitere Mitglieder in das Kuratorium berufen. Mit dem Oberbürgermeister von Bielefeld, Pit Clausen, dem Kölner Landtagsabgeordneten Arndt Klocke, Prof. Dr. Michael Stricker, Professor für Sozialmanagement an der Fachhochschule Bielefeld, und dem Schauspieler, Autor und Produzenten Claus Vinçon hat das Kuratorium jetzt neun Mitglieder.
Indem die Kuratoriumsmitglieder der AIDS-Hilfe NRW gestatten, ihren Namen öffentlich mit der Aidshilfe in Verbindung zu bringen, und sich ggf. durch eigene Stellungnahmen zu den Schwerpunkten der Aidshilfearbeit äußern, tragen sie zur gesellschaftlichen Akzeptanz von Menschen mit HIV und der Präventionsarbeit bei. Das neu zusammen gesetzte Kuratorium tritt erstmals am 29. März im Vorfeld des Jahresempfangs in Düsseldorf zusammen. Einige Mitglieder werden dann auch am Jahresempfang teilnehmen und stehen unseren Gästen dann auch zu Gesprächen zur Verfügung.

Dr. Guido Schlimbach | Pressesprecher


ÖFFENTLICHKEITSARBEIT

Überblick zur Situation von HIV bei Migranten in Deutschland
Das Robert-Koch-Institut gibt im neulich erschienenen Epidemiologischen Bulletin (03/12) einen Überblick zur Situation von HIV bei Migranten in Deutschland. Die Auswertung de RKI basiert auf den RKI-Statistiken zu denjenigen Personen, bei denen ein anderes Herkunftsland als Deutschland angegeben wurde. "Unter den 697 Personen, die ein anderes Herkunftsland als Deutschland angegeben haben, lagen bei 86 % (n = 622) Angaben zum Infektionsrisiko vor. Bei den Männern dominierte als Übertragungsweg Sex mit Männern (MSM), bei den Frauen heterosexuelle Kontakte (Hetero). Unter den Frauen mit heterosexuellem Infektionsrisiko wurde bei 66,3 % (n = 132) Subsahara-Afrika als Herkunftsregion vermerkt. Unter den MSM, die aus anderen Herkunftsländern als Deutschland stammen (n = 217), wurden am häufigsten Zentral- und Westeuropa als Herkunftsregion angegeben (26 % bzw. 24 %)." Das RKI verzichtet in der Auswirkung auf den Begriff "Infektionsrisiko HPL (Hochprävalenzland)", da sich alle anderen potenziellen Übertragungswege auf ein Verhalten beziehen und dass die Herkunft eines Menschen an sich kein Infektionsrisiko darstellt.


MENSCHEN MIT HIV/AIDS

Halbzeit bei "positive stimmen"!
Seit November sind 40 HIV-Positive im Rahmen des Projekts "positive stimmen – Leben mit HIV und Stigmatisierung" in ganz Deutschland unterwegs und befragen andere Menschen mit HIV zu ihren Erfahrungen mit Stigmatisierung und Diskriminierung. Mehrere hundert Interviews sind bereits geführt, weitere werden folgen. Jetzt ist Halbzeit bei "positive stimmen" und ein guter Moment, um innezuhalten und zu schauen, was bis jetzt erreicht wurde und wie es weitergehen soll. Ein Interview mit Michael Jähme aus dem Projektbeirat und Carolin Vierneisel, die das Projekt in der DAH koordiniert, lesen Sie unter www.positive-stimmen.de.

Sicherheit vor Profiten
Ist die vorsorgliche Einnahme von HIV-Medikamenten ("Prä-Expositions-Prophylaxe") eine wirksame und sinnvolle Methode, um HIV-Infektionen zu verhindern? In den USA wird derzeit darüber gestritten. Unter dem Motto "Sicherheit vor Profiten" hat die amerikanische AIDS Healthcare Foundation (AHF) am Montag vor der amerikanischen Kontrollbehörde FDA gegen eine mögliche Schnellzulassung des HIV-Medikaments Truvada® für die HIV-Prävention protestiert. Eine solche Zulassung brächte schwere Gesundheitsrisiken für nicht infizierte Personen mit sich, die einen vollständigen Schutz durch das Medikament erwarten, erklärte die AHF. Weiteres lesen Sie unter www.aidshilfe.de.


SCHWULE PRÄVENTION

Politik für Lesben und Schwule in Köln
Das RUBICON lädt zu einer Informationsveranstaltung über "Politik für Lesben und Schwule in Köln" für ältere Lesben und Schwule am 20. März 2012 ein. Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).

Schwule Milieustudie der AIDS-Hilfe Essen
Die AIDS-Hilfe Essen hat im Auftrag der AIDS-Hilfe NRW mit Förderung des Landes NRW eine Studie zum Thema "Sexuelle Milieus & Netzwerke in der subkulturellen Szene schwuler und bisexueller Männer in Essen" durchgeführt. Die Ergebnisse der Studie finden sie hier (PDF-Datei).


FRAUEN & AIDS

Foto-Workshop für HIV-positive Frauen, 17.03.2012
Die Aidshilfen Düsseldorf und Wuppertal veranstalten einen Foto-Workshop für HIV-positive Frauen ,bei dem sich jede Teilnehmerin fotografieren lassen kann. Dabei richtet sich die Fotografin Sabine Faber nach den Wünschen der Frauen. Jede Teilnehmerin erhält eine CD mit ihren Bildern. Auf Wunsch können entstandene Fotos in die Ausstellung „HIV – Ende der Weiblichkeit“ integriert werden, die im Dezember 2012 in Düsseldorf gezeigt werden soll. Weitere Einzelheiten lesen Sie hier (PDF-Datei).


TRANSKULTURELLE ORIENTIERUNG

Weggehen und Ankommen
Sie sind lesbisch, schwul und transidentisch. Sie gehören zu baraka, einer interkulturellen Gruppe, die sich wöchentlich im Kölner RUBICON trifft. Ihre Lebenswege und Migrationserfahrungen sind so unterschiedlich wie die Länder, aus denen sie kommen: Bolivien, Polen, Russland, Indien, Aserbaidschan, aus Kenia, England, Griechenland und dem Iran. Diese Vielfalt abzubilden, war der Impuls für eine Sammlung biographischer Erzählungen, die kürzlich unter der Herausgeberschaft des RUBICON veröffentlicht wurde. In einer Lesung mit anschließendem Gespräch präsentiert die Autorin Vera Ruhrus eine Auswahl aus zehn persönlichen und politischen Lebensgeschichten. Weitere Informationen lesen Sie hier (PDF-Datei).

Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales unterstützt landesweites Modellprojekt
Mindestens 250.000 Lesben und Schwule mit Migrationshintergrund leben in Nordrhein-Westfalen. Sie selbst oder ihre Herkunftsfamilien kommen zum Teil aus Ländern, in denen Homosexualität geächtet und strafrechtlich verfolgt wird. Es sind nicht allein die belastenden Erfahrungen aus der Zeit vor der Migration, die den Alltag prägen und viele von ihnen zu einem Doppelleben zwingen. Auch die Situation im Zuwanderungsland Deutschland ist problematisch für viele Lesben, Schwule und Transgender mit Einwanderungsgeschichte, auch wenn sie deutsche Staatsangehörige sind. NRW fördert interkulturelle Kompetenz im Umgang mit Lesben, Schwulen und Transgender. Das neue vom Land NRW geförderte Modellprojekt im RUBICON-Zentrum: "Offener Treff, Selbstorganisation, psychosoziale Beratung und Vernetzung für Menschen mit Zuwanderungsgeschichte und LSBT-Hintergrund" wird diese Zusammenarbeit gewährleisten. Eine Presseinformation des RUBICON finden Sie hier (PDF-Datei). Die Pressemitteilung des Ministeriums für Arbeit, Integration und Soziales des Landes NRW finden Sie hier (PDF-Datei).

Orientierungshilfe für Migrantenorganisationen
Der Paritätische Gesamtverband hat eine Broschüre "Grundlagen des Aufenthaltsrechts und Zugang zu Sozialleistungen für Ausländer - Eine Orientierungshilfe für Migrantenorganisationen" herausgegeben. Sie gibt ein Überblick über aufenthaltsrechtliche Regelungen für Migrantinnen und Migranten sowie Ansprüche auf Sozialleistungen und Arbeitsmarktzugang. Zudem sind in der Broschüre Verweise zu Internetseiten und Literatur zu finden, die weitere Informationen bieten. Die Broschüre kann kostenlos bestellt oder als PDF heruntergeladen werden unter www.migration.paritaet.org.


VERSCHIEDENES

Ausschreibung der AIDS-Hilfe NRW
Die AIDS-Hilfe NRW e.V. sucht für den Raum Köln und Umgebung einen Monteur/Techniker bzw. Monteurin/Technikerin für Reparatur- und Instandhaltungsarbeiten an Spritzenautomaten nach Bedarf. Bei den Spritzenautomaten handelt es sich um umgebaute Zigarettenautomaten (Typ: Classic SE 1000 light u.a.) Die Automaten befinden sich ausschließlich auf Außengelände an unterschiedlichen Standorten. Bei Interesse melden Sie sich bitte bei Brigitte Bersch unter der Rufnummer 0221-925996-18.

Der nächste Newsletter erscheint am 29. Februar 2012
Wir freuen uns über interessante Berichte, Veranstaltungshinweise etc. Bitte senden Sie diese per E-Mail an newsletter@nrw.aidshilfe.de. Redaktionsschluss für die kommende Ausgabe ist der 27. Februar 2012.

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