Nr. 6. vom 30. März 2011


Liebe Leserinnen und Leser, 

am 2. Februar 2011 berichteten wir an dieser Stelle über die Antwort von Justizminister Thomas Kutschaty auf eine Kleine Anfrage zum Zwangsouting in Justizvollzugsanstalten. Vor sechs Wochen äußerten wir die Hoffnung, bei nächster Gelegenheit dem Minister unsere Kritik vortragen zu können. Am Montag dieser Woche wurde diese Hoffnung erfüllt, als unser Vorstandsmitglied Klaus-Peter Hackbarth und Landesgeschäftsführer Dirk Meyer zu einem Gespräch mit Kutschaty im Düsseldorfer Justizministerium zusammentrafen. Selbstverständlich kamen der "Umschlusserlass" und das damit verbundene Zwangsouting für HIV-infizierte Gefangene zur Sprache, wobei der Landesverband klarstellte, dass eine ersatzlose Streichung des Erlasses die einfachste, angemessenste und unproblematischste Lösung sei. Weitere Gesprächsthemen waren unter anderem die medizinische Versorgungssituation in Haft, der Übergang aus der Haft in regionale Versorgungssysteme, die Verfügbarkeit von Kondomen und Gleitmitteln und der geregelte Zugang zu sterilem Spritzbesteck. Minister Kutschaty machte deutlich, dass es in den kommenden Wochen einen Prüf- und Klärungsprozess geben werde, der die angesprochenen Problemfelder aufarbeiten und einer politischen Entscheidung zuführen würde. "Wir sind da bereits auf einem guten Weg", so der Minister wörtlich. Anregungen und Vorschläge des Landesverbandes seien dabei weiterhin ausdrücklich erwünscht.

Das Ministergespräch (Es war im Übrigen das erste mit einem Justizminister in 26 Jahren Verbandsgeschichte!) war eine der letzten offiziellen Amtshandlungen von Dirk Meyer, der die AIDS-Hilfe NRW morgen nach 18 Jahren Tätigkeit als Landesgeschäftsführer verlassen wird. Seitens der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Geschäftsstelle sei ihm an dieser Stelle noch einmal herzlich für alles gedankt, was er im Laufe dieser langen Zeit auf den Weg gebracht und mit uns gemeinsam gestaltet hat. Vor einigen Tagen habe ich mit ihm ein ausführliches Gespräch geführt, in dem er über sein Engagement für die Aidshilfe reflektiert. Das Interview auf unserer Homepage finden Sie hier. Der Landesvorstand wird Dirk Meyer offiziell während unseres Jahresempfangs morgen Abend in Düsseldorf verabschieden. Wir wünschen ihm von dieser Stelle aus für seine berufliche Zukunft "auf der anderen Seite" (als Referent der BZgA) alles Gute und "Glück auf!"

Dr. Guido Schlimbach | Pressesprecher


VERBAND / LOBBY

Ansprechpartner im Fachbereich Drogen/Strafvollzug
"Nie waren Erholzeiten so wertvoll wie heute" lautet eine aktuelle arbeits- und gesundheitswissenschaftliche Erkenntnis. Dem will Ruth Steffens vom Team der Landesgeschäftsstelle nachspüren indem sie in 2011 auf eigenen Wunsch eine Pause von etwa vier Monaten Länge einlegt. Für Vertretung ist gesorgt. Unter anderem wird Peter Wiesner in der Zeit das Team unterstützen. Weitere Informationen lesen Sie hier (PDF-Datei).


ÖFFENTLICHKEITSARBEIT / FUNDRAISING

startsocial 2011: Bewerbungsbeginn 1. April 2011
Ein neuer startsocial-Wettbewerb steht bevor. Unter dem Motto "Hilfe für Helfer" fördert startsocial seit 2001 den Wissenstransfer zwischen Wirtschaftsunternehmen und sozialen Unternehmungen. Unter der Schirmherrschaft der Bundeskanzlerin werden soziale Initiativen durch individuelle Beratung unterstützt und Netzwerke zwischen ihnen und Unternehmen geschaffen. Die Bewerbungsphase für ein dreimonatiges Beratungsstipendium läuft vom 1. April bis zum 31. Mai 2011. Weitere Informationen unter www.startsocial.de.

Aktion Nächstenliebe der Firma Lush
Die Kosmetikfirma Lush verkauft die Hand- und Bodylotion "Nächstenliebe" zugunsten gemeinnütziger Organisationen. Der gesamte Erlös aus dem Verkauf (abzüglich der Mehrwertsteuer) geht an ausgewählte Projekte. Es ist eine Projektförderung von bis zu 10.000,00 Euro möglich. Auf der Verpackung der Lotion wird zudem immer eines der geförderten Projekte vorgestellt. Weitere Informationen auch zur Antragstellung finden Sie unter www.lush-shop.de.

Tom Laroche hatte was zu beaten- Herzenslust sagt Dankeschön!
Nun sind die tollen Tage vorbei und die meisten können den nächsten 11.11 kaum noch erwarten! Auch wir haben ordentlich mitgefeiert und hatten gleichzeitig noch die Möglichkeit, davon zu profitieren! Beim beeindruckenden Spendenmarathon auf der Fleashdance-Party in Köln wählte Veranstalter Tom Laroche auch Herzenslust NRW als Begünstigte aus und wir freuten uns darüber, am Karnevalssamstag vor Ort sein zu dürfen. Mit einem Info- und Aktionsstand zum Thema "HIV und Aids in den letzten 25 Jahren" präsentierten wir die landeweite Kampagne mit ehrenamtlicher Unterstützung aus der Herzenslustgruppe in Bonn. Insgesamt konnten wir knapp 500 Euro an diesem Abend an Spenden einsammeln und bedanken uns dabei recht herzlich bei Tom Laroche, der unsere landesweite Arbeit damit vorbildlich unterstützt. Gerne sind wir bald wieder dabei und weisen hiermit auch auf die Geburtstagsparty der Fleashdance am 02. April 2011 im Zeughaus24 hin.


MENSCHEN MIT HIV/AIDS


Kontexte von HIV-Neuinfektionen bei schwulen Männern
Die lebensweisenorientierte Beschäftigung mit den Kontexten von HIV-Neuinfektionen stellt eine wichtige Voraussetzung für das nicht-pathologisierende Verständnis von individuellem präventivem Handeln dar. In dieser vom Bundesministerium für Gesundheit geförderten Untersuchung wurden deshalb 30 narrative, leitfadengestützte biographische Interviews mit frisch HIV-infizierten Schwulen durchgeführt. Der Infoband kann kostenfrei unter www.aidshilfe.de bestellt werden.

Treffen für HIV-positive Jugendliche am 27. April 2011 in Düsseldorf
Die AIDS-Hilfe Düsseldorf lädt zum Treffen für HIV-positive Jugendliche ab 14 Jahren ins Haus der Jugend am 27. April 2011 ein. Den Jugendlichen wird die Möglichkeit geboten, Gleichaltrige kennen zu lernen und sich über ihre Fragen und Probleme auszutauschen. Weitere Informationen zum Treffen und zur Anmeldung finden Sie hier (PDF-Datei).


SCHWULE PRÄVENTION


HIV- und STI- Tests 2011
Unter der Mitwirkung vieler Kolleginnen und Kollegen aus Nordrhein-Westfalen ist die Broschüre "HIV- und STI- Tests 2011" entstanden. Die Broschüre fasst die bisherigen Ergebnisse der Arbeitsgemeinschaft  Qualitätssicherung HIV-Test zu den Mindeststandards der Beratung und Testung zusammen und geht auf einzelne in diesem Kontext relevante Fragen beispielsweise zu Diagnostik und Testverfahren ein. Unter www.aidshilfe.de kann die Broschüre kostenfrei bestellt werden.

Herzenslust-Termine im April 2011
Ob Beratungs- und Schnelltest-Angebote oder Treffen der Herzenslust-Teams in den Regionen: Die aktuellen Termine im April 2011 für schwule und bisexuelle Männer in NRW finden Sie unter www.herzenslust.de.


YOUTHWORK

Fachtag Männergesundheit am 30 Mai 2011 in Bad Boll
Dieser Fachtag am 30. Mai 2011 in der Ev. Akademie Bad Boll bietet Gelegenheit, die Ergebnisse des ersten deutschen Männergesundheitsberichts, akzentuiert auf Aspekte der Jungengesundheit, unter Anwesenheit einiger seiner Autoren zu erschließen und zu diskutieren. Informationen zum Programm und zur Anmeldung gibt es hier (PDF-Datei).


DROGEN & AIDS


Statistik der Drogentodesfälle 2010 liegt vor – wichtige Hilfsangebote fehlen

Im Jahr 2010 starben bundesweit 1.237 Menschen bei Drogenkonsum. Die Mehrheit verstarb in Zusammenhang mit Heroinkonsum. Dazu erklärt die Drogenbeauftragte der Bundesregierung: "Die Drogen- und Suchtpolitik wird deshalb den eingeschlagenen Weg von Prävention, Beratung und Behandlung, Schadensminimierung und Strafverfolgung konsequent fortsetzen." Die Deutsche AIDS-Hilfe und der JES-Bundesverband kritisieren, dass in den Ländern generell zu wenig versierte Drogenpolitik angewandt wird. Speziell die Ausweitung der Diamorphinvergabe über die bestehenden Modellprojektstandorte hinaus wird vermisst. In Nordrhein-Westfalen sind die Zahlen rückläufig. Weitere Informationen lesen Sie hier (PDF-Datei).

Schüler und Schülerinnen stellen eigene Kunstwerte in JES-Selbsthilfeeinrichtung aus
VISION e.V., der Verein für innovative Drogenselbsthilfe in Köln und das Künstlernetzwerk "crossart" starteten erfolgreich mit einer Kunstausstellung von Schülerinnen und Schülern des örtlichen Gymnasiums in den nachbarschaftlichen Dialog. Das Kunst- und Dialogprojekt "Kunst im Sozialen Raum" will Berührungsängste und Vorurteile zwischen der Nachbarschaft und den Nutzerinnen und Nutzern der Einrichtung durch gemeinsame Aktivitäten reduzieren. Nähere Informationen aus der Lokalpresse lesen sie hier (JPG-Datei).


FRAUEN & AIDS

"positiv leben - positiv handeln" 2011 in Dortmund
"positiv leben - positiv handeln" ist eine Veranstaltungsreihe der aidshilfe dortmund, die sich an HIV-positive Frauen richtet und zur Auseinandersetzung mit dem Thema der eigenen Berufstätigkeit anregt. Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).


FORTBILDUNG & TERMINE

Einladung: Medizinische Rundreise: Hepatitis am 19. Mai 2011 in Beckum
Basiswissen zu den einzelnen Hepatitiden wird mit möglichst wenig Fachbegriffen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in sozialen und beratenden Einrichtungen, Angehörige, Betroffene und alle interessierten Menschen ohne besondere medizinische Fachkenntnisse vermittelt. Die Schwerpunkte dieser Hepatitis-Fachveranstaltung mit dem Referenten Siegfried Schwarze werden anhand der konkreten Fragen und Interessen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer gesetzt. Die Teilnahme an der Medizinischen Rundreise ist kostenlos. Kalte und warme Getränke sowie ein Mittagessen werden gestellt. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, daher wird um eine verbindliche Anmeldung bis zum 30. April 2011 gebeten. Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).

Workshop "Gesprächführung und Kommunikation im Patienten-Arzt-Gespräch" vom 20. bis 21. Mai 2011 in Warendorf
Die Gesundheitsselbsthilfe NRW Wittener Kreis lädt am 20. bis 21. Mai 2011 zu einem Workshop "Gesprächsführung und Kommunikation im Patienten-Arzt-Gespräch - Erweiterung der eigenen Gesprächsmöglichkeiten". Anmeldeschluss ist der 6. April 2011. Mehr erfahren Sie hier (PDF-Datei).

VERSCHIEDENES

Zum Tod von Günter Amendt
Die Deutsche AIDS-Hilfe (DAH) würdigte Günter Amendt als Vordenker und Verbündeten der Aidshilfebewegung. Amendt war Mitte März bei einem tragischen Verkehrsunfall ums Leben gekommen. "Amendt hat sich früh zu seiner Homosexualität bekannt und 1970 mit seinem Aufklärungsbuch 'Sexfront' Furore gemacht. Als Mitarbeiter des Hamburger Instituts für Sexualforschung und Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Sexualforschung war Günter Amendt ein Wegbereiter für einen befreiten Umgang mit Sexualität, der auch für die Deutsche AIDS-Hilfe mit ihrem Ansatz der strukturellen Prävention wichtig ist", so Dirk Schäffer von der DAH. Einen Nachruf aus der Süddeutschen Zeitung lesen Sie hier (PDF-Datei).

Der nächste Newsletter erscheint am 13. April 2011
Wir freuen uns über interessante Berichte, Veranstaltungshinweise etc. Bitte senden Sie diese per E-Mail an newsletter@nrw.aidshilfe.de. Redaktionsschluss für die kommende Ausgabe ist der 12. April 2011.

Newsletter-Archiv
Alle Ausgaben dieses Newsletters finden Sie archiviert unter www.nrw.aidshilfe.de.
Impressum | Newsletter abmelden | Newsletter anmelden