Nummer 02 - August 2011

Sehr geehrte Damen und Herren,


heute erhalten Sie die zweite Ausgabe des Newsletters rund um das Thema „Spritzenautomaten in NRW“ für das Jahr 2011. Gerne veröffentlichen wir interessante Projekte, Themen oder Termine über den Newsletter. Bitte senden Sie die Beiträge einfach per Mail an brigitte.bersch@nrw.aidshilfe.de. Wir freuen uns über jede Rückmeldung. Informationen zum Spritzenautomaten-Projekt sowie alle Ausgaben des Newsletters finden Sie unter www.saferuse-nrw.de.

Mit herzlichen Grüßen
Brigitte Bersch
Koordination Spritzenautomatenprojekt NRW

Weitere Spritzenautomaten für NRW
Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen stellte 2010 Landesmittel für die Beschaffung und Montage von zehn Spritzenautomaten zur Verfügung. Diese Automaten werden den Drogenhilfe-Einrichtungen und Aidshilfen vor Ort kostenlos zur Verfügung gestellt. Aufstellungs- sowie Reparaturkosten und Versandkosten werden von der AIDS-Hilfe NRW übernommen. Einige Automaten stehen noch zur Verfügung. Einrichtungen, die an der Aufstellung eines Spritzenautomatens interessiert sind, können sich gerne an die AIDS-Hilfe NRW wenden. Ein Foto von den neuen Spritzenautomaten sehen Sie hier.

Spritzenautomaten-Projekt in NRW – Umfrage Zivildienstleistende 2011
An die 63 Einrichtungen, die sich am Spritzenautomaten-Projekt in NRW beteiligen, wurde im Mai 2011 ein Fragebogen zum Thema „Zivildienstleistende und  Betreuung von Spritzenautomaten“ geschickt. Bis Mitte Juni 2011 erhielten wir 51 Rückmeldungen. Fazit: Bis zum 01. Juli 2011 (Ende der Wehrpflicht und des Zivildienstes) wurden in 11 Einrichtungen die Spritzenautomaten von Zivildienstleistenden und teilweise von Studenten betreut. In drei Einrichtungen war noch nicht geklärt, wer sich nach dem 01. Juli 2011 um die Spritzenautomaten vor Ort kümmern wird. Alle übrigen Einrichtungen gaben an, dass nach dem 01. Juli 2011 die Betreuung der Spritzenautomaten überwiegend durch hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewährleistet sein wird.

Weiterer Spritzenautomat in Witten aufgestellt
Im Mai 2011 wurde ein weiterer Spritzenautomat in NRW aufgestellt. Betreiber ist in Witten das Kontaktcafe "HiP" (Haus im Park e.V.) 

Neue Faltschachteln und Einleger für die Sichtfenster
Im Juni 2011 erhielten die Faltschachteln der Spritzenpäckchen, Care- und Pflegesets ein neues Design. Besonderer Wert wurde auf ein einheitliches Layout gelegt. Zum ersten Mal wurden die Faltschachteln mit den Safer-Use-Regeln sowie der Telefonnummer des Rettungsdienstes bedruckt. Entsprechende Einleger für die Sichtfenster der Spritzenautomaten können bei der AIDS-Hilfe NRW bestellt werden. Ein Foto der neuen Päckchen finden Sie hier.

Mechaniker/in gesucht
Die AIDS-Hilfe NRW sucht für den Raum Köln und Umgebung zum nächstmöglichen Zeitpunkt einen Monteur/Techniker bzw. Monteurin/Technikerin für Reparatur- und Instandhaltungsarbeiten an Spritzenautomaten nach Bedarf. Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).

Gesamtübersicht „Abgabe Einmalspritzen 2010"
Im Rahmen des Spritzenaustauschprogramms wurden im Jahr 2010 rund 251.000 sterile Einwegspritzen für intravenös Drogen gebrauchende Menschen in NRW über die Spritzenautomaten abgegeben. Das bedeutet eine Steigerung um ca. 2,8 Prozent (6.902 Stück) zum Vorjahr. Die Menge der lose abgegebenen Einmalspritzen, die über die Drogenhilfe-Einrichtungen abgegeben beziehungsweise getauscht wurden, lag bei 2.113.242 Stück. Das bedeutet ebenfalls eine Steigerung, und zwar um ca. 5,8 Prozent (117.902 Stück) zum Vorjahr. Die Gesamtübersicht der Jahre 2008 bis 2010 finden Sie hier.

21. Juli 2011 – Bundesweiter Gedenktag für verstorbene Drogenabhängige
Am 21. Juli 2011 wurde zum 14. Mal der Gedenktag für verstorbene Drogengebraucherinnen und Drogengebraucher begangen. Das Thema war in diesem Jahr „Drogengebrauch und Menschenrechte“. Ein Schwerpunkt lag auf der Forderung, Menschen in Haft den gleichen Zugang zu Prävention und Behandlung zu ermöglichen wie Menschen „draußen“. Eine Übersicht über die bundesweiten Veranstaltungen finden Sie hier. Der Gedenktag für verstorbene Drogengebraucher wird seit 1998 begangen. Er geht auf die Initiative des NRW-Landesverbandes der Eltern und Angehörigen für humane und akzeptierende Drogenarbeit e. V. zurück. Hintergrund: Am 21. Juli 1994 starb der Drogengebraucher Ingo Marten unter bis heute nicht geklärten Umständen. Auf Initiative seiner Mutter Karin Stumpf wurde in einem Park bei Gladbeck Deutschlands erste Gedenkstätte für verstorbene Drogenabhängige eingerichtet. Seit 1990 sind in Deutschland mehr als 33.000 Menschen durch den Konsum illegaler Drogen gestorben. Viele dieser Todesfälle wären vermeidbar gewesen – durch Aufklärung, Angebote zur Risikosenkung und durch Überlebenshilfen.
 
28. Juli 2011 - Welt-Hepatitis-Tag: Die meisten Drogenkonsumentinnen und Drogenkonsumenten infiziert
Hepatitis B und C sind eine häufig unterschätzte Folge des intravenösen Drogenkonsums, wie eine Übersicht im Lancet (2011; doi: 10.1016/S0140-6736(11)61097-0) zeigt, die anlässlich des Welt-Hepatitis-Tag veröffentlicht wurde. Die meisten intravenös Drogenabhängigen infizieren sich früher oder später mit Hepatitisviren. Die Prävalenzen sind erschreckend hoch. In zwölf der 77 Länder, zu denen die Gruppe um Louisa Degenhardt vom Burnet Institute in Melbourne Zahlen zusammentragen konnte, liegt die Prävalenz bei mehr als 80 Prozent. In weiteren 25 Ländern sind zwischen 60 und 80 Prozent mit Hepatitis C infiziert. Zu diesen Ländern gehört auch Deutschland mit einer Prävalenz von 75 Prozent. Den kompletten Artikel lesen Sie hier. Den aktuellen HIV-Report der Deutschen AIDS-Hilfe zum Thema „Hepatitis C“ finden Sie hier (PDF-Datei. 

HIV-Neudiagnosen weiterhin fast konstant
Die Zahl der HIV-Neudiagnosen ist im Jahr 2010 in etwa konstant geblieben. Das hat das Robert-Koch-Institut in seinem aktuellen Epidemiologischen Bulletin mitgeteilt. 2.918 HIV-Diagnosen wurden dem RKI für 2010 gemeldet. 2009 waren es 2.885. Die Zahl der HIV-Neudiagnosen bei intravenös Drogengebrauchenden (IVD) sank im Jahr 2010 mit 93 Meldungen auf den niedrigsten Wert seit Beginn der differenzierten Erfassung im Jahr 1993. Der Anteil der aus Nordrhein-Westfalen gemeldeten IVD-Neudiagnosen, der in der Vergangenheit im Verhältnis zur Einwohnerzahl mit 45 Prozent überproportional hoch war, ging im Jahr 2010 auf 31 Prozent zurück. Das Bulletin des Robert-Koch-Instituts lesen Sie hier

Deutsche AIDS-Stiftung: Bedürftigkeit bei Menschen mit HIV/Aids nimmt zu!
Im Rückblick auf 30 Jahre Aids ist die Einführung der hochaktiven antiretroviralen Therapie (HAART), die 1996 auf den Markt kam, der wichtigste Meilenstein. Während sich die gesundheitliche Situation für viele von HIV und Aids betroffene Menschen dadurch verbessert hat, gilt dies in vielen Fällen nicht für die finanzielle Lage. Viele HIV-infizierte Menschen leiden bei einer langfristigen Medikamenteneinnahme unter Nebenwirkungen sowie Begleiterkrankungen der Infektion. Die Pressemeldung der Deutschen AIDS-Stiftung finden Sie hier

Spritzenautomaten-Projekt bundesweit: Spritzenautomaten: Jetzt!
Auf der Homepage Spritzenautomaten Jetzt! finden Sie viele Informationen und Musterschreiben rund um das Thema Spritzenautomaten. Die Homepage will Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Aids- und Drogenhilfen über die Vorteile von Spritzenautomaten informieren und dazu motivieren die personalunabhängige Verfügbarkeit von sterilen Spritzen und Zubehör mit der Installation eines Spritzenautomaten zu gewährleisten.

JES-Fragebogen zur Substitutionsbehandung
Seit der Gründung des JES-Netzwerks im Jahr 1989 bildet die Substitutionsbehandlung einen Kernbereich der Arbeit des Netzwerkes als Selbsthilfeverband und Interessenvertretung von aktuellen und ehemaligen Drogengebrauchenden sowie Substituierten. JES will sich konstruktiv einbringen, um die Rahmenbedingungen der erfolgreichsten Behandlungsform für Opiatkonsumenten und -konsumentinnen weiter zu verbessern. Der Beziehung zwischen Arzt und Patient kommt dabei eine zentrale Bedeutung zu. Um einen Überblick bekommt, wo die Substitution besonders gut läuft und wo es Defizite gibt, wurde ein Fragebogen entworfen. Das JES-Netzwerk arbeitet bei dieser Befragung wieder mit der Deutschen AIDS-Hilfe zusammen. Wir würden uns sehr freuen, wenn dieses Vorhaben auch in NRW eine breite Unterstützung findet. Den Fragebogen und weitere Informationen über das Vorhaben finden sie unter JES-Bundesverband.


Artikel zum Thema „Spritzenautomaten“

Gefahr durch Spritzenautomat?

Gronau - Nicht nur die Drogenberatung ist - wie berichtet - umgezogen. Auch der Spritzenautomat ist mitgekommen zur Gildehauser Straße. Artikel

Trendsetter in der Drogenarbeit: Die AIDS-Hilfe Ahlen feiert ihr 25-jähriges Bestehen
Große Preisfrage: Wo stand der erste Spritzenautomat in Nordrhein-Westfalen? Artikel

Spritzenautomat sorgt für keimfreies Drogenbesteck

Oldenburg - 23 500 Spritzen werden jedes Jahr bei der Aids-Hilfe in Oldenburg herausgegeben. Allein 7000 davon ziehen sich Drogenkonsumentinnen und Drogenkonsumenten aus den beiden Spritzenautomaten. Artikel

Automaten ermöglichen jetzt Zugang zu sterilem Spritzbesteck

Tübingen - Der Zusammenhang zwischen Drogenkonsum und Neuinfektionen mit HIV und Hepatitis C ist hoch, deswegen leisten Spritzenautomaten einen wichtigen Beitrag zur Infektionsprävention. Artikel

Spritzenautomat für Junkies geknackt
Schleswig-Holstein - Aufmerksame Spaziergänger haben es bereits bemerkt: Der Anfang des Jahres aufgestellte Spritzenautomat im Durchgang vom Waschpohl zur Gartenallee ist wieder verschwunden - allerdings nicht auf Dauer. Unbekannte haben den massiven Stahlschrank aufgebrochen, offenbar um an die Geldkassette des extra umgebauten Zigarettenautomaten zu gelangen. Artikel

Gegenwind und Das Letzte

Programm der CDU- Wuhletal - Bezirk Marzahn-Hellersdorf
Aus den Augen, aus dem Sinn. Mit den üblichen ordnungspolitischen Maßnahmen geht die Berliner CDU auf Stimmenfang. Sauberkeit und Ordnung, Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen und natürlich weg mit dem Spritzenautomaten. Wer macht sich für ein Alkoholverbot auf CDU-Ortsversammlungen stark? Auszug aus dem Partei-Programm der CDU-Wuhletal zum Thema "Öffentliche Ordnung". PDF

NPD Kreisverband Segeberg-Neumünster-Landesverband Schleswig-Holstein
Auch die NPD im hohen Norden tut sich mit besonders intelligenter Kritik hervor! "Warum fördert man Drogenkranke auf Kosten der Sicherheit!" Die Frage ist zwar erlaubt, aber in sich falsch gestellt. Wiegt sie doch völlig aus dem Kontext heraus den einen Wert gegen den anderen auf. Das Gespräch mit den Hilfsstrukturen würde hier Abhilfe schaffen. "Warum weißt man Süchtige nicht ein?" Ist jetzt hier die Stigmatisierung der Drogengebrauchenden mit weißer Farbe gemeint oder nur ein flüchtiger Rechtschreibfehler unterlaufen? Abgesehen von der Sinnlosigkeit einer Zwangshospitalisierung, ist sich die rechtsextreme Partei darüber im Klaren, dass die Rechte Inhaftierter im Strafvollzug nicht aufhören? Die Frage ist, wer sich hier den Goldener Schuss versetzt. Lesen Sie PDF


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