Nr. 11 vom 8. Juni 2011

Liebe Leserinnen und Leser,

Ein wichtiger Teil unserer Arbeit sind Maßnahmen zur Qualitätsentwicklung. Umfragen oder Interviews bilden die Grundlage, um erkennen zu können, welche Angebote bei den Menschen ankommen und welche nicht oder wie Angebote gestaltet sein müssen, damit sie den Bedürfnissen der Zielgruppen entsprechen. Nicht selten regen die durch dieses methodische Vorgehen gewonnenen Erkenntnisse neue innovative Projekte an.

Beim deutsch-österreichischen AIDS-Kongress, der kommende Woche in Hannover stattfindet, wird dies zu sehen sein. Nicht nur universitäre Forschungseinrichtungen nutzen das Forum des Kongresses, um ihre Erkenntnisse zu präsentieren. Ein Blick in das Kongressprogramm zeigt, mit wie vielen Postern auch die Aidshilfen die Ergebnisse ihrer Arbeit präsentieren. In Hannover werden sie ihre Erfahrungen darstellen, mit Fachkolleginnen und –kollegen diskutieren und auf diese Weise wieder neues Wissen mitnehmen. Kolleginnen und Kollegen aus Wuppertal, Dortmund, Köln sowie aus dem Landesverband werden Beiträge zu den Themen "HIV-Test und Beratung", "Spritzenautomaten für Drogengebraucherinnen und –gebraucher", "Älter-Werden mit HIV" und "Fortbildung für Ehrenamtliche" vorstellen.

Dr. Guido Schlimbach | Pressesprecher


MENSCHEN MIT HIV/AIDS

Aktion von POSITHIVHANDELN NRW zum ColognePride 2011: Wir sind ... Testsieger
Wir sind … TESTSIEGER - Das ist das Motto, mit dem POSITHIVHANDELN dieses Jahr bei der Parade vom Kölner CSD am 3. Juli mitlaufen und mitfeiern wird. Liebe ist … Liebe ist so vielfältig wie das Leben. Jede Liebe hat den gleichen Wert. Liebe verdient stets Respekt und manchmal erfordert sie auch Mut. Auch HIV-positiv sein, erfordert manchmal Mut. Wir haben vielleicht ein positives Testergebnis, aber deshalb sind wir keine Verlierer. Nein … wir sind TESTSIEGER! Anmelden können Sie sich per E-Mail an stephan.gellrich@nrw.aidshilfe.de. Und bitte nicht vergessen, bei der Anmeldung deine T-Shirt-Größe anzugeben. Weitere Infos bezüglich Treff- und Zeitpunkt bei der Paradeaufstellung senden wir Ihnen in der Woche vor dem ColognePride zu.

Fachgespräch zur HIV-Therapie am 5. Juli 2011 in Duisburg
Die AIDS-Hilfe Duisburg/Kreis Wese lädt am Dienstag, den 5. Juli 2011 zu einem Fachgespräch ein. Das Gespräch steht unter der Überschrift „Auf dem Prüfstand: Leber, Herz und Nieren—Aspekte allgemeiner Gesundheitsförderung für Menschen mit HIV und AIDS“. Als Referenten sind für das Fachgespräch die HIV-Schwerpunktärzte Dr Becker-Bost und Dr. Kwirant eingeladen. Das Fachgespräch findet im Konferenzraum des Gesundheitszentrums Duisburg-Süd statt. Weitere Informationen finden sich hier (PDF-Datei).


SCHWULE PRÄVENTION

Herzenslust-Termine im Juni 2011
Ob Beratungs- und Schnelltest-Angebote oder Treffen der Herzenslust-Teams in den Regionen: Die aktuellen Termine im Juni 2011 für schwule und bisexuelle Männer in NRW finden Sie unter www.herzenslust.de.

Ergebnisse des Grundlagentrainings im Präventionsbereich Beratung und Test

Das Grundlagentraining vom 21. bis 22. Mai 2011 in Bochum war mit elf Teilnehmern gut besucht. Wir freuen uns über eine konstruktive und sehr gute Benotung unserer ehrenamtlichen- und hauptamtlichen Teilnehmer. Vertreten waren Herzenslustprojekte aus Dortmund, Hagen und Bochum. Schon im September folgt  das Aufbautraining für unsere Teilnehmer, die mit der Organisation und den Räumlichkeiten unseres Gastgebers, der AIDS-Hilfe Bochum, ebenfalls sehr zufrieden waren. Die komplette Bewertung der Teilnehmer kann hier (PDF-Datei) nachgelesen werden.

Evaluationsergebnisse im Rahmen der Delphi-Studie zu Beratung und Test
Die Modellphase des Projektes Beratung und Test zum primärpräventiven Angebot von Risikoreduktionsberatung und HIV-Schnelltest endete im Dezember 2009. An diese Modellphase schloss sich die Evaluation des Projektes an. Die Evaluation beschränkte sich jedoch nicht auf eine reine Dokumentation der Ergebnisse und Erfahrungen, sondern ermöglichte gleichzeitig einen Ausblick auf zukünftige Potentiale. Wir bedanken uns bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Die Ergebnissen der Studie finden Sie hier (PDF-Datei).

MIR REICHT'S - Meine Würde ist unantastbar!
Am 17. Mai begehen viele Institutionen weltweit den 7. Internationalen Tag gegen Homophobie. ICH WEISS WAS ICH TU setzt in diesem Jahr vor allem auf die Kraft der Bilder – und auf eine klare Ansage: „MIR REICHT’S! – Meine Würde ist unantastbar“ – Das ist Kernaussage und der Slogan von 10 Plakat-, Postkarten- und Anzeigenmotiven, die ICH WEISS WAS ICH TU bundesweit in Umlauf bringt. Weitere Informationen finden Sie unter www.iwwit.de.


YOUTHWORK

Dossier: Ronald Akkermann von Suzanne van Lohuizen
Das Junge Theater a. d. Ruhr spielt zur Zeit das Stück "Dossier: Ronald Akkermann" von Suzanne van Lohuizen. Informationen finden Sie hier (PDF-Datei). Der Regisseur und seine Truppe bieten an, nach den Sommerferien das Stück für Aidshilfen in NRW aufzuführen. Aidshilfen, die daran Interesse haben, wenden sich bitte direkt an bernhard.deutsch@theater-an-der-ruhr.de.


DROGEN & AIDS

9 Jahre Drogenkonsumraum der Drogenhilfeeinrichtung kick in Dortmund
Im Mai vor neun Jahren wurde der Drogenkonsumraum in der Drogenhilfeeinrichtung kick eröffnet. Es war anfangs unklar, ob das Angebot von der Szene angenommen würde, und auch in der Öffentlichkeit gab es viele Vorbehalte.  Bewahrheitet haben sich diese Befürchtungen nicht: Das kick ist inzwischen ein wichtiger Baustein im Dortmunder Gesundheitssystem, über 220.000 Mal wurde im Drogenkonsumraum unter hygienischen, medizinisch kontrollierten Bedingungen konsumiert, außergewöhnliche Belastungen für die Bürger sind Dank der guten und intensiven Kooperation zwischen Hilfeseite und Ordnungsbehörden kaum entstanden. Mehr dazu lesen Sie in der Pressemitteilung zum Anlass (PDF-Datei).

Änderungen der Psychotherapie-Richtlinie für Drogen- und Medikamentenabhängige
Alkohol-, drogen- und medikamentenabhängige Patientinnen und Patienten können zukünftig nicht nur psychotherapeutische Behandlungen beginnen, um abstinent zu bleiben, sondern auch um abstinent zu werden. Möglich macht dies eine Änderung der Psychotherapie-Richtlinie. Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) begrüßt die Änderung und sieht darin eine erhebliche Verbesserung der Versorgungssituation von Suchtkranken. Mehr dazu erfahren sie unter http://idw-online.de.

Bericht zum Drugchecking Symposium in Berlin
"Drugchecking" bezeichnet die (qualitative und quantitative) chemische Analyse von auf dem Schwarzmarkt gehandelten psychoaktiven Substanzen zur Gewinnung möglichst genauer und umfassender Informationen über die Art der Inhaltsstoffe und deren Dosierungen sowie die Kommunikation der Ergebnisse an (potenzielle) Konsumentinnen und Konsumenten, um diese vor besonders gesundheitsschädlichen Präparaten zu warnen und die Entwicklung eines individuellen Risikomanagements beim Drogengebrauch zu fördern. Am 6. Mai 2011 hat in Berlin dazu ein Symposium stattgefunden. Heino Stöver hat auf der Homepage von akzept e.V. dazu einen Bericht veröffentlicht. Mehr dazu lesen sie unter www.akzept.org.

Änderung  betäubungsmittelrechtlicher Vorschriften: Cannabis in Medikamenten nun erlaubt
Durch eine Änderung der Betäubungsmitteländerungsverordnung (BtMÄndV) sind seit dem 19. Mai 2011 Medikamente, die Cannabis enthalten verschreibungsfähig. Mit der 25. Betäubungsmitteländerungsverordnung ist nun das generelle Verkehrsverbot für Cannabis aufgehoben und die Herstellung von cannabishaltigen Medikamenten und deren Verschreibung auf BtM-Rezept möglich. Die im Bundesgesetzblatt am 17. Mai 2011 veröffentliche 25. Verordnung zur Änderung betäubungsmittelrechtlicher Vorschriften lesen sie hier (PDF-Datei).

Fachtagung „ältere Drogengebraucherinnen und -gebraucher“ am 28. Juni 201 in Bremen
In allen Teilen des Hilfesystems wächst der Anteil betreuungsbedürftiger älterer Drogen gebrauchender Menschen – der demografische Wandel hat auch die Drogenhilfe erreicht. Nicht zuletzt dank des weitgehend flächendeckenden Angebots von Substitutionsbehandlungen und des Ausbaus schadensmindernder Hilfeangebote in der Drogenhilfe steigt die Lebenserwartung auch bei den Drogenabhängigen, die einen nachhaltigen Ausstieg aus der Abhängigkeit (noch) nicht geschafft haben. Welche Perspektiven haben diese Abhängigen und welche Anforderungen ergeben sich für die Hilfesysteme? Diese und andere Fragen stehen im Mittelpunkt der in Bremen stattfindenden Fachtagung. Anmeldeschluss ist der 15. Juni 2011. Die Ausschreibung und das Anmeldeformular finden Sie hier (PDF-Datei)

Einfuhrmöglichkeit von Methadon und Buprenorphin in die Türkei erlaubt
Nachdem es in den vergangenen zwei Jahren reichlich Irritationen und Desinformationen bezüglich der Einfuhrmöglichkeit von ärztlich verordnetem Methadon und Buprenorphin in die Türkei gab, hat sich die Internationale Koordinations- und Informationsstelle für Auslandsreisen von Substitutionspatientinnen und -patienten noch einmal um eine rechtsverbindliche Auskunft der Türkischen Botschaft in Berlin bemüht und diese nun auch erhalten. Die aktuell gültige Regelung ist abrufbar unter www.indro-online.de.

Alte Eigenbedarfsgrenze bei sonst illegalen Drogen wieder in Kraft
Ab 1. Juni 2011 tritt durch den gemeinsamen Runderlass des Justizministeriums und des Ministeriums für Inneres und Kommunales wieder die alte Eigenbedarfsgrenze bei sonst illegalen Drogen in Kraft: Die Richtwerte steigen bei Haschisch und Marihuana von sechs auf zehn Gramm, bei harten Drogen wie Heroin, Kokain und Amphetaminen auf 0,5 Gramm. Nach den Worten des Justizministers wird dadurch die 2007 von seiner Vorgängerin eingeführte Verschärfung der Eigenbedarfsgrenzen wieder rückgängig gemacht. Wider erwarten reagierte die Presse überwiegend ausgewogen auf den Runderlass.  Nach § 31a Abs. 1 des Betäubungsmittelgesetzes (BtMG) kann die Staatsanwaltschaft ohne Zustimmung des Gerichts von der Verfolgung eines Vergehens nach § 29 Abs. 1, 2 oder 4 BtMG absehen, wenn "die Schuld des Täters als gering anzusehen wäre, kein öffentliches Interesse an der Strafverfolgung besteht und der Täter die Betäubungsmittel lediglich zum Eigenverbrauch in geringer Menge anbaut, herstellt, einführt, ausführt, durchführt, erwirbt, sich in sonstiger Weise verschafft oder besitzt." Die Richtlinien zur Anwendung des § 31a finden Sie hier (PDF-Datei).


STRAFVOLLZUG

Sitzung des Rechtsausschusses zum Thema Zwangsouting HIV-positiver Gefangener am 22. Juni 2011
Am 22. Juni 2011 beginnt um 12.30 Uhr die öffentliche Sitzung des Rechtsausschusses zu dem Antrag der FDP, „Zwangsouting in nordrhein-westfälischen Justizvollzugsanstalten beenden und das Recht auf informationelle Selbstbestimmung stärken!“ Zu der Sitzung sind 14 Sachverständige geladen, die jeweils fünf Minuten Zeit haben werden, zu der Angelegenheit Stellung zu nehmen. Für die AIDS-Hilfe NRW wird Rüdiger Wächter als Sachverständiger sprechen. Die Sachverständigen sind im Vorfeld der Veranstaltung gebeten einen Fragebogen zu beantworten. Nähere Informationen zum Veranstaltungsort und dem Fragebogen finden sich unter www.landtag.nrw.de.


FORTBILDUNG & TERMINE

Fachtagung: "Bi? Homo? Hetero? Oder was?" am 14. Juli 2011 in Bielefeld
Die Fachtagung will mit dem Thema "sexuelle Identitätsentwicklung bei Kindern und Jugendlichen" den Blick auf Jugendliche so öffnen, dass Mädchen und Jungen in ihrer sexuellen Orientierungsprozessen umfassender und weniger stereotyp wahrgenommen werden können. Weitere Inforamtionen zur Veranstaltung und zur Anmeldung finden Sie hier (PDF-Datei).


VERSCHIEDENES

Rechtsicherheit statt Repression: Erklärung zum Internationalen Hurentag
Das Bündnis der Beratungsstellen für Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter hat zum Internationalen Hurentag eine Stellungnahme herausgegeben. Sie finden die Erklärung hier (PDF-Datei).

Stellenausschreibung der Aids-Hilfe Bonn
Die Ausschreibung der AIDS-Hilfe Bonn für eine neue Fachkraft für den Arbeitsbereich Frauen und Aids / Beratung, Betreuung und Begleitung für Menschen mit HIV/Aids finden Sie hier (PDF-Datei).

Stellenausschreibung der AIDS-Hilfe Wuppertal
Die AIDS-Hilfe Wuppertal sucht zum nächst möglichen Termin eine Sozialarbeiterin oder einen Sozialarbeiter für die Präventions-, Beratungs- und Öffentlichkeitsarbeit. Die Stelle hat einen Umfang von 30 Stunden in der Woche und ist unbefristet. Weitere Informationen finden Sie unter www.nrw.aidshilfe.de.

Der nächste Newsletter erscheint am 26. Juni 2011
Wir freuen uns über interessante Berichte, Veranstaltungshinweise etc. Bitte senden Sie diese per E-Mail an newsletter@nrw.aidshilfe.de. Redaktionsschluss für die kommende Ausgabe ist der 25. Juni 2011.

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