Ausgabe 17 vom 18. August 2010

Liebe Leserinnen und Leser,

manche Dinge brauchen etwas länger!
Im Rahmen der Verhandlungen zur Kommunalisierung der Landesförderung in Nordrhein-Westfalen einigten sich die Verhandlungsgruppe von Land, Kommunen und Freier Wohlfahrtspflege im Oktober 2007 auf ein Eckpunktepapier mit dem schönen Titel "Eckpunkte zur fachlichen Koordination/Abstimmung von Maßnahmen zur HIV/Aids-Prävention und -Hilfe auf Landesebene". Damit wurde im Kern die Einrichtung einer Arbeitsgemeinschaft AIDS-Prävention NRW befürwortet und festgehalten: "Das Gesundheitsministerium beauftragt die AIDS-Hilfe NRW mit der Führung der Geschäftsstelle der Arbeitsgemeinschaft AIDS-Prävention NRW."
Knapp zwei Jahre später, Ende Mai 2009, wurde mit der Rahmenvereinbarung über die "Grundsätze zur Umsetzung der Kommunalisierung" zwischen den gleichen Akteuren in § 11 vertraglich festgehalten, dass eine landesweite Koordination jeweils in den Bereichen Sucht und Aids eingerichtet werden soll. Und obwohl der fachliche Konsens für den Bereich Aids bereits seit Oktober 2007 vorlag, dauerte es noch einmal mehr als ein Jahr, bis die Umsetzung auf den Weg gebracht wird.

Nun ist es soweit!
Ab dem 1. September 2010 beginnen wir mit dem Aufbau der unabhängigen Geschäftsstelle der Arbeitsgemeinschaft AIDS-Prävention NRW. Die Geschäftsstelle wird ein eigenes Büro in den Räumlichkeiten der AIDS-Hilfe NRW in Köln in der Lindenstraße 20 beziehen. Die Leitung der Geschäftsstelle wird Beate Jagla übernehmen, die bisher die Facharbeit zur Unterstützung der Mitgliedsorganisationen des Landesverbandes geleistet hat. Unterstützt wird sie in der Verwaltung durch die Kolleginnen und Kollegen der Landesgeschäftsstelle.

Damit die wichtige Arbeit zur Unterstützung der regionalen Aidshilfen und Vereine nicht eingeschränkt wird, ist ab dem 1. September in diesem Fachbereich  Michael Wurm der neue Ansprechpartner in allen Angelegenheiten. Vielen ist er sicherlich bekannt aus der landesweiten Projektarbeit im Bereich Schwule Prävention/Herzenslust. Hier hat er in den letzten Jahren zentrale Maßnahmen entwickelt und umgesetzt (z.B. Beratung und Test [BuT], Virtuelle Herzenslust, Herzenslust Youthwork, Herzenslust-Fortbildung).

Auch im Bereich der Herzenslust-Prävention wollen wir natürlich keine Lücken reißen und können zum 1. September mit Oliver Schubert einen kompetenten neuen Kollegen in der Landesgeschäftsstelle begrüßen! Oliver Schubert hat  bisher als Mitarbeiter der AIDS-Hilfe Bonn den Schwerpunkt Prävention Schwule Männer/MSM umgesetzt.

Nur wer sich ändert, bleibt sich treu.
Dieser Satz gilt sicherlich auch seit vielen Jahren für die Arbeit der AIDS-Hilfe NRW. Und ab dem 1. September gilt er umso mehr!

Mit freundlichen Grüßen
Dirk Meyer
Landesgeschäftsführer

 

VERBAND / LOBBY

25 Jahre AIDS-Hilfe NRW - Menschen 2010
In der Serie mit Interviews von Menschen, die sich in und für Aidshilfen in Nordrhein-Westfalen, im Landesverband oder an anderer Stelle im Interesse von Menschen mit HIV und Aids eingesetzt haben, erschienen in der vergangenen Woche die Antworten von Frank Reifenberg, in dieser Woche können Sie die Antworten von Stefan Meschig lesen.


ÖFFENTLICHKEITSARBEIT / FUNDRAISING

Beratungszentrum Rubicon des Sozialwerks für Lesben und Schwule e.V.: Anstieg des Beratungsbedarfs in Köln auf Spitzenniveau erfordert politisches Handeln
Ob lesbisch, schwul, bi, trans oder queer: Die vielfältige Suche nach der eigenen Identität und Lebensform, akute Krisen sowie Diskriminierungs- und Gewalterfahrungen führen mehr Menschen denn je ins Kölner Beratungszentrum Rubicon. 2009 stand das Beratungsteam mehr als 4.600 Mal Hilfesuchenden zur Seite; das sind rund zehn Prozent mehr als 2008. Trotz wachsenden Bedarfs drohen aber Kürzungen in größerem Umfang. Mehr lesen Sie hier (PDF-Datei).

Diskriminierung und Gewalt vor und während der Gay Games zeigen die Notwendigkeit der Anti-Gewalt-Arbeit für Lesben und Schwule
Ein Niederländer musste einen Faustschlag ins Gesicht hinnehmen. Eine schwarze Lesbe wurde von einem Hotelbesitzer diskriminiert. Ende Juli wurden in Köln Hetzzettel verteilt. Diese Vorfälle zeigen aus der Sicht der Landeskoordination der Anti-Gewalt-Arbeit für Lesben und Schwule das vorhandene Ausmaß an alltäglicher Diskriminierung und Gewalt. Insgesamt wurden im Jahr 2009 132 solcher Vorfälle durch Anlauf- und Beratungsstellen in NRW dokumentiert und von der Landeskoordination der Anti-Gewalt-Arbeit ausgewertet. Mehr dazu lesen Sie hier (PDF-Datei).

:info #2 2010 - Das Magazin der AIDS-Hilfe Düsseldorf e.V.
Im aktuellen Magazin der AIDS-Hilfe Düsseldorf finden Sie Berichte und Informationen zum 7. Festival of Friendship, zu 25 Jahre AIDS-Hilfe Düsseldorf e.V., zu 15 Jahre Herzenslust und vieles mehr. Das Magazin finden Sie unter www.duesseldorf.aidshilfe.de.

7. Festival of Friendship, 22. August 2010, Düsseldorf
Am kommenden Sonntag, den 22. August 2010, veranstaltet Heartbreaker, der Förderkreis der AIDS-Hilfe Düsseldorf e.V., auf dem Burgplatz in Düsseldorf das 7. Festival of Friendship unter der Schirmherrschaft von Prof. Dr. Rita Süssmuth und dem Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Dirk Elbers. Auf die Besucherinnen und Besucher warten ein Bühnenprogramm, zahlreiche Informationsstände und viele Aktionen für den guten Zweck. Den Flyer finden Sie hier (PDF-Datei). Mehr Details finden Sie unter heartbreaker.de.


MENSCHEN MIT HIV/AIDS

Diskussionspapier zu HIV und Strafrecht
Immer wieder landen Fälle vor Gericht, in denen es um (potenzielle) HIV-Übertragungen geht. In der Bundesgeschäftsstelle der Deutschen AIDS-Hilfe e.V. (DAH) hat eine kleine Arbeitsgruppe vier Prinzipien zu diesem Thema formuliert, die ihrer Ansicht nach gelten sollten. Die Gruppe stellt das Papier im DAH-Blog unter blog.aidshilfe.de zur Diskussion und lädt herzlich zu Anmerkungen und konstruktiver Kritik ein. Das Diskussionspapier der Arbeitsgruppe finden Sie hier (PDF-Datei).

Prozess gegen Nadja Benaissa begann - Deutsche AIDS-Hilfe fordert faire Berichterstattung
Am 16. August 2010 begann der Prozess gegen Nadja Benaissa wegen "gefährlicher Körperverletzung und versuchter gefährlicher Körperverletzung". Ihr wird vorgeworfen, ungeschützten Sex mit mehreren Männern gehabt zu haben, obwohl sie von ihrer HIV-Infektion gewusst habe. Die Deutsche AIDS-Hilfe ruft die Medien dazu auf, den Prozess mit fairer und sachlicher Berichterstattung zu begleiten und hat informatives Material zum Thema zusammengestellt. Mehr lesen Sie unter www.aidshilfe.de.

Altenpfleger bzw. Altenpfleger darf man auch bei hoher HIV-Viruslast werden
Die Medical Tribune Deutschland beschäftigt sich in ihrer Ausgabe 17/2010 mit der Frage, wie Menschen mit HIV auf Fragen des Arbeitgebers nach gesundheitlichen Einschränkungen umgehen können. Die Experten betonen, man müsse nur solche Umstände angeben, die für die berufliche Tätigkeit von Belang sind. Mehr lesen Sie hier (PDF-Datei).


SCHWULE PRÄVENTION

Nachlese: Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Herzenslust vom 17. Juli 2010
Am dritten Samstag im Juli traf sich die LAG Herzenslust mit 20 Mitarbeitern aus den Vor-Ort-Projekten. Themen des Treffens waren unter anderem die Planung der Projekte für 2011, die anstehende Befragung zur Ehrenamtsarbeit sowie die Gay Games. Die vollständige Dokumentation finden Sie hier (PDF-Datei).

Ausstellungseröffnung "Aufklärung und Aufregung. 50 Jahre Schwule und Lesben in BRAVO", 26. August 2010, Köln
Das Centrum Schwule Geschichte wird am 26. August um 20 Uhr in der Kölner Christuskirche die Ausstellung "Aufklärung und Aufregung. 50 Jahre Schwule und Lesben in BRAVO" eröffnen. Alle Informationen zur Eröffnungsveranstaltung und zum Rahmenprogramm der bis zum 2. Oktober 2010 laufenden Ausstellung finden Sie hier (PDF-Datei).

Terminkalender der AIDS-Hilfe Essen und Essen-X-Point für den Monat September 2010
Die Termine für schwule und bisexuelle Männer im September 2010 in Essen finden Sie hier (PDF-Datei).

Tisch ohne Namen (ehemals Table des Amis), 4. September 2010, Köln
Markus Schupp, Schwule ALTERnativen Köln, lädt schwule Männer, die miteinander kurzweilige Abende verbringen, Spaß haben und Freundschaften schließen wollen, zum Tisch ohne Namen. Mehr dazu erfahren Sie hier (PDF-Datei).


JUGEND

Was geht 2010?! – MAY BE GAY will’s wissen!, 25. September 2010, Köln
Das Schwule Netzwerk NRW e.V. veranstaltet im Rahmen seiner Jugendkampagne MAY BE GAY am 25. September 2010 einen Kreativworkshop für Jungs von 16 bis 25 Jahren, die auf Jungs stehen. Dabei können sich die Teilnehmer ungezwungen über ihre Gedanken und Erfahrungen zu Liebe, Sex, Schwul-sein und HIV austauschen. Am Ende werden nicht nur die Jungs neue Eindrücke aus dem Tag mitnehmen; auch die schwule Jugendarbeit soll durch diesen Input mit neuen Ideen bereichert werden. Mehr erfahren Sie hier (PDF-Datei).


FRAUEN & AIDS

Weiblicher Brückenschlag zwischen Ost und West auf der Welt-Aids-Konferenz
Auf der 18. Welt-Aids-Konferenz bildeten zehn Frauen fünf Ost-West-Zwillingspaare und erlebten gemeinsam als sogenanntes Twinning-Projekt der Gemeinnützigen Stiftung Sexualität und Gesundheit den Kongress in Wien. Die Teilnehmerinnen stammten aus Deutschland, Russland, der Ukraine, aus Tadschikistan, Litauen und Aserbaidschan. Was sie aus ihren Ländern berichteten und was sie von der Konferenz mit nach Hause nahmen, lesen Sie hier (PDF-Datei).


DROGEN & AIDS

Studie "Ältere Drogengenabhängige und Versorgungsstrukturen" erschienen
Die Ergebnisse der "Onlinebefragung von Experten der Drogenhilfe in Deutschland zur Versorgungssituation älterer Drogengenabhängiger" zeigt, dass die Gesundheitsbelastung der Betroffenen insgesamt hoch ist und differenzierte Angebote für Wohnen und Tagesstrukturierung fehlen. Experimentell wird die Vernetzung zwischen Alten- und Suchthilfe angeregt. Eine kurze Zusammenfassung der Auswertung finden Sie hier (PDF-Datei). Die Ergebnisse der Onlinebefragung "von Experten der Drogenhilfe in Deutschland zur Versorgungssituation älterer Drogengenabhängiger" finden Sie hier (PDF-Datei); die "Interviews mit älteren Drogenabhängigen" finden Sie hier (PDF-Datei).

NRW setzt im Kampf gegen illegale Drogen künftig verstärkt auf Prävention und wird den Null-Toleranzerlass von 2007 zurücknehmen
Der neue Landesjustizminister Thomas Kutschaty geht die Vereinbarungen des Koalitionsvertrages bezüglich der Entkriminalisierung von Gelegenheitskonsumentinnen und -konsumenten an. Um die Justiz zu entlasten, will die neue Landesregierung die Eigenbedarfsgrenze für sogenannte weiche Drogen von sechs auf zehn Gramm erhöhen. Bei Heroin, Kokain und Amphetaminen sollen wieder 0,5 Gramm zum Eigenverbrauch erlaubt sein. Es gibt dazu geteiltes Echo. Zwei Artikel aus der Tagespresse lesen Sie hier (PDF-Datei).


STRAFVOLLZUG

Tagung zu aktuellen Problemen im Strafvollzug: "Chancenlos, rechtlos und ausgeliefert?", 17. und 18. September 2010, Bremen
Das Grundgesetz verpflichtet den Gesetzgeber ein wirksames Konzept der Resozialisierung zu entwickeln und den Strafvollzug darauf aufzubauen. Der Alltag zeigt je nach Bundesland und Haftart unterschiedliche Abweichungen von diesem hehren Ziel. Dem zunehmenden Bedürfnis, über offenkundige Probleme des Freiheitsentzuges zu diskutieren und nach Lösungen zu suchen, kommt die Humanistische Union e.V. am 17. und 18. September 2010 mit einer kostenfreien Tagung in Bremen nach. Nähere Informationen lesen Sie hier (PDF-Datei).


TRANSKULTURELLE ORIENTIERUNG

Vorstellung des Afrika-Projektes des Gesundheitsamtes Bremen zur HIV-Prävention und –Versorgung für Menschen aus Afrika, 9. September 2010, Aachen
Das Seminarwerk-AIDS e.V. stellt im September das Afrika-Projekt des Gesundheitsamtes Bremen zur HIV-Prävention und –Versorgung für Menschen aus Afrika vor. Angehörige der Zielgruppe klären selbst ihre Landsleute über HIV, sexuell übertragbare Krankheiten und Aids auf und begleiten HIV-infizierte oder an Aids erkrankte Menschen. Der Vortrag beginnt um 20.00 Uhr im PZB (Blondelstraße 9, 52062 Aachen); um telefonische Anmeldung unter 0241-4709793 wird gebeten.


FORTBILDUNG & TERMINE

Veranstaltungskalender der AIDS-Hilfe NRW, September/Oktober 2010
Fortbildungsveranstaltungen der AIDS-Hilfe NRW, ihrer Mitglieder, der Deutschen AIDS-Hilfe, der Paritätischen Akademie und andere interessante Angebote für die kommenden zwei Monate finden Sie hier (PDF-Datei).

Eins Plus Eins: Die hetero Singleparty für positive Frauen und Männer, 9. Oktober 2010, Dortmund
Am 9. Oktober 2010 ist es wieder so weit: "Eins Plus Eins" – die hetero Singleparty für positive Frauen und Männer öffnet in diesem Jahr in Dortmund ihre Türen. Mehr zur Party selbst, zu den Möglichkeiten, für die Party auf der eigenen Homepage zu werben, und das Plakat finden Sie hier (PDF-Datei).


VERSCHIEDENES

Neue (Stellen-)Ausschreibungen
Die AIDS-Hilfe Oberhausen e.V. sucht eine/n Sozial-Pädagoge/in oder Sozialarbeiter/in oder vergleichbare Qualifikation als Teilzeitkraft (50%). Die AIDS-Hilfe Frankfurt e.V. sucht eine/n Sozialpädagogen/in bzw. Sozialarbeiter/in in Teilzeit (19,25 h/Woche) im Bereich der Kriseninterventionsstelle für Stricher (KISS). Diese und weitere Ausschreibungen der AIDS-Hilfe NRW, ihrer Mitgliedsorganisationen sowie befreundeter Organisationen für die Bereiche Personal, Dienstleistungen und Materialbeschaffung finden Sie unter www.nrw.aidshilfe.de.


Der nächste Newsletter erscheint am 1. September 2010
Wir freuen uns über interessante Berichte, Veranstaltungshinweise etc. Bitte senden Sie diese per E-Mail an newsletter@nrw.aidshilfe.de. Redaktionsschluss für die kommende Ausgabe ist der 30. August 2010. 

Newsletter-Archiv
Alle Ausgaben dieses Newsletters finden Sie archiviert unter www.nrw.aidshilfe.de.

Impressum | Newsletter abmelden | Newsletter anmelden