Februar 2012
Liebe Leserinnen und Leser,
am vergangenen Wochenende traf sich die Landesarbeitsgemeinschaft Frauen und Aids in NRW zu einer Zukunftswerkstatt, um über die Ausrichtung der Frauenarbeit in den nächsten Jahren nachzudenken und zu diskutieren.
Spannend war die Diskussion über das Selbstbild der Mitarbeiterinnen in den Beratungsstellen, das sich im Spannungsfeld von Selbsthilfe und Sozialarbeit, von eigenverantwortlichem Handeln und klassischer Versorgung bewegt. Diese Überlegungen werden sicher in naher Zukunft in die Überarbeitung unserer Selbstdarstellung einfließen.
Auch eine verstärkte Vernetzung mit der Positivenselbsthilfe innerhalb der AIDS-Hilfe NRW ist an der Tagesordnung.
Inhaltlich stehen einige Fragen im Focus, denen wir uns zukünftig verstärkt widmen möchten: der Antidiskriminierung von Frauen mit HIV und noch einmal dem Kinderwunsch von Frauen mit HIV.

Ich wünsche Ihnen allen viel Spaß beim Lesen des Newsletters!
Petra Hielscher
Frauen und Aids
AIDS-Hilfe NRW e.V.


A K T U E L L E S / N E W S

Orientierungshilfe für Migrantenorganisationen
Der Paritätische Gesamtverband hat eine Broschüre „Grundlagen des Aufenthaltsrechts und Zugang zu Sozialleistungen für Ausländer - Eine Orientierungshilfe für Migrantenorganisationen“ herausgegeben. Sie gibt ein Überblick über aufenthaltsrechtliche Regelungen für Migrantinnen und Migranten sowie Ansprüche auf Sozialleistungen und Arbeitsmarktzugang. Zudem sind in der Broschüre Verweise zu Internetseiten und Literatur zu finden, die weitere Informationen bieten. Die Broschüre kann kostenlos bestellt oder als PDF heruntergeladen werden unter www.migration.paritaet.org.

Überblick zur Situation von HIV bei Migranten in Deutschland
Das Robert-Koch-Institut gibt im neulich erschienenen Epidemiologischen Bulletin (03/12) einen Überblick zur Situation von HIV bei Migranten in Deutschland. Die Auswertung de RKI basiert auf den RKI-Statistiken zu denjenigen Personen, bei denen ein anderes Herkunftsland als Deutschland angegeben wurde. "Unter den 697 Personen, die ein anderes Herkunftsland als Deutschland angegeben haben, lagen bei 86 % (n = 622) Angaben zum Infektionsrisiko vor. Bei den Männern dominierte als Übertragungsweg Sex mit Männern (MSM), bei den Frauen heterosexuelle Kontakte (Hetero). Unter den Frauen mit heterosexuellem Infektionsrisiko wurde bei 66,3 % (n = 132) Subsahara-Afrika als Herkunftsregion vermerkt. Unter den MSM, die aus anderen Herkunftsländern als Deutschland stammen (n = 217), wurden am häufigsten Zentral- und Westeuropa als Herkunftsregion angegeben (26 % bzw. 24 %)." Das RKI verzichtet in der Auswirkung auf den Begriff "Infektionsrisiko HPL (Hochprävalenzland)", da sich alle anderen potenziellen Übertragungswege auf ein Verhalten beziehen und dass die Herkunft eines Menschen an sich kein Infektionsrisiko darstellt.

Sicherheit vor Profiten
Ist die vorsorgliche Einnahme von HIV-Medikamenten ("Prä-Expositions-Prophylaxe") eine wirksame und sinnvolle Methode, um HIV-Infektionen zu verhindern? In den USA wird derzeit darüber gestritten. Unter dem Motto "Sicherheit vor Profiten" hat die amerikanische AIDS Healthcare Foundation (AHF) am Montag vor der amerikanischen Kontrollbehörde FDA gegen eine mögliche Schnellzulassung des HIV-Medikaments Truvada® für die HIV-Prävention protestiert. Eine solche Zulassung brächte schwere Gesundheitsrisiken für nicht infizierte Personen mit sich, die einen vollständigen Schutz durch das Medikament erwarten, erklärte die AHF. Weiteres lesen Sie unter www.aidshilfe.de.

HPV-Test: IQWiG gibt keine Empfehlung
Studien zeigen, dass mit Hilfe eines Tests auf Humane Papillomaviren (HPV) Vorstufen des Gebärmutterhalskrebses früher erkannt und behandelt werden können. Es fehlt jedoch, so das IQWiG, der Nachweis des Nutzens im Hinblick auf Lebensqualität und Überleben. Näheres lesen Sie unter www.hivandmore.de.

Werdenden Vätern den HIV-Test anbieten
Erneut fordert die Gemeinnützige Stiftung Sexualität und Gesundheit (GSSG), werdenden Vätern eine Beratung zum HIV-Test anzubieten. Auch Männer können und wollen Verantwortung für die Gesundheit ihrer Kinder übernehmen. Weitere Informationen dazu lesen Sie hier (PDF-Datei).

Halbzeit bei "positive stimmen"!
Seit November sind 40 HIV-Positive im Rahmen des Projekts "positive stimmen – Leben mit HIV und Stigmatisierung" in ganz Deutschland unterwegs und befragen andere Menschen mit HIV zu ihren Erfahrungen mit Stigmatisierung und Diskriminierung. Mehrere hundert Interviews sind bereits geführt, weitere werden folgen. Jetzt ist Halbzeit bei "positive stimmen" und ein guter Moment, um innezuhalten und zu schauen, was bis jetzt erreicht wurde und wie es weitergehen soll. Ein Interview mit Michael Jähme aus dem Projektbeirat und Carolin Vierneisel, die das Projekt in der DAH koordiniert, lesen Sie unter www.positive-stimmen.de.


T E R M I N E  U N D  F O R T B I L D U N G E N

Frauentreff in der Aidshilfe Köln

Die Kölner Aidshilfe bietet monatlich einen Faruentreff in ihren Räumlichkeiten an. Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).

Foto-Workshop für HIV-positive Frauen, 17.03.2012
Die Aidshilfen Düsseldorf und Wuppertal veranstalten einen Foto-Workshop für HIV-positive Frauen , wo sich jede Teilnehmerin fotografieren lassen. Dabei richtet sich die Fotografin Sabine Faber nach den Wünschen der Frauen. Jede Teilnehmerin erhält eine CD mit ihren Bildern. Auf Wunsch können entstandene Fotos in die Ausstellung „HIV – Ende der Weiblichkeit“ integriert werden, die im Dezember 2012 in Düsseldorf gezeigt werden soll. Weitere Einzelheiten lesen Sie hier (PDF-Datei).


A n k ü n d i g u n g e n  d e r  A I D S - H i l f e  N R W  e. V.

Einladung zum Positiventreffen POSITHIV HANDELN, 24. – 26. Februar 2012
Wie begründet ist die Sorge mancher HIV-Positiven, HIV-Medikamente könnten von der gesetzlichen Krankenversicherung zukünftig nicht mehr bezahlt werden oder eine freie Therapiewahl sei künftig nicht mehr möglich? Was kostet HIV eigentlich – auch im Vergleich zu anderen chronischen Erkrankungen? Und – wer verdient eigentlich an HIV und warum geht es nicht kostengünstiger? Mehr Infos dazu lesen Sie hier (PDF-Datei). Anmeldemöglichkeit unter www.posithiv-handeln.de.


A n k ü n d i g u n g e n  d e r  D e u t s c h e n   A I D S - H i l f e  e.V.

Seminar Positiv leben mit Kindern, 13.-15.04.2012
Die Lebenssituation HIV-positiver Mütter und Väter wird durch Probleme mit der eigenen Gesundheit und die Sorge um ihre HIV-positiven Kinder erschwert. Hinzu kommt, dass HIV-positive Frauen sehr viel häufiger alleinerziehend sind, als dies durchschnittlich der Fall ist. In diesem Seminar erhalten HIV-positive Mütter und Elternpaare die Möglichkeit, sich über ihre besondere Lebenslage, ihre Wünsche und Bedürfnisse sowie ihre Strategien zum Umgang mit Krankheit, Alltagsproblemen und Kindererziehung auszutauschen. Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).

Treffen des Netzwerks Frauen und Aids mit dem Schwerpunktthema: Sexuelle Gesundheit, 07 -09.05.2012
Manche Beratungsstelle, die früher Aids und HIV im Namen trug, heißt heute „Zentrum für sexuelle Gesundheit“. Manche Aidshilfe, die sich früher auf HIV konzentriert hat, widmet sich inzwischen verstärkt auch anderen sexuell übertragbaren Krankheitserregern. Solche Maßnahmen sollen der Förderung der sexuellen Gesundheit dienen. Doch was genau bedeutet der Begriff eigentlich? Warum ist er auch für Frauen (mit und ohne HIV, in ehrenamtlicher oder bezahlter Aids-Arbeit) wichtig? Informationen zu dieser Veranstaltung lesen Sie hier (PDF-Datei).


Der nächste Newsletter erscheint Mitte März 2012.
Ich freue mich über interessante Berichte, Veranstaltungshinweise etc. Bitte senden Sie diese per Mail an Petra Hielscher.
 
 
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