Newsletter Nr. 19. vom 5. Oktober 2009

Liebe Leserinnen und Leser,

gerne wollen wir nochmal daran erinnern, dass ihr uns interessante News, Tipps, Termine, Aktionen vor Ort etc. zusenden könnt, die wir hier im Newsletter veröffentlichen. Diese einfach per Mail an herzenslust-newsletter@nrw.aidshilfe.de senden. Der Herzenslust-Newsletter erscheint alle 14 Tage.


H E R Z E N S L U S T  
N R W

Fair-Play-Teamer für die Gay Games Cologne 2010 gesucht – Be part of it!
Vom 31. Juli bis 7. August 2010 finden die VIII. Gay Games statt. Zehntausende Sportler und Besucher in Köln – und du mittendrin, als Herzenslust-Fair-Play-Teamer. Herzenslust entwickelt und realisiert erfolgreiche Präventionsangebote in den Bereichen HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionskrankheiten [STI] in Nordrhein-Westfalen. Wir bieten Informationen und zu HIV und STI und lassen dabei den Lustfaktor nicht zu kurz kommen. Du bist kontaktfreudig und kommunikationsstark? Du hast gerne mit Menschen zu tun? Du hast Lust auf den direkten Kontakt zu Sportlerinnen und Sportlern aus aller Welt? Du stehst auf coole Aktionen mit netten Leuten? Akzeptanz schwuler Lebenswelten und Offenheit gegenüber neuen Einstellungen und Ansichten sind für dich keine Fremdworte? Wenn du auch noch englisch oder eine andere Fremdsprache sprichst, bist du der ideale Herzenslust-Fair-Play-Teamer. Weitere Informationen findest du unter www.herzenslust.de.

Dokumentation "kreathiv -präventhiv" 2009 "Meilensteine auf dem Weg - Unsere Freiheit hat Geschichte"
Die Dokumentation des diesjährigen Runden Tischs mit dem Thema "Meilensteine auf dem Weg - Unsere Freiheit hat Geschichte" vom 25. Juli 2009 findest du hier (PDF-Dateiei).

Infomobil für Beratung und Test im Einsatz
Das Magazin Exit berichtet in seiner aktuellen Ausgabe über den Einsatz des Infomobils für Beratung und Test (BuT-Mobil) im Kreis Wesel. Gemeinsam mit dem dortigen Gesundheitsamt bietet das Herzenslust-Team der AIDS-Hilfe Duisburg/Kreis Wesel Beratung und HIV-Testung auf einem Cruising-Parkplatz an. Das Team aus haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern ist zweimal monatlich auf dem Rastplatz Dong an der A57 präsent. Um der besonderen Umgebung des Parkplatzes gerecht werden zu können, hat das Herzenslust-Team u. a. mit dem Einsatz des BuT-Mobils einen verantwortungsvollen Rahmen geschaffen. Weitere Infos zu diesem Angebot finden sich im Exit-Artikel an dieser Stelle (PDF-Datei).

Terminkalender der AIDS-Hilfe Essen und Essen-X-Point für November 2009
Den Terminkalender der AIDS-Hilfe Essen und Essen-X-Point für den Monat November 2009 findest du hier (PDF-Datei).

Austausch schwul-lesbischer Aufklärungsprojekte aus Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen, 27. bis 29. November 2009, Reinhausen bei Göttingen
SchLAu NRW lädt vom 27. bis 29. November 2009 zum Austausch schwul-lesbischer Aufklärungsprojekte aus Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen ins Waldschlösschen ein. Neben dem Austausch geht es um die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Thema "Homosexualität und Religion" mit dem Ziel, praxisnahe Handlungsempfehlungen für die Aufklärungsarbeit zu entwickeln. Mehr erfährst du aus der Ausschreibung und Anmeldung (PDF-Datei).

"Multikulti, inter- oder transkulturell!?" – Welche Ansätze eignen sich für die HIV-Prävention mit MigrantInnen?", 13. bis 15. November 2009 in Berlin

MigrantInnen sind Teil aller Zielgruppen der HIV-Prävention. Sie kommen aus verschiedenen Ländern und Kulturen. Manche unterscheiden sich gar nicht von Menschen ohne Migrationshintergrund; manche leben unter Bedingungen, die in der Präventionsarbeit doch der besonderen Aufmerksamkeit bedürfen. Der von der Deutschen AIDS-Hilfe und dem Wissenschaftszentrum Berlin veranstaltete Workshop bietet eine Möglichkeit zum Austausch und zur Reflexion der eigenen Präventionsarbeit. Praxisbeispiele der Gesundheitsförderung und HIV-Prävention mit MigrantInnen aus der nationalen und internationalen Diskussion dienen als Anregung. Ebenso fließen die Erfahrungswerte der Teilnehmenden in die Diskussion ein. Der Workshop ist offen für alle, die in der HIV-Prävention für und mit MigrantInnen arbeiten. Mehr erfährst du hier (PDF-Datei).

Fachtagung „ Sexuelle Minderheiten und Menschenrechte. (K)ein Thema in Entwicklungspolitik und Entwicklungszusammenarbeit?“ am 18. November in Bonn

Am 18. November 2009 führt die Hirschfeld-Eddy-Stiftung in Kooperation mit der Friedrich-Naumann-Stiftung in Bonn die Tagung "Sexuelle Minderheiten und Menschenrechte. (K)ein Thema in Entwicklungspolitik und Entwicklungszusammenarbeit?" durch. Weitere Infos findest du hier (PDF-Datei).

Frankfurter Resolution zur Verbesserung der Lebens- und Pflegesituation von gleichgeschlechtlich liebenden, HIV-infizierten und transsexuellen Seniorinnen und Senioren

Am 11. Juli 2009 trafen sich Fachleute der Pflege und Sozialen Arbeit, PraktikerInnen, Interessierte und Betroffene zum Thementag „Leben im Alter – In Würde alt werden - Was Lesben, Schwule und HIV-Infizierte im Alter erwartet und was sie erwarten“ der AIDS-Hilfe Frankfurt/M. Durch die Vorträge und die anschließenden Diskussionen stellten die Teilnehmenden die Notwendigkeit fest, mit ihren Forderungen an die Öffentlichkeit, an die Politik und die Interessenverbände der SeniorInnen und der Pflegebedürftigen heranzutreten. Weitere Informationen findest du hier (PDF-Datei).

Verändert das Internet die Szene? Und was bedeutet das für die Prävention?
Der „United Kingdom Gay Men’s Sex Survey 2007“ ist nun aktuell veröffentlicht worden. In dieser breit angelegten Erhebung wurde auch der Frage nachgegangen, wo MSM Sexpartner in den letzten zwölf Monaten kennengelernt haben. Es wurden dabei die Antworten aus dem Jahr 2007 und aus dem Jahr 1987 miteinander verglichen. Das Ergebnis dieses Vergleichs kann den oft befürchteten Untergang der Szene nicht bestätigen. Mehr erfährst du unter www.herzenslust.de.

Welche Inhalte braucht die Prävention?
Dieser Frage ging Sigma Research ebenfalls im oben erwähnten „United Kingdom Gay Men’s Sex Survey 2007“ nach. Dabei wurden drei Themenbereiche abgefragt: Das Wissen über die PEP (Postexpositions-Prophylaxe), der Zugang zu Informationen über HIV und die Fähigkeit, mit dem Sexpartner über Schutzverhalten zu reden. Die Ergebnisse sind in diesen drei Bereichen ganz unterschiedlich ausgefallen. Die gute Nachricht soll dabei zuerst erwähnt werden: Fast 90% der Befragten haben einen Ansprechpartner, mit dem sie über Safer Sex und HIV reden können. Bei der PEP sehen die Zahlen jedoch weit weniger gut aus. So kannten 46% der befragten britischen MSM nicht den Anwendungszweck der PEP und knapp 70% wussten nicht, wo sie die PEP erhalten können. Im Bereich der sozialen Kompetenzen ergibt sich ein sehr gemischtes Bild. Immerhin fast ein Viertel der befragten MSM  findet es schwierig, sexuelle Kontakte von anderen Männern abzulehnen. Jedoch sind es nur 11%, die es schwierig finden, ihr Bedürfnis nach Safer Sex durchzusetzen. Diese und alle anderen Ergebnisse finden sich unter www.sigmaresearch.co.uk.

Wie muss wirksame Prävention aussehen?
Eine ausländische Kommission wurde nun vom schweizerischen Bundesamt für Gesundheit eingeladen, um herauszufinden, wie die Anstrengungen der Schweiz in der Eindämmung der HIV-Epidemie zu beurteilen seien. Grundlage für die Einrichtung dieser Kommission war die Tatsache, dass in den 1990er Jahren die Anzahl der Neudiagnosen zwar erfolgreich abgesenkt werden konnte, sie aber nach 2000 wieder auf ein vergleichsweise hohes Niveau angestiegen ist. Gerade die Neuinfektionen unter MSM haben sich dabei etwa verdoppelt. Im Bericht dieser Kommission, an der sich übrigens auch Rolf Rosenbrock beteiligt hat, werden die massenkommunikativen Plakat- und Inseratkampagnen durchaus positiv erwähnt. Allerdings wird die schwache Ausprägung von zielgruppenspezifischer Prävention als großer Nachteil der schweizerischen Präventionsarbeit beurteilt. Die Kommission empfiehlt deswegen u.a. die Gründung einer Gesundheitsorganisation von und für MSM, um die notwendige Beteiligung der Zielgruppe an der Prävention herstellen zu können. Weitere Informationen hierzu finden sich unter www.nzz.ch.

Kooperation mit dem Gesundheitsamt bei BuT
Die Gesundheitsämter in NRW halten hochwertige Beratungs- und Testangebote vor. Aus diesem Grund wurde schon in der ersten Konzeption von Beratung und Test (BuT) im Rahmen des Herzenslust-Projekts darauf geachtet, dass keine Doppelstrukturen zwischen Gesundheitsämtern und Herzenslust geschaffen wurden. Dem folgend beschränkt sich BuT von Herzenslust auf die Zielgruppe der hochvulnerablen MSM, die bisher noch keinen Zugang zu Beratungs- und Testangeboten gefunden haben. Erste Auswertungen der modellhaften Erprobung von BuT liegen nun aus Dortmund vor. Diese Auswertung zeigt, dass es mit dem Dortmunder BuT-Projekt erstens gelungen ist, Zugänge für bisher nicht erreicht MSM-Gruppen zu schaffen. Zweitens zeigt die Auswertung der Statistiken des Gesundheitsamts auch, dass durch die Öffentlichkeitsarbeit des BuT-Projekts insgesamt eine größere Präsenz des Themas Beratung und Testung hergestellt wurde. Diese größere Präsenz führte wiederum auch dazu, dass mehr MSM das Beratungs- und Testangebot des Gesundheitsamts wahrnehmen. So stieg die Zahl der MSM, die das Angebot des Gesundheitsamts wahrnahmen, von 138 (vor Gründung des BuT-Projekts) auf 206 (nach Gründung des BuT-Projekts). Hinzu kommt noch die Anzahl der MSM, die das BuT-Angebot aufgesucht haben, mit 176 Personen.

Ein Aids-Impfstoff ist noch lange nicht in Sicht - Große Studie brachte einen ersten - aber noch zu schwachen - Erfolg
BANGKOK (ars). Als "Meilenstein" und "Durchbruch" wurde die bisher größte Studie zu einer HIV-Impfung bejubelt. Zwar wird sie in Europa oder den USA wohl nie zugelassen, aber einen Hoffnungsschimmer bietet sie doch. Die Wirksamkeit der Impfstoffe ist moderat: Die Infektionsrate war in der Verumgruppe (die das Impfserum erhielt | die Redaktion) lediglich um ein Drittel geringer als in der Placebogruppe. Für eine US- oder EU-Lizenz aber müsste die Schutzwirkung mindestens 70 bis 80 Prozent erreichen. Zu diesem Thema findest du aktuelle Artikel aus der Deutschen Ärztezeitung (25. und 27. September 2009), aus der Berliner Morgenpost (26.09.2009) sowie einen Artikel aus der Süddeutschen Zeitung vom 24. September 2009) hier (PDF-Datei).

Praktische Prävention und (sexuelle) Netzwerke
Die Betrachtung von sexuellen Netzwerken findet bisher vor allem in der Planung der Präventionsarbeit statt. Sexuelle Netzwerke sind vor allem deswegen in der Prävention relevant, da innerhalb der Netzwerkgrenzen eine höhere Zahl sexueller Kontakte als außerhalb besteht. Durch diese erhöhte Zahl der sexuellen Kontakte kann sich ein Krankheitserreger, der einmal in das Netzwerk eingedrungen ist, besonders leicht ausbreiten. Der britischen Apotheke „Lloydspharmacy“ ist nun ein ganz lebensnaher Umgang mit sexuellen Netzwerken eingefallen. Sie gehen von der Theorie aus, dass man über ein gespanntes Netzwerk mit Menschen an sechs Knotenpunkten mit jedem beliebigen Menschen dieser Welt in Kontakt treten kann. Damit besagt die Theorie beispielsweise, dass man über lediglich sechs Personen hinweg, mit dem amerikanischen Präsidenten bekannt ist. Aber, so hat sich die Apotheke gefragt, was bedeutet es für die Anzahl der Sexpartner, wenn jeder Mensch ein Netzwerk mit sechs Knotenpunkten aufspannen kann? Dieser Frage kann jeder Besucher ihrer Webseite nachgehen – und dort die ungefähre Zahl der direkten und indirekten Sexpartner ausrechnen. Verbunden ist dieses Tool auf der Webseite mit vielen wichtigen Informationen zu sexuell übertragbaren Infektionen (STI) und weniger guten Angeboten zu STI-Tests. Nichtsdestotrotz handelt es sich um einen intelligenten Gedanken, der auf dieser Webseite realisiert wurde: www.lloydspharmacy.com.

Kleine Anfrage von Bündnis 90/Die Grünen an die Landesregierung NRW
Die Kleine Anfrage 3586 der Abgeordneten Andrea Ursula Asch und Barbara Steffens vom Bündnis 90/Die Grünen vom 27. September, "Blutspende dringend gesucht; aber nicht von Schwulen?" findest du hier (PDF-Datei).


Y O U T H W O R K HL

Studie: LSBT-Jugendliche - gut beraten?
Im Auftrag des Berliner Senats ging die TU Brauschweig der Frage nach, wie sich die Online-Beratungsangebote für junge Lesben, Schwule, Bisexuelle sowie Transgender (LSBT) gestalten. Bei der Analyse der Online-Beratungsangebote wurde dabei deutlich, dass es hierbei zwei Gruppen gibt: Große Angebote mit hauptamtlichen MitarbeiterInnen, die sich an Jugendliche im Allgemeinen wenden – und bei Fragen zur sexuellen Orientierung oder zur Geschlechtsidentität schnell weiterverweisen. Daneben gibt es eher kleine Angebote, die sich direkt an LSBT-Jugendliche richten. Die zweite Angebotsgruppe ist dann auch diese, die von den LSBT-Jugendlichen mit ihren Fragen bevorzugt wird. Dies liegt vor allem daran, dass sich die Fragen der LSBT-Jugendlichen auf die sexuelle Orientierung oder die Geschlechtsidentität beziehen und nicht auf eine allgemeine Lebensberatung. Um die Qualität des Beratungsangebots für LSBT-Jugendliche zu verbessern, werden neben Fortbildung und Fachaustausch auch eine verstärkte Absicherung der personellen Situation der spezialisierten Angebote empfohlen. Die Studie kann im Internet nachgelesen werden unter www.online-gut-beraten.de.

Studie: STI-Tests bei Jugendlichen in Kanada
Kanadische Forscher sind in einer Studie der Frage nachgegangen, wie der Zugang von (schwulen) Jugendlichen zu Tests auf sexuell übertragbare Infektionen (STI) Zugang haben. Ergebnis dieser Studie ist eine kurze Handlungsanleitung, wie ein STI-Test-Angebot ausgestaltet sein muss, um schwule Jugendliche anzusprechen. Folgende Kriterien waren dabei besonders wichtig: Unbedingte Anonymität und Vertraulichkeit, gerade im Wartezimmer- und Empfangsbereich. Jugendliche befürchten, dass ihre Eltern sonst Kenntnis davon erhalten können. Öffnungszeiten der Angebote, die außerhalb üblicher Schulzeiten liegen. Eine Gestaltung der Wartezimmer, die auch männliche Jugendliche anspricht. Dies kann durch den Verzicht auf eine rosa Farbgebung des Wartezimmer oder durch das Auslegen von "Männerzeitschriften" erreicht werden. Nicht zuletzt benötigen Jugendliche umfassende Informationen darüber, welche Untersuchungsmethoden und wie diese angewandt werden. Eine Urinprobe z.B. wird leichter akzeptiert als ein selbstdurchgeführter bzw. vom Arzt durchgeführter Abstrich. Die gesamte Studie kann in der aktuellen Ausgabe des Journal of Sexual Transmitted Infections im Internet unter sti.bjm.com nachgelesen werden.
Übrigens: Wer sich auf der Austauschplattform für Präventionsfachkräfte, dem Internet and STD Center of Excellence, registriert, erhält kostenfreien Zugriff auf das Journal of Sexual Transmitted Infections. Die Austauschplattform ist unter www.stdpreventiononline.org zu finden.

Der nächste Newsletter erscheint am  19. Oktober 2009
Wir freuen uns über interessante Berichte, Veranstaltungshinweise etc. Bitte sendet diese per Mail an newsletter@herzenslust.de. Redaktionsschluss für die kommende Ausgabe ist der 18. Oktober 2009.