Nr. 14 vom 21. Juli 2011
Liebe Leserinnen und Leser,

am heutigen 21. Juli wird zum 14. Mal der Gedenktag für verstorbene Drogengebraucherinnen und Drogengebraucher begangen. Das Motto des Gedenktags 2011 ist "Drogengebrauch und Menschenrechte". Wir werden dem Andenken an die Verstorbenen am ehesten gerecht, wenn wir das Thema Drogengebrauch immer wieder ansprechen, Drogen gebrauchende Menschen nicht ausgrenzen und ihnen gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen. Daher fordern wir einen menschenwürdigen Umgang mit Drogen gebrauchenden Menschen sowie ein sensibleres Eingehen der Gesamtgesellschaft auf ihre Bedürfnisse und eine vorurteilsfreie Behandlung durch die Ärzteschaft. Die Menschenrechte gelten auch für diejenigen, die seitens vieler Kommunen gezielt aus dem öffentlichen Raum verdrängt und nur noch an bestimmten Orten geduldet und die, wenn überhaupt, von vielen Ärztinnen und Ärzten nur zu bestimmten Zeiten behandelt werden. Diese Diskriminierung ist nicht tolerierbar. Allen Drogen Konsumierenden muss die Therapie ihrer Wahl zur Verfügung gestellt werden, im Zweifelsfall auch die Vergabe der Originalsubstanz Heroin.

Die AIDS-Hilfe NRW begrüßt die positiven Entwicklungen in der Drogenpolitik der vergangenen Monate. Die Heraufsetzung der Eigenbedarfsgrenze bei sonst illegalen Drogen durch den Justizminister von Nordrhein-Westfalen ist da ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Auch die bereits beschlossene Vereinbarung zur Förderung des Übergangsmanagements drogenabhängiger Strafentlassener ist ein positives Signal. Die Entkriminalisierung des Drogengebrauchs wäre natürlich am besten. Die Gefängnisse würden entlastet, ein Übergangsmanagement wäre weniger notwendig und die Drogengebraucherinnen und Drogengebraucher könnten sich angstfreier den Hilfesystemen anvertrauen als heute.

Die Schirmherrschaft des diesjährigen Gedenktags hat der Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Cem Özdemir, übernommen. In Zusammenarbeit mit den Mitgliedsorganisationen der AIDS-Hilfe NRW finden in diesem Jahr wieder Veranstaltungen in Bielefeld, Dortmund, Düsseldorf, Duisburg, Essen, Köln, Paderborn, in der Justizvollzugsanstalt Rheinbach und in Wuppertal statt. Die Liste mit allen Veranstaltungen in Nordrhein-Westfalen finden Sie hier (PDF-Datei).

Dr. Guido Schlimbach | Pressesprecher


SCHWULE PRÄVENTION

RUHR CSD ESSEN am 6. August 2011
Am Samstag, 6. August 2011 startet um 12.00 Uhr der RUHR CSD ESSEN auf dem Essener Kennedyplatz. Das Fest bietet eine Mischung aus Spaß und Aufklärung, buntem musikalischen Programm und politischen Inhalten. Alle weiteren Informationen dazu finden Sie hier (PDF-Datei).

Das 13. Schwul-Lesbische Sommerfest am 6. August 2011 in Bonn
Am Samstag, 6. August 2011 feiert auch Bonn seinen CSD. Die Aids-Hilfe Bonn lädt zum 13. Schwul-Lesbischen Sommerfest auf den Münsterplatz inmitten der Bonner Fußgängerzone von 13.00 bis 20.00 Uhr ein. Die Veranstaltung unter der Schirmherrschaft des Bonner Oberbürgermeisters Jürgen Nimptsch beginnt um 12.00 Uhr mit dem Öffnen der Infostände zahlreicher Vereine und Verbände. Neben einem Polit-Talk mit dem Thema "Schwule und Alter(n)" werden auch die Themen HIV-Prävention und das Gedenken an die an Aids Verstorbenen ihren Platz auf der Bühne finden. Dabei begrüßen die Bonner Vertreter und Rollenmodelle der landes- und deutschlandweiten Kampagnen Herzenslust und Ich weiss was ich tu! Das Plakat des Sommerfestes finden Sie hier (PDF-Datei).

"SOMMERLUST" - das Schwul-lesbische Sommerfest in Duisburg am 30. Juli 2011
Auch in diesem Jahr entfällt der traditionelle CSD in Duisburg. Um das Thema Gleichberechtigung von Lesben und Schwulen in der Duisburger Öffentlichkeit weiterhin aufzugreifen wird die AIDS-Hilfe Duisburg/Kreis Wesel in diesem Jahr mit "SOMMERLUST" ein alternatives Schwul-Lesbisches Sommerfest veranstalten. Durch viele ehrenamtliche MitarbeiterInnen und Dank der Unterstützung zivilgesellschaftlicher Sponsoren ist es dem Verein gelungen, ein Straßenfest auf die Beine zu stellen. Neben Informationsständen wird es ein attraktives Bühnenprogramm sowie Essens- und Getränkestände geben. Herzenslust wird auf dem Straßenfest eine groß angelegte Präventionsaktion umsetzen. Unter dem Motto „LECKER LECKEN - so schmeckt Duisburg…“ werden auf lebensbejahende und lustvolle Weise die Risiken von sexuellen Praktiken in Bezug auf HIV und andere sexuell übertragbare Krankheiten thematisiert. Weitere Infos finden Sie unter www.duisburg.gay-web.de.

Reloaded: Homepage vielfalt-statt-gewalt.de
Ein neues Design, neue Fotos und viele neue Inhalte sind das Ergebnis einer kompletten Überarbeitung von vielfalt-statt-gewalt.de, den Seiten der landesweiten Anti-Gewalt-Arbeit für Lesben, Schwule, Bisexuelle und Trans*Menschen in NRW. Die Homepage bereitet Informationen zu Diskriminierung, Gewalt und häuslicher Gewalt, den Handlungsmöglichkeiten nach einer Diskriminierungs- oder Gewaltsituation sowie rechtliche Informationen verständlich auf. Wichtig für Betroffene ist die NRW-Landkarte mit 15 Anlaufstellen, die zu Diskriminierung und Gewalt Unterstützung und Beratung anbieten. Sowohl in der Gestaltung als auch in den Texten greifen die neuen Seiten die in den letzten Jahren gewachsene Vielfalt der Anti-Gewalt-Arbeit in NRW auf und gehen auf die unterschiedlichen Erfahrungen ein. Ein eigenes "Kapitel" geht auf die Verschränkung unterschiedlicher Diskriminierungserfahrungen wie Homophobie und Rassismus, Homophobie und Behindertenfeindlichkeit etc. ein. Verantwortlich für die Inhalte ist die Landeskoordination der Anti-Gewalt-Arbeit für Lesben und Schwule in NRW, die seit 2003 in Trägerschaft des SOZIALWERKs für Lesben und Schwule als landesweite Fachstelle mit Sitz im RUBICON tätig ist. Die Seite finden Sie unter www.vielfalt-statt-gewalt.de.

USA: Mehr Gewalt gegen Schwule und Lesben
2010 hat eine schwul-lesbische Gruppe 13 Prozent mehr Fälle von Gewalt aus Hass auf Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung, Geschlechtsidentität oder ihres HIV-Status registriert. Den Artikel inklusive einiger Leserbriefe finden Sie unter www.queer.de.


JUGEND

Einladung zum 2. Fachtag Youthworkhl
Am 20. August 2011 findet der 2. Fachtag Youthworkhl  im anyway in Köln statt. In der Zeit von 10.00 bis 17.00 Uhr treffen sich Youthworker aus schwul/lesbischen Jugendzentren, Aidshilfen und interessierte Kolleginnen und Kollegen, um sich mit der BRAVO-Ausstellung und dem Thema Sexualität und HIV & Aids auseinanderzusetzen. Mehr zum Fachtag und zur Anmeldung finden Sie hier (PDF-Datei).


DROGEN & AIDS

Interview mit Jürgen Heimchen zum Gedenktag für verstorbene Drogengebraucherinnen und Drogengebraucher
Für das Straßenmagazin im Bergischen Land "Die Straße" interviewte Torsten Kartelmeyer Jürgen Heimchen, Vorstand des Bundesverbandes der Eltern und Angehörigen für akzeptierende Drogenarbeit. In dem sehr engagierten Interview werden aktuelle Fragen der Drogenpolitik, aber auch Fragen zum Umgang mit Drogenproblemen in der Familie zur Sprache gebracht. Das Interview lesen sie hier (PDF-Datei).

Neu konzipierter Grundkurs zu "Basiswissen Sucht" des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe bietet einen neu konzipierten Grundkurs zum "Basiswissen Sucht" an. Der Kurs richtet sich an Fachkräfte aus allen Arbeitsbereichen der Suchthilfe und angrenzenden Arbeitsfeldern, die in ihrem Arbeitsfeld unmittelbar oder angrenzend mit Menschen konfrontiert sind, die Rauschmittel missbrauchen oder davon abhängig sind. Dazu gehören Fachkräfte aus der Behinderten-, Jugend- oder Altenhilfe genauso wie Berufsbetreuer, Ergotherapeuten oder Berufseinsteiger in der Suchthilfe. Die Ausschreibung des Grundkurses mit weiteren Informationen und Anmeldemodalitäten finden Sie hier (PDF-Datei).


STRAFVOLLZUG

Antwort des Justizministers zur kleinen Anfrage der CDU zum Übergangsmanagement für suchtkranke Gefangene
Im April dieses Jahres hatte der Abgeordnete Christian Möbius von der CDU eine kleine Anfrage zum geplanten Übergangsmanagement für suchtkranke Gefangene gestellt. Die Antwort der Landesregierung liegt nun vor. Rückmeldungen von Trägern auf konkrete Anfragen zur Gestaltung des Übergangsmanagements aus den Haftanstalten stehen bislang noch aus. Nach wie vor ist unklar, ob und in welchem Umfang Aidshilfen, die suchtkranke Strafentlassene betreuen, die Möglichkeiten des Übergangsmanagements in Anspruch nehmen können. Wir bitten um Rückmeldung, wenn Aidshilfen aus den Vollzugsanstalten um Vermittlung gebeten werden. Die Antwort der Landesregierung lesen Sie hier (PDF-Datei).

Aufruf zur Beteiligung an der Unterschriftenaktion der Deutschen AIDS-Hilfe: "Menschenrechte inhaftierter Drogengebraucherinnen und Drogengebraucher achten, Gesundheit und Leben schützen!"
Die von der Deutschen AIDS-Hilfe initiierte Unterschriftenaktion benennt unmissverständlich die in Deutschland existierenden Missstände in Bezug auf den Zugang zu Behandlung und Prävention im Strafvollzug. Die Justizministerinnen und Justizminister der Bundesländer werden aufgefordert, ihrer Verantwortung für den Gesundheitsschutz und die medizinische Versorgung Gefangener gerecht zu werden. Die drei zentralen Forderungen sind: "1. Sorgen Sie dafür, dass auch im Gefängnis sterile Spritzbestecke zugänglich sind. 2. Sorgen Sie dafür, dass auch im Gefängnis Kondome und Gleitgel anonym zugänglich sind. 3. Sorgen Sie dafür, dass Drogenkonsumenten auch im Gefängnis eine Substitutionsbehandlung mit dem für sie geeigneten Medikamenten erhalten können." Die Aktion läuft zwei Monate. Unterzeichnet kann unter www.drogenundmenschenrechte.de.

Berichte über Misshandlungen an der Justizvollzugsschule NRW in Wuppertal
Gewalt gibt es nicht nur unter Jugendlichen, sondern offenbar auch in Einrichtungen des Justizvollzugs. Der Kölner Stadtanzeiger berichtet in seiner Ausgabe vom 8. Juli 2011 über Misshandlungen an der Justizvollzugsschule NRW in Wuppertal. So soll es in einer der größten deutschen Justizvollzugsschulen Drill, Demütigungen und paramilitärisches Auftreten gegeben haben. Seit Jahren habe ein Klima der Angst und Unterdrückung geherrscht. Ausbilder seien durch Schikane und Körperverletzungen, Einschüchterung und Demütigung aufgefallen. Einige junge Beamtenanwärter offenbarten sich nun dem Leiter einer Haftanstalt. Die Opposition kritisiert, dass das Landesjustizministerium Alarmzeichen abgebügelt habe. Justizminister Thomas Kutschty sagte der Nachrichtenagentur dpa in Düsseldorf zu, dass er den entsprechenden Berichten auf den Grund gehen werde. Mehr dazu lesen sie unter www.ksta.de.

Landesregierung in NRW beschließt "elektronische Fußfesseln" für Gewalt- und Sexualstraftäter
Die vier Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Bayern und Hessen bauen eine rund um die Uhr besetzte Zentralstelle auf, von wo aus gefährliche Straftäter überwacht werden können, denen ein Gericht das Tragen sogenannter elektronischer Fußfesseln auferlegt hat. Dem Abschluss eines Staatsvertrages über die Einrichtung einer in Hessen angesiedelten "Gemeinsamen elektronischen Überwachungsstelle der Länder" hat die Landesregierung zugestimmt, wie Justizminister Thomas Kutschaty heute (Donnerstag, 21. Juli 2011) in Düsseldorf bekanntgab. Weitere Bundesländer wollen sich beteiligen. Mehr dazu lesen sie unter www.justiz.nrw.de.

Antwort auf die Große Anfrage im Landtag in NRW zum Thema: "Mädchen und Frauen im Strafvollzug des Landes Nordrhein-Westfalen"
Anfang April diesen Jahres wurde durch die Fraktion DIE LINKE im Landtag in NRW eine große Anfrage zum Thema: "Mädchen und Frauen im Strafvollzug des Landes Nordrhein-Westfalen" eingereicht. Die umfangreiche Beantwortung der Landesregierung liegt jetzt vor. Die Abgeordneten Anna Conrads und Hamide Akbayir planen, das Thema weiter zu vertiefen. So ist nach der Sommerpause die Einladung zu einem runden Tischgespräch geplant, an dem die Ergebnisse der Großen Anfrage analysiert und an einer Strategie für Mädchen und Frauen im Strafvollzug in NRW gearbeitet werden soll. Die Anfrage der Fraktion DIE LINKE (Drucksachennr. 15/1694) sowie die Antwort der Landesregierung (Drucksachennr. 15/2384) finden Sie unter www.landtag.nrw.de.  Die Seiten 1 bis 80 der Antwort lesen sie hier:  Seiten 81 bis 159 der Antwort auf die Anfrage finden sie hier:


TRANSKULTURELLE ORIENTIERUNG

Online-Beratung zur Eine-Welt-Strategie des Landes NRW
Unter der Internetadresse www.einewelt.nrw.de wurde im Juni 2011 von Ministerin Schwall-Düren der offizielle Startschuss für die Online-Konsultation zur Entwicklung einer neuen Eine-Welt-Strategie gesetzt. Mit diesem Projekt will die Landesregierung NRW die Bürgerbeteiligung intensivieren und in einen offenen Dialog treten. Die Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, verschiedene Thesen zur Entwicklungspolitik auf der Webseite zu kommentieren und zu bewerten. Eigene Ideen und Vorschläge können ebenfalls eingebracht werden. Einer der Thesenbereiche umfasst auch Gesundheit einschließlich HIV-Prävention. Bis zum 10. September 2011 besteht die Möglichkeit, mitzudiskutieren unter www.einewelt.nrw.de.


FORTBILDUNG & TERMINE

Praxis und Methodentag HIV- und STI Test-Durchführung vom 01. bis 2. September 2011 in Köln
Bei dem von der Deutschen AIDS-Hilfe in Köln angebotenen Praxis und Methodentag geht es um die Vermittlung medizinischen Wissens zur HIV-, Syphilis-, Hepatitis-C-, Gonokokken- und Chlamydien-Diagnostik und dem Einsatz von Schnelltests. Vermittelt wird die Durchführung von HIV-, Syphilis- und Hepatitis-C-Schnelltests sowie Abstrichen auf Chlamydien und Gonokokken. Das Seminar vermittelt einen Einblick in die Vor-Ort-Arbeit am Beispiel des mobilen Testangebots der AIDS-Hilfe NRW. Diskutiert und vermittelt werden die Standards der Deutschen AIDS-Hilfe zu Beratung und Test, sowie die Herausforderungen der Vor-Ort-Testung. Das Seminar richtet sich an Beraterinnen und Berater aus Aidshilfen und Gesundheitsämtern. Das Anmeldeformular finden Se hier (PDF-Datei).


VERSCHIEDENES

Aidshilfe Köln: Praktikantin bzw. Praktikant gesucht - Bewerbungsfrist ist der 31. Juli 2011
Ab dem 1. Oktober 2011 sucht die Aidshilfe Köln eine Praktikantin oder einen Praktikanten für den Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Das Praktikum ist bezahlt und hat eine Dauer von einem Jahr. Weitere Informationen finden Sie in der Stellenausschreibung hier (PDF-Datei).

aidshilfe dortmund: Sozialarbeiterin bzw. Sozialarbeiter gesucht - Bewerbungsfrist ist der 26. August 2011
Die aidshilfe dortmund sucht für ihr Stricherprojekt zum nächstmöglichen Zeitpunkt einen Sozialarbeiter bzw. Mitarbeiter mit vergleichbarer Qualifikation für zunächst 20 Stunden/Woche. Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).

Der nächste Newsletter erscheint am 3. August 2011
Wir freuen uns über interessante Berichte, Veranstaltungshinweise etc. Bitte senden Sie diese per E-Mail an newsletter@nrw.aidshilfe.de. Redaktionsschluss für die kommende Ausgabe ist der 1. August 2011.

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