Nummer 02 - August 2010

Sehr geehrte Damen und Herren,

heute erhalten Sie die 2. Ausgabe des Newsletters rund um das Thema „Spritzenautomaten in NRW“ für das Jahr 2010. Gerne veröffentlichen wir interessante Projekte, Themen oder Termine über den Newsletter. Bitte senden Sie die Beiträge einfach per Mail an brigitte.bersch@nrw.aidshilfe.de. Wir freuen uns über jede Rückmeldung. Informationen zum Spritzenautomaten-Projekt sowie alle Ausgaben des newsletters finden Sie unter www.saferuse-nrw.de.

Mit herzlichen Grüßen
Brigitte Bersch
Koordination Spritzenautomatenprojekt NRW


Beschaffung von 10 weiteren Spritzenautomaten für NRW

Im letzen Monat wurden die 10 bestellten Spritzenautomaten fertig gestellt. Diese Automaten werden den Drogenhilfe-Einrichtungen und Aidshilfen vor Ort kostenlos zur Verfügung gestellt. Einrichtungen, die an der Aufstellung eines Spritzenautomatens interessiert sind, können sich gerne an die AIDS-Hilfe NRW wenden. Dazu ein Zitat von der Homepage einer Drogenhilfe-Einrichtung: „Ein grundlegendes Ziel der Suchthilfe ist die Schadensbegrenzung, auch und gerade dann, wenn Suchtkranke noch nicht in der Lage sind, eine Behandlung aufzunehmen. Das gilt insbesondere für sozial und gesundheitlich stark beeinträchtigte Drogenabhängige. Die Sicherung des Überlebens und die medizinische und soziale Grundversorgung sollte vorrangig sein. Niedrigschwellige und akzeptierende Hilfen sind Elemente einer umfassenden Suchthilfe.“

Spritzenautomaten stoppen HIV

Über 150 Automaten versorgen Drogenkonsumenten in Deutschland mit sauberen Spritzen – auch nachts und an Feiertagen. Das ist weltweit einzigartig und äußerst erfolgreich: Die HIV-Neu-Infektionen von Menschen, die sich Drogen spritzen, sind rapide gesunken. Die Pressemeldung zur Welt-Aids-Konferenz finden Sie unter www.aidshilfe.de.

HIV-Report ergründet Nadelstichverletzungen im öffentlichen RaumSpritzen in der Öffentlichkeit und auf Spielplätzen

Dieses Thema wird in der Öffentlichkeit in der Regel weniger sachlich als emotional verhandelt und hat schon dazu beigetragen, dass Drogenberatungseinrichtungen schließen oder ihren Standort wechseln mussten. Der aktuelle HIV-Report geht der Frage nach, welche Risiken tatsächlich von herumliegenden Kanülen und Spritzen ausgehen, und wie bei Nadelstichverletzungen verfahren werden sollte. Den HIV-Report vom Juli 2010 lesen Sie hier (PDF-Datei).

Abgabe von Einmalspritzen 2009 – Gesamtübersicht

Die Abgabe von Einmalspritzen über die Automaten hat sich im Jahr 2009 im Vergleich zum Vorjahr um 27.598 (ca. 10%) verringert. Die Menge der lose abgegebenen Einmalspritzen hat sich ebenfalls reduziert, und zwar um 36.655 Stück (ca. 1,8 %). Die Gesamtübersicht der Jahre 2007-2009 finden Sie unter www.saferuse-nrw.de.

Welt-Aids-Konferenz: Nachlese
Am 23. Juli 2010 ging die internationale Aids-Konferenz in Wien zu Ende. Die Deutsche AIDS-Hilfe hat sich mit vier Themenschwerpunkten im deutschen Pavillon präsentiert: Harm Reduction, Forschung und Behandlung, Menschenrechte, Prävention. Mit dabei waren Projekte, die (auch) in NRW umgesetzt werden, so z.B. das Modellprojekt "test-it", ein Beratungs- und Test-Projekt für Drogenkonsumierende in Dortmund, und, als Beispiel für die Präventionswirkung von Spritzenautomaten, das Spritzenautomatenprojekt der AIDS-Hilfe NRW. Mehr zu den vier o.g. Themen lesen Sie unter www.aidshilfe.de.

Studie zu Spritzentauschprogrammen und andere Maßnahmen im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit
Bundesweit existieren nur wenige systematische Informationen zu den Strukturen/Rahmenbedingungen der Spritzenvergabe und anderer Safer-Use-Maßnahmen. Daher wird zurzeit eine Studie zum bundesweiten Angebot von Maßnahmen des Safer Use/Safer Sex für Menschen, die Drogen konsumieren, durchgeführt. Von der Erhebung wird erwartet, Hinweise auf Verbreitung, Nutzung und Akzeptanz bisheriger Maßnahmen und auf eventuelle Defizite in der Versorgung zu bekommen. Die Informationen werden auf mehreren Ebenen erfasst. Einerseits werden Expertinnen und Experten in allen Bundesländern, die Spitzenverbände der Wohlfahrtspflege, die Deutsche AIDS-Hilfe und weitere fachbezogene Organisationen zu ihren Kenntnissen in diesem Bereich befragt. Zusätzlich wird versucht, in neun ausgewählten Städten, darunter Köln, möglichst alle Einrichtungen zu befragen, die unmittelbar in diesem Bereich tätig sind. Nähere Informationen finden Sie unter www.dbdd.de.
Einrichtungen bzw. Expertinnen und Experten, insbesondere aus Köln, werden gebeten, die Fragebögen zu beantworten, bzw. Kontakt mit Dr. Stephanie Flöter, IFT Institut für Therapieforschung, Parzivalstr. 25, D-80804 München, www.ift.de, Telefon 089-360804-45, Fax 089-360804-49. E-Mail floeter@ift.de aufzunehmen. Anschreiben und Projektbeschreibung finden Sie hier (PDF-Datei). Den Einrichtungsfragebogen finden Sie hier (WORD-Datei), den ExpertInnenfragebogen hier (WORD-Datei).

10. Spritzenautomat in Köln

Die Drogenselbsthilfe- Einrichtung „VISION e.V.“ konnte nach langem Vorlauf den 10. Spritzenautomaten in Köln im Stadtteil Humboldt/Gremberg in Betrieb nehmen. VISION e.V. ist die erste Selbsthilfegruppe in NRW, die die Betreuung eines Spritzenautomatens übernommen hat.

Spritzenautomaten in einer ländlichen Region: AIDS-Hilfe Ahlen

Seit 1988 betreiben die Aids-Hilfe-Ahlen e.V.- Beratungsstelle für den Kreis Warendorf und die Jugend- und Drogenberatungsstelle gemeinsam mit viel Erfolg inzwischen zehn Spritzenautomaten auf Kreisebene. Im Kontaktcafé der Jugend- und Drogenberatung ist zudem ein Spritzentausch (kostenlos gebrauchte Spritzen gegen neue, sterile) möglich. In einer ländlichen Region ist dieses Angebot deutschlandweit einmalig. In keinem anderen Bundesland in Deutschland gibt es ein so dichtmaschiges Netz der Versorgung für DrogenkonsumentInnen mit sterilen Spritzen. Weitere Infos finden unter www.aidshilfe-online.de.

EU-Drogenbeobachtungsstelle - Injizierender Drogenkonsum stabil

Die Häufigkeit von injizierendem Drogenkonsum ist in Europa stabil bis rückläufig. Dies hat ein neuer Bericht der europäischen Drogenbeobachtungsstelle (EMCDDA bzw. EBDD) in Lissabon ergeben. In dem Bericht "Trends beim injizierenden Drogenkonsum in Europa" schätzt die EBDD, dass es in der EU heute zwischen 750.000 und einer Million aktive injizierende Drogenkonsumenten gibt. Den Presseartikel lesen Sie unter www.derstandard.at.

Das Ende der akzeptierenden Drogenarbeit?

Die Betriebsgruppe Jugendhilfe von ver.di Hamburg hat einen Diskussionsbeitrag über die Entwicklungen der verschiedenen Drogenhilfeansätze der letzten Jahrzehnte inklusive der akzeptierenden Drogenarbeit vorgelegt. Sie zieht kritische Bilanz. Lesen können Sie den Beitrag unter www.jesbielefeld.de.

HIV-KONTROVERS 2010
„Interdisziplinär - interaktiv - kontrovers!“ Unter diesem Motto laden die AIDS-Hilfe NRW und die Deutsche AIDS-Gesellschaft am 2. Oktober 2010, in der Zeit von 9.30 bis 17.00 Uhr, zur Fachtagung HIV-KONTROVERS in das Haus der Technik nach Essen (direkt am Hauptbahnhof) ein. HIV-KONTROVERS ist eine Fachtagung, die sich an Ärztinnen und Ärzte, Expertinnen und Experten aus Aidshilfen, Positiven-Selbsthilfe, Prävention, öffentlichem Gesundheitswesen, ambulanter und stationärer Versorgung, Politik und Verwaltung sowie an Menschen mit HIV und Aids richtet. HIV-KONTROVERS bietet den Rahmen für einen interaktiven Diskurs rund um HIV und Aids für alle Beteiligten. Zu acht aktuellen Themen treten jeweils zwei Referentinnen bzw. Referenten in eine moderierte Kontroverse ein. Sie vertreten pointiert ihre gegensätzlichen Positionen und bieten so einen guten Einstieg für eine lebendige Diskussion. Die Fortbildung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie die kritische Reflexion zu zentralen Themen im Kontext von HIV und Aids sind zentrale Schwerpunkte der Fachtagung. HIV-KONTROVERS ist von der Landesärztekammer Nordrhein mit 7 Punkten (Kategorie A) zertifiziert. Weitere Informationen zur Fachtagung und die Möglichkeit zur Online-Anmeldung (Anmeldeschluss ist der 15. September 2010) finden Sie unter www.hiv-kontrovers.de.

Große Kunst ganz klein / Faltschachteln von der AH-NRW

Die ARTOMATEN sind ehemalige Zigarettenautomaten, aus denen zigarettenschachtelgroße Packungen mit Kunstwerken und/oder CDs zu ziehen sind. Die AIDS-Hilfe NRW hat Britta L.QL und anderen KünstlerInnen schon mehrfach weiße, unbedruckte Faltschachteln für ihre Kunstwerke zur Verfügung gestellt. Einen Artikel der NRZ lesen Sie hier.

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