September 2010
Liebe Leserinnen und Leser
Ende August 2010 fand der Prozess gegen Nadja Benaissa wegen "gefährlicher Körperverletzung und versuchter gefährlicher Körperverletzung" statt. Ihr wurde vorgeworfen, ungeschützten Sex mit mehreren Männern gehabt zu haben, obwohl sie von ihrer HIV-Infektion gewusst habe. Die Aidshilfen bedauern das Urteil.
„Wenn die Verhütung vor allem Frauen und HIV-Positiven einseitig zugeschrieben wird, setzen wir die gemeinsame Verantwortung zweier Menschen außer Kraft", so Marianne Rademacher, Frauenreferentin der Deutschen AIDS-Hilfe. Lesen Sie mehr zu diesem Thema im Newsletter.

Viel Spaß beim lesen des Newsletters wünscht Ihnen Petra Hielscher
Frauen und Aids
AIDS-Hilfe NRW e.V.

 

A K T U E L L E S / N E W S

Anspruch auf künstliche Befruchtung als GKV-Leistung auch für von HIV betroffene Paare
Berlin, 16. September 2010 – Auch Paare, bei denen einer oder beide Partner HIV-positiv sind, haben künftig die Möglichkeit, die Herbeiführung einer Schwangerschaft durch künstliche Befruchtung als Leistung der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in Anspruch zu nehmen, wenn die gesetzlich geregelten Voraussetzungen (§ 27a SGB V) erfüllt sind. Dies sieht eine Entscheidung des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) vor, die am Donnerstag in Berlin getroffen wurde. Mehr dazu hier (PDF-Datei).

Lena Arndt: Frauen im Ehrenamt: Ausbeutung? Oder Gewinn für alle?
Haben es Frauen nicht schon schwer genug? Verdienen sie nicht sowieso schon weniger und haben die schlechtere Altersversorgung? Warum und unter welchen Bedingungen es Frauen trotzdem Freude macht, sich ehrenamtlich zu engagieren, lesen Sie in der Kolumne von Lena Arndt, Mitglied des Landesvorstandes unter www.ahnrw.de.

Ein weiteres Statement zum Thema Ehrenamt von Lena Arndt finden Sie auf www.xxelle-nrw.de, Ehrenamt in Aidshilfe

Altenpfleger bzw. Altenpfleger darf man auch bei hoher HIV-Viruslast werden
Die Medical Tribune Deutschland beschäftigt sich in ihrer Ausgabe 17/2010 mit der Frage, wie Menschen mit HIV auf Fragen des Arbeitgebers nach gesundheitlichen Einschränkungen umgehen können. Die Experten betonen, man müsse nur solche Umstände angeben, die für die berufliche Tätigkeit von Belang sind. Mehr lesen Sie hier (PDF-Datei).

Einreise- und Aufenthaltsbestimmungen für Menschen mit HIV + Aids - weltweit
Die weltweite Nutzung der Daten zu Einreise- und Aufenthaltsbestimmungen sind  Verpflichtung zur regelmäßigen Aktualisierung dieser Übersicht, um Menschen mit HIV und Aids jederzeit Zugang zu den aktuellsten Informationen verschaffen zu können. Die vorliegende Neuauflage stützt sich auf die Ergebnisse einer neuen weltweiten Befragung der ausländischen Vertretungen von rund 200 Ländern, Territorien und Gebiete, die zwischen November 2007 und Juni 2008 durchgeführt wurde. Die vorliegende Übersicht des Schnellfinders wird von der Deutschen AIDS-Hilfe in Zusammenarbeit mit anderen europäischen NGOs derzeit in verschiedenen Sprachen herausgegeben. Alle vorliegenden Daten wurden in der Vergangenheit von der AIDS Info Docu Schweiz und der European AIDS Treatment Group (EATG) im Internet zugänglich gemacht. Die Daten sind auf einer eigenen Homepage unter www.hivtravel.org öffentlich zugänglich. Mit Unterstützung der International AIDS Society (I-AS) können hier stets die aktuellsten Informationen rund um die Themen Reise und Migration präsentiert werden und eventuelle Veränderungen fortlaufend eingearbeitet werden. Die deutsche Ausgabe finden Sie hier (PDF-Datei).

Teil sieben ist online. Reihe auf www.xxelle-nrw.de Die Frauenberaterin Annette Ritter berichtet diesmal zum Thema Entspannung.
Annette Ritter ist Frauenberaterin der Aids-Hilfe Münster. Zum Internationalen Frauentag startete mit ihr eine neue spannende Reihe. Lesen Sie einmal im Monat aus dem Arbeitsalltag der Beraterin auf der XXelle Internetseite.

Nadja Benaissa
Aus dem Newsletter der AIDS-Hilfe NRW, Ausgabe 18 vom 2. September 2010
Mitte August liefen bei der AIDS-Hilfe NRW die Telefone heiß. Was erwarten Sie vom Urteil gegen Nadja Benaissa? Was fordern Sie? Ist die Verurteilte mit zwei Jahren Haft auf Bewährung nicht zu gut weggekommen? Nur einige der Fragen, die gestellt wurden.

Mit Recht wies der Vorstandsvorsitzender Klaus-Peter Hackbarth darauf hin, dass mit dem Urteil der HIV-Prävention Schaden zugefügt wurde. Das Gericht weist HIV-Positiven eine höhere Verantwortung zu als Menschen mit ungeklärtem Status. Das wird sich auf die Testbereitschaft vieler zwangsweise negativ auswirken. Vor allem aber musste die AIDS-Hilfe NRW feststellen, dass nicht nur die Staatsanwaltschaft und das Gericht, sondern auch viele Vertreterinnen und Vertreter der Medien immer noch ein veraltetes Bild von HIV und Aids haben. Insofern hat der Prozess gezeigt, dass nicht nur das Strafrecht an die aktuelle Lebensrealität der Menschen mit HIV angepasst werden muss, sondern auch dass eine gesellschaftliche Debatte zum Thema „gemeinsame Verantwortung“ überfällig ist. Wir brauchen ein Klima, in dem offen über HIV gesprochen werden kann. An diesem Klima mitzuarbeiten, ist Aufgabe von Medien, Politik und der Zivilgesellschaft. Es wird sich zeigen, inwieweit das Medieninteresse dazu beitragen konnte. Wir als AIDS-Hilfe NRW werden uns dieser Aufgabe jedenfalls stellen, so Dr. Guido Schlimbach, Pressesprecher der AIDS-Hilfe NRW.

Aidshilfe: "Ansteckung nicht bestrafen"
"Für eine Ansteckung tragen beide Partner die Verantwortung. Menschen wissen, wie der Virus übertragen wird", argumentiert Silke Klumb von der Aidshilfe gegen eine Strafverfolgung von Nadja Benaissa. Außerdem hätte eine Verurteilung fatale Folgen für die Prävention und sende ein falsches Signal im Umgang mit einer heute behandelbaren chronischen Erkrankung. Den ganzen Beitrag finden Sie unter www.zdf.de

Presseinformation der Deutschen AIDS-Hilfe
Die Presseinformation der Deutschen AIDS-Hilfe nach dem Urteil gegen Nadja Benaissa finden Sie hier (PDF-Datei).

Prozess gegen Nadja Benaissa begann - Deutsche AIDS-Hilfe fordert faire Berichterstattung
Am 16. August 2010 begann der Prozess gegen Nadja Benaissa wegen "gefährlicher Körperverletzung und versuchter gefährlicher Körperverletzung". Ihr wurde vorgeworfen, ungeschützten Sex mit mehreren Männern gehabt zu haben, obwohl sie von ihrer HIV-Infektion gewusst habe. Die Deutsche AIDS-Hilfe rief die Medien dazu auf, den Prozess mit fairer und sachlicher Berichterstattung zu begleiten und hatte informatives Material zum Thema zusammengestellt. Mehr lesen Sie unter www.aidshilfe.de.

Diskussionspapier zu HIV und Strafrecht
Immer wieder landen Fälle vor Gericht, in denen es um (potenzielle) HIV-Übertragungen geht. In der Bundesgeschäftsstelle der Deutschen AIDS-Hilfe e.V. (DAH) hat eine kleine Arbeitsgruppe vier Prinzipien zu diesem Thema formuliert, die ihrer Ansicht nach gelten sollten. Die Gruppe stellt das Papier im DAH-Blog unter blog.aidshilfe.de zur Diskussion und lädt herzlich zu Anmerkungen und konstruktiver Kritik ein. Das Diskussionspapier der Arbeitsgruppe finden Sie hier (PDF-Datei).

POSITIVE BEGEGNUNGEN
“Wir sprengen den Rahmen”, unter diesem Motto fand am vergangenen Wochenende in Bielefeld die Konferenz zum Leben mit HIV/Aids “Positive Begegnungen”  statt. Leitthema: öffentliche Bilder von Menschen mit HIV. Im Rahmen eines Video-Workshops konnten Teilnehmer eigene Bilder produzieren. Die Ergebnisse finden Sie auf www.aidshilfe.de

INTERNATIONALE AIDS-KONFERENZ 2 0 1 0 (IAC)
Deutsche AIDS-Hilfe (DAH) Presseteam
Anlässlich der Internationalen AIDS-Konferenz in Wien berichtet das DAH Presseteam in Absprache mit den Kolleginnen und Kollegen vor Ort täglich von den neusten Geschehnissen rund ums Thema HIV & Aids. Alle Berichte zum Kongress finden Sie auf der neuen Internetseite www.aidshilfe.de

Die Internationale Aids-Gesellschaft ist dabei, die Welt-AIDS-Konferenz in Wien auszuwerten. Dazu hat sie auch einen deutschen Fragebogen entwickelt.
Wer in Wien war – oder die Konferenz von weitem verfolgt hat – und Einfluss auf die Gestaltung künftiger IACs nehmen möchte, kann das u.a. hier tun: www.stiftung-gssg.org oder direkt über diesen Link: guest.cvent.com


T E R M I N E  U N D  F O R T B I L D U N G E N

10 Jahre ARIADNE Teil 2
Wir feiern weiter!! Das 24. Vernetzungstreffen für positive Frauen in Westfalen findet am Freitag, den 1.Oktober 2010 in der AIDS-Hilfe Ahlen statt. Weitere Informationen entnehmen Sie der Einladung.

Eins Plus Eins: Die hetero Singleparty für positive Frauen und Männer, 9. Oktober 2010, Dortmund
Am 9. Oktober 2010 ist es wieder so weit: "Eins Plus Eins" – die hetero Singleparty für positive Frauen und Männer öffnet in diesem Jahr in Dortmund ihre Türen.
Mehr zur Party selbst, zu den Möglichkeiten, für die Party auf der eigenen Homepage zu werben, und das Plakat finden Sie hier (PDF-Datei).

Kein Asyl – was nun?
Fachtagung: Flüchtlinge und Migranten beraten
Die Veranstaltung des Paritätischen findet vom 26.10. – 28.10.2010 in Frankfurt statt.
Weitere Informationen entnehmen Sie der Einladung.

A n k ü n d i g u n g e n  d e r  A I D S-H i l f e  N R W  e.V.
Fachveranstaltung Roma und Sinti, Die Begegnung mit einer fremden Kultur
Die Veranstaltung findet am Mittwoch, den 27. Oktober 2010 in der AIDS-Hilfe NRW statt. Weitere Informationen entnehmen Sie der Einladung.

Letzter Aufruf: HIV-KONTROVERS am 2. Oktober 2010 in Essen
Jetzt besteht noch die Möglichkeit, sich zur diesjährigen Fachtagung HIV-KONTROVERS am 2. Oktober 2010 in Essen anzumelden, die wir gemeinsam mit der Deutschen AIDS-Gesellschaft unter dem Motto "Interdisziplinär - interaktiv - kontrovers!" veranstalten. Ärztinnen und Ärzte, Expertinnen und Experten aus Aidshilfen, Positiven-Selbsthilfe, Prävention, öffentlichem Gesundheitswesen, ambulanter und stationärer Versorgung, Politik und Verwaltung sowie Menschen mit HIV und Aids diskutieren kontrovers über 8 Themen unserer Arbeit. Alle weiteren Informationen zur Fachtagung und die Möglichkeit zur Online-Anmeldung (bitte so schnell wie möglich) finden Sie unter www.hiv-kontrovers.de.

Einladung zum landesweiten Treffen von POSITHIV HANDELN, XXelle und Herzenslust in Hattingen
Vom 22. bis 24. Oktober 2010 findet im DGB Tagungszentrum Hattingen im Rahmen eines landesweiten Positiventreffens mit dem Thema: „Länger leben und älter werden mit HIV“ ein XXL- Wochenende statt. Zum Thema „Länger leben und älter werden mit HIV“ am Samstag, 23.10.2010, dem ersten Seminartag, werden uns Birgit Körbel und Bernd Vielhaber von der medizinischen Rundreise der DAH über folgendes informieren: Vermittlung von Basisinformationen zu den Themen „Altern ohne HIV-Infektion“ und „Altern mit HIV-Infektion“. Am Sonntag, 24.10.2010, laden wir Euch zu einem zweiten Seminartag bis 17 Uhr ein, an dem Bernd Vielhaber für POSITHIV HANDELN für die sogenannten psychosozialen Anteile des „Älter werdens mit HIV“ zur Verfügung steht (psychosozial = seelisch-gesellschaftlich). Weitere Informationen und Anmeldemöglichkeit finden sich hier (PDF-Datei).

Terminübersicht der landesweiten Positiventreffen 2010
Alle Termine für die landesweiten Positiventreffen 2010 und für die Treffen der Landesarbeitsgemeinschaft POSITHIV HANDELN finden Sie unter www.posithivhandeln.de. Alle, die sich die landesweite Interessenvertretung von Menschen mit HIV und Aids auf die Fahnen geschrieben haben sind herzlich eingeladen, einmal bei der LAG reinzuschnuppern.

Seminarankündigungen der Deutschen AIDS-Hilfe
"Streetwork für Frauen II"
Die Veranstaltung findet Vom 24.-26.09.2010 in Fohrde statt. Weitere Informationen entnehmen Sie der Ankündigung und dem Anmeldeformular.

III. Netzwerk-Treffen Frauen und AIDS
Die Veranstaltung findet vom 27.-29.09.2010 in Eisenach statt. Weitere Informationen entnehmen Sie der Ankündigung und dem Anmeldeformular.

Neue Präventionsstrategien
Die Veranstaltung findet vom 15. – 17. 10.2010 in Berlin statt. Weitere Informationen entnehmen Sie der Ankündigung und dem Anmeldeformular.

HIV/AIDS und Familiensysteme II
Die Veranstaltung findet vom 15. – 17. 10.2010 in der Ec. Akademie Loccum statt. Weitere Informationen entnehmen Sie der Ankündigung und dem Anmeldeformular.

Der nächste Newsletter erscheint Anfang Oktober 2010.
Ich freue mich über interessante Berichte, Veranstaltungshinweise etc. Bitte senden Sie diese per Mail an: petra.hielscher@nrw.aidshilfe.de.

 
 
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