Nummer 03 - Dezember 2011
Sehr geehrte Damen und Herren,

heute erhalten Sie die letzte Ausgabe des Newsletters rund um das Thema „Spritzenautomaten in NRW“ für das Jahr 2011.

Gerne veröffentlichen wir interessante Projekte, Themen oder Termine über den Newsletter. Bitte senden Sie die Beiträge einfach per Mail an brigitte.bersch@nrw.aidshilfe.de. Wir freuen uns über jede Rückmeldung. Informationen zum Spritzenautomaten-Projekt sowie alle Ausgaben des Newsletters finden Sie unter www.saferuse-nrw.de

Allen Leserinnen und Lesern wünschen wir ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Start ins Neue Jahr!


Mit herzlichen Grüßen
Brigitte Bersch
Koordination Spritzenautomatenprojekt NRW


Anschaffung von weiteren 15 Spritzenautomaten
Für den Ausbau des Spritzenautomaten-Projektes in NRW hat das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter NRW Gelder für die Anschaffung von weiteren Spritzenautomaten zur Verfügung gestellt. Diese Automaten werden Ende Februar fertig gestellt sein. Im Jahr 2012 sollen verstärkt die Einrichtungen in Nordrhein-Westfalen zur Teilnahme am Spritzenautomaten-Projekt motiviert werden, die in ihrer Stadt oder Kommune weder einen Spritzentausch anbieten noch einen Spritzenautomaten betreiben.

Diebstahl eines Spritzenautomatens in Köln
Zwischen dem 15. und 17. Oktober 2011 wurde in Köln-Meschenich/Kölnberg ein kompletter Spritzenautomat gestohlen. Das Gerät war mit Schrauben an einem Aufhängerahmen befestigt. Einige Tage später wurde das beschädigte Gerät wieder aufgefunden und von der Polizei sichergestellt. Nach Erstattung einer Anzeige gegen Unbekannt wurde der Spritzenautomat von der Polizei frei gegeben. Ein neuer Automat wird Anfang des Jahres 2012 an gleicher Stelle wieder angebracht.

Stericups jetzt auch in Deutschland erhältlich
Seit November 2011 sind die Stericups (Aufkochpfännchen mit Baumwollfilter) auch in Deutschland über die Firma Ehrhardt Medizinprodukte aus Geislingen erhältlich.

Welt AIDS Tag 2011
Anlässlich des Welt-Aids-Tages am 1. Dezember 2011 hatte das Robert-Koch-Institut Berlin (RKI) die Eckdaten zur epidemiologischen Entwicklung in 2011 veröffentlicht. Im Epidemiologischen Bulletin hieß es unter anderem: "Die Zahl der Neuinfektionen bei Personen, die intravenös Drogen konsumieren ist nach einem initialen Spitzenwert von ca. 1.300 Neuinfektionen pro Jahr in den Jahren 1986/1987 in den darauffolgenden 15 Jahren auf ca. 300 Neuinfektionen pro Jahr abgesunken. Mit leichten Schwankungen um diesen Wert herum ist diese Zahl seit circa 10 Jahren gleichbleibend. Die Eckdaten aus NRW finden Sie hier (PDF-Datei).

Abschlussbericht Spritzentauschprogramme – eine Bestandsaufnahme für Deutschland
In den letzten Jahrzehnten sind Angebote zum Spritzentausch (häufig in Verbindung mit anderen "Safer Use"- oder "Safer Sex"-Maßnahmen) ausgebaut worden. Mit Unterstützung unserer Mitgliedsorganisationen hat nun das Institut für Therapieforschung einen umfassenden Überblick zu Art, Umfang und Qualität der Aktivitäten vorgelegt. Es wird deutlich, dass bisher zusammenfassende Statistiken nur in Ausnahmefällen vorliegenen beispielsweise in Nordrhein-Westfalen durch unseren Verband. Die Studie macht nicht nur deutlich, wie elementar in diesem Bereich das Angebot der Aidshilfen ist, sondern auch, in welchen Bereichen Wissenslücken bestehen. So wird unetr anderem deutlich das Versorgungsdefizit im Strafvollzug benannt. Den 122 Seiten starken Bericht finden Sie hier (PDF-Datei).

Schadensminimierung beim Konsum illegaler Drogen
Die klassischen Maßnahmen der Schadensminimierung für abhängige Drogenkonsumentinnen und Drogenkonsumenten finden sich immer wieder in Frage gestellt. Gerade Drogenkonsumräume und Spritzenvergabe sehen sich häufig in Rechtfertigungszwang, obwohl ihre positiven Wirkungen vielfach bewiesen sind. Fixpunkt Berlin hat einen Bericht zur Evaluation der Spritzenvergabe in der Hauptstadt vorgestellt und resümiert im Titel der Untersuchung auch gleich deren Ergebnis: "Eine effektive Maßnahme der HIV-/Hepatitis-Prävention". Den Bericht finden Sie hier (PDF-Datei).

Effekte der Drogenkonsumräume
Auch die Effekte der Drogenkonsumräume wurden für Deutschland untersucht. Das pragmatische Resümee: "Gesundheitsförderndes Angebot der Drogen- und Aidshilfe auf der Grundlage eindeutiger Rechtsverordnungen". Den Bericht finden Sie hier (PDF-Datei).

Leitlinien zur Senkung der Infektionsgefahr bei injizierenden Drogenkonsumentinnen und -konsumenten vorgelegt
Viele europäische Länder haben in den letzten Jahren wesentliche Fortschritte bei der Prävention von drogenbedingten Infektionen erzielt. Dennoch bleibt der Konsum von illegalen Drogen durch Injektion eine der Hauptursachen für Infektionskrankheiten in Europa. Die europäischen Agenturen ECDC und EBDD haben gemeinsame Leitlinien zur Senkung der Infektionsgefahr bei injizierenden Drogenkonsumentinnen und -konsumenten vorgelegt. Die vorgeschlagenen Maßnahmen reichen von der Bereitstellung von Spritzbesteck, über Tests, Impfungen und der Behandlung von Infektionen bis zur Drogentherapie. Ihre Wirkung entfalten diese Maßnahmen am besten, wenn sie in der gleichen Einrichtung bereitgehalten und kombiniert angewandt werden. Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).

Deutsche AIDS-Hilfe: neue Materialien
Über die Infothek der Deutschen AIDS-Hilfe können Broschüren und Materialien unter anderem zu den Themen "Drogengebrauch" und "Menschen in Haft" kostenlos bestellt werden.

Zeitungsartikel und Veröffentlichungen zum Thema „Spritzenautomaten“

Vielen droht Wohnungslosigkeit
Dorsten - 20 bis 30 Menschen kommen täglich ins Café Kick. Viele von ihnen nutzen die Möglichkeit, hier ihre Wäsche zu waschen und zu trocknen, sich zu duschen oder zu waschen. Der Spritzentausch oder der Kauf neuer Spritzen am Spritzenautomaten war auch im vergangenen Jahr die am meisten nachgefragte Serviceleistung. Knapp 3.000 Spritzen wurden 2010 ausgegeben, 2009 sogar mehr als 4.000, 2008 dagegen nur knapp 1.000. Den Artikel lesen Sie hier

Immer mehr junge Abhängige
Mettmann -  Der Streetworker der Caritas Suchthilfe legt seinen Jahresbericht für Mettmann und Wülfrath vor. Vor allem auf dem Jubiläumsplatz und Am Diek treffen sich Drogenabhängige und konsumieren Rauschgifte. Der Streetworker ist für Pflege und Bestückung von zwei Spritzenautomaten der Aidshilfe verantwortlich. Hier gibt es für die Süchtigen Spritzen zum Selbstkostenpreis. Ziel der Spritzenautomaten ist, Infektionen mit HIV und Hepatitis C zu vermeiden. Die Spritzenautomaten, so der Streetworker, werden allerdings immer weniger in Anspruch genommen. Den Artikel lesen Sie hier

Spritzen auf dem Spielplatz: Warum häuft sich der Fixermüll?
Freiburg - Spritzen liegen in den Spielplatzhecken, benutzte Fixer-Utensilien rund um den Parkplatz beim Freiburger Faulerbad. Das hat mit dem Wegfall von Ein-Euro-Jobbern zu tun. Den Artikel lesen Sie hier

Spritzenautomat in Leonberg
Gegenüber des Leo-Centers, an der Brennerstraße in Leonberg (Landkreis Böblingen), betreibt die Stadtverwaltung in Kooperation mit dem örtlichen Suchthilfezentrum diesen Spritzenautomaten. Es handelt sich um einen umfunktionierten Zigarettenautomaten. Ein Bild des Spritzenautomatens finden Sie hier 

Auszug aus dem Suchtpolitischen Programm der Berliner Piratenpartei zur Abgeordnetenhauswahl 2011 in Berlin
Die bisherige, repressive Drogenpolitik hat die Suchtprobleme der Gesellschaft in die Gefängnisse verlagert. Die Ausstattung der Justizvollzugsanstalten mit suchttherapeutischen Angeboten hinkt dieser Entwicklung hinterher. Wir werden diesen Missstand beseitigen und setzen uns für Spritzenautomaten und Herointherapie in Gefängnissen ein. Das Suchtpolitische Programm finden Sie hier

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