Nr. 19, 16. September 2009

Liebe Leserinnen und Leser!

Selbstverständlich sollte man wissen, was gut und was nicht gut ist. Doch immer wieder stoßen wir auf die Frage, wie man am besten Gutes erreicht. Selbst die katholische Kirche und die Psychoanalyse, beide völlig unverdächtig, das Böse aus dem Blick zu verlieren, bestärken ihr Klientel darin, sich auf das Gute zu konzentrieren und dessen Potential für das eigene Verhalten zu nutzen, sieht man einmal von den Entgleisungen betagter Kirchenoberen ab.
Vor über 15 Jahren erkannte die AIDS-Hilfe NRW, dass angesichts der notwendigen Versorgung, Pflege und Sterbebegleitung aidskranker Menschen, die viel ehren-, aber auch hauptamtliches Potenzial gebunden hatte, die notwendige Primärprävention, zumal in der am meisten HIV-gefährdeten Gruppe der Männer, die Sex mit Männern haben (MSM), nur noch in geringem Umfang stattfand. So entstand die Kampagne „Herzenslust“, die seit 1995 personalkommunikative HIV-Prävention betreibt und zwar mit lebensbejahenden Botschaften. Hier geht es darum, die schwulen und bisexuellen Lebenswelten aufzugreifen, umfassend über mögliche Risiken zu informieren und damit zu lustvoller, aber verantwortungsvoller Sexualität angesichts HIV und Aids zu motivieren.
Die große Unterstützung, die wir dabei aus der Community, unseren Mitgliedsorganisationen, von Partnerorganisationen und Unternehmen erhalten, die Beteiligung vieler, vieler Ehrenamtlichen in den Präventionsteams vor Ort, das Echo in den Medien, der Start der „Ich weiß was ich tu“-Kampagne der Deutschen AIDS-Hilfe im vergangenen Jahr, die zahlreiche Essentials von Herzenslust aufgenommen hat, und nicht zuletzt die kontinuierliche Förderung durch das Land Nordrhein-Westfalen bestärken uns darin, auf diesem Weg weiter zu gehen und Herzenslust, dessen 15. Geburtstag wir im kommenden Sommer feiern, weiterzuentwickeln.
„Angst ist kein guter Ratgeber“, weiß der Volksmund, auch wenn sich Diktatoren offenbar immer noch hervorragend für effektheischende und aufsehenerregende Werbekampagnen eignen. Im Sinne einer wirkungsvollen und zielgruppenadäquaten HIV-Prävention sind solche Kampagnen völlig kontraproduktiv und desavouieren sich selbst. Was bleibt, ist einerseits die unerträgliche Verhöhnung der Opfer von Diktatur und Unterdrückung, andererseits die Diffamierung der Menschen mit HIV und Aids.

Dr. Guido Schlimbach | Pressesprecher


ÖFFENTLICHKEITSARBEIT / FUNDRAISING

Skandal um Aidsspot
Über diese Form der "Werbung" ist viel geschrieben worden, was wir hier nicht in aller Breite darstellen wollen. Zentrale Statements kamen von der Deutschen AIDS-Hilfe (PDF-Datei), der Bundeszentrale für gesundheitliche Ausklärung (PDF-Datei), aber auch vom EU Civil Society Forum on HIV/Aids, einer Gruppe, die die Teilhabe der Nichtregierungsorganisationen und Positivennetzwerke am europäischen Prozess der Politikentwicklung und –umsetzung sicherstellen soll (PDF-Datei). Einen kurzen, aber prägnanten Kommentar von Edo Reents / FAZ vom 7. September 2009 finden Sie hier (PDF-Datei).


MENSCHEN MIT HIV/AIDS

Einladung zum landesweiten Treffen von POSITHIV HANDELN NRW
Fachtag „HIV in der Arbeitswelt“ am Samstag, 17. Oktober 2009

Im Rahmen eines landesweiten Positiventreffens, das vom 16. bis 18. Oktober in Hattingen sein wird, findet am Samstag (17. Oktober 2009) ein Fachtag zum Thema „HIV in der Arbeitswelt“ statt. Hier diskutieren Gäste aus den Bereichen HIV und Arbeitrecht, dem bundesweiten Projekt „Job Tours“, der Studie „Out im Office“, Gesundheitsmanagement von Unternehmen und dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW (angefragt) mit Menschen mit HIV und Aids. Nähere Informationen und die Einladung für Positive, die das ganze Wochenende teilnehmen möchten, finden Sie hier (PDF-Datei), die Anmeldung finden Sie hier (PDF_Datei). Für Tagesgäste finden Sie die Einladung und Anmeldung hier (PDF-Datei).

AHD-Ratgeber Geld: "Preisbewusst und gesund: Essen und Trinken mit HIV und Aids", 22. Oktober 2009, Düsseldorf
Am 22. Oktober 2009, 19.00 Uhr, findet der nächste Abend der Reihe "AHD-Ratgeber Geld" statt. In der AIDS-Hilfe Düsseldorf referiert Ernährungsberater Christof Meinold zum Thema "Preisbewusst und gesund: Essen und Trinken mit HIV und Aids. Eine virtuelle und kulinarische Reise durch den Supermarkt." Weitere Informationen erhalten Sie bei der AIDS-Hilfe Düsseldorf, Tel. 0211 / 7 70 95-0, info@duesseldorf.aidshilfe.de.


SCHWULE PRÄVENTION

Buchbesprechung „Bist du schwul, oder was?“ am 26. Oktober 2009 in Köln
Homosexualität ist immer noch viel zu selten ein Unterrichtsthema in der Schule. Und auch Fortbildungsveranstaltungen für Lehrerinnen und Lehrer in NRW zum Thema Homosexualität finden nicht statt. Dass es aber durchaus gute und professionelle Materialien für die unterschiedlichen Fächer gibt, zeigt die Buchbesprechung am Montag, den 26.Oktober 2009 um 19 Uhr im anyway. Am Beispiel des Jugendbuches „Bist du schwul, oder was?“ berichtet der Autor Frank G. Pohl zu Entstehung, Inhalt und Hintergrund des „schwulen“ Romans für die Schule. Die Geschichte des Romans spielt an einem sozialen Brennpunkt in Köln und handelt von Freundschaft, Liebe und Coming-Out. Weitere Informationen zu dieser veranstaltung finden sich hier (PDF-Datei).

IWWIT- Testwochenaktion im andersROOM in Siegen
Das Herzenslust –Präventionsteam in Siegen und die AIDS – Beratungsstelle des Gesundheitsamtes Kreis Siegen – Wittgenstein bieten im Herbst IWWIT Testaktionen im andersROOM an. Diese umfassen Informationsgespräche und -aktionen mit den Herzenslust-Präventionisten zu HIV, safer sex und sexuell übertragbaren Infektionen, persönliche Beratung zu allen sexuell übertragbaren Infektionen sowie HIV-Antikörpertest und Syphilis-Test. Die Testberatung und ggf. Blutentnahme vor Ort erfolgt durch das Gesundheitsamt. Termine sind 30. September, 27. Oktober und 24. November jeweils von 19 bis 21 Uhr. Der andersROOM ist in der Freudenberger Str. 67 in Siegen. Der HIV–Test ist kostenfrei; für den Syphilis–Test werden 10 Euro vor Ort erhoben. Weitere Infos bei Andreas Zimmer von der Schwulen Initiative Siegen e.V., Freudenberger Str. 67, 57072 Siegen, Telefon 0271-53297 (Mo., Di., Mi.: 13-16h; Do.: 16-18h).

Oktober-Termine aus der AIDS-Hilfe Essen
Die AIDS-Hilfe Essen informiert in ihrer aktuellen Pressemitteilungen über die Termine für schwule und bisexuelle Männer in Essen. Neben den Gruppenangeboten sind auch die neue Party Carl's sowie die Arztsprechstunden in den Essener Schwulensaunen aufgeführt. Die Termine für Oktober 2009 finden sich hier (PDF-Datei).


YOUTHWORK

Sprecherwahl der Youthworker im Regierungsbezirk Arnsberg
Andreas Rau von der AIDS-Hilfe Hagen ist am 07. September 2009 erneut zum Sprecher der Youthworker im Regierungsbezirk Arnsberg gewählt worden. Als Stellvertreterin wurde Anke Effey von der AIDS-Hilfe Dortmund gewählt. Wir gratulieren!

Präventionsprojekt geht in die dritte Runde
Bestärkt durch die Beteiligung in den vergangenen zwei Jahren, findet auch in diesem Jahr die "Patenschaft für einen Tag?!" im Kreis Warendorf statt. Die AIDS-Hilfe Ahlen e.V. - Beratungsstelle für den Kreis Warendorf lädt Schulklassen und Jugendgruppen ein, sind mit einem eigenen Projekt zum Thema HIV und Aids zu engagieren. Den Flyer finden Sie hier (PDF-Datei).

Protokoll der lag youthworkhl am 11. August 2009
Am 11. August 2009 traf sich zum ersten Mal die Landesarbeitsgemeinschaft "youthwork hl". Bereits während dieses ersten Meetings konnten wichtige thematische und strategische Anliegen aufgegriffen werden. Als erstes konkretes Projekt der LAG wirdmit der Konzeption eines Fachtags zum Thema "aktuelle Herausforderungen in der HIV-Prävention für junge MSM" begonnen werden. Alle weiteren Informationen finden sich im Protokoll hier (PDF-Datei).

Haben männliche Jugendliche heute weniger gleichgeschlechtliche Erfahrungen als früher?
Dieser Stichpunkt zu den gleichgeschlechtlichen Erfahrungen männlicher Jugendlicher war ein wichtiger Punkt in der Diskussion des o.g. Meetings der lag youthworkhl. Hier ging es um die Frage, ob und ggf. warum männliche Jugendliche heute weniger gleichgeschlechtliche Erfahrungen haben als früher. Ein Blick in die Studien der BZgA und in die Veröffentlichungen von Volkmar Sigusch helfen, der Antwort auf die Spur zu kommen. Eine Übersicht über die Aussagen hierzu finden sich in dieser PDF-Datei.

Fachtagung "Jungen und sexuelle Bildung" am 08. Oktober 2010 in Dortmund
In den unterschiedlichen Arbeitsfeldern der Jugendhilfe und Schule gehört die Arbeit mit einzelnen Jungen oder Jungengruppen zum pädagogischen Alltag. Mit Jungen zum Thema Sexualität zu arbeiten bedeutet, sich einem für Jungen zentralen Lebensthema zu widmen. Doch in der pädagogischen Arbeit mit Jungen werden deren sexuelle Ausdrucksweisen häufig als störend und grenzüberschreitend wahrgenommen. Auch die Diskussion über die Wirkung von Pornografie und Gangsterrap Konsum zeichnen ein Bild "sexueller Verwahrlosung", das Jugendsexualität vor allem als Problemzone identifiziert. Denken Jungen wirklich nur an "das Eine"? Werden Jungen immer ungezügelter? Diese Tagung will sich insbesondere der Frage widmen, welche Herausforderungen stellen sich Jungen und wie können Pädagoginnen und Pädagogen diese Entwicklung angemessen begleiten? Weitere Informationen zu dieser Tagung finden sich hier (PDF-Datei).


DROGEN & AIDS

Neues DGS-Info (September 2009) erschienen
Ein neuer Rundbrief der DGS (Deutsche Gesellschaft für Suchtmedizin) ist erschienen. Er enthält neben dem empfehlenswerten Kommentar von Heino Stöver und Ralf Gerlach zu den Entwicklungen um psychiatrische, psychotherapeutische oder psychosoziale Behandlungs- und Betreuungsmaßnahmen bei der Substitutionsbehandlung weitere Informationen und Hintergrundinformationen zum aktuellen politischen Geschehen rund um die Themen Drogen und Sucht, HIV und Aids. Den Kommentar finden Sie hier (PDF-Datei),  der Newsletter finden Sie unter www.dgsuchtmedizin.de.

Richtig Essen gegen den Drogenkater
Die Naturheilpraktikerin Tina Loosli hat mit dem Buch "Partyfood" einen Ratgeber zur besseren Ernährung beim Drogenkonsum verfasst. Hier finden sich Tipps für angepasste Ernährung bei langen Partynächten, aber auch für den „Tag danach“. ISBN: 978-3-03788-190-3 oder als Download unter www.modern-eating.org.


STRAFVOLLZUG

Dinner hinter Gittern
Ein originelles Resozialisierungsprojekt unternimmt die JVA Herford: „Dinner hinter Gittern“ Inhaftierte lernen das Zubereiten und Servieren von Gerichten vor externem Publikum. Ein sinnvolles Fortbildungsprojekt, dass auch der Transparenz und Öffentlichkeitsarbeit des Jugendstrafvollzugs dient. Weitere Informationen und Anmeldung unter www.jva-herford.nrw.de.

Neue Leitlinien für die ehrenamtliche Betreuungsarbeit im Justizvollzug NRW
Seit dem 1. Mai 2009 gelten neue Leitlinien für die ehrenamtliche Betreuungsarbeit im Justizvollzug des Landes NRW. Die bisherigen Leitlinien aus dem Jahre 1977 sind damit abgelöst. Demnach sollen die Vollzugsbehörden mit ehrenamtlich Tätigen zusammenarbeiten, um die Erreichung des Vollzugsziels für den Inhaftierten zu fördern. Die neuen Leitlinien benennen die Rahmenbedingungen, um das Ehrenamt im Justizvollzug zu stärken und zu fördern. Geregelt werden u.a. die Eignungsanforderungen für Ehrenamtliche und die Unterstützungsangebote der Vollzugsanstalten (z.B. Erfahrungsaustausch mit der Anstaltsleitung und Bereitstellung von Räumlichkeiten). Ein Merkblattfasst die Möglichkeiten und Bedingungender ehrenamtlichen Arbeit in JVA zusammen. Ausscheidenden Ehrenamtlichen wird zukünftig eine Dankesurkunde überreicht. Leitlinien, Merkblatt und Anerkennungserklärung finden Sie hier (PDF-Datei).

Podknast –Szenen aus Jugedngefängnissen in Bild und Ton
Unter podknast.de sind verschiedene kurze Podcasts zu finden, die über den 'Knast' berichten. Mit dieser professionellen Weiterentwicklung eines Audioprojektes der Jugendarrestanstalt Düsseldorf sollen Jugendlichen durch Videobilder mehr authentische und interessante Einblicke vermittelt werden. Die beteiligten Gefangenen können sich mit ihrer Geschichte, ihrem kriminellen Handeln beschäftigen, darüber hinaus sollen 'potentielle Strafgefangene' abgeschreckt werden. Auch die Öffentlichkeit soll über das Leben und den Tagesablauf in einer Jugendstrafanstalt informiert werden. Aber lässt sich das wirkliche Leben im Knast so vermitteln? Zu sehen sind meist ruhige Bilder, die alles andere als die Wirklichkeit mit Lärm, Dreck, verdeckter und offener Rücksichtslosigkeit, den knasttypischen Ausdünstungen und den dazu gehörenden Gefühlen wie Verzweiflung, Entsetzen, Furcht, etc. wiedergeben.


TRANSKULTURELLE ORIENTIERUNG

Einladung zum Fachgespräch: "Sie sind HIV-positiv und kommen aus Afrika ..."
Wie sieht der Zugang zu Hilfe und Beratung in Nordrhein-Westfalen aus? Zu Beginn berichtet eine Afrikanerin von ihren Erfahrungen mit dem Aids-spezifischen Hilfesystem in NRW. Mit der anschließenden Vorstellung von vier Projekten aus NRW wird die Runde für Austausch und Diskussion geöffnet. Die Veranstaltung findet statt am 30. September 2009 von 15.00 Uhr bis 19.30 Uhr in den Räumen der AIDS-Hilfe NRW e.V. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem Einladungsflyer hier (PDF-Datei).


VEREINSMANAGEMENT / FORTBILDUNG / FINANZEN / PERSONAL

Vortrag "Analkarzinome - Rechtzeitig vorbeugen und behandeln", 8. Oktober 2009, Düsseldorf
Am 8. Oktober 2009, um 19.00 Uhr hält Schwerpunktarzt Dr. Martin Reith einen Vortrag zum Thema "Analkarzinome - Rechtzeitig vorbeugen und behandeln". Alle Interessierten sind dazu in das Loft-Café der AIDS-Hilfe Düsseldorf eingeladen. Weitere Informationen erhalten Sie bei der AIDS-Hilfe Düsseldorf, Tel. 0211 / 7 70 95-0, info@duesseldorf.aidshilfe.de.

Ziel- und Zeitmanagement
Wie kann man sich so organisieren, dass man trotz vielfältiger beruflicher und privater Anforderungen seine Sachen zur eigenen Zufriedenheit und mit Freude hinbekommt? Das Seminar "Ziel- und Zeitmanagement" des Paritätischen Bildungswerks am 3. Und 4. November bietet die Möglichkeit, sich zwei Tage lang Zeit zu nehmen, um auf die eigene Arbeits- und Lebenssituation zu gucken mit der Chance, neue Einsichten zu gewinnen und evtl. einige Dinge anschließend etwas anders anzugehen. Mehr dazu erfahren Sie in dem Flyer hier (PDF-Datei).

Der nächste Newsletter erscheint am 30. September 2009
Wir freuen uns über interessante Berichte, Veranstaltungshinweise etc. Bitte senden Sie diese per Mail an: newsletter@nrw.aidshilfe.de. Redaktionsschluss für die kommende Ausgabe ist der 28. September 2009.

Newsletter-Archiv
Alle Ausgaben dieses Newsletters finden Sie archiviert unter www.nrw.aidshilfe.de.

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