Nr. 2 vom 18. Januar 2012
Liebe Leserinnen und Leser,

vielleicht erinnern Sie sich, im Juli 2011 wurde die Klage eines entlassenen Chemielaboranten aus Berlin vor dem Arbeitsgericht abgewiesen. Es ging um seine Entlassung während der Probezeit aufgrund seiner HIV-Infektion. Das Gericht äußerte sogar Verständnis für die Befürchtungen des Arbeitgebers, durch die HIV-Infektion seien die Kunden des Unternehmens in Gefahr gewesen. In diesem Rechtsstreit hat das Landesarbeitsgericht Berlin jetzt die Berufung des Chemielaboranten abgewiesen, aber Revision zugelassen.
Schlimm genug, dass das Landesarbeitsgericht die Chance verpasste, Rechtssicherheit für Menschen mit HIV und anderen chronischen Krankheiten zu schaffen. Umso besser, dass der Kläger nun Gelegenheit hat, das Bundesarbeitsgericht anzurufen. Strittig ist nach wie vor, ob eine HIV-Infektion eine Behinderung im Sinne des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) darstellt. Die Deutsche AIDS-Hilfe will erreichen, dass künftig auch Menschen mit chronischen Erkrankungen durch das AGG vor Diskriminierung geschützt werden. Unterstützt wird sie dabei unter anderem von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes und dem Büro zur Umsetzung von Gleichbehandlung.
Mag die Rechtslage bezüglich der Anwendung des AGG strittig sein, der eigentliche Skandal ist hier, dass das Pharmaunternehmen eine HIV-Infektion als mögliche Beeinträchtigung in der Medikamentenherstellung einstufte! Wir wissen, dass HIV im normalen Arbeitsalltag überhaupt nicht übertragbar ist. Seit Jahren investieren wir viel Energie, Fachwissen und nicht zuletzt Steuergelder, um dies den Menschen im Lande nahe zu bringen. Ein Leben mit HIV ermöglicht in der Regel einen ganz normalen Arbeitsalltag, weder Kolleginnen und Kollegen, noch die Kundschaft und geschweige Pharmaprodukte sind in irgendeiner Weise gefährdet. Es bleibt zu hoffen, dass das Bundesarbeitsgericht sich unabhängig von seiner Einstellung zur Anwendung des AGG eindeutig zu den Interessen der Menschen mit HIV äußert.

Dr. Guido Schlimbach | Pressesprecher


VERBAND / LOBBY

ZSP 2013 – Terminplanung für 2012 | Save the date!
Auch für 2013 gehen wir davon aus, dass Landesmittel für die zielgruppenspezifische Prävention zur Verfügung stehen und dazu in 2012 entsprechende Anträge gestellt werden können. Die Terminplanung für das Antragsverfahren ist bereits abgestimmt. Weitere Informationen und die genauen Daten, die Sie für Ihre Planung benötigen, finden Sie hier (PDF-Datei).


ÖFFENTLICHKEITSARBEIT / FUNDRAISING

Benefizveranstaltung in Bielefeld
Am 25. Februar 2012 führt das Tanztheater des Theater Bielefeld die Stücke Herbstzeitlose und From Here To There zu Gunsten der AIDS-Hilfe Bielefeld auf. Die Aidshilfe erhält 2,00 Euro pro verkaufte Eintrittskarte. Anschließend finden eine Party mit Disco (DJ Mystery), eine Tombola und ein Überraschungs-Show-Programm mit dem Tänzer Dirk Kazmierczak und Herzenslust statt. Auch der Erlös der Party fließt als Spende an die Aidshilfe. Die Schirmherrschaft übernimmt Oberbürgermeister Pit Clausen. Näheres lesen Sie hier (PDF-Datei).


MENSCHEN MIT HIV/AIDS

Paddelfreizeit für Menschen mit HIV und ihre Freunde
In diesem Jahr bietet die Aids-Hilfe Münster in Zusammenarbeit mit dem Verein Was(s)erleben bereits zum fünften Mal eine Paddelfreizeit für Menschen mit HIV und ihre Freunde an. Mehr zum Urlaub und zum Anmeldeverfahren erfahren Sie im Flyer hier (PDF-Datei).


SCHWULE PRÄVENTION

Lebensgeschichten schwuler Männer gesucht!
Sabine Mohring, freie Autorin aus der Nähe von Erfurt, möchte in einem Buch Lebensgeschichten schwuler Männer (anonymisiert) portraitieren. Darauf wies uns unser Kollege Marco Grober von der AIDS-Hilfe Düsseldorf hin. Wer Interesse an einem Telefoninterview hat, ist herzlich eingeladen, sie anzurufen: 036200 - 61717.


DROGEN & AIDS

Bildungsangebote im Bereich Frauen und Sucht
BELLA DONNA, die Landeskoordinierungsstelle Frauen und Sucht NRW, informiert zum Jahresbeginn über ihre Fortbildungs- und Qualifizierungsangebote für die Monate Februar und März 2012, u.a. zur Aufklärung im Datenschutz und zur Schweigepflicht. Mehr Details und mehr Angebote finden Sie hier (PDF-Datei).


STRAFVOLLZUG

Jugendstrafvollzug in freien Formen nun auch in NRW
In diesem Sommer wird Nordrhein-Westfalen den so genannten Jugendstrafvollzug in freien Formen einführen, teilte Justizminister Thomas Kutschaty am Dienstag, 10. Januar 2012, in Düsseldorf mit. Das Besondere daran ist, dass dabei die Jugendstrafe in einer Einrichtung der Jugendhilfe außerhalb einer JVA, sozusagen im „normalen Leben“ vollzogen wird. So kann Resozialisierung mit moderneren Methoden als Absonderung und Verwahrung umgesetzt werden. Nähere Informationen darüber lesen Sie unter www.justiz.nrw.de.


TRANSKULTURELLE ORIENTIERUNG

Migranten-Communities besser kennenlernen durch „Community Mapping“ (Fortbildungsseminar)
Was ist eine Community? Über welche Ressourcen verfügt sie, und welche Bedürfnisse haben die ihr zugehörigen Menschen? Fragen wie diese lassen sich nicht immer leicht beantworten. Hier bietet sich das „Community Mapping“ an. Mit dieser Methode können sich Migrantinnen und Migranten selbst ein Bild von ihrer Community machen. Hierzu bietet die DAH ein Fortbildungsseminar vom 16. bis 18. März 2012 in Berlin an. Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).


FORTBILDUNG & TERMINE

Fachtagung der Freien Wohlfahrtspflege NRW in Gelsenkirchen am 8. März 2012: „Inklusion – konkret“
Die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention fordert soziale Inklusion als durchgängige Haltung und als Handlungsprinzip. Menschen mit und ohne Behinderung leben gemeinsam in allen Lebensbereichen selbstbestimmt zusammen auf der Basis des Grundsatzes einer gleichberechtigten Teilhabe am politischen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Leben. Die Träger der freien Wohlfahrtspflege laden dazu ein, mit Frauen und Männern aus Politik und Verwaltung das Thema Inklusion aufzugreifen und anhand verschiedener Praxiserfahrungen gemeinsam weiterzuentwickeln. Die Tagungsgebühren betragen 60,00 Euro. Nähere Informationen und Anmeldebedingungen finden Sie hier (PDF-Datei).

110 Jahre Deutsche STI-Gesellschaft - Deutscher STI-Kongress 2012
Vom  14. bis 16. Juni findet in Berlin der Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft zur Förderung der Sexuellen Gesundheit statt. Die Anmeldung zur Tagung ist ab Januar 2012 möglich. Detaillierte Informationen zum Programm und zu den Teilnahmegebühren erhalten Sie in Kürze unter www.sti-kongress2012.de.


VERSCHIEDENES

Neue Landesinitiative: Kultursensible Altenpflege für Lesben und Schwule in NRW
Das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter (MGEPA) fördert die Etablierung der Kultursensiblen Altenpflege für Lesben und Schwule in Nordrhein-Westfalen. Die neue Stelle der Fachbeauftragten für Kultursensible Pflege für Lesben und Schwule ist im RUBICON angesiedelt. Träger ist das Sozialwerk für Lesben und Schwule in Köln. Mehr dazu lesen Sie hier (PDF-Datei).

Stellenausschreibung Bürokraft (Bewerbungsfrist 2. Februar 2012)
Zum 1. März 2012 sucht das Sozialwerk zur  Unterstützung des RUBICON-Beratungszentrum eine Bürokraft (50%-Stelle) für 20-Stunden in der Woche. Einzelheiten dazu lesen Sie hier (PDF-Datei).


Der nächste Newsletter erscheint am 1. Februar 2012
Wir freuen uns über interessante Berichte, Veranstaltungshinweise etc. Bitte senden Sie diese per E-Mail an newsletter@nrw.aidshilfe.de. Redaktionsschluss für die kommende Ausgabe ist der 30. Januar 2012.

Newsletter-Archiv
Alle Ausgaben dieses Newsletters finden Sie archiviert unter www.nrw.aidshilfe.de.
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