Nr. 19 vom 5. Oktober 2011
Liebe Leserinnen, liebe Leser,

unsere Jahrespressekonferenz am 20. September trug den Titel „Leben mit HIV hat Zukunft, wenn es die Gesellschaft zulässt!“. Ein wichtiges Thema war dabei die Situation von Menschen mit HIV am Arbeitsplatz und der Abbau von diskriminierenden Strukturen im Berufsleben. Dabei wurde auch unsere Forderung zur Abschaffung des „Zwangsoutings“ von Menschen mit HIV in nordrhein-westfälischen Justizvollzugsanstalten erneut thematisiert. Ein Schritt in die richtige Richtung ist die aktuelle Stellungnahme des Gesundheitsausschusses des Landtages mit folgendem – eigentlich selbstverständlichem – Inhalt:

„Der Ausschuss ist zu der Entscheidung gelangt, dass die für die Allgemeinbevölkerung geltenden Gesetze und Anti-Diskriminierungsmaßnahmen bei Infektionserkrankungen auch als Orientierungsmaßstab im Strafvollzug zur Anwendung kommen sollten.“

Jeder Tag, an dem an der diskriminierenden Praxis des Zwangsoutings festgehalten wird, ist ein Tag mehr, an dem grundlegende Menschenrechte in unserem Land missachtet werden! Der Landtag sollte hier schnell zu einer deutlichen Entscheidung kommen, die nur zur sofortigen Abschaffung dieses Erlasses führen kann!

Patrik Maas | Landesgeschäftsführer



VERBAND25 Jahre AIDS-Hilfe Duisburg/Kreis Wesel

Vor 25 Jahren wurde die AIDS-Hilfe Duisburg/Kreis Wesel gegründet. Fünf hauptamtliche Kräfte übernehmen die Prävention, Beratung und Betreuung. Unter der Überschrift „Wir am Niederrhein“ berichten Thomas Hilger, Vorstand, und Dietmar Heyde, Geschäftsführer, über die Arbeit der AIDS-Hilfe Duisburg/Kreis Wesel. Das Interview findet sich hier (PDF-Datei).


ÖFFENTLICHKEITSARBEIT


Jahrespressekonferenz der AIDS-Hilfe NRW: „Leben mit HIV hat Zukunft, wenn es die Gesellschaft zulässt!“
Die AIDS-Hilfe NRW forderte anlässlich ihrer Jahrespressekonferenz am 20. September, Menschen mit HIV am Arbeitsplatz ohne Vorurteile zu begegnen und sie als gleichwertige Kolleginnen und Kollegen zu akzeptieren. „HIV-positive Menschen erbringen die gleiche Leistung wie andere chronisch Erkrankte auch“, erklärte Vorstandsmitglied Olaf Lonczewski. “Wir fordern keinen Sonderstatus, sondern eine Gleichstellung mit allen anderen Beschäftigten.“ Daher sei es unerlässlich, dass Firmen sich über den aktuellen Wissensstand zu HIV informieren und die Vermittlung dieses Wissens an die Belegschaft fördern.
Patrik Maas, neuer Landesgeschäftsführer der AIDS-Hilfe NRW, äußerte sich zwar zufrieden über die Wahrnehmung der Aidshilfearbeit durch die Landespolitik, allerdings seien über ein Leben mit HIV noch Mythen und Unwahrheiten im Umlauf, die jeder Grundlage entbehren. „Die Notwendigkeit einer effektiven Prävention steht außer Frage. Doch der nach wie vor gültige Umschlusserlass, nach dem Inhaftierte mit HIV bei Zusammenlegung mit anderen Gefangenen ihre Infektion offenlegen müssen, zeigt, wie viel Aufklärung auch in der Politik noch zu leisten ist“, sagte Maas.
Die Pressemappe zur Jahrespressekonferenz finden Sie hier (PDF-Datei).

HIVreport: Medikamente in der Prävention
15 Jahre nach Vancouver standen auf der IAS-Konferenz in Rom die Medikamente zur HIV-Therapie wieder im Mittelpunkt, diesmal im Kontext Prävention. Eindrucksvoll belegen die Ergebnisse einer großen Interventionsstudie mit dem Kürzel HPTN 052 die Senkung der Infektiosität durch die Therapie. Doch gilt das, was für einzelne Partner unter definierten Voraussetzungen gilt auch für das Ganze? Kann man auf der Bevölkerungsebene die HIV-Negativen durch regelmäßiges Screening und sofortiger Therapie der HIV-Positiven wirkungsvoll vor einer Infektion schützen? Diese Fragen wurden in Rom intensiv und kontrovers diskutiert. Harte Daten dazu fehlen bislang, doch sie sollen in den nächsten Jahren geliefert werden. Neue Daten zur Prä-Expositions-Prophylaxe (PrEP) wurden in Rom präsentiert. In den nächsten zwei Jahren folgen weitere. Diese Entwicklung hat die Deutsche AIDS-Hilfe im Report zusammengefasst. Den aktuellen HIVreport finden Sie unter www.hivreport.de.


SCHWULE PRÄVENTION

Einladung: Treffen der Landesarbeitsgemeinschaft Herzenslust NRW am 5. November 2011 in Köln
Die Landesarbeitsgemeinschaft Herzenslust lädt zum letzten Treffen in diesem Jahr: „Neue Erkenntnisse in der Grundlagenforschung – neue Ansätze in der Prävention“ ist ein Schwerpunkthema aus der „Medizinischen Rundreise“ der Deutschen AIDS-Hilfe, das wir im Rahmen des Treffens als Fortbildungsangebot anbieten. Zum Selbstverständnis der Landesarbeitsgemeinschaft zählt neben der Vernetzung und dem kollegialen Fachaustausch auch die Fortbildung durch die Einbeziehung externer Referenten. Das Treffen findet in den Räumlichkeiten der AIDS-Hilfe Köln statt. Weitere Informationen und die Anmeldunterlagen finden Sie hier (PDF-Datei).

Protokoll: Treffen der Landesarbeitsgemeinschaft Herzenslust NRW
Das Protokoll des Treffens der Landesarbeitsgemeinschaft Herzenslust NRW vom 9. Juli 2011 finden Sie hier (PDF-Datei).

Gebärdendolmetscher beim kostenlosen und anonymen HIV-Schnelltest in Essen
Im Projekt „Essen-X-Point“, Varnhorststr. 17, der AIDS-Hilfe Essen, wird in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt der Stadt Essen jeden 3. Mittwoch im Monat von 17.30 bis 19.30 Uhr die Möglichkeit geboten, sich anonym und  kostenlos per Schnelltest auf HIV testen zu lassen. In den Monaten Oktober 2011 bis März 2012 steht jetzt auch zu jedem Termin ein Gebärdendolmetscher für Gehörlose und Schwerhörige zur Verfügung. Darüber hinaus besteht ebenso die Möglichkeit eines anonymen und kostenlosen Syphilis-Tests. Eine erforderliche Beratung und Untersuchung zu anderen sexuell übertragbaren Krankheiten kann vor Ort abgesprochen werden. Weitere Infos finden Sie unter www.essen-x-point.de.

Herzenslust-Termine im Oktober2011
Ob Beratungs- und Schnelltest-Angebote oder Treffen der Herzenslust-Teams in den Regionen: Die aktuellen Termine im Oktober 2011 für schwule und bisexuelle Männer in NRW finden Sie unter www.herzenslust.de.

Herzenslust - die schwul-lesbische Party der Aids-Hilfe Bielefeld am 29. Oktober 2011
Lesben, Schwule, Transgender, Queers & Friends feiern am 29. Oktober 2011 mit Disco, Cocktails, Sekt und Herzenslustaktionen die Herzenslust-Party im Bielefelder Forum. Herzenslust präsentiert die Deppendorfer Witwen: Witzig, provokant und informativ. Für heiße Musik aus den 80s, 90s, House, Dance & Charts sorgt DJ Mystery. Der Erlös der Party kommt Projekten der AIDS-Hilfe Bielefeld zugute. Weitere Infos finden Sie hier (PDF-Datei).


YOUTHWORK

Die Landesarbeitsgemeinschaft Youthworkhl trifft sich am 12. Oktober 2011 in Dortmund: „Porno im Netz und auf dem Handy: Gefällt mir!?“
Der geladene Referent Michael Hummert ist Diplom- und Sexualpädagoge, Dozent am Institut für Sexualpädagogik und Fachkraft für Sexualität und Prävention für den Sozialdienst katholischer Frauen Münster. Wir freuen uns auf einen spannenden Vortrag und eine Diskussion, die unter anderem auch auf mögliche Einwirkungen von Pornographie auf die Bereiche Coming-out und Sexualität eingeht. Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).

Geschlechtsbewusste Arbeit mit Jungen in Ganztagsschulen
Die Aufmerksamkeit für geschlechtsbezogene Interessen und Förderbedarfe von Jungen hat in Schule und im GanzTag deutlich zugenommen. Es stellt sich diesbezüglich die Frage, wie in Kooperation mit Trägern der Kinder- und Jugendhilfe Jungenarbeit als fachlicher Qualitätsbeitrag in den GanzTag integriert und wie der Unterricht geschlechtsspezifisch gestaltet werden kann. Die Landesarbeitsgemeinschaft Jungenarbeit NRW greift diese Bedarfe auf und bietet 2011 bereits zum zweiten Mal die berufsbegleitende Qualifizierung „Ressourcen fördern: Geschlechtsbewusste Arbeit mit Jungen in Ganztagschulen“ an. Die Qualifizierung umfasst insgesamt vier Fortbildungstage und richtet sich an im GanzTag tätige männliche Fach- und Lehrkräfte. Der Teilnahmebeitrag beträgt 400,00 Euro. Der Veranstaltungsort ist Dortmund und weitere Informationen sind unter lagjungenarbeit.de zu finden. Anmeldeschluss ist der 17. Oktober 2011.


DROGEN & AIDS

Aufruf der Deutschen AIDS-Hilfe „Drogen und Menschenrechte“ braucht weitere Unterschriften
Seit 1990 sind in Deutschland mehr als 33.000 Menschen durch den Konsum illegaler Drogen gestorben. Viele dieser Todesfälle wären durch Aufklärung, Angebote zur Risikosenkung und durch Überlebenshilfen vermeidbar gewesen. Mit dem Aufruf „Drogen und Menschenrechte“ verweist die Deutsche AIDS-Hilfe auf diese Zusammenhänge. Wir bitten, den wichtigen Aufruf zu unterstützen. Weitere Informationen unter www.drogenundmenschenrechte.de.

Fachtagung zum Thema "Substitution und Psychotherapie“ am 2. Dezember 2011 in Berlin
Am 02. Dezember 2011 findet die Fachtagung  „Substitution und Psychotherapie im stationären und ambulanten Setting“ in Berlin statt. Die Fortbildung wird in Kooperation von akzept, der Deutschen Gesellschaft für Suchtmedizin und dem Berufsverband Deutscher Psychiater/Nervenärzte veranstaltet. Weitere Informationen dazu finden sie hier (PDF-Datei).

Fachtagung zum 20-jährigen Bestehen der Deutschen Gesellschaft für Suchtmedizin
In wenigen Wochen findet vom 4. bis 6. November 2011 in Berlin der 20. Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Suchtmedizin statt. Die Veranstaltung richtet sich mit vielen Workshops und Vorlesungen an Ärztinnen und Ärzte und alle in der Suchtbehandlung beschäftigten Berufsgruppen. Das Programm und Anmeldeformulare finden Sie unter www.dgsuchtmedizin.de.


STRAFVOLLZUG

Bericht über die Arbeit des Justizvollzugsbeauftragten Professor Michael Walter „Man kann nicht alle Risiken ausschließen“
Am 31. August 2011 erschien im Kölner Stadtanzeiger ein Bericht über die Arbeit des Justizvollzugsbeauftragten Professor Michael Walter, der unabhängig, unkündbar auf drei Jahre in das Amt berufen wurde und nicht weisungsgebunden ist. Nach knapp acht Monaten gibt der Jurist einen Überblick über Ziele und Herausforderungen in seinem neuen Amt. Mehr dazu lesen sie unter www.ksta.de.

Ulrike Böhm neue Leiterin der Justizvollzugsanstalt Willich II
Ulrike Böhm wurde als neue Leiterin der Justizvollzugsanstalt (JVA) Willich II benannt. Die 57-jährige Diplom-Psychologin folgt auf Renate Gaddum, der die Leitung der JVA Euskirchen übertragen worden ist. Frau Ulrike Böhm trat nach dem Studium in Erlangen und Köln sowie nach kurzer gerichtspsychologischer Gutachtertätigkeit im Jahr 1979 in den Dienst des Landes NRW ein. Mehr Informationen zu Frau Böhm finden sie auf dem Internetportal des Justizministeriums www.justiz.nrw.de.

Neues Konzept der Sicherungsverwahrung auf der Sonderkonferenz der JustizministerInnen vorgestellt
Bundesjustizministerin Frau Leutheusser-Schnarrenberger legte bei der Sonderkonferenz der Justizministerinnen und Justizminister des Bundes und der Länder ihr neues Konzept zur Reform der Sicherungsverwahrung vor. Das Bundesverfassungsgericht hatte im Mai 2011 entschieden, dass die bisherigen Regelungen zur Sicherungsverwahrung nicht verfassungsgemäß und bis 2013 komplett neu zu gestalten sind. Im Mittelpunkt der Kritik stand neben dem sogenannten "Abstandsgebot", womit sich die Ausgestaltung der Sicherungsverwahrung durch Betreuungsangebote und Behandlungsmöglichkeiten von der Strafhaft wesentlich unterscheidet, die nachträgliche Sicherungsverwahrung. Die schriftliche Fassung des Konzepts lesen sie hier (PDF-Datei).

Ausstellungseröffnung: „Menschen statt Mauern – für ein Europa ohne Jugendgefängnisse“
Im Oktober wird die Ausstellung „Menschen statt Mauern – für ein Europa ohne Jugendgefängnisse“ letztmals zu sehen sein. Die Ausstellung wird im am 06. Oktober um 11.00 Uhr eröffnet. Es sprechen Henriette Reker, Dezernentin für Soziales, Integration und Umwelt der Stadt Köln. Dr. Gerhart R. Baum, Bundesinnenminister a.D. und Schirmherr der Ausstellung, Gisela Strauff, pensionierte Leiterin der Kölner Jugendgerichtshilfe und Klaus Jünschke vom Kölner Appell gegen Rassismus. Weitere Informationen zur Ausstellung finden Sie hier (PDF-Datei).

Blogbeitrag zu HIV und Arbeit in Haft: Diskriminierung ist nicht die Ausnahme, sondern die Regel
„Mit HIV muss ich leben. Mit Kollegen, die mich diskriminieren, nicht“, heißt es auf einem zum Welt-Aids-Tag 2010 verbreiteten Postkartenmotiv. Es ist gut, dass die Deutsche AIDS-Hilfe „HIV am Arbeitsplatz“ zu einem ihrer Schwerpunktthemen in 2011 gemacht hat. In der bisherigen Diskussion hierzu sind Häftlinge jedoch kaum berücksichtigt worden, schreibt Peter Wiessner in einem Blogbeitrag für die Deutsche AIDS-Hilfe am 31. August 2011. Den Beitrag lesen Sie unter www.blog.aidshilfe.de.


VERSCHIEDENES

Integration junger Migranten: Ausschreibung für Projektgelder von bis zu 5000 Euro
Eine neue Ausschreibungsrunde für Projekte zur Integration junger Migranten der Robert Bosch Stiftung, durchgeführt von der Stiftung Mitarbeit, hat am 1. August 2011 begonnen. Anträge können bis zum 15. Januar 2012 eingereicht werden. Besondere Erfolgsaussichten haben Projekte, die junge Menschen deutscher und anderer ethnischer Herkunft gemeinsam gestalten, ehrenamtliches Engagement einbeziehen oder die sich auch an die Eltern junger Migranten wenden. Die Projekte sollen praxisbezogen und lokal angelegt sein. Die Förderung umfasst bis zu 5000 Euro. Weitere Informationen unter www.mitarbeit.de.

Junge Soziokultur: Ausschreibung für Projektgelder von bis zu 2000 Euro
Bis zum 1. November 2011 können junge Menschen zwischen 18 und 25 Jahren für eigene Projektideen im soziokulturellen Praxisfeld beim Fonds Soziokultur bis zu 2000 Euro beantragen. Das Projekt muss in eigener Verantwortung geplant und realisiert werden. Gefördert werden experimentierfreudige Kulturprojekte mit einem konkreten Themenbezug und mit einer zeitlichen Begrenzung, sei es ein Videoprojekt zur Migration im Stadtteil, ein HipHop-Event, eine Fotoausstellung zum Wandel eines Dorfes oder ein Projekt von Jugendlichen mit Medienkünstlern. Weitere Informationen unter www.fonds-soziokultur.de.

Stellenausschreibung des Jugendnetzwerks Lambda
Das Jugendnetzwerk Lambda sucht für sein Peer-to-Peer-Beratungsprojekt in Berlin eine/n Psychologe/-in oder Sozialpädagogen/-in zum 1. Januar 2012. Die Stelle ist unbefristet und hat den Umfang von 50% einer Vollzeitstelle. Die Bewerbungsfrist ende am 15. Oktober 2011. Weitere Informationen findest du in der Stellenausschreibung (PDF-Datei).

Der nächste Newsletter erscheint am 12. Oktober 2011
Wir freuen uns über interessante Berichte, Veranstaltungshinweise etc. Bitte senden Sie diese per E-Mail an newsletter@nrw.aidshilfe.de. Redaktionsschluss für die kommende Ausgabe ist der 11. Oktober 2011.

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