Nr. 3 vom 3. Februar 2012
Verleihung Ehrenmitgliedschaft der AIDS-Hilfe NRW im Le Carroussel Köln (Photos: AIDS-Hilfe NRW)


Liebe Leserinnen und Leser,


bestürzt erfuhren wir vorgestern Mittag von der Verhaftung eines Kollegen der AIDS-Hilfe Düsseldorf, der im Verdacht steht, die sogenannte „Zwickauer Terrorzelle“ unterstützt zu haben. Zahlreiche Medien brachten dies als Hauptmeldung. Auch die Beratungsstelle der AIDS-Hilfe Düsseldorf und des Jugendzentrums „PULS“, bei dem der Kollege beschäftigt war, rückten in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Daraufhin luden die Kolleginnen und Kollegen kurzfristig zu einer Pressekonferenz, bei der Geschäftsführer Peter von der Forst eine Erklärung abgab. Seit vergangener Woche, als erste Mutmaßungen öffentlich wurden, sicherten Vorstand und Geschäftsführung der AIDS-Hilfe NRW der AIDS-Hilfe Düsseldorf volle Unterstützung und Solidarität zu. Gegenüber den Medien werden wir uns als Landesverband nicht zu den Vorgängen äußern, sondern verweisen auf die Stellungnahme der AIDS-Hilfe Düsseldorf, die Sie hier (PDF-Datei) finden.

Eine halbe Stunde nach der Pressekonferenz trafen sich in Köln ein Kreis von Weggefährtinnen und Weggefährten von Michael Jähme und Dirk Meyer, denen die Mitgliederversammlung der AIDS-Hilfe NRW am 29. Oktober 2011 die Ehrenmitgliedschaft des Landesverbands angetragen hatte. Unser Landesvorstand überreichte den beiden Geehrten nun die Urkunde und dankte ihnen für Ihr großes Engagement, Näheres dazu lesen Sie hier (PDF-Datei). Einige Kolleginnen und Kollegen aus dem Verband hatten dem Vorstand geschrieben, dass die Ehrung von Michael und Dirk absolut verdient sei, wenn nicht gar lange überfällig war. Somit hat die AIDS-Hilfe NRW erstmals in ihrer 27 Jahre alten Geschichte Ehrenmitglieder – und die Freude darüber stand vorgestern Abend im Vordergrund.

Dr. Guido Schlimbach | Pressesprecher



MENSCHEN MIT HIV/AIDS

Landesweites Positiventreffen von POSITHIV HANDELN vom 24. bis 26. Februar 2012
Was ist dran an der Sorge mancher HIV-Positiver, dass HIV-Medikamente von der gesetzlichen Krankenversicherung zukünftig nicht mehr bezahlt werden könnten oder eine freie Therapiewahl künftig nicht mehr möglich wäre? Welche gesellschaftlichen und individuellen Aspekte lassen solche Gedanken entstehen? Ein Beispiel für Selbststigmatisierung? Was kostet HIV eigentlich, auch im Vergleich zu anderen chronischen Erkrankungen? Und wer verdient eigentlich an HIV und warum geht es nicht kostengünstiger? Mehr Informationen lesen Sie hier (PDF-Datei). Anmeldungen sind möglich unter www.posithiv-handeln.de.


SCHWULE PRÄVENTION

Herzenslust-Termine
Eine Auflistung der Herzenslusttermine für das Jahr 2012 finden Sie hier (PDF-Datei). Neben den Landesarbeitsgemeinschaften Herzenslust und Youthworkhl haben wir auch die Ehrenamtlertrainings und den Termin zum Runden Tisch „kreathiv präventhiv“ mit dem Thema Migration zusammengestellt. Ausschreibungen und Einladungen zu den Trainings und anderen Fachveranstaltungen erfolgen vier Wochen vor Veranstaltungsbeginn. Für Terminänderungen bitten wir darum, sich in den Newsletter für Herzenslust NRW auf www.herzenslust.de einzutragen. Dort gibt es monatlich eine aktualisierte Version der Jahrestermine.

Fortbildungen zu Beratung und HIV-Testung Deutschen AIDS-Hilfe
Auch in diesem Jahr bietet die Deutsche AIDS-Hilfe wieder zwei Fortbildungen für den Bereich Beratung und HIV-Testung an. Zum einen handelt es sich dabei um den Methodentag vom 26. bis 27. April 2012 in München. Hier geht es vor allem um das medizinische Wissen zur Diagnostik von HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen. Zum anderen gibt es die Beraterschulung vom 27. bis 29. April 2012 in Schönbrunn. In diesem Seminar wird das Know-How zur Risikoreduktionsberatung, zur Einholung der informierten Einwilligung sowie zur Ergebnismitteilung vermittelt. Weitere Informationen zu den Seminaren und zur Anmeldung finden sich hier (PDF-Datei).

HEP C- tut bald nicht mehr weh?!
Am 25. Januar 2012 konnten wir gemeinsam mit POSITHIV HANDELN NRW 30 Gäste in den Räumen der AIDS-Hilfe NRW begrüßen. Prof. Dr. Jürgen Rockstroh referierte zum Thema HEP C. Dabei waren Verbreitung unter (positiven) schwulen Männern, Übertragungswege und Behandlungsmöglichkeiten die Themen. Besonders zum letzteren Thema gibt es gute Nachrichten, da sich einiges zur Wirksamkeit und Impfung in den nächsten Jahren zu verbessern scheint. Neben ehren- und hauptamtlichen Vertretern der Herzenslustgruppen aus Bonn, Köln, Dortmund, Unna und Siegen waren auch zahlreiche Interessierte aus dem Bereich der Selbsthilfe vor Ort! Eine bearbeitete Kurzversion des Vortrags kann als Powerpoint-Version bei oliver.schubert@nrw.aidshilfe.de angefordert werden.


DROGEN & AIDS

Protestaktionen zu den Folgen der russischen Drogenpolitik in Wort und Bild
In Russland ist die Substitutionsbehandlung verboten, HIV Therapien für Drogenkonsumenten sind nicht verfügbar und der russische Staat verfolgt User in erbarmungsloser Art und Weise. Drogenkonsumentinnen und -konsumenten in Russland konsumieren unter katastrophalen Umständen und sterben an deren Folgen und an HIV/Aids. Aus diesem Grund hatten zum Welt-Aidstag 2011 das Netzwerks INPUD (International Network People use Drugs) weltweit die Aidshilfen aufgerufen sich an Protestaktionen vor den Russischen Botschaften zu beteiligen. JES und die Deutsche AIDS-Hilfe haben sich beteiligt und dazu ein Video ins Netz gestellt, Sie finden es unter www.youtube.com.

Pro und Contra zur Einführung von Cannabis-Clubs
Mit der Forderung nach Legalisierung des Cannabiskonsums in so genannten Cannabis-Clubs hat sich der Gesundheitsausschuss des Bundestages am 25. Januar 2012 beschäftigt. Die Bewertung der Experten und Expertinnen fielen, wie nicht anders zu erwarten war, konträr aus. Eine aus unserer Sicht gelungene Zusammenfassung der Positionen von MdB Dr. Harald Terpe lesen Sie hier (PDF-Datei). Die vorab eingereichten Stellungnahmen finden Sie auf der Seite des Bundestages unter www.bundestag.de.

Suchterkrankungen werden in NRW besser wahrgenommen
Die Zahl der Sucht-Behandlungen in NRW ist in den letzten Jahren merklich gestiegen. Anlass für eine Kleine Anfrage mit dem Titel: „Weitere Versorgungsdefizite bei suchtkranken Menschen?“ Dass die gestiegenen Zahlen auch ein Beleg für zeitigere Diagnosen und Veränderungen im Behandlungsmodus sind, wird durch Äußerungen von Fachkliniken geklärt. Die Antwort der Landesregierung auf die Kleine Anfrage lesen Sie hier (PDF-Datei). Einen Pressebeitrag der Münsterschen Zeitung vom 6. Januar 2012 lesen Sie hier (PDF-Datei).


STRAFVOLLZUG

Aus für Zwangs-Outing?
Am 18. Januar 2012 beriet der Rechtsausschuss des nordrhein-westfälischen Landtags über den Antrag der Fraktion der FDP "Zwangsouting in nordrhein-westfälischen Justizvollzugsanstalten beenden und das Recht auf informationelle Selbstbestimmung stärken!" und den Änderungsantrag der Fraktion der SPD, der Fraktion BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN, der Fraktion der FDP und der Fraktion DIE LINKE. Wie der Ausschussvorsitzende Robert Orth gegenüber dem epd erklärte, müssten HIV-positive Häftlinge künftig ihre Infektion nicht mehr gegenüber Mitgefangenen und Bediensteten offenlegen. Mit großer Mehrheit habe der Rechtsausschuss dem interfraktionellen Antrag zugestimmt. Demnach muss die Landesregierung nun die Umsetzungsverordnungen zum Erlass des Justizministeriums des Landes Nordrhein-Westfalen vom 13. Januar 1988 zu Maßnahmen zur Aids-Früherkennung und -Behandlung in Justizvollzugseinrichtungen (4551–IV.23) umgehend den heutigen tatsächlichen und rechtlichen Voraussetzungen anpassen. Der Erlass zwang Gefangene in nordrhein-westfälischen Justizvollzugsanstalten zur Offenlegung ihrer HIV-Infektion, wenn sie an den Gemeinschaftszeiten teilnehmen wollten. Bei der Neuregelung soll sowohl den Fürsorgepflichten gegenüber den Inhaftierten und den Bediensteten als auch den Rechten der Gefangenen gegenüber Rechnung getragen werden. Dies wäre nach langwierigen Diskussionen mit allen Fraktionen des Landtags und dem Justizministerium sowie einer Anhörung im Rechtsausschuss ein Durchbruch für die Selbstbestimmungsrechte der Menschen mit HIV. Es bleibt abzuwarten, wie lange die Landesregierung für die konkrete Umsetzung braucht und das Zwangsouting in den Justizvollzugsanstalten in NRW endlich beendet wird.

Video über ehrenamtliche Arbeit im Jugendarrest in Bayern
Die Münchner Aidshilfe hat ein Video über das Engagement einer jungen Ehrenamtlichen ins Netz gestellt. Den Kurzfilm sehen sie unter www.youtube.com.


TRANSKULTURELLE ORIENTIERUNG

Runder Tisch für Menschen mit Migrationshintergrund am 25. Februar 2012 in Köln
In Kooperation mit  der  Interkulturellen Arbeit und Aids-Prävention im Sozialwerk für Lesben und Schwule in Köln lädt die AIDS-Hilfe NRW zu einem Runden Tisch für Menschen mit Migrationshintergrund ein. Dieser findet am Samstag, 25. Februar 2011, von 10.30 bis 17.30 Uhr, in Köln statt. An diesem Runden Tisch soll ein Austausch darüber stattfinden, welche Wünsche und Bedürfnisse Menschen mit Migrationshintergrund an die zukünftige Aidsarbeit haben. Weitere Informationen zu der Veranstaltung finden sich hier (PDF-Datei).


VERSCHIEDENES

Fachtagung HIV und Schwangerschaft: Werdenden Vätern den HIV-Test anbieten
Erneut fordert die Gemeinnützige Stiftung Sexualität und Gesundheit (GSSG), werdenden Vätern eine Beratung zum HIV-Test anzubieten. Auch Männer können und wollen Verantwortung für die Gesundheit ihrer Kinder übernehmen. Weitere Informationen dazu lesen Sie hier (PDF-Datei).

Soziale Berufe: Viel Arbeit, großer Zeitdruck
Die Lage bei den Sozial- und Gesundheitsberufen sieht nicht gerade rosig aus. Obwohl es mehr Personal gibt, ist die Arbeitslast immens gestiegen. Im neuen WZBrief Arbeit analysieren die WZB-Wissenschaftler Dietmar Dathe, Franziska Paul und Stefan Stuth die Arbeitsbedingungen in den sozialen Dienstleistungen. Ein Ergebnis: Die Arbeit muss unter großem Termin- und Zeitdruck verrichtet werden. Das führt zu gesundheitlichen Belastungen. Weitere Informationen finden Sie unter bibliothek.wzb.eu.

Verhärtete Armut – Paritätischer legt Armutsbericht 2011 vor
Vor einer Verfestigung der Armut auf Rekordniveau warnt der Paritätische Wohlfahrtsverband anlässlich der Veröffentlichung seines Armutsberichtes 2011. Rund 12 Millionen Menschen seien in Deutschland armutsgefährdet, 14,5 Prozent der Bevölkerung. Alarmierend sei, dass auch in Jahren mit starkem Wirtschaftswachstum wie 2006, 2007 oder 2010 die Armut nicht zurückgegangen sei. Nach der Studie, die den Zeitraum 2005 bis 2010 umfasst, zeigen insbesondere die Bundesländer Berlin und Nordrhein-Westfalen einen deutlichen Negativtrend. Den Bericht, weitere Infos und eine detaillierte Suchfunktion nach Postleitzahlen finden Sie im Internet unter www.der-paritaetische.de/armutsbericht2011.

Stellenausschreibung der AIDS-Hilfe Mönchengladbach/Rheydt e.V.

Die AIDS-Hilfe Mönchengladbach/Rheydt sucht zum 1. Mai 2012 eine Sozialarbeiterin/Sozialpädagogin bzw. einen Sozialarbeiter/Sozialpädagogen (oder vergleichbarer Abschluss) für die psychosoziale Betreuung von HIV-Infizierten und ihren Angehörigen. Die Bewerbungsfrist endet am 2. März 2012. Weitere Informationen finden Sie unter www.nrw.aidshilfe.de.

Stellenausschreibung der AIDS-Hilfe Mönchengladbach/Rheydt e.V.
Die AIDS-Hilfe Mönchengladbach/Rheydt sucht zum 1. Mai 2012 eine Pädagogin/einen Pädagogen mit einem abgeschlossenen Fachhochschul-/Hochschulstudium für die sexualpädagogische HIV-Prävention mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen im schulischen und außerschulischen Bereich. Die Bewerbungsfrist endet am 2. März 2012. Weitere Informationen finden Sie unter www.nrw.aidshilfe.de.

Stellenausschreibung der AIDS-Hilfe Duisburg/Kreis Wesel e.V.
Die AIDS-Hilfe Duisburg/Kreis Wesel sucht zum 1. April (eventuell auch später) eine Sozialarbeiterin/Sozialpädagogin in Vollzeit. Zu den Aufgaben gehören insbesondere die Bereiche "Frauen und AIDS" sowie "AIDS und Migration". Die Bewerbungsfrist endet am 20. Februar 2012. Weitere Informationen finden Sie unter www.nrw.aidshilfe.de.

Stellenausschreibung der AIDS-Hilfe Rhein-Sieg e.V.
Die AIDS-Hilfe Rhein-Sieg sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine Referentin oder einen Referenten für Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising (Teilzeitstelle 20 bis 25 Stunde). Die Bewerbungsfrist ist der 15. Februar 2012. Weitere Informationen finden Sie unter www.nrw.aidshilfe.de.


Der nächste Newsletter erscheint am 15. Februar 2012
Wir freuen uns über interessante Berichte, Veranstaltungshinweise etc. Bitte senden Sie diese per E-Mail an newsletter@nrw.aidshilfe.de. Redaktionsschluss für die kommende Ausgabe ist der 13. Februar 2012.

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