Ausgabe 18 vom 2. September 2010

Liebe Leserinnen und Leser,

Anfang vergangener Woche liefen auch bei uns die Telefone heiß. Was erwarten Sie vom Urteil gegen Nadja Benaissa? Was fordern Sie? Ist die Verurteilte mit zwei Jahren Haft auf Bewährung nicht zu gut weggekommen? Nur einige der Fragen, die hier bei uns anlandeten.
Mit Recht wies unser Vorstandsvorsitzender Klaus-Peter Hackbarth darauf hin, dass mit dem Urteil der HIV-Prävention Schaden zugefügt wurde. Das Gericht weist HIV-Positiven eine höhere Verantwortung zu als Menschen mit ungeklärtem Status. Das wird sich auf die Testbereitschaft vieler zwangsweise negativ auswirken.
Vor allem aber mussten wir feststellen, dass nicht nur die Staatsanwaltschaft und das Gericht, sondern auch viele Vertreterinnen und Vertreter der Medien immer noch ein veraltetes Bild von HIV und Aids haben.
Insofern hat der Prozess gezeigt, dass nicht nur das Strafrecht an die aktuelle Lebensrealität der Menschen mit HIV angepasst werden muss, sondern auch dass eine gesellschaftliche Debatte zum Thema „gemeinsame Verantwortung“ überfällig ist. Wir brauchen ein Klima, in dem offen über HIV gesprochen werden kann. An diesem Klima mitzuarbeiten, ist Aufgabe von Medien, Politik und der Zivilgesellschaft.
Es wird sich zeigen, inwieweit das Medieninteresse dazu beitragen konnte. Wir als AIDS-Hilfe NRW werden uns dieser Aufgabe jedenfalls stellen.

Dr. Guido Schlimbach | Pressesprecher


VERBAND / LOBBY

Erinnerung: HIV-KONTROVERS am 2. Oktober 2010 in Essen
Offen über HIV zu sprechen, die Debatte über „gemeinsame Verantwortung“ zu führen, wird auch Thema der Fachtagung HIV-KONTROVERS sein, zu der die AIDS-Hilfe NRW und die Deutsche AIDS-Gesellschaft unter dem Motto "Interdisziplinär - interaktiv - kontrovers!" am 2. Oktober 2010 nach Essen einladen. HIV-KONTROVERS richtet sich an Ärztinnen und Ärzte, Expertinnen und Experten aus Aidshilfen, Positiven-Selbsthilfe, Prävention, öffentlichem Gesundheitswesen, ambulanter und stationärer Versorgung, Politik und Verwaltung sowie an Menschen mit HIV und Aids. HIV-KONTROVERS bietet den Rahmen für einen interaktiven Diskurs rund um HIV und Aids und ist von der Landesärztekammer Nordrhein mit 7 Punkten (Kategorie A) zertifiziert. Weitere Informationen zur Fachtagung und die Möglichkeit zur Online-Anmeldung (Anmeldeschluss: 15. September 2010) finden Sie unter www.hiv-kontrovers.de. Unsere Mitgliedsorganisationen ermuntern wir, Ärztinnen und Ärzte ihrer Region offenziv zu HIV-KONTROVERS einzuladen.

Neuer Mitarbeiter in der Landesgeschäftsstelle der AIDS-Hilfe NRW: Oliver Schubert
Seit dem 1. September 2010 ist Oliver Schubert in der Landesgeschäftsstelle tätig. Im Rahmen der landesweiten Vernetzung und Koordination der Herzenslust-Kampagne ist er für die Bereiche Schulungen, Beratung und Test (BuT), Youthworkhl  und den Health Support aus NRW zuständig. Mehr erfahren Sie hier (PDF-Datei).

MENSCHEN MIT HIV/AIDS

MED-INFO im Gespräch: Neurologische Erkrankungen, Alkohol und Drogen am 16. September 2010, Köln
Die Veranstaltungsreihe der Aidshilfe Köln "MED-INFO im Gespräch" startet ins zweite Halbjahr. Am 16. September 2010 stehen Vorsorge, Diagnosemethoden und aktuelle Behandlungsmöglichkeiten HIV-bedingter neurologischer Erkrankungen und der Einfluss von Alkohol und Drogenkonsum auf Leistungen des Gehirns im Mittelpunkt. Referentin wird Frau Prof. Dr. Gabriele Arendt von der Universitätsklinik Düsseldorf sein. Mehr zu dieser und zu zwei weiteren Veranstaltungen im zweiten Halbjahr entnehmen Sie bitte dem Flyer (PDF-Datei).

Presseinformation der Deutschen AIDS-Hilfe
Die Presseinformation der Deutschen AIDS-Hilfe nach dem Urteil gegen Nadja Benaissa finden Sie hier (PDF-Datei).

Vortragsreihe startet im Herbst 2010
Nach dem erfolgreichen Start der Reihe in den vergangenen Jahren will die AIDS-Hilfe Düsseldorf auch 2010 wieder Menschen mit HIV und Aids sowie Interessierte zu Themenabenden einladen. In der neuen Staffel der Ratgeberreihe liegt der Schwerpunkt beim Thema HIV im Berufsleben. Nähere Informationen erhalten Sie hier (PDF-Datei).

Einladung zum landesweiten Treffen von POSITHIV HANDELN, XXelle und Herzenslust
Vom 22. bis 24. Oktober 2010  findet im DGB Tagungszentrum Hattingen im Rahmen eines landesweiten Positiventreffens mit dem Thema: „Länger leben und älter werden mit HIV“ ein verlängertes Wochenende statt. Dank der Fortschritte der Medizin und Therapie, leben Menschen mit HIV heute deutlich länger. Was bedeutet dieses längere Leben mit HIV aus medizinischer Sicht und was bedeutet diese Lebensperspektive für das persönliche Leben und Umgehen mit der Infektion? Welche Folgen ergeben sich auf längere Sicht aufgrund der HIV-Infektion, der Therapie und welche aufgrund des allgemeinen „Älter Werdens“? Weiter Informationen und die Anmeldung finden Sie hier (PDF-Datei). Eine Anmeldung online ist unter www.posithivhandeln.de möglich.


SCHWULE PRÄVENTION

Seminar „kompetent führen“ am 25. und 26. September 2010 in Gelsenkirchen
Die Reihe der Herzenslust-Seminare zum Freiwilligenmanagement geht nun in die dritte Runde. In diesem Jahr steht die Kompetenzentwicklung für ehrenamtliche Mitarbeiter im Fokus des Seminares. Während des 1,5-tägigen Seminars werden verschiedene Methoden zur Dokumentation und Entwicklung von Kompetenzen vorgestellt und diskutiert. Weitere Infos zum Seminar und zur Anmeldung finden Sie hier (PDF-Datei).

Bundesweiten Testwochen: Beratung und Testung, 5. Oktober  und 2. November 2010 in Münster
Im Rahmen der bundesweiten "IWWIT" (ich weiß, was ich tu)-Testwochen wird der HIV-Test am 5. Oktober und am 2. November, jeweils 17 bis 19 Uhr, für schwule und bisexuelle Männer in der Beratungsstelle der Aids-Hilfe Münster angeboten. Ermöglicht wird dieses kostenlose Angebot durch eine Kooperation des städtischen Gesundheitsamts mit der Aidshilfe. Weitere Informationen entnehmen Sie der Pressemeldung der Aids-Hilfe Münster und dem Plakat hier (PDF-Datei).


DROGEN & AIDS

Substitutionsbehandlung und “PSB” in Deutschland – eine unendliche Geschichte
„PSB – Psychosoziale Betreuung oder Praxisnahe Soziale Begleitung?“ fragen Heidrun Behle und Jürgen Heimchen vom Bundesvorstand der Eltern und Angehörigen für akzeptierende Drogenarbeit e.V. in einem Kommentar zur PSB im Zusammenhang mit Substitution. Den Beitrag lesen Sie hier (PDF-Datei).

Schadenminimierung bei Drogen konsumierenden Migrantinnen und Migranten
Bei der Aufklärung über Angebote des deutschen Drogenhilfesystems ist es wichtig, die klare Trennung zwischen Justiz und Hilfsangeboten aufzuzeigen. Den Zugewanderten muss deutlich werden, dass die Inanspruchnahme von Hilfen nicht automatisch mit einer strafrechtlichen Verfolgung verbunden ist. Der gravierende Einfluss des sozio-ökonomischen Status auf die gesundheitliche Lage des Menschen ist in den Sozialwissenschaften hinlänglich bekannt: Je niedriger der sozio-ökonomische Status, desto schlechter der subjektiv wahrgenommene und objektiv gegebene Gesundheitszustand. In Anbetracht der vielfältigen Problemkonstellationen, denen Migrantinnen und Migranten ausgesetzt sind und die nur bedingt aufgefangen werden können, darf es nicht verwundern, dass einige Migranten illegalisierte Drogen konsumieren. Den bei „Akzeptanzorientierte Drogenarbeit“, dem interdisziplinären Online-Journal von INDRO, erschienenen Fachbreitrag lesen Sie hier (PDF-Datei).

Therapiezeitverkürzung in Westfalen
Die Deutsche Rentenversicherung Westfalen hat mit der Westfälischen Arbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (WAG) abgestimmt, die Bewilligungsdauer zur ambulanten und stationären medizinischen Rehabilitation zu reduzieren. Verlängerung ist im begründeten Einzelfall und bei rechtzeitiger Beantragung vor Ablauf der Leistungszusage innerhalb des Budgets möglich. Das Thema "Therapiezeitverkürzung" wird auf Bundesebene zwischen den Spitzen- und Fachverbänden sowie den Rentenversicherungsträgern im Oktober in Berlin diskutiert werden. Ansprechpartnerin beim PARITÄTischen NRW hierfür ist Frau Sylvia Rietenberg: sylvia.rietenberg@paritaet-nrw.org Telefon: 0251/6185-125. Das Informationsschreiben der WAG lesen Sie hier (PDF-Datei).


STRAFVOLLZUG

Fachbericht zu Substitutionsbehandlungen Opiatabhängiger im Strafvollzug
Einblicke in Problematiken und Konfliktbereiche der praktischen Behandlungsumsetzung am Beispiel der Justizvollzugsanstalten im Bundesland Nordrhein-Westfalen gewährt ein Fachbeitrag auf „Akzeptanzorientierte Drogenarbeit“. Den Beitrag lesen Sie hier (PDF-Datei).

Veranstaltungshinweis: Reflexion der Beratung und Betreuung in Haft
In Aidshilfen ist der Arbeitsbereich Haft häufig nur mit einer einzigen Person besetzt. Der kollegiale Austausch innerhalb der eigenen Einrichtung ist daher meist nur sehr begrenzt oder gar nicht möglich. Um in diesem Arbeitsfeld bestehen zu können, sollen in diesem Seminar methodische Hilfestellungen gegeben werden. Das Fachangebot wird vom 15.04.-17.04.2011 im Haus Humboldtstein, Remagen stattfinden. Nähere Informationen lesen Sie hier (PDF-Datei).


VERSCHIEDENES

Neue (Stellen-) Ausschreibungen
Die Landesarbeitsgemeinschaft Hospiz Saarland e.V. sucht zum nächstmöglichen Termin eine Verwaltungsfachkraft in Teilzeit. Die AIDS-Hilfe Stuttgart e.V. sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine/n Mitarbeiter/in für Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit in Teilzeit. Der Lesben- und Schwulenverband in Deutschland e.V. sucht ab sofort eine/n Mitarbeiter/in in Teilzeit für den Bereich Öffentlichkeitsarbeit in der Pressestelle Berlin. Diese und weitere Ausschreibungen der AIDS-Hilfe NRW, ihrer Mitgliedsorganisationen sowie befreundeter Organisationen für die Bereiche Personal, Dienstleistungen und Materialbeschaffung finden Sie unter www.ahnrw.de.


Der nächste Newsletter erscheint am 15. September 2010
Wir freuen uns über interessante Berichte, Veranstaltungshinweise etc. Bitte senden Sie diese per E-Mail an newsletter@nrw.aidshilfe.de. Redaktionsschluss für die kommende Ausgabe ist der 13. September 2010. 

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