Nr. 3 vom 4. Februar 2010

Liebe Leserinnen und Leser,

In den vergangenen 25 Jahren seit Gründung der AIDS-Hilfe NRW ist viel geschehen. Aids und seine Wahrnehmung haben sich verändert, wir sprechen inzwischen von einer zwar nicht heilbaren, aber behandelbaren chronischen Krankheit. Der gesellschaftliche Umgang mit HIV und Aids und den von ihnen Bedrohten und Betroffenen ist "normaler<" geworden – zumindest an der Oberfläche. Mag der Einzug eines HIV-positiven schwulen Pärchens in den Container vor den Toren Kölns dafür stehen, dass sich über schwule Lebensweisen und damit auch über schwulen Sex in der Öffentlichkeit leichter reden lässt als 1985, aber "normal" sind Homosexualität, HIV und Aids keineswegs, nicht bei uns und schon gar nicht bei manchen unserer Nachbarn im östlichen Europa.
Die Tatsache, dass die Gruppe der Migrantinnen und Migranten aus Polen inzwischen wieder die drittgrößte in NRW ist, spricht einerseits für das gute Verhältnis von Polen und NRW in der Tradition des 19. Jahrhunderts, wirft andererseits aber für die HIV-Prävention Probleme auf. Polnische Migranten, die Sex mit Männern haben und sich mit HIV infiziert haben, infizierten sich nach Angaben des RKI nicht in ihrer Heimat sondern hier bei uns. Wie können wir diese MSM zukünftig besser erreichen?
Die AIDS-Hilfe NRW unterstützt seit längerem die schwule Aidsberatung Lambda in Krakau. Trotz offen schwulenfeindlicher Aktivitäten innerhalb der polnischen Bevölkerung ist es inzwischen gelungen, die Beratungsstelle in Krakau mit drei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aufzubauen, nicht zuletzt durch die Unterstützung der Aktion Mensch, die erstmalig ein schwules Präventionsprojekt fördert. Auch die Internetseite www.krakow.lambda.org.pl wurde inzwischen online geschaltet. Im kommenden Jahr werden Lambda in Krakau und Herzenslust/Baraka in NRW ein gemeinsames Projekt in Angriff nehmen, dass sich auf der einen Seite an polnische MSM richtet, die zeitweise oder länger nach Deutschland kommen möchten, auf der anderen Seite an polnische Migranten in NRW, die Sex mit Männern haben. Wir freuen uns darüber, dass mit Lambda die Präventionsarbeit in Polen eine entscheidende Hürde genommen hat und wir mit der Kooperation einen weiteren Baustein innovativer und effektiver Prävention hinzufügen konnten.

Dr. Guido Schlimbach | Pressesprecher

 

VERBAND / LOBBY

25 Jahre AIDS-Hilfe NRW - Menschen 2010
Die zu Beginn des Jahres gestartete Serie mit Interviews von Menschen, die sich in und für Aidshilfen in Nordrhein-Westfalen, im Landesverbands oder an anderer Stelle im Interesse von Menschen mit HIV und Aids eingesetzt haben, geht weiter. Nach unserem ehemaligen Landesvorsitzenden Michael Jähme in der vergangenen Woche (seinen Fragebogen finden Sie hier), erscheinen in dieser Woche die Antworten von Rita Januschewski, Fachberaterin beim PARITÄTISCHEN NRW für den Bereich Gesundheitsselbsthilfe. Ihren Fragebogen finden Sie hier. Die Serie wird Woche für Woche fortgesetzt.

Neuer Mitarbeiter in der Landesgeschäftsstelle der AIDS-Hilfe NRW: Peter Van Leemputten
Seit dem 1. Januar 2010 ist Peter Van Leemputten in der Landesgeschäftsstelle tätig. Seine Arbeitsschwerpunkte sind das Facility Management, die Betreuung  des BuT-Mobils, sowie die Unterstützung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als Verwaltungs- und Projektassistent. Mehr erfahren Sie hier (PDF-Datei).

Bundeswettbewerb Aidsprävention 2010
Neue Wege sehen, neue Wege gehen - unter diesem Motto startet der Bundeswettbewerb Aidsprävention, der von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) gemeinsam mit dem Verband der privaten Krankenversicherung (PKV) und dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) 2010 zum zweiten Mal ausgelobt wird. Insgesamt 50.000 € Preisgelder stehen in diesem Jahr zur Verfügung. Prämiert werden Projekte, denen es gelingt, mit neuartigen und Erfolg versprechenden Ideen die Prävention von HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen zu stärken. Weitere Informationen und die Antragsformulare finden Sie unter www2.gib-aids-keine-chance.de.


MENSCHEN MIT HIV/AIDS

POST-CROI 2010: Auswertung der 17. Konferenz zu Retroviren und Opportunistischen Infektionen in San Francisco, 25. Februar 2010, Köln
Die Universitätsklinik Köln veranstaltet am 25. Februar 2010 eine Auswertungsveranstaltung zur 17. Konferenz zu Retroviren und Opportunistischen Infektionen (CROI) in San Francisco. Die Themen sowie die Referentinnen und Referenten der Universitätskliniken in Köln und Bonn finden Sie hier (PDF-Datei).

MED-INFO im Gespräch (Aidshilfe Köln): HIV und Hepatitis C, 18. März 2010, Köln
Hepatitis C als Koinfektion mit HIV wurde früher überwiegend mit i.v. drogengebrauchenden Menschen in Zusammenhang gebracht. Neue Zahlen weisen darauf hin, dass sich zunehmend auch schwule Männer mit HIV und Hepatitis C infizieren. Prof. Dr. Jürgen Rockstroh wird die Infektionswege der Hepatitis C darstellen und die Folgen der Koinfektion für den Krankheitsverlauf und die Therapie von HIV/Aids und Hepatitis verdeutlichen. Die Veranstaltung findet im Forum-Gebäude 42 der Uniklinik Köln, Josef Stelzmann-Straße 20 statt; eine Anmeldung zur Veranstaltung der Aidshilfe Köln ist nicht erforderlich. Mehr erfahren Sie unter www.aidshilfe-koeln.de

Zwei Jahre EKAF – Prof. Dr. Pietro Vernazza (EKAF) und Armin Schafberger (Deutsche AIDS-Hilfe) der Medizin-Referent der DAH ziehen eine Bilanz
Es sorgte für viel Aufmerksamkeit, Aufregung, erhitzte Diskussionen – das Statement der Eidgenössischen Aids-Kommission EKAF "keine Infektiosität bei erfolgreicher HIV-Therapie ohne andere STDs". "Eine HIV-infizierte Person ohne andere STD unter einer antiretroviralen Therapie (ART) mit vollständig supprimierter Virämie … ist sexuell nicht infektiös" – dies ist die Kern-Botschaft eines Statements, das die Eidgenössische Aids-Kommission EKAF im Januar 2008 veröffentlichte. Zwei Jahre nach Veröffentlichung des EKAF-Statements ziehen Prof. Pietro Vernazza (St. Gallen; einer der Autoren des Statements) und Armin Schafberger (Berlin; Medizin-Referent der Deutschen Aids-Hilfe) in der Zeitschrift "HIV & More" eine vorläufige Bilanz: Das Audio-File dazu finden Sie unter www.hivandmore.de


SCHWULE PRÄVENTION

1995 - 2010: 15 Jahre Herzenslust!
Vor mehr als 15 Jahren wurden die Grundsteine für die landesweite Herzenslustkampagne gelegt. Bis heute versteht sich Herzenslust als innovatives Präventionsprojekt und sucht immer wieder neue Wege für eine zeitgemäße Aidsprävention. Ab 1995 gründeten sich unter dem Label Herzenslust in ganz NRW Gruppen, die neue Ideen zur HIV-Prävention entwickelten und in ihren Maßnahmen durch zentrale Veranstaltungen und die Koordination durch den Landesverband unterstützt wurden und werden. Im Rahmen der diesjährigen schwul-lesbischen Sommer- und Straßenfeste wird es sicherlich zahlreiche Gelegenheiten geben, dieses Jubiläum zu feiern. Weitere Informationen zu geplanten Aktionen folgen in den kommenden Wochen.Alls AUftakt zum 15-jährigenBestehen von Herzenslust ist Ihre Meinung gefragt! Was bedeuten 15 Jahre Herzenslust für Sie. Posten Sie Ihr Statement unter www.herzenslust.de.

AIDS-Hilfe Essen: Termine für schwule und bisexuelle Männer im März 2010 in Essen
Die Termine für schwule und bisexuelle Männer für März 2010 in Essen finden Sie hier (PDF-Datei)

Wie wirkt Prävention bei MSM?
Und welche Faktoren beeinflussen die Wirksamkeit von Präventionsarbeit? Diesen beiden Fragen sind schwedische Forscher mit einer ausführlichen Analyse vorhandener Studien nachgegangen. Ihre Ergebnisse sagen aus, dass Präventionsangebote dann eine Verbesserung des Schutzverhaltens auf individueller Ebene bewirken, wenn folgende Faktoren berücksichtigt werden: Die Konzeption der Präventionsarbeit beruht auf anerkannten Theorien, die z.B. auch berücksichtigen, wie sich Informationen in Subkulturen ausbreiten. Aus diesem Konzept können konkrete Einzelziele abgeleitet werden, wie z.B. die Besucher der schwulen Szene zur Hepatitis-Impfung ermutigen. Weitere Informationen finden Sie unter www.herzenslust.de.


DROGEN & AIDS

Fachtag "Das Erbe der Drogenhilfe – Legenden- und Zukunftsbildung", 19. März 2010, Bochum
Der Landesverband akzept-nrw e.V. veranstaltet am 19. März 2010 in Kooperation mit der Evangelischen Fachhochschule Rheinland-Westfalen-Lippe und der Krisenhilfe e.V. Bochum einen Fachtag "Das Erbe der Drogenhilfe – Legenden und Zukunftsbildung“. Mit dieser Veranstaltung will akzept-nrw e.V. einen kritisch-diagnostischen Blick auf Ausprägungen gegenwärtiger Drogenhilfe und Drogenpolitik werfen, eine bilanzierende Standortbestimmung vornehmen, die Gedanken neu ordnen und den Versuch wagen, Drogenpolitik trotz aller strukturellen Hindernisse wieder salonfähig zu machen. Flyer und Plakat zum Fachtag sowie ein themenbezogener Artikel von Dr. Wolfgang Schneider finden Sie hier (PDF-Datei).


STRAFVOLLZUG

Aufruf zur Beteiligung an der 5. Konferenz zur Gesundheitsförderung in Haft 2010
Vom 15. bis 17.September 2010 wird in Hamburg die 5. EU Konferenz zur Gesundheitsförderung in Haft stattfinden. Die Organisatorinnen und Organisatoren rufen zur interdisziplinären Beteiligung unter dem Motto „Ressourcen stärken, Partizipation fördern: Gesundheit verbessern" auf. Vorschläge zur Darstellung von Forschungsergebnissen, systematisierten Praxiserfahrungen und -ansätzen sowie Übersichtsbeiträgen oder anderen Anregungen können noch bis zum 28. Februar eingereicht werden. Nähere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).


FORTBILDUNG / TERMINE

Fortbildungskurs "Qualifikation zum/zur Freiwilligen-Koordinator/in", 29. bis 31. März 2010 in Düsseldorf
Duesseldorf-aktiv.net e.V. führt mit der Akademie für Ehrenamtlichkeit Deutschland den Fortbildungskurs "Qualifikation zum/zur Freiwilligen-Koordinator/in" durch. Er richtet sich sowohl an Ehrenamtliche als auch an Angestellte. Die Kursbeschreibung, den Programmablauf und ein Anmeldeformular finden Sie hier (PDF-Datei).

SchLAu NRW-EinsteigerInnen-Schulung, 20. Februar 2010, Köln
Am 20. Februar 2010 bietet SchLAu NRW eine Fortbildung für Einsteigerinnen und Einsteiger in die lesbisch-schwule Aufklärungsarbeit an. Im Mittelpunkt stehen die Themen "Warum mache ich lesbisch-schwule Aufklärungsarbeit?", "Persönlichkeit und Coming Out in der Aufklärung: Wie setze ich beides effektiv ein?", "Methodentraining: Was Ihr mit Schülerinnen und Schülern machen könnt." Und "Kritische Situationen in Klassen und wie gehe ich damit um?" Mehr erfahren Sie hier (PDF-Datei).

Seminar "Rechtsfragen zur Vereinsführung", 20. Mai 2010, Köln
Wer sich in ein Vorstandsamt wählen lässt, weiß oft nicht so genau, welche Verantwortlichkeiten er oder sie damit auf sich nimmt, und welche vereinsrechtlichen oder gemeinnützigkeitsrechtlichen Rahmenbedingungen zu beachten sind. Ein Seminar der Paritätischen Akademie will Vorstandsmitglieder und potentiellen Kandidatinnen und Kandidaten zielgerichtet und sachgerecht über die Erwartungen, die an sie gestellt werden, und die Verpflichtungen, die sie zu erfüllen haben, informieren. Mehr erfahren Sie hier (PDF-Datei).


VERSCHIEDENES

Diverse Stellen- bzw. Praktikums-Ausschreibungen des Aktionsbündnis gegen AIDS
Das Aktionsbündnis gegen AIDS sucht einen Referenten oder eine Referentin für die Lobby –und Advocacyarbeit (in Teilzeit) in Berlin, einen Referenten oder Referentin in Juniorposition (Vollzeit) in Tübingen sowie einen Praktikanten bzw. eine Praktikantin in Tübingen. Mehr erfahren Sie hier unter www.ahnrw.de.

Sozialpädagogen/-in bzw. Sozialarbeiter/-in in Essen gesucht (Bewerbungsfrist 1. März 2010)
Die AIDS-Hilfe Essen e.V. sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine/n Sozialpädagogen/-in oder Sozialarbeiter/-in für psychosoziale Beratung, Begleitung und Unterstützung in lebenspraktischen und bei behördlichen Angelegenheiten von HIV-positiven und an Aids erkrankten Menschen sowie für weitere Tätigkeitsbereiche. Mehr erfahren Sie hier unter www.ahnrw.de.

Mitarbeiter/in (50% einer Vollzeitstelle) für die Anlauf- und Beratungsstelle "Café Strich-Punkt" in Stuttgart gesucht (Bewerbungsfrist keine Angabe | Eingang 27. Januar 2010)
Der Verein zur Förderung von Jugendlichen mit besonderen sozialen Schwierigkeiten e.V., der in Kooperation mit der AIDS-Hilfe Stuttgart e.V. Jungs und junge Männer, die der männlichen Prostitution nachgehen, berät und begleitet, sucht zum 15. März 2010 eine/n Mitarbeiter/in (50% einer Vollzeitstelle) für die Anlauf- und Beratungsstelle „Café Strich-Punkt“. Mehr erfahren Sie hier unter www.ahnrw.de.

Der nächste Newsletter erscheint am 17. Februar 2010
Wir freuen uns über interessante Berichte, Veranstaltungshinweise etc. Bitte senden Sie diese per Mail an newsletter@nrw.aidshilfe.de. Redaktionsschluss für die kommende Ausgabe ist der 16. Februar 2010.

Newsletter-Archiv
Alle Ausgaben dieses Newsletters finden Sie archiviert unter www.nrw.aidshilfe.de.

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