Dezember 2009
Liebe Leserinnen und Leser

Der Welt-Aids-Tag am 1. Dezember ist jedes Jahr erneut Anlass, auf das Thema HIV/Aids aufmerksam zu machen. "Gemeinsam gegen Aids" ist das diesjährige Motto und viele Prominente Botschafterinnen und Botschafter appellieren wieder: "Zeig Schleife". Die Schleife ist das sichtbare Zeichen der Solidarität und des Kampfes gegen Aids. Lesen Sie dazu auch den Text von Lena Arndt, Mitglied des Vorstands der AIDS-Hilfe NRW e.V., Warum die „Rote Schleife“ nach wie vor wichtig ist.
Am 17. Dezember startet XXelle in Nordrhein-Westfalen wieder eine Plakataktion zum Thema Frauen und Aids. „Ich wünsche mir eine Gesellschaft, in der Frauen mit HIV und Aids offen über ihre HIV-Infektion sprechen können“,  lautet die Botschaft auf über 300 Plakaten. Mit den Plakaten soll wiederholt darauf aufmerksam gemacht werden, dass auch Frauen von HIV und Aids betroffen sind.
Ich verabschiede ich mich von Ihnen für 2009, wünsche allen eine schöne Adventszeit und einen gelungenen Start 2010.

Viel Spaß beim lesen des Newsletters wünscht Ihnen
Petra Hielscher
Frauen und Aids
AIDS-Hilfe NRW e.V.

 


W E L T-A I D S-T A G  2 0 0 9

Warum die „Rote Schleife“ nach wie vor wichtig ist.
Von Lena Arndt, Mitglied des Vorstands der AIDS-Hilfe NRW e.V.

Mein Name ist Lena Arndt und ich möchte den diesjährigen Welt-Aids-Tag zum Anlass nehmen, um mich Ihnen vorzustellen. Ich komme aus Paderborn, bin 51 Jahre alt, verheiratet und Mutter von drei erwachsenen Kindern. Seit acht Jahren arbeite ich für die AIDS-Hilfe Paderborn. Meine Schwerpunkte sind dort die psychosoziale Beratung und Begleitung, Selbsthilfeangebote und der Schwerpunkt Frauen. Seit vielen Jahren bin ich in der Landesarbeitsgemeinschaft Frauen und Aids aktiv und seit September 2008 gewähltes Vorstandsmitglied der AIDS-Hilfe NRW. Ich bin Mitglied in diesen Gremien, weil es mir ein großes Anliegen ist, die Lebens- und Arbeitsbedingungen gerade von Frauen mit HIV und Aids hier in Nordrhein-Westfalen zu verbessern und differenziertere Bilder von HIV und Aids zu zeigen. Heute ist nicht mehr das Sterben an Aids ein Thema, sondern das Leben mit dem HI-Virus als eine schwere chronische Erkrankung. Als Sozialarbeiterin weiß ich, wie wichtig es ist, dass die Fachkräfte vor Ort gute Rahmenbedingungen vorfinden, um positive und aidskranke Frauen optimal beraten und unterstützen zu können. Für diese Themen und Aufgaben werde ich mich in meiner Vorstandsarbeit gezielt einsetzen.
Und nun zum Welt-Aids-Tag: Obwohl der Begriff Solidarität heutzutage fast ein wenig antiquarisch klingen mag: Die Rote Schleife als Symbol der weltweiten Solidarität mit Menschen mit HIV und Aids ist heute noch sehr wichtig: Ins erste Jahr meiner Vorstandstätigkeit fielen mediale Kampagnen, die HIV-positive Menschen in unerträglicher Weise diskriminiert haben. Ich bin überzeugt davon, dass sich in diesem Jahr viele Menschen solidarisch erklären, weil sie solche Kampagnen nicht sehen möchten und die Rote Schleife mit einer offenen und nicht diskriminierenden Selbstverständlichkeit tragen werden.

Welt-Aids-Tag 2009 – Termine und Aktionen in NRW
Um den 1. Dezember 2009 finden in NRW eine Vielzahl von Veranstaltungen statt: Informationsveranstaltungen, Vorträge, Aktionen in den Innenstädten, Gedenken für die Verstorbenen, aber auch Spendensammlungen, Benefizgalas und Kunstauktionen. Alle Termine unserer Mitgliedsorganisationen und deren Kooperationspartner, die uns zugegangen sind, finden Sie, nach Orten geordnet, unter www.ahnrw.de

HIV/Aids in NRW und Deutschland - Zahlen und Daten
In Deutschland leben nach der aktuellen Schätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) anlässlich des Welt-Aids-Tags (WAT) 2009 rund 67.000 Menschen mit HIV oder Aids. Von ihnen haben sich geschätzt 3.000 im Jahr 2009 infiziert, ähnlich viele Neuinfektionen wie im Jahr 2008. In Nordrhein-Westfalen waren es ca. 760 Neuinfektionen; das ist ein Anteil von knapp 25 %. Dieser Wert liegt etwas über dem Anteil von NRW an der Gesamtbevölkerung (21 %). In NRW leben heute ca. 15.000 Menschen mit HIV / Aids.
Weitere Informationen finden Sie unter www.ahnrw.de


A K T U E L L E S / N E W S

Auszeichnung für Die Popsängerin Annie Lennox beim 10. Weltgipfel der Friedensnobelpreisträger
Die Popsängerin Annie Lennox wurde am Rande des Weltgipfels der Friedensnobelpreisträger vom 10. bis 11. November 2009 in Berlin für ihr langjähriges Engagement gegen Aids im südlichen Afrika geehrt. Sie widmete den Preis allen Frauen auf der Welt, die täglich weltweit die Folgen von Aids bekämpfen helfen. Ausdrücklich in ihrem Namen nehme sie die Auszeichnung entgegen, sagte die Sängerin. Lennox trug während ihrer Rede ein T-Shirt mit der Aufschrift "HIV Positive". Die Mauer des HI-Virus sei nahezu unsichtbar, sagte sie in Anspielung auf das Tagungsmotto "Mauern niederreißen für eine Welt ohne Gewalt".
Quelle: rbb TV

Medizin-Nobelpreisträgerin: Mehr Geld für globalen Aids-Fonds
Die französische Medizin-Nobelpreisträgerin Francoise Barre-Sinoussi hat die Industrieländer aufgefordert, ihre finanziellen Anstrengungen für den globalen Fonds gegen Aids nicht nur fortzusetzen, sondern zu verstärken. Mehr lesen Sie hier (PDF-Datei).

Aktuelle Ergebnisse von TAMPEP zum Thema Sexarbeit in Europa
TAMPEP (The European Network for HIV+/STI Prevention and Health Promotion among Migrant Sex Workers) hat die Ergebnisse seiner letzten Projektphase (2007 bis 2009) vorgestellt: Nun stehen ein Good-Practice-Handbuch, eine Website mit Angeboten für SexarbeiterInnen in Europa, eine Analyse der rechtlichen Lage in verschiedenen Ländern sowie eine Analyse der Struktur der Sexindustrie zur Verfügung. Mehr lesen Sie hier (PDF-Datei).

Erster WHO-Bericht zur Gesundheit von Frauen
Mit dem im November veröffentlichten Bericht zur globalen Gesundheit von Frauen legt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erstmals eine weltweite Bestandsaufnahme der gesundheitlichen Situation von Frauen und Mädchen vor. Obwohl die Datenlage in einigen Bereichen noch nicht vollständig ist, werden insbesondere Gesundheitsrisiken bei Frauen aufgrund sozialer, kultureller und geschlechtsbedingter Benachteiligungen deutlich. Viele Erkrankungen, Behinderungen und Todesfälle wären vermeidbar, wenn auch für Frauen der Zugang zu einer angemessenen Gesundheitsversorgung sichergestellt würde.
Die Pressemitteilung des Bundesministerium für Gesundheit finden Sie hier (PDF-Datei). Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.who.int


T E R M I N E  U N D  F O R T B I L D U N G E N

XXelle, Frauen und Aids in NRW - Termine 2010
Die Termine von XXelle, der Landesarbeitsgemeinschaft Frauen und Aids in NRW und der Regionale Runden Tische Rheinland, Ruhrgebiet und Westfalen für ehren- und hauptamtliche Frauen aus Organisationen und Initiativen mit einem Arbeitsschwerpunkt "Frauen und Aids" finden Sie hier (PDF-Datei).

Netzwerk Frauen und AIDS . Termine 2010
Das Netzwerk ist ein bundesweiter Zusammenschluss von Frauen. Es ist Interessenvertretung von und für Frauen mit HIV/Aids und Frauen aus dem Arbeitskontext Aids. Die Termine für die bundesweiten Treffen des Netzwerk 2010 stehen fest. Sie finden die Termine unter http://www.netzwerkfrauenundaids.de

Terminübersicht der landesweiten Positiventreffen 2010
Alle Termine für die landesweiten Positiventreffen 2010 und für die Treffen der Landesarbeitsgemeinschaft POSITHIV HANDELN finden Sie hier in der Terminübersicht 2010. Jeder ist herzlich eingeladen, einmal bei der LAG reinzuschnuppern, die sich die landesweite Interessenvertretung von Menschen mit HIV und Aids auf die Fahnen geschrieben hat.

Landesweites Positiventreffen in Hattingen: „20+ und 50+ - jung und sexy versus alt und weise“, 12. – 13. Dezember
Mittlerweile gibt es verschiedene Generationen von Menschen mit HIV und Aids: diejenigen, die ihre Diagnose vor Vancouver (1996 Zulassung hochwirksamer Dreifachkombination) bekommen haben, diejenigen, die ihre Diagnose vor der Vereinfachung der HAART durch neue Substanzen (also vor 2002) bekommen haben und diejenigen, die ihre Diagnose danach erhielten. Es gibt aber noch eine ganze Menge anderer Unterschiede. Kompetente Anleitung in angenehmer Atmosphäre wird geboten. Die Einladung finden Sie hier (PDF-Datei) und die Anmeldung gibt es hier „20+ und 50+ - jung und sexy versus alt und weise“ (PDF-Datei).

Seminarankündigungen der Deutschen AIDS-Hilfe
Fortbildung für MigrantInnen zum Einsatz in der HIV Prävention

Zweiteilige Fortbildung für MigrantInnen zum Einsatz in der HIV-Prävention, Start 3. – 6. Dezember 2009, Meißner bei Kassel.
Die Deutsche AIDS-Hilfe bietet eine zweiteilige Fortbildung für MigrantInnen zum Einsatz in der HIV-Prävention an. Die Fortbildung richtet sich sowohl an bereits im Gesundheits- und Sozialwesen tätige MigrantInnen als auch an EinsteigerInnen in die Prävention und Gesundheitsförderung. Die Begleitung der nachfolgenden Praxiseinsätze vor Ort sollte durch eine regionale Aidshilfe / Aidsberatungsstelle erfolgen, damit die Qualitätsentwicklung auch langfristig erfolgen kann. Mehr erfahren Sie hier (PDF-Datei).

Treffen HIV-positiver/Aids-kranker Frauen vom 04. - 06. Dezember 2009
Es gibt es noch freie Plätze!
Thema: Selbstbilder HIV-positiver Frauen. Es gibt verschiedene Workshops zu den Themen „Mein Frauenbild bestimmt mein Handeln?!“,  „Mein Frauenbild im Umgang mit Veränderungen im Körper“ und „HIV-positiv – na und!“ geben. Mehr erfahren Sie hier (PDF-Datei).


L I T E R A T U R  Z U  W E I H N A C H T E N

In diesem Moment - Gedichte und Erzählungen HIV-positiver Frauen
 „In diesem Moment“ und „Andere Momente“ lauten die Titel der beiden Bände, in der sich von Aids betroffene Autorinnen eindrucksvoll mit Vergänglichkeit und eigener Zerbrechlichkeit auseinandersetzen:  „Wär ich das Feuer, so würde ich brennen… Wär ich der Wind, so würde ich wehen… Doch ich bin Mensch und werde vergehen“ – so die Zeilen einer Autorin, die anonym bleiben will.
Die beiden Bände wurden von der Landesarbeitsgemeinschaft Frauen und Aids in NRW herausgegeben und sind über den Buchhandel, bei der Aids-Hilfe Münster und beim Sonderpunkt Verlag Münster erhältlich. (Bestellkarte).


Der nächste Newsletter erscheint Mitte Januar 2010.
Ich freue mich über interessante Berichte, Veranstaltungshinweise etc. Bitte senden Sie diese per Mail an: petra.hielscher@nrw.aidshilfe.de.

 
 
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