Nr. 12 vom 22. Juni 2011
Liebe Leserinnen und Leser,

heute findet im Rechtsausschuss des Landtags NRW die öffentliche Anhörung „Zwangsouting in nordrhein-westfälischen Justizvollzugsanstalten beenden und das Recht auf informationelle Selbstbestimmung stärken!“ statt. Die Anhörung geht auf einen Antrag der FDP zurück. Sie fordert, die bisherige, als diskriminierend zu bezeichnende Praxis aufzugeben. Nordrhein-Westfalen ist das einzige Bundesland, in dem Menschen mit HIV in Haft ihren Infektionsstatus gegenüber anderen Gefangenen offenlegen müssen, um an gemeinschaftlichen Aktivitäten teilnehmen zu können. Auch außerhalb des Vollzugs gibt es bundesweit keine Einrichtung, in der eine vergleichbare Praxis des Zwangsouting durchgeführt wird oder durchsetzbar wäre.

In der Stellungnahme, um die man uns gebeten hat, fordern wir die Abschaffung des Zwangsoutings im Vollzug, da dies für Menschen mit HIV diskriminierend ist und eine auf rationalen Grundlagen basierenden Prävention im Wege steht. Der Strafvollzug sollte sich an den Präventionsmaßnahmen orientieren, die sich außerhalb des Vollzugs bewährt haben. Dazu gehören auch ein uneingeschränkter Zugang zu Präventionsmitteln wie zu Kondomen und Gleitmitteln, zu sterilen Spritzen oder auch zu Einweghandschuhen zur Vermeidung von Blutkontakten bei Unfällen. Unsere Stellungnahme finden Sie hier (PDF-Datei). Weitere Stellungnahmen zur Vorbereitung der Anhörung im Rechtsausschuss finden Sie auf der Homepage des Landtags unter www.landtag.nrw.de.

Dr. Guido Schlimbach | Pressesprecher



ÖFFENTLICHKEITSARBEIT / FUNDRAISING

Magazin der Aidshilfe Köln: Neue Ausgabe erschienen
Zweimal im Jahr gibt die Aidshilfe Köln mit ihrem Magazin einen Überblick über aktuelle Angebote, Projekte und Veranstaltungen und stellt Menschen und Unternehmen vor, die sich regelmäßig für die Kölner Aidshilfe engagieren. Die aktuelle Ausgabe des Magazins finden Sie hier (PDF-Datei).

Rückmeldungen zu Veranstaltungen für den nationalen Gedenktag für verstorbene Drogengebrauchende am 21. Juli 2011
Für den nationalen Gedenktag für verstorbene Drogengebraucherinnen und Drogengebraucher am 21. Juli 2011 würden wir gerne wieder Informationen zu den in NRW geplanten Aktionen an die Presse weitergeben. Zur besseren Organisation bitten wir, uns möglichst bis zum 13. Juli die entsprechenden Informationen zukommen zu lassen. Falls Faltblätter, Plakate zu den sicherlich wieder stattfindenden Gedenkfeiern, Infoständen, zu Protestaktionen etc. verwendet werden, können diese ebenfalls an uns weitergegeben werden. Das Formblatt für die Rückmeldung finden Sie hier (PDF-Datei).


JUGEND

Fachtagung "Bi? Homo? Hetero? oder was? - sexuelle Identitätsentwicklung bei Kindern und Jugendlichen"
Das Netzwerk lesbischer und schwuler Gruppen in Bielefeld e.V. veranstaltet in Kooperation mit der Volkshochschule Bielefeld am 14. Juli 2011 eine Fachtagung zur sexuellen Identitätsentwicklung bei jungen Menschen. Die Tagung findet im Rahmen der CSD-Kulturwoche im Ravensberger Park statt. Eine Anmeldung ist erforderlich. Weitere Informationen im Flyer finden Sie hier (PDF-Datei).


FRAUEN & AIDS

Die neue Ausgabe der DHIVA ist erschienen
Die neue DHIVA ist da. Themen der aktuellen Ausgabe sind unter anderem: Stigmatisierung von Menschen mit HIV, Frauen mit HIV in Tadschikistan, Schwangerschaftsverhütung für Frauen mit HIV und den Aufruf "Werdende Väter zum HIV-Test". Weitere Informationen und Bezugsmöglichkeiten finden Sie hier (PDF-Datei).


DROGEN & AIDS

Fachtagung: "Normal berauscht? - Geistige Behinderung und Sucht / Substanzmissbrauch"
Seit einigen Jahren gibt es intensive Bestrebungen, Menschen mit einer Intelligenzminderung nicht mehr in "Sonderwelten" auszugrenzen, sondern sie unter dem Stichwort der Ambulantisierung in die gesellschaftliche Normalität zu integrieren. Die UN-Behindertenrechtskonvention hat nicht nur die Integration sondern weitergehend die Inklusion zum Ziel. Diese Entwicklungen bedeuten aber auch neue Gefährdungen, so z. B. durch übermäßigen Suchtmittelgebrauch. Die Koordinationsstelle Sucht des LVR Westfalen-Lippe führt dazu am 7. Juli 2011 eine Fachtagung durch. Weitere Informationen zur Veranstaltung finden sie hier (PDF-Datei).

Fortbildung: Stressmanagement und Burnoutprophylaxe im beruflichen Alltag der Suchthilfe
Der Wandel in den Einrichtungen der Suchthilfe hinterlässt seine Spuren: Geldmangel, Personalmangel, Mangel an Zeit und Wertschätzung. Zu einer ohnehin kräftezehrenden Arbeit mit abhängigen und gefährdeten Klientinnen und Klienten haben sich in den letzten Jahren Aufgaben und Anforderungsprofile sowie der Erfolgsdruck der Beschäftigten und Führungskräfte verschärft. Die Koordinationsstelle Sucht des LVR Westfalen-Lippe bietet vom 7. bis 9. September in Meinerzhagen eine Fortbildung zum Thema "Stressmanagement und Burnoutprophylaxe im beruflichen Alltag der Suchthilfe" an. Weitere Informationen zu der Veranstaltung finden sie hier (PDF-Datei).


STRAFVOLLZUG

Fachtagung: Sicherungsverwahrung und Führungsaufsicht
Der Europäische Menschenrechtsgerichtshof hat die sog. nachträgliche Sicherungsverwahrung im Dezember 2009 als Menschenrechtsverletzung abgelehnt. Gefährliche Straftäter, die ihre Strafe verbüßt hatten und nachträglich sicherungsverwahrt wurden, müssen entlassen werden. Das stellt Sozialdienste und Polizei vor große Herausforderungen. Nicht zuletzt wegen des Medieninteresses an jedem Fall. Die Evangelische Akademie Bad Boll veranstaltet zu diesem Thema vom 18. bis 19. Juli 2011 eine Fachtagung. Zielgruppen sind Haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter staatlicher sowie nichtstaatlicher sozialer Dienste und andere kriminalpolitisch Interessierte. Nähere Informationen zu der Veranstaltung finden sie hier (PDF-Datei).


VERSCHIEDENES

Der nächste Newsletter erscheint am 6. Juli 2011
Wir freuen uns über interessante Berichte, Veranstaltungshinweise etc. Bitte senden Sie diese per E-Mail an newsletter@nrw.aidshilfe.de. Redaktionsschluss für die kommende Ausgabe ist der 4. Juli 2011.

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