Nr. 7 vom 31. März 2010

Liebe Leserinnen und Leser,

Während eines Gesprächs im Kontext unseres 25-jährigen Jubiläums äußerte der ehemalige Landesdrogenbeauftragte Hans-A. Hüsgen sein großes Bedauern, dass die derzeitige Landesregierung zwar die Aidshilfe kontinuierlich unterstützt, die Drogenselbsthilfe aber völlig vernachlässigt und damit lebensnotwendige Strukturen zerschlagen habe. In wichtigen Fragen der Drogenpolitik sei man um Jahre zurückgeworfen. Auch unser Landesvorsitzender Klaus-Peter Hackbarth beklagte während unseres Jubiläumsempfangs, Drogen gebrauchende Menschen fänden noch lange nicht so uneingeschränkt Zugang zur Prävention, wie es erforderlich sei.

Auf Bundesebene ist nun im Bereich der Drogenselbsthilfe eine gute Nachricht zu vermelden. Das bundesweite Selbsthilfenetzwerk JES (Junkies, Ehemalige und Substituierte) von und für alle Menschen, die Drogen nehmen oder genommen haben, wurde als Verein eingetragen und hat die Gemeinnützigkeit erhalten. Die neue Rechtsform ermöglicht es JES nicht nur, eigene Projekte auf Bundesebene zu beantragen, es ist auch zu wünschen, dass der Bundesverband langfristig auf Gehör stoßen wird, wenn er seine Forderungen artikuliert. Wir gratulieren zur Vereinsgründung, wünschen dem neuen e.V. viel Erfolg und Durchhaltevermögen sowie Solidarität auf allen Ebenen.

Wir wünschen frohe Ostertage sowie uns allen bald den lange ersehnten Frühling!

Dr. Guido Schlimbach | Pressesprecher

 

Wir wünschen frohe Ostern!


VERBAND / LOBBY

25 Jahre AIDS-Hilfe NRW - Menschen 2010
Wieder sind zwei Beiträge  aus unserer Serie mit Interviews von Menschen erschienen, die sich in und für Aidshilfen in Nordrhein-Westfalen, im Landesverband oder an anderer Stelle im Interesse von Menschen mit HIV und Aids eingesetzt haben. Nach dem Geschäftsführer von Vision, Marco Jesse (seinen Fragebogen finden Sie hier), erscheinen in dieser Woche die Antworten von Irmgard Nolte, Geschäftsführerein der Agentur neues handeln  (ihren Fragebogen finden Sie hier). Die Serie wird Woche für Woche fortgesetzt.  


MENSCHEN MIT HIV/AIDS

Vernetzungswochenende für junge, schwule Positive bis 30 Jahre vom 12. bis 15. August 2010
Bereits zum dritten Mal bieten die Aidshilfen Frankfurt und Köln ein verlängertes Vernetzungswochenende für junge HIV-positive und schwule Männer bis 30 Jahre an. Eingeladen sind Teilnehmer aus ganz Deutschland. Ziel ist es, Teilnehmer aus Städten mit Angeboten für junge, schwule Positive sowohl untereinander in Kontakt zu bringen und zu vernetzen, als auch die Verbindung zu jenen herzustellen, die aus Regionen stammen, in denen es bislang keine speziellen Angebote gibt. Alle sollen ermuntert werden, sich für diese Angebote einzusetzen und damit die Szene zu verändern. Das Wochenende bietet neben der Möglichkeit Gleichaltrige in ähnlichen Lebenssituationen kennen zu lernen, die Chance zu persönlicher Auseinandersetzung mit Themen, die über das medizinische Wissen zu HIV und Aids hinausgehen. Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).

Älter werden mit HIV
Anlässlich der Münchner AIDS-Tage Anfang März 2010 prognostizierte Prof. Dr. Jürgen Rockstoh, dass im Jahre 2015 jeder zweite HIV-Positive über 50 Jahre alt sein wird. Schon jetzt tun sich Aidshilfen und die schwule Szene schwer, dem Älterwerden von Positiven und schwulen Männern Raum zu geben.  Michael Jähme geht in seinem nachdenklich stimmenden Beitrag "Langzeitpositive und schwule Senioren sind Zeitzeugen vom Leben mit HIV" auf die Situation schwuler Männer der Generation 50 plus ein. Viele Aidshilfen feiern in diesem Jahr ihr 25-jähriges Gründungsjubiläum. Vielleicht ein Anlass, sich Michaels Forderung anzuschließen, dass Zeitzeugenschaft vom Leben mit HIV als systematische Kulturarbeit gefördert und betrieben werden muss. Und als Appell an die schwule Community: "Wir müssen erkennen: Wir haben eine Geschichte mit HIV,  wir sind Geschichte mit HIV und wir verkörpern Geschichte mit HIV.Den Redebeitrag von Michael Jähme finden Sie unter termabox.wordpress.com


SCHWULE PRÄVENTION

Treffen der LAG Herzenslust NRW am 24. April 2010 in Dortmund
Die Landesarbeitsgemeinschaft Herzenslust NRW trifft sich am 24. April 2010 in Pudelwohl Gesundheitsladen Dortmund zum ersten Mal in diesem Jahr. Thematischer Schwerpunkt ist eine Fachveranstaltung "Im Rausch der Sinne. Party-Drogen-Sex" für die Wolfgang Sterneck aus Frankfurt als Referent gewonnen werden konnte. Weitere Themen sind eine Bestandaufnahme zur ehrenamtlichen Arbeit im Herzenlust-Projekt, die Präventionsangebote zu den Gay Games 2010 in Köln und 15 Jahre Herzenslust.Die Tagesordnung und die Anmeldeunterlagen finden Sie hier (PDF-Datei).

Seminar für Health-Supporter  vom 7. bis 9. Mai 2010 in Kochel am See
Das Seminar für Health-Supporter steht unter der Überschrift: "Wie bringt man eine schwierige Anfrage zum 'Happy End'? Umgang mit Herausforderungen in der Online-Prävention". Gemeinsam mit Dipl.-Psych. Christopher Knoll erarbeiten die Seminarteilnehmer Möglichkeiten, professionell mit Anfragen im Gayromeo Health Support umzugehen, die z.B. von Männern in Lebenskrisen oder von Männern mit Aidsängsten stammen. Organisiert wird das Seminar von der Deutschen AIDS-Hilfe. Weitere Informationen zum Seminar und zur Anmeldung finden Sie hier (PDF-Datei).

1. Schwuler Nichtraucherkurs von Pudelwohl
Ab dem 7. April 2010 startet Pudelwohl in Dormund den ersten Nichtraucherkurs für schwule und bisexuelle Männer. Weitere Imnformationen findest du hier (PDF-Datei).

AIDS-Hilfe Essen: Termine für schwule und bisexuelle Männer im Mai 2010 in Essen
Die Termine für schwule und bisexuelle Männer im Mai 2010 in Essen finden Sie hier (PDF-Datei).


DROGEN & AIDS

Diamorphingestützte Substitution: Deutsche AIDS-Hilfe sieht bedarfsgerechte Versorgung durch Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschuss in Gefahr
Die Deutsche AIDS-Hilfe teilt die Einschätzung der Drogenbeauftragten der Bundesregierung Mechthild Dyckmans, dass sich erst auf der Basis von Praxiserfahrungen zeigen wird, ob die "Richtlinien zur diamorphingestützten Behandlung Opiatabhängiger" des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) gegebenenfalls nachjustiert werden müssen. Dennoch sieht die Deutsche AIDS-Hilfe die bedarfsgerechte Versorgung Opiatabhängiger in Gefahr. Die Pressemeldung der Deutschen AIDS-Hilfe vom 22. März finden finden Sie hier (PDF-Datei). Die Pressemeldung des GBA vom 18. März 2010 finden Sie hier (PDF-Datei).

JES Bundesverband  jetzt eingetragener Verein
Das bundesweite Selbsthilfenetzwerk JES (Junkies, Ehemalige und Substituierte) von und für alle Menschen, die Drogen nehmen oder genommen haben, wurde als Verein eingetragen und hat die Gemeinnützigkeit erhalten. DieVereinssatzung finden Sie hier (PDF-Datei), den Antrag auf Mitgliedschaft hier (PDF-Datei).

JES Bundesverband kritisiert Richtlinien zur heroingestützten Substitution
Künstliches Heroin, sogenanntes Diamorphin, wird bald zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen gehören. Das beschloss der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) von Ärzten, Krankenhäusern und Kassen am 18. März 2010 in Berlin. Dabei regelte der GBA auch die Voraussetzungen für die künftig zuständigen Ambulanzen. Damit die Kassen die Kosten tragen, sollen die Einrichtungen unter anderem mindestens zwölf Stunden am Tag geöffnet sein, zudem müssen drei Ärztinnen bzw. Ärzte in Vollzeit angestellt sein. Das wird von den Betroffenen aus nachvollziehbaren Gründen heftig kritisiert, denn es macht die Einrichtung der notwendigen Diamorphinvergabestellen extrem organisationsaufwändig, teuer und damit das Substitut für die meisten Suchtkranken legal wiederum unerreichbar. Die Pressemeldung des JES Bundesverband als Interessenvertretung Drogen gebrauchender Menschen finden Sie hier (PDF-Datei).

Suchtforschungsinstitut hat Fragebogen zur Zielgruppe der über 40-jährigen DrogengebraucherInnen ins Netz gestellt
Das Institut für Suchtforschung aus Frankfurt am Main bittet um Unterstützung beim Ausfüllen eines Fragebogens zur Suchtproblematik und den Bedürfnissen bei über 40-Jährigen. Entwickelt wurde der Erhebungsbogen im Rahmen des EU-Forschungsprojektes "Senior drug dependents and care structures". Das in den Vorjahren berits festgestellt hat dass es zu wenig Material über die sozialen und medizinischen Bedürfnisse dieser ständig wachsenden Bevölkerungsgruppe gibt. Wie hoch ist der Anteil über 40-jährigen Drogenkonsumierenden? Welche speziellen Angebote müssen gegebenenfalls für sie entwickelt werden? Das sind die Forschungsfragen der Erhebung. Bitte nehmen Sie sich zehn Minuten Zeit, um die Fragen zu beantworten. Den Fragebogen finden Sie unter www.surveymonkey.com.


STRAFVOLLZUG

NRW hat ärztliche Behandlungsempfehlungen zur medikamentösen Therapie der Opioidabhängigkeit im Justizvollzug entwickelt
Das Image von Substitution im Gefängnis ist bundesweit verbesserungsbedürftig, wo nämlich nur in Einzelfällen substituiert wird obwohl gerade in Haft vielmehr Suchtkranke zusammenkommen als in der Bevölkerung in Freiheit. Auch in manchem EU-Land stößt diese deutsche Besonderheit auf Unverständnis, da schließlich eine gute Gesundheitsversorgung in Haft auch gute Gesundheitsversorgung für die Gesellschaft bedeutet. Dem hat sich der Justizvollzug in NRW angenommen. Er hat zusammen mit den Ärztekammern des Landes ärztliche Behandlungsempfehlungen erarbeitet. Darin wird den Besonderheiten der hinter Gittern geltenden Bestimmungen Achtung gezollt und die Substitution als gültige Behandlungsmethode gemäß den Richtlinien der Bundesärztekammer als Schutz vor weiteren Erkrankungen und als Teil der Resozialisierung aufgewertet. Die Empfehlungen finden Sie hier (PDF-Datei).

Einladung zum Landesarbeitskreis Drogen/Haft am 27. April 2010 in Köln
Die Einladung zum nächsten Landesarbeitskreis Drogen/Haft der Mitgliedsorganisationen der AIDS-Hilfe NRW finden Sie hier (PDF-Datei).

Ehrenamtliche verabschiedet
Zwei langjährige Ehrenamtliche wurden für ihr Engagement im Strafvollzug geehrt und in den wohlverdienten Ehrenamtler-Ruhestand verabschiedet. Näheres lesen Sie hier (PDF-Datei).


TRANSKULTURELLE ORIENTIERUNG

Datenbank zu Vereinen von Jugendlichen mit Migrationshintergrund
Vereine von Jugendlichen mit Migrationshintergrund (VJM) öffentlich sichtbar zu machen und Kontakte mit anderen Akteurinnen und Akteuren anzuregen: Dies ist das Ziel einer neuen Online-Datenbank des Informations- und Dokumentationszentrums für Antirassismusarbeit (IDA). Die fortlaufend aktualisierte Datenbank gibt einen Überblick über VJM auf lokaler, landes- wie bundesweiter Ebene und enthält zur Zeit Angaben zu über 260 Vereinen. Neben den Kontaktdaten beinhaltet die Datenbank auch Informationen über Arbeitsschwerpunkte, die Mitarbeit in Gremien und Netzwerken sowie ein Kurzporträt des Vereins. Die Datenbank finden Sie unter www.idaev.de.


FORTBILDUNG & TERMINE

Montagsgespräche in der AIDS-Hilfe Essen
Die AIDS-Hilfe Essen veranstaltet eine Vortragsreihe zu verschiedenen Schwerpunkten. Die sechs Themen bis zum Juni 2010 sind HIV/Aids, Hepatitis C, Proktologie, Asylbewerberleistungsgesetz, EKAF und Patientenverfügung. Mehr erfahren Sie unter www.aidshilfe-essen.de.

Sprach-Tandems in Krefeld gesucht!
Sie können Deutsch und möchten in Ihrer Freizeit eine andere Sprache (Arabisch, Englisch, Polnisch, Russisch, Türkisch, Spanisch, Portugiesisch, Tschechisch, Vietnamesisch, Thailändisch etc.) lernen oder vorhandene Sprachkenntnisse auffrischen? Dann melden Sie sich unverbindlich bei Light of Africa NRW e.V. Die Kontaktdaten finden Sie hier (PDF-Datei).


VERSCHIEDENES

Weißt du Bescheid ...? Sonderwettbewerb der Deutschen AIDS-Stiftung
Dass junge Menschen sich mit HIV und Aids beschäftigen und dabei großartige "Öffentlichkeitsarbeit" machen, hat die Jury des Medienpreises der Deutschen AIDS-Stiftung bewogen, für die Jahre 2009 und 2010 einen Sonderpreis für Schülerarbeiten auszuschreiben. Unter dem Titel "Weißt du Bescheid...?" schreibt die Stiftung einen Sonder-Wettbewerb flankierend zum Hauptwettbewerb aus. Das Preisgeld für die Schülerarbeiten beträgt 3.000 Euro, gestellt von Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG. Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).

Wahlprüfsteine zur Etablierung einer Antidiskriminierungskultur in Nordrhein-Westfalen
In NRW wird Antidiskriminierungsarbeit seit 1997 vom Land NRW gefördert, eine bundesweit einmalige Struktur. Anlässlich der Landtagswahl am 9. Mai 2010 fragen der Antidiskriminierungsverband Deutschland und das Kölner Forum gegen Rassismus und Diskriminierung die Politik, was sie planen, um die Etablierung einer Antidiskriminierungskultur zu gewährleisten. Die Wahlprüfsteine finden Sie hier (PDF-Datei). Die Antworten werden dokumentiert und der Öffentlichkeit vor der Wahl vorgestellt unter www.antidiskriminierung.org.

Fachkraft für "Prävention in schwulen Lebenszusammenhängen" in Bonn gesucht (Bewerbungsfrist 20. April 2010)
Die AIDS-Hilfe Bonn e.V. sucht eine Fachkraft für "Prävention in schwulen Lebenszusammenhängen". Die Stellenbeschreibung finden Sie hier (PDF-Datei).

Pflegedienstleitung w/m in Düsseldorf gesucht (Eingang der Ausschreibung: 18. März 2010)
Care24 PflegeService gGmbH sucht für die Leitung der Bereiche häusliche Krankenpflege und hauswirtschaftliche Versorgung zum nächst möglichen Termin eine Pflegedienstleitung w/m. Mehr erfahren Sie unter www.nrw.aidshilfe.de.

Sozialarbeiter/in, Sozialpädagogin/Sozialpädagogen, oder psychiatrische Fachpflegekraft in Düsseldorf gesucht (Eingang der Ausschreibung: 18. März 2010)
Care24 PflegeService gGmbH, eine 100%ige Tochter der Aidshilfe Düsseldorf, sucht für den Bereich ambulant Betreutes Wohnen für Menschen mit körperlichen und/oder psychischen Behinderungen zum nächstmöglichen Termin eine/n Sozialarbeiter/in, Sozialpädagogin/Sozialpädagogen oder psychiatrische Fachpflegekraft. Mehr erfahren Sie unter www.nrw.aidshilfe.de.

Der nächste Newsletter erscheint am 14. April 2010
Wir freuen uns über interessante Berichte, Veranstaltungshinweise etc. Bitte senden Sie diese per Mail an newsletter@nrw.aidshilfe.de. Redaktionsschluss für die kommende Ausgabe ist der 13. April 2010.

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Alle Ausgaben dieses Newsletters finden Sie archiviert unter www.nrw.aidshilfe.de.

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