Nr. 15 vom 3. August 2011
Liebe Leserinnen und Leser,

am 1. Juli ist der Bundesfreiwilligendienst gestartet. Seine Einrichtung ist der Tatsache geschuldet, dass mit dem Aussetzen der Wehrpflicht den Non-Profit-Organisationen nun auch keine Zivildienstleistenden mehr zur Verfügung stehen. Damit wird der zivile Dienst an der Gesellschaft zwar neu geordnet, doch wird die Konkurrenz unter den sich um die Freiwilligen bemühenden Organisationen nicht kleiner. Die AIDS-Hilfe NRW wird sehr sogfältig prüfen, ob sich durch den Bundesfreiwilligendienst neue Chancen für die Aidshilfearbeit in Nordrhein-Westfalen ergeben.
Eine nun vorliegende Studie zeigt auf, dass Vereine, deren Arbeit ohne das Engagement von Ehrenamtlichen nicht möglich wäre, von Freiwilligeninitiativen in den USA lernen können. Dort ist das freiwillige Engagement tiefer in der Gesellschaft verwurzelt als bei uns. Um erfolgreicher in Bezug auf die Motivation, Mobilisierung und Einbindung von Ehrenamtlichen zu werden, müssen die Organisationen zielgruppengerechte Kommunikationswege nutzen, ihre Programme variabler gestalten und den Wert des Engagements klarer herausstellen. Zum Teil decken sich die Ergebnisse der Studien mit unseren Erkenntnissen, die eigene Arbeit an den Bedürfnissen der Ehrenamtlichen auszurichten, sie aber auch gut zu qualifizieren. Neue Aspekte, wie die Betonung des Gemeinwesensbezug und die Idee, etwas vom Erfolg an die Gesellschaft zurück zu geben, wären eine Herausforderung auch im Hinblick auf das Fundraising von morgen.
In der Landesgeschäftsstelle beobachtet unser Kollege Michael Wurm die Entwicklung des Ehrenamts in den Aidshilfen. Er stellt auch die vollständige Studie gern zur Verfügung.

Dr. Guido Schlimbach | Pressesprecher


VERBAND / LOBBY

Aufruf: „Wir brauchen eine Arbeitsmarktpolitik für alle“
Der Paritätische Wohlfahrtsverband hat eine Unterschriftenaktion gestartet, mit der die Mitglieder des Deutschen Bundestags zu einem arbeitsmarktpolitischen Kurswechsel aufgefordert werden sollen. Die Erstunterzeichnerinnen und –unterzeichner, darunter auch die Deutsche AIDS-Hilfe, fordern eine Rücknahme der Sparbeschlüsse in der Beschäftigungsförderung, mehr Handlungsspielräume für die Jobcenter vor Ort, mehr sinnvolle Beschäftigungsangebote für schwer vermittelbare Langzeitarbeitslose und die rechtliche und finanzielle Absicherung der Institutionen, die vor Ort die Leistungen für diese Personen erbringen, so etwa Beschäftigungsunternehmen oder Fortbildungseinrichtungen. Nun ist die Öffentlichkeit aufgerufen, sich an diesen Forderungen anzuschließen und sich an der Unterschriftenaktion zu beteiligen. Alle Infos dazu finden Sie unter www.arbeitsmarktpolitik-fuer-alle.de.

Behördenauskünfte online organisieren
Sowohl für die individuelle Beratung als auch für strategische Planung ihrer Arbeit benötigen Aidshilfen immer wieder Informationen von Behörden, Dezernaten oder (Stadt-)räten. Unter anderem aus dem Informationsfreiheitsgesetz lässt sich der Anspruch auf eine Vielzahl von Informationen ableiten. Eine neue Webseite "Frag den Staat" will nun dabei helfen, diese Anfragen zu formulieren und zu dokumentieren. Weitere Infos auch bei der Tagesschau unter www.tagesschau.de, oder unter fragdenstaat.de.


ÖFFENTLICHKEITSARBEIT / FUNDRAISING

Wiederholungsbefragung: „Aids im öffentlichen Bewusstsein“
Zu der Studie „Aids im öffentlichen Bewusstsein“ ist nun der Kurzbericht erschienen, der die Ergebnisse der Befragung aus dem Jahr 2010 wiedergibt. Die Befragung konnte zeigen, dass die Kondomverwendung in neuen Partnerschaften oder in wechselnden Partnerschaften auf dem Stand des Vorjahres geblieben ist oder sich sogar erhöht hat. So verwenden mittlerweile 89%  der befragten Frauen und 85 % der befragten Männer zwischen 16 und 44 Jahren an, dass sie in neuen Partnerschaften Kondome verwenden. 1994 lag dieser Wert noch bei 69% für Frauen und bei 63% für Männer. Der vollständige Kurzbericht zur Studie findet sich unter www.bzga.de.


MENSCHEN MIT HIV/AIDS

Das Twinning-Projekt feiert Geburtstag
Anlässlich der HIV-Konferenz der Internationalen Aids-Gesellschaft (IAS), die in Rom stattfand, feiert das Twinning-Projekt der Gemeinnützigen Stiftung Sexualität und Gesundheit (GSSG) sein einjähriges Bestehen. Einen kurzen Bericht finden Sie hier (PDF-Datei).


SCHWULE PRÄVENTION

Kann die 'egoistische' Haltung "ich will nicht HIV-positiv werden" Mittel der Prävention sein?
Unter dem Titel 'Lustprinzipien' behandelt die aktuelle Ausgabe des Berliner Magazins Siegessäule verschiedene Aspekte des Lebens mit HIV heute, unter anderem mit einem Interview mit dem Sexualwissenschaftler Martin Dannecker. Dannecker schlägt in diesem Interview vor, im Zusammenhang mit Prävention eine egoistische Position zu vertreten: Jeder, der eine HIV-Infektion nicht wenigstens stillschweigend in Kauf nehme, könne nachhaltig darauf bestehen, dass entweder ein Kondom eingesetzt werde oder bestimmte Sachen eben nicht liefen. Das Interview aus der Siegessäule lesen Sie hier (PDF-Datei).

„Führung im qualifizierten Ehrenamtsmanagement“vom 27.-28. August 2011 in Gelsenkirchen
Das Seminar „Führung im qualifizierten Ehrenamtsmanagement“ aus der Reihe der Herzenslust-Workshops zum Freiwilligenmanagement wird dieses Jahr erneut angeboten. „Führung im qualifizierten Ehrenamtsmanagement“ wurde zusammen mit wissenschaftlichen Experten weiterentwickelt und bereits in der Praxis erfolgreich umgesetzt. Im Jahr 2011, dem europäischen Jahr des Ehrenamtes, findet das Seminar am Samstag, den 27. August 2011, von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr und am Sonntag, den 28. August 2011, von 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr statt. Mehr zu den Inhalten und zum Anmeldeverfahren findest du hier (PDF-Datei).


JUGEND

Einladung zum 2. Fachtag Youthworkhl
Zum 2. Fachtag Youthworkhl am 20.August im anyway in Köln sind Anmeldungen noch bis zum 13. August möglich. Youthworker aus schwul/lesbischen Jugendzentren, AIDS-Hilfen und interessierte Kolleginnen und Kollegen treffen sich, um sich mit der BRAVO-Ausstellung und dem Thema Sexualität und HIV & Aids auseinanderzusetzen. Mehr zum Fachtag und zur Anmeldung findet Ihr hier (PDF-Datei).


FRAUEN & AIDS

Einladung zur Landesarbeitsgemeinschaft Frauen und Aids und zum Frauen-Projekte-Treffen Zielgruppenspezifische Prävention am 9. September 2011 in Köln
Das nächste Treffen der Landesarbeitsgemeinschaft Frauen und Aids und das Frauen-Projekte-Treffen Zielgruppenspezifische Prävention findet am Freitag, den 9. September 2011 von 11.00 bis 17.00 Uhr in der Aidshilfe Köln statt. Die Einladung finden Sie hier (PDF-Datei).

Homepage von Women for Positive Action jetzt auch auf Deutsch
Women for Positive Action (WFPA) ist eine globale Initiative, die gegründet wurde, um auf die spezifischen Belange von Frauen, die mit HIV leben und arbeiten, eingehen zu können. Das Internetangebot ist nun auch in deutscher Sprache verfügbar, Sie finden die Homepage unter www.womenforpositiveaction.org.


DROGEN & AIDS

Presseberichte zum Gedenktag für verstorbene Drogengebrauchende in Witten
Über die Teilnahme der Anlaufstelle für Drogengebrauchende in Witten  „Haus im Park“ an dem Gedenktag verstorbenen DrogengebraucherInnen sind in am 22. Juli einfühlsame Pressebericht erschienen. Den Bericht aus der Zeitung DERWESTEN finden Sie unter www.derwesten.de. Die Meldung der Ruhrnachrichten finden Sie unter www.ruhrnachrichten.de.

Fortbildung zu Identität und Drogenabhängigkeit vom 28.-29. September in Köln
Die Identitätsentwicklung drogenabhängiger Menschen sowie aktuelle Prozesse der Fremd- und Selbstzuschreibungen und deren emotionale und kognitive Bewertung sind verstärkt zu beachten, will man positive Entwicklungsverläufe fördern und die Behandlungs- und Betreuungspraxis optimieren. Auf der Grundlage zentraler Identitätstheorien wird deren Bedeutung für die Betreuung und Behandlung drogenabhängiger Menschen hin untersucht. Vor dem Hintergrund der jeweiligen Berufspraxis der Teilnehmenden werden die erarbeiteten Erkenntnisse genutzt, um Anregungen für zukünftige Interventionen zu gewinnen und um neue Impulse in die Gruppen- und Einzelarbeit zu geben. Für die Fortbildung Paritätischen Akademie sind noch Plätze frei. Mehr Informationen zu der Veranstaltung finden Sie hier (PDF-Datei).

Fortbildung: Behandlung und Betreuung von Menschen mit Psychose und Sucht, 29. September 2011, Dortmund
In den letzten Jahren hat die Anzahl der Menschen mit psychischen Störungen und Suchtverhalten stark zugenommen. Die Doppeldiagnose wird inzwischen als eigenes Störungsbild betrachtet, für das spezielle Strategien gesucht wurden. Inzwischen liegen zahlreiche Veröffentlichungen vor; neue Sichtweisen und Strategien für Behandlung und Betreuung wurden entwickelt. In einem eintägigen Workshop werden grundlegende Informationen sowie praktische Vorgehensweisen für die Praxis erarbeitet. Referent der Veranstaltung der Paritätischen Akademie ist Dr. Hans Joachim Thimm, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und leitender Oberarzt an der LWL Klinik in Dortmund. Weitere Informationen und das Anmeldeformular finden sie hier (PDF-Datei).

6. Nordrhein-Westfälischer Kooperationstag  „Sucht und Drogen“ Mittwoch, 12. Oktober 2011
Unter dem Schwerpunktthema „Sucht und Armut“ veranstaltet der Landschaftsverband Westfalen-Lippe am 12. Oktober 2011 in Münster den 6. Nordrhein-Westfälischer Kooperationstag  „Sucht und Drogen“. Barbara Steffens, Ministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter, schreibt in ihrem Grußwort zur Veranstaltung: “ Eine erfolgreiche Sucht- und Drogenhilfearbeit ist ohne einen kontinuierlichen fachlichen Austausch und ohne enge berufsgruppenübergreifende Zusammenarbeit aller Verantwortlichen innerhalb und zwischen den Hilfesystemen nicht möglich. Ich begrüße es daher sehr, dass mit dem bereits zum sechsten Mal stattfindenden Kooperationstag eine Informations- und Diskussionsplattform entstanden ist, die es sich zum Ziel gesetzt hat, gemeinsam nach tragfähigen Lösungen für die drängenden Probleme im Suchtbereich zu suchen“. Mehr Informationen über den Kooperationstag finden sie unter www.wissensuchtwege.de.

JES Fragebogen zur Substitutionsbehandlung
Seit der Gründung des JES Netzwerks im Jahr 1989 bildet die Substitutionsbehandlung einen Kernbereich der Arbeit des Netzwerkes als Selbsthilfeverband und Interessenvertretung von aktuellen und ehemaligen Drogengebrauchenden sowie Substituierten. JES will sich konstruktiv einbringen, um die Rahmenbedingungen der erfolgreichsten Behandlungsform für Opiatkonsumenten und -konsumentinnen weiter zu verbessern. Der Beziehung zwischen Arzt und Patient kommt dabei eine zentrale Bedeutung zu. Um einen Überblick bekommt, wo die Substitution besonders gut läuft und wo es Defizite gibt, wurde ein Fragebogen entworfen. Das JES Netzwerk arbeitet bei dieser Befragung wieder mit der Deutschen AIDS- Hilfe zusammen. Wir würden uns sehr freuen, wenn dieses Vorhaben auch in NRW eine breite Unterstützung findet. Den Fragebogen und weitere Informationen über das Vorhaben finden sie unter www.jes-bundesverband.de.


STRAFVOLLZUG

Presserklärung des Justizministeriums: "Eckpunkte der Bundesjustizministerin zur Sicherungsverwahrung sind nicht das erhoffte Gesamtkonzept"
Justizminister Thomas Kutschaty hat eine erste Einschätzung der am 19. Juli an die Bundesländer versandten Eckpunkte des Bundesjustizministeriums für eine gesetzliche Neuregelung des Rechts der Sicherungsverwahrung abgegeben und diese als unzureichend bezeichnet: "Wir werden den Bund nicht aus seiner Verantwortung entlassen, ein stimmiges Gesamtkonzept vorzulegen. Dazu gehört auch, dass man sich noch einmal mit den grundlegenden Fragen beschäftigt, wie etwa den Anlasstaten, der nachträglichen Sicherungsverwahrung und der Zukunft des Therapieunterbringungsgesetzes", heißt es in der am 21. Juli veröffentlichten Presserklärung des Justizministeriums. Den gesamten Text lesen sie hier unter www.justiz.nrw.de.

Widerstand gegen Polizeibeamte soll härter bestraft werden
Das im Strafgesetz geregelte Strafmaß bei Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte (zumeist Polizisten) soll von zwei auf drei Jahre angehoben werden. Die Koalition aus CDU/CSU und FDP hat am 06. Juli im Rechtsausschuss einen entsprechenden Gesetzentwurf der Bundesregierung (17/4143) beschlossen. Die Linke und Bündnis 90/Die Grünen stimmten gegen die Initiative; die SPD enthielt sich.  Die Bundesregierung hatte ihren Gesetzentwurf damit begründet, dass Polizisten immer wieder Opfer von Gewalt würden. In den letzten Jahren habe es bei diesen Delikten eine Steigerung von mehr als 30 Prozent gegeben. Die Union meinte, es gehe darum, den ”Respekt für staatliche Organe“ wieder herzustellen. Die Botschaft müsse lauten: ”Wir stehen hinter ihnen!“ Die Pressemitteilung des Rechtsausschusses des Bundestages lesen sie unter www.bundestag.de. Den Wortlaut des Gesetzesentwurfs finden Sie hier (PDF-Datei).

Abstracts für die 6. Europäische Konferenz zur Gesundheitsförderung in Haft in Genf können bis zum 15. August 2011 eingereicht werden
Unter dem Motto „Patient or Prisoner? - Wege zu einer gleichwertigen Gesundheitsversorgung in Haft“ findet vom 01.- 03. Februar 2012 in den Universitätskliniken in Genf die „6. Europäische Konferenz zur Gesundheitsförderung in Haft“ statt. Die Konferenz wird gemeinsam mit der Jahrestagung der Konferenz Schweizerische Gefängnisärzte und der Jahrestagung des Forums der Gefängnisdienste des Schweizerischen Justizvollzuges durchgeführt. Die thematischen Schwerpunkte werden von den Partnern gemeinsam gesetzt, dabei sind auch die Rückmeldungen der TeilnehmerInnen der 5. Konferenz in Hamburg berücksichtigt. Abstracts für die Konferenz können bis zum 15. August 2011 eingereicht werden. Mehr Informationen zu der Konferenz und den behandelten Themen finden sie unter www.gesundinhaft.eu.


VERSCHIEDENES

Ausschreibung der Deutschen AIDS-Stiftung - Bewerbungsfrist ist der 31. August 2011
Die Stiftung sucht zum 1. Oktober eine Mitarbeiterin / einen Mitarbeiter für die Antragsbearbeitung. Die Ausschreibung finden Sie hier (PDF-Datei).

Der nächste Newsletter erscheint am 17. August 2011
Wir freuen uns über interessante Berichte, Veranstaltungshinweise etc. Bitte senden Sie diese per E-Mail an newsletter@nrw.aidshilfe.de. Redaktionsschluss für die kommende Ausgabe ist der 15. August 2011.

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