Nr. 25 vom 8. Dezember 2010

AIDS-Hilfe NRW zu Gast im Landtag NRW | Welt-Aids-Tag 2010

Liebe Leserinnen und Leser,

am vergangenen Donnerstag war die AIDS-Hilfe NRW erneut Gast im Düsseldorfer Landtag. Auf Einladung von Parlamentspräsident Eckhard Uhlenberg präsentierten wir den Abgeordneten die Aidshilfearbeit in NRW. Als praxisnahes Beispiel einer zielgruppenorientierten und niedrigschwelligen Prävention hatten wir einen Spritzenautomaten mitgebracht. In der Lobby der Bürgerhalle trafen Klaus-Peter Schäfer und Klaus-Peter Hackbarth sowie Dirk Meyer und Reinhard Klenke mit Abgeordneten aller Landtagsfraktionen sowie Ministerpräsidentin Kraft, Gesundheitsministerin Steffens und Herrn Uhlenberg zusammen. Der Automat war natürlich ein guter Eyecatcher und bot Anlass für vertiefende Gespräche. Mit Genugtuung konnten wir erneut feststellen, dass HIV und Aids ein interfraktionelles Thema ist und dass alle Parteien eine nachhaltige und effektive Prävention für unerlässlich halten. Die Presseinformation zu diesem Ereignis lesen Sie hier (PDF-Datei).

Drei Tage zuvor ereilte uns die Nachricht, dass Rainer Martin Hinkers, bis Oktober fünf Jahre im Landesvorstand der AIDS-Hilfe NRW, am Montag vergangener Woche in Münster gestorben ist. Mit ihm verliert der Verband einen langjährigen Mitstreiter. Rainer Martin war Mitbegründer der AIDS-Hilfe Hagen, dort lange Vorstandsmitglied, später Ehrenamtler der AIDS-Hilfe Münster, bis er 2005 in unseren Landesvorstand gewählt wurde. Die Beisetzung hat am Samstag in Horstmar bei Münster stattgefunden, an der Klaus-Peter Schäfer und Klaus-Peter Hackbarth für den Landesverband und zahlreiche Freundinnen und Freunde aus Hagen, Münster und anderen Aidshilfen teilnahmen. Einen Nachruf auf unserer Homepage lesen Sie hier.

Dr. Guido Schlimbach | Pressesprecher

 

VERBAND / LOBBY

Nachruf für Klaus Blaumeiser
Am 18. November 2010 ist der langjährige JES-Aktivist und Mitarbeiter der AIDS-Hilfe Duisburg/Kreis Wesel, Klaus Blaumeiser, verstorben. Im Andenken an ihn haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der AIDS-Hilfe Duisburg/Kreis Wesel einen Nachruf veröffentlicht. Diesen Nachruf können Sie hier lesen (PDF-Datei). Auch auf Landesebene war Klaus Blaumeiser lange für JES aktiv. Wir trauern mit den Kolleginnen und Kollegen der AIDS-Hilfe Duisburg/Kreis Wesel.


MENSCHEN MIT HIV/AIDS

Dank Therapiemöglichkeiten leben immer mehr Menschen mit HIV
Die Anzahl der Menschen, die sich in Nordrhein-Westfalen mit HIV infizierten, blieb auch in diesem Jahr stabil. Nach den vom Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin anlässlich des Welt-Aids-Tags am 1. Dezember veröffentlichten Schätzungen sank sie 2010 sogar auf etwa 680. Insgesamt leben rund 14.000 Menschen mit HIV in NRW. Aufgrund der guten medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten ist ihre Lebenserwartung heute höher als noch vor Jahren. Etwa 160 starben in diesem Jahr an den Folgen der Krankheit. Die von HIV am meisten gefährdete Gruppe sind Männer, die Sex mit Männern haben. 72 Prozent der Neuinfektionen sind hier zu verzeichnen (490). 22 Prozent der Infektionen erfolgen über heterosexuelle Kontakte (150), nur noch 6 Prozent durch gemeinsam benutzte Spritzen bei intravenösem Drogenkonsum (40). Die Pressemeldung der AIDS-Hilfe NRW finden Sie unter
www.nrw.aidshilfe.de. Weitere Informationen zu den aktuellen Zahlen des Robert-Koch-Instituts finden Sie unter www.rki.de.


SCHWULE PRÄVENTION

Tisch ohne Namen, 8. Januar 2010, Köln
Der Tisch ohne Namen geht ins Museum. Besucht wird die Ausstellung "Noli me tangere" (Berühre mich nicht / Halte mich nicht fest) im Museum Kolumba in Köln. Die Führung beginnt am Samstag, den 8. Januar 2011, 17.30 Uhr. Anschließend geht der Tisch ohne Namen gemeinsam essen. Mehr zur Veranstaltung und Anmeldung erfahren Sie hier (PDF-Datei).

"Frau Doktor kommt... in die Inselsauna!", 21. Januar 2011, Münster
Die Aids-Hilfe Münster und das Gesundheitsamt gestalten das Angebot "Frau Doktor kommt ... in die Inselsauna!" mit Informationen und Beratung zur sexuellen Gesundheit und Testung auf HIV und Syphilis. Mehr finden Sie hier (PDF-Datei).

Terminkalender der AIDS-Hilfe Essen e.V. und Essen-X-Point für den Monat Januar 2011
Eine Vielzahl von Angeboten und Terminen der AIDS-Hilfe Essen e.V. und des Essen-X-Point für den Monat Januar 2011 finden Sie hier (PDF-Datei).

Neue Homepage von SchLAu Düsseldorf
Die neu gestaltete Homepage von SchLAu Düsseldorf, dem Schwul-Lesbischen Aufklärungsprojekt der Landeshauptstadt Düsseldorf und der Düsseldorfer Prävention, ist online. Mehr finden Sie unter www.schlau-duesseldorf.com.

Medikament senkt Risiko einer HIV-Ansteckung!?
Herzenslust hat sich immer mit den neuesten Erkenntnissen der Prävention und Forschung auseinandergesetzt und zur kritischen Auseinandersetzung ermutigt. Somit kam eine internationalen Studie aus den USA sicherlich zu wichtigen Ergebnissen, sie bedarf aber auch einer näheren Betrachtung und muss auf ihre Anwendbarkeit überprüft werden. Weitere Informationen zu den Studienergebnissen finden Sie unter
www.herzenslust.de und unter www.ondamaris.de. Einen Artikel zum Thema und Warnungen vor zu hohen Erwartungen sowie zahlreiche Kommentare finden Sie unter www.queer.de.

Spendenmarathon gestartet!
Wir freuen uns über diese gelungene Idee und Aktion von Tom Laroche: Ein Jahr lang geht vom Eintritt zur Party FLASHDANCE ein Euro an Vereine und Institutionen aus schwul/lesbischen Zusammenhängen. Herzenslust ist am Karnevalssamstag 2011 am Start und wird mit einer pfiffigen Aktion vor Ort auch was zu beaten haben! Mehr zum Spendenmarathon und die anderen glücklichen Begünstigten durch die FLEASHDANCE finden Sie unter
www.herzenslust.de.


FRAUEN & AIDS

"XXelle LIVE", Fachtagung Frauen und Aids 2011, 25. Februar 2011, Köln
Am 25. Februar 2011 veranstaltet die AIDS-Hilfe NRW in Kooperation mit XXelle, der Landesarbeitsgemeinschaft Frauen und Aids die zweite XXelle Fachtagung, diesmal in Köln. XXelle LIVE widmet sich drei thematischen Schwerpunkten aus dem Bereich Frauen und Aids: Neben den Themen "Sexualität" und "HIV als Familiengeheimnis" wird es um "Mediale Bilder von HIV-positiven Frauen" gehen. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem Einladungsflyer (PDF-Datei).

Neue DHIVA erschienen
Das Winter-Heft der DHIVA ist da! Hier eine Vorschau auf einige Beiträge: Lebensfroh: 25 Jahre leben mit HIV – Schön: Frauenbilder mit HIV – Engagiert: Als Volunteer auf der Welt-Aids-Konferenz - Nachlese: Die Positiven Begegnungen in Bielefeld - Netzwerk: Das Strukturtreffen in Eisenach – Gesundheit: Die tolle Knolle Ingwer – Außerdem: jede Menge Buch-Tipps, Neues vom Projekt Lifeboat und der vorläufige Abschluss der Reihe "Meine Infektionsgeschichte"! Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).


DROGEN & AIDS

Dokumentation der Fachtagung "Kommunalisierung der Landesförderung: Zwischenbilanz, Fragen und Perspektiven", 28. Oktober 2010
Die Arbeitsgemeinschaft Drogenarbeit und Drogenpolitik in NRW e.V. (AG Dropo) hatte am 28. Oktober 2010 in Kooperation mit den Landschaftsverbänden eine Fachtagung zur Kommunalisierung der Landesförderung für die Sucht- und Drogenhilfe abgehalten. Die Skripte und Präsentationen der Referentinnen und Referenten können von der Web-Seite der AG Dropo heruntergeladen werden. Näheres lesen Sie unter www.ag-dropo.de.

Urteil des Sozialgerichts Wiesbaden vom 11. Oktober 2010: Fahrtkosten zur Substitution sind atypischer Bedarf
Die Kosten, die einem Suchtkranken für die Fahrten zur Substitutionstherapie entstehen, muss die ARGE übernehmen. Die Kosten seien zur Sicherstellung des menschenwürdigen Existenzminimums notwendig. Sie fielen regelmäßig über einen längeren Zeitraum an und stellten einen besonderen Bedarf dar. Bei der Bemessung des SGB II-Regelsatzes seien Fahrtkosten für eine notwendige Krankenbehandlung nicht in diesem erheblichen Umfang berücksichtigt worden. Dies entschied das Sozialgericht Wiesbaden. Das Urteil dazu lesen Sie hier (PDF-Datei).

Urteil des Oberlandesgerichts Köln vom 12. November 2010: Substitution kein Kündigungsgrund für Vermieter
In Bonn ist der Versuch einer nachbarschaftlichen Initiative gescheitert, eine psychiatrische Facharztpraxis, in der auch Opiatabhängige behandelt werden, durch Mietkündigung loszuwerden. Das Oberlandesgericht Köln entschied gegen den Vermieter mit der Begründung, dass die Behandlung von Suchtkranken zur normalen Tätigkeit eines Psychiaters gehöre. So darf der substituierende Arzt bleiben. Dies entschied am 12. November 2010 das Kölner Oberlandesgericht und hob damit eine gegenteilige Entscheidung des Bonner Landgerichts vom April 2010 auf. Das Urteil lesen Sie hier (PDF-Datei).

BÄK legt (Muster-)Kursbuch "Suchtmedizinische Grundversorgung" vor
Die Bundesärztekammer (BÄK) hat das (Muster-)Kursbuch "Suchtmedizinische Grundversorgung" vorgelegt. Das Kursbuch geht aus dem vormaligen Curriculum "Suchtmedizinische Grundversorgung" hervor, das wegen der jüngsten Novelle der Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung (Diamorphinvergabe) überarbeitet werden musste. Das Musterkursbuch können Sie hier herunterladen (PDF-Datei).

Drogensucht endlich als Gesundheitsproblem und nicht als Sache des Strafrechts sehen!
"Drogensucht endlich als Gesundheitsproblem und nicht als Sache des Strafrechts sehen!" fordert Tom Koenigs, Vorsitzender des Menschenrechtsausschusses des Deutschen Bundestags, in einem Gastbeitrag in der Frankfurter Rundschau vom 8. November 2010. Dort schreibt er: "Durch Kriminalisierung werden Aufklärung, Prävention und Behandlung der Drogenkranken behindert. Die Ansteckung mit HIV durch nicht sterile Spritzen wird durch die Illegalität von Drogenkonsum gefördert. Wir verschwenden enorme Ressourcen für Polizei, Staatsanwaltschaft, Gerichtsprozesse und Gefängnisaufenthalte." Den gesamten Artikel lesen Sie hier (PDF-Datei).


STRAFVOLLZUG

Adventskaffee mit Gefangenen in der JVA Oberhausen
Alle 83 Gefangenen, die in der Oberhausener Zweiganstalt der JVA Duisburg-Hamborn sitzen, können im Advent mit Bürgerinnen und Bürgern Kaffee trinken. Den von der Gefangenenhilfe organisierten, wahrscheinlich einmaligen Besuchsservice für Gefängnisse wird es voraussichtlich nur noch bis 2012 geben. Die AIDS-Hilfe Duisburg/Kreis Wesel nimmt regelmäßig an dem ebenfalls von der Gefangenenhilfe organisierten Sommerfest in der JVA teil. Einen Bericht aus der Tagespresse über die Begegnungen zwischen Gefangenen und Bürgerschaft lesen Sie hier (PDF-Datei).

Krippenfiguren aus dem Knast und Räuchermännchen in Häftlingskleidung
Seit 1993 die Räuchermännchen-Produktion in der JVA Zwickau mit dem "Häftling" startete, hat sich viel getan. Mittlerweile drechseln Gefangene ganzjährig, quasi als Kontrastprogramm zur traditionellen Volkskunst aus dem Erzgebirge (www.gitterladen.de). Arbeit hinter Gittern hat Vorteile. Sie fördert die Resozialisierung und schafft Abwechslung im monotonen Gefängnisalltag. Zusätzlich bringt der Verkauf der Waren Einnahmen und drückt damit die Kosten für den Strafvollzug, für den die Steuerzahlergemeinschaft aufkommt. Weihnachtswaren und Geschenke aus NRW-Gefängnissen gibt es zu bestellen unter www.knastladen.de.


TRANSKULTURELLE ORIENTIERUNG

Behandlungsanspruch von Menschen ohne Aufenthaltsstatus
Die Bundesärztekammer hat zusammen mit der Kammer Berlin und unter Mitwirkung des Büros für medizinische Flüchtlingshilfe Berlin ein Faltblatt erstellt, das Ärztinnen und Ärzten eine Orientierungshilfe für die Behandlung von Menschen ohne legalen Aufenthaltsstatus geben soll. Es informiert kurz und bündig über die Geltung der ärztlichen Schweigepflicht, den sog. "verlängerten Geheimnisschutz" hinsichtlich der Weitergabe von Daten an die Ausländerbehörde sowie über die Möglichkeiten der Kostenabrechnung bei einer geplanten Behandlung und bei einer Notfallbehandlung, auch hinsichtlich der Erkrankungen im Rahmen des Infektionsschutzgesetzes, also u.a. Erkrankungen aufgrund HIV und anderer sexuell übertragbarer Infektionen. Das Faltblatt finden Sie hier (PDF-Datei). Weitere Information erhalten Sie auch bei den Medibüros in NRW in Bielefeld, Bochum, Bonn, Düsseldorf, Essen, Köln unter www.medibueros.org.

Aidshilfearbeit im Ausland kennenlernen!
Mit Leonardo da Vinci hat die Europäische Union ein Förderprogramm ins Leben gerufen, das einen Auslandsaufenthalt zur persönlichen Weiterbildung ermöglicht. Das Programm ist Teil der Bemühungen, das lebenslange Lernen, unabhängig von der beruflichen Ausbildung, zu fördern. Mehr zur Bewerbung und den Rahmenbedingungen finden Sie
hier (PDF-Datei).


FORTBILDUNG & TERMINE

Seminarreihe "Einführung in die Sozialpsychiatrie in NRW", Beginn: 24./25. Februar 2011, Bielefeld
Jeder dritte Erwachsene erkrankt im Laufe eines Jahres an einer psychischen Störung. Psychische Störungen sind also alltäglicher als allgemein wahrgenommen und sind damit auch im Themenfeld HIV/Aids von Bedeutung. Mit einem Seminarangebot für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Einrichtungen, die aus anderen Berufsfeldern kommen, bietet der PARITÄTISCHE NRW eine vierteilige Seminarreihe an, die Zusammenhänge erläutern und Gelegenheit für die Bearbeitung konkreter Beispiele geben will. Anmeldeschluss ist der 23. Dezember 2010. Ausführliche Informationen lesen Sie hier (PDF-Datei).


VERSCHIEDENES

Dipl.-Sozialarbeiter/-in oder Dipl.-Sozialpädagogen/-in für die stationäre Betreuung in der "Jungen-WG-Nachtfalke" in Essen gesucht
Die AIDS-Hilfe Essen e.V. sucht zum 3. Januar 2011 eine/n Dipl.-Sozialarbeiter/-in oder Dipl.-Sozialpädagogen/-in für die stationäre Betreuung in der "Jungen-WG-Nachtfalke". Mehr lesen Sie hier (PDF-Datei).

Psychologische Lesben- und Schwulenberatung Rhein-Neckar e.V. schreibt Stelle für Konzeptentwicklung und Stelle für die Beratung und Begleitung im Bereich HIV/Aids aus
Die Psychologische Lesben- und Schwulenberatung Rhein-Neckar e.V. schreibt eine Stelle für Konzeptentwicklung im Rahmen des Projektes „EGAIM - Effektiv gegen Aids in Mannheim“ (PDF-Datei) und eine Stelle für die Beratung und Begleitung im Bereich HIV/Aids (PDF-Datei) aus.

Der nächste Newsletter erscheint am 22. Dezember 2010
Wir freuen uns über interessante Berichte, Veranstaltungshinweise etc. Bitte senden Sie diese per E-Mail an newsletter@nrw.aidshilfe.de. Redaktionsschluss für die kommende Ausgabe ist der 21. Dezember 2010. 

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