Nr. 16 vom 05. August 2009

Liebe Leserinnen und Leser,

jedes Jahr treffen sich unter dem Titel "kreathiv-präventhiv" Fach- und "Alltags"-Experten zum Runden Tisch Schwule Prävention. Vor zehn Tagen beschäftigten wir uns mit "Meilensteinen auf dem Weg – Unsere Freiheit hat Geschichte" und damit mit der spannenden Frage, welche Bedeutung die Entwicklung der Schwulenbewegung in der Nachkriegszeit und der Aidshilfebewegung der Achtziger- und Neunzigerjahre für unsere heutige Arbeit hat. 40 Teilnehmer, die mehrere "schwule Generationen" repräsentierten und somit für die Vielfalt der schwulen Szene standen, verbrachten den Tag mit angeregten Diskussionen. Die beiden Filme "Nicht die Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt" von Rosa von Praunheim und die US-Produktion "Feuer unterm Arsch" aus dem Jahr 1987 belegten die Kontinuität und Aktualität der politischen Forderungen durch diese Jahre.

Den Teilnehmern wurde bewusst, dass die Aktivitäten der Kölner Gruppe: "Act Up: Wärmer Leben" (1990), die ihren Protest gegen die Ausgrenzung von Menschen mit Aids mit provozierenden und lebensbejahende Aktionen ausdrückten, später im Herzenslust-Projekt weiterentwickelt wurden. Für mich war es wichtig, in diesem Zusammenhang einmal an alle zu erinnern, die sich damals für Act Up engagiert haben. Einige leben leider nicht mehr, andere sind bis heute engagiert, allen sind wir zu großem Dank verpflichtet.

Mit Blick in die Zukunft formulierten die Teilnehmer des Runden Tisches Herausforderungen für die schwule Community: Angesichts des demografischen Wandels und des großen Anteils von Menschen mit Migrationshintergrund muss über neue Integrationskonzepte nachgedacht werden, die dann mutig umgesetzt werden müssen. Und in der Prävention dürfen wir, neben den - notwendigerweise - immer ausdifferenzierteren Botschaften, die nach wir vor gültigen, einfachen Präventionsaussagen nicht vernachlässigen. Für uns alle wird es in den kommenden Jahren entscheidend sein, die HIV- und STI-Prävention stärker in der schwulen Community zu verankern.

Reinhard Klenke
stellv. Landesgeschäftsführer


SCHWULE PRÄVENTION

Einladung: Landesarbeitsgemeinschaft Herzenslust NRW am 22. August 2009 in Duisburg
Das zweite Treffen der LAG Herzenslust in diesem Jahr findet am 22. August 2009 in der AIDS-Hilfe Duisburg/Kreis Wesel statt. Die Einladung ist beigefügt. Schwerpunktthemen werden unter anderem die Vorstellung der regionalen und landesweiten ZSP-Projekt 2010 sowie die Kampagne "Helden gesucht! - Ehrenamt" sein. Die Anmeldeunterlagen finden Sie hier (PDF-Datei).  
 
 
Die wichtigsten Ergebnisse der Studie des Bundesjustizministeriums zu Kindern in Regenbogenfamilien
Eine Zusammenfassung des LSVD der wichtigsten Ergebnisse der ersten repräsentativen wissenschaftlichen Studie in Deutschland über "Kinder in gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften" finden Sie unter www.lsvd.de.


DROGEN & AIDS

Fachtreffen der Arbeitsgemeinschaft Drogenarbeit und Drogenpolitik in NRW (AG DROPO)
Unter dem Titel "Ist die Jugend noch zu retten?" findet am 2. Oktober 2009 von 9.30 bis 13.45 Uhr in Herne ein Fachgespräch zur Situationsbeschreibung und Handlungsperspektive statt. Zu "Kommunalisierung der Landesförderung: Zwischenbilanz einer schwierigen Geburt" lädt die AG DROPO in Kooperation mit der Koordinationsstelle Sucht der Landschaftsverbände Rheinland und Westfalen-Lippe am 4. November 2009 von 10.00 bis 16.00 Uhr ein. Weitere Informationen finden Sie unter www.ag-dropo.de.

Neues DGS-Info (August 2009) erschienen

Der Newsletter der DGS (Deutsche Gesellschaft für Suchtmedizin), Ausgabe 29, ist erschienen. Er enthält neben spezifischen Veranstaltungshinweisen aus dem Drogen- und Aidsbereich Informationen zum aktuellen politischen Geschehen rund um die Themen Drogen und Sucht. Aktuell ist der Leitkommentar zur Berichterstattung in der Presse über den Missbrauch von Substitutionsmedikamenten empfehlenswert sowie die Entscheidung des Landgerichts Nürnberg-Fürth, dass Private Krankenversicherungen nicht für die Kosten einer Substitutionsbehandlung aufkommen müssen, da die Heroinabhängigkeit in den meisten Fällen als vorsätzlich herbeigeführt betrachtet werden könne. Den DGS-Newsletter können Sie online lesen unter www.dgsuchtmedizin.de.

Gender-Expertinnen und -Experten im Suchtbereich tauschen sich aus
Erst getrennte Gespräche, um dann in den Geschlechterdialog zu treten. Dieses Konzept verbirgt sich hinter den Fachgesprächen und der Fachtagung zum Thema "Frauensache! – Männersache! – Gemeinsame Sache?", das die Essener Fachklinik Kamillushaus am 09. September 2009 anbietet. Ziel der Tagung ist ein Geschlechterdialog. Zu Beginn stehen einleitende Referate von Thomas Altgeld, Sybille Teunißen und Prof. Dr. Heino Stöver, bevor es in vier Arbeitsgruppen unter anderem um die Themen "Suchttherapeutische Arbeit mit gegengeschlechtlichen Patienten" und "Zusammenarbeit von Männern und Frauen in der geschlechtsbezogenen Arbeit" geht. Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).

9. Internationaler akzept-Kongress: Von der staatlichen Kontrolle zur Selbstverantwortung
Der Bundesverband für akzeptierende Drogenarbeit und humane Drogenpolitik (akzept e.V.) bezeichnet den aktuellen politischen Umgang mit illegalisierten Drogen als prohibitiv und richtet daher seinen diesjährigen Kongress am 25. und 26. September 2009 ganz auf "Alternativen zur prohibitiv-repressiven Kontrollpolitik" aus. Das Vortrags- und Arbeitsgruppenprogramm ist auf Ansätze wie Schadenminimierung, Konsumreduktionsprogramme oder Drug-Checking eingestellt. Im Rahmen des Vorprogrammes erhalten Interessierte die Gelegenheit, verschiedene Beratungs- und Hilfeeinrichtungen zu besuchen. Nähere Informationen finden Sie unter www.akzept.org.

Literaturhinweis: Heroin – von der Droge zum Medikament
Als eines der ersten Länder der Welt konzipierte die Schweiz Anfang der 1990er-Jahre als Antwort auf eskalierende offenen Drogenszenen sowie die Ausbreitung von HIV/Aids eine Behandlung für Heroinabhängige, die anerkanntermaßen für die DrogenkonsumentInnen aber auch das soziale Umfeld, die Volksgesundheit und die Volkswirtschaft wirksam und effizient ist. Diese Behandlungsform ist die heroingestützte medizinische Behandlung. Sie trug dazu bei, die Mortalitätsrate einer ganzen Bevölkerungsgruppe zu senken und deren Lebensqualität zu erhöhen. Mittels Interviews mit Begründerinnen und Begründern sowie politisch Verantwortlichen und historischem Bildmaterial zeichnen Otto Schmid und Thomas Müller den Weg nach, den es in der Schweiz, speziell in Basel, vom umstrittenen und visionären Projekt bis zur etablierten Einbindung ins reguläre Versorgungsangebot zu absolvieren galt. "Heroin – von der Droge zum Medikament. Eine Chronik zur heroingestützten Behandlung in Basel von 1994 – 2008", ISBN 978-3-89967-514-6, 196 Seiten, 20.00 Euro.


STRAFVOLLZUG

Einladung zum Landesarbeitskreis Drogen/Haft am 19. August 2009 in Essen
Die Einladung und Anmeldeunterlagen zum nächsten Landesarbeitskreis Drogen/Haft der Mitgliedsorganisationen der AIDS-Hilfe NRW finden Sie hier (PDF-Datei).

Regionale Aidshilfe schließt Vertrag mit JVA zur Aufklärungsarbeit von Bediensteten und Gefangenen
Die langjährige vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen der AIDS-Hilfe Duisburg / Kreis Wesel e.V. und der JVA Duisburg-Hamborn hat dazu geführt, dass es zu einem beispielhaften und bisher einzigartigen Pilotprojekt in NRW gekommen ist. Bis zum 31. Dezember 2009 wird die Aidshilfe 60 Stunden in die HIV/Aids und Hepatitis-Beratung von Gefangenen und Gefängnispersonal investieren und dafür eine vertraglich festgelegte Vergütung von der JVA bekommen: Ein erster erfolgreicher Schritt bei der finanziellen Anerkennung des besonderen Aufwandes personenbezogener Leistungen für Menschen in Haft. Einen Artikel aus der WAZ vom 10. Juli 2009 sowie den Flyer, mit dem die beiden Einrichtungen für das Infoangebot werben, finden Sie hier (PDF-Datei).

7. Themenforum zu Abschiebehaft in Bochum während der Woche der Abschiebung vom 23. bis 30. August 2009
Am 24. August 2009, 19.00 Uhr, findet im Sozialen Zentrum, Josephstraße 2, in Bochum, das 7. Themenforum zu Abschiebehaft statt. Dabei wird der Vorsitzende des Vereins "Hilfe für Menschen in Abschiebehaft Büren" auf die Situation von Abschiebehäftlingen in der JVA Büren eingehen. Die JVA Büren ist die größte Abschiebehaftanstalt der Bundesrepublik. Jedes Jahr werden mehr als 2.000 Menschen von ihr ausgehend in alle Welt abgeschoben. Viele von ihnen müssen Wochen oder einzelne gar Monate auf ihre Abschiebung warten. Ohne eine Straftat begangen zu haben, sind sie in dieser Zeit im Gefängnis. Der Verein besuchte bisher rund 15.000 Menschen in der Haft und hat dadurch eine gute Übersicht über die Unterbringungsbedingungen sowie die Gründe, warum Menschen dort überhaupt inhaftiert werden. Der Vortrag findet im Zusammenhang der bundesweiten "Woche gegen die Abschiebung" statt, die vom 23. bis 30. August 2009 mit unterschiedlichen Aktionen auf das Thema Abschiebungen und Abschiebehaft aufmerksam machen will. Nähere Informationen finden Sie unter http://abschiebefrei.blogsport.de/.


TRANSKULTURELLE ORIENTIERUNG

Landesweite Tagung "Mit Migranten für Migranten – Interkulturelle Gesundheit in Nordrhein-Westfalen", 21. September 2009, Düsseldorf
Das Projekt "Mit Migranten für Migranten (MiMi)" will dafür sorgen, dass Menschen mit Zuwanderungsgeschichte die Angebote des deutschen Gesundheitssystems besser nutzen können. In NRW wurden zwischen 2004 und 2009 an 13 Standorten (Bielefeld, Bochum, Duisburg, Düsseldorf, Ennepe-Ruhr-Kreis/Hagen, Essen, Gelsenkirchen, Kreis Gütersloh, Hamm, Köln, Leverkusen, Münster, Rhein-Sieg-Kreis) MiMi-GesundheitsmediatorInnen ausgebildet. Das Ziel der Landestagung ist, eine Zwischenbilanz zu ziehen. Es sollen aktuelle Entwicklungen innerhalb des MiMi-Projekts sowie neue wissenschaftliche Erkenntnisse und interessante Praxisansätze aus NRW präsentiert werden. Zudem werden die Projektträger der genannten Standorte ihre Einrichtungen und Aktivitäten vorstellen. Den Flyer zur Tagung finden Sie hier (PDF-Datei). Mehr zu MiMi NRW erfahren Sie unter www.bkk-bv-gesundheit.de.

Start der Workshopreihe "Partizipation und Kooperation in der HIV-Prävention mit MigrantInnen", 13. - 15. November 2009, Berlin

Im Rahmen eines Kooperationsprojektes der Deutschen AIDS-Hilfe mit dem Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung findet eine Workshopreihe statt, die mit sechs verschiedenen Modulen zur Weiterbildung und zum fachlichen Austausch beitragen will. Die Workshops sind offen für alle, die in Deutschland in der HIV-Prävention für und mit MigrantInnen arbeiten. Mehr erfahren Sie hier (PDF-Datei). Für Fragen wenden Sie sich an Silke Klumb, Deutsche AIDS-Hilfe, Tel. 030/690087-18, E-Mail: silke.klumb@dah.aidshilfe.de.

Neue Webseite von Afro-Leben+

Afro-Leben+ ist das Netzwerk von positiven MigrantInnen aus allen Bundesländern; es ist ein Forum, in dem regionale Delegierte sich für die Verbesserung der Lebensverhältnisse von MigrantInnen in Deutschland einsetzen. Sie sind AnsprechpartnerInnen für MigrantInnen mit HIV und Aids und beteiligen sich an der HIV-Prävention in Deutschland. Auf Bundesebene treffen sie sich, um Erfahrungen und Ideen auszutauschen, Isolation, Diskriminierung und Stigmatisierung zu bekämpfen. Die neue Webseite finden Sie unter www.afrolebenplus.de.


FORTBILDUNG & TERMINE

Fachtagung "Selbsthilfefreundlichkeit als Qualitätsmerkmal ...." am 16. September 2009, Oberhausen
Koskon und DER PARITÄTISCHE laden ein zur Fachtagung "Selbsthilfefreundlichkeit als Qualitätsmerkmal in Einrichtungen der Gesundheitsversorgung - Zusammenarbeit bewusst gestalten". Die Tagung findet am 16. September 2009 in Oberhausen statt. Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).

Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung - Vorsorgen für den Ernstfall, 3. September 2009, Düsseldorf
Die AIDS-Hilfe Düsseldorf bietet auf der Veranstaltung "Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung - Vorsorgen für den Ernstfall" am 3. September 2009, 19.00 Uhr, in Düsseldorf Informationen zu Verfügungen und weiteren Fragen. Referent ist Dieter Grützner, Köln, Humanistischer Berater, Geschäftsführer a.D. des Humanistischen Verbandes NRW. Mehr erfahren Sie hier (PDF-Datei).

Wettbewerb "Aktiv für Demokratie und Toleranz"
Das im Jahr 2000 von der Bundesregierung gegründete Bündnis für Demokratie und Toleranz unterstützt Menschen, die sich im Bereich der praktischen Demokratieförderung engagieren. Mit dem Wettbewerb "Aktiv für Demokratie und Toleranz" sucht das Bündnis zum neunten Mal in Folge vorbildliche und nachahmbare zivilgesellschaftliche Aktivitäten, die sich aktiv für ein gleichberechtigtes Miteinander und gegen Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus und Gewalt einsetzen. Die besten Projekte werden von einem Beirat des Bündnisses ausgewählt und mit mehreren Geldpreisen zwischen 1.000 Euro und 5.000 Euro ausgezeichnet. Der Einsendeschluss für die Unterlagen ist der 16. Oktober 2009. Die Registrierung zur Teilnahme erfolgt online unter www.buendnis-toleranz.de. Details zu den gesuchten Aktivitäten finden Sie in diesem Flyer (PDF-Datei). Fragen beantwortet Ihnen Frau Hartmann unter Tel. 030/233408-0 oder per E-Mail an buendnis@bfdt.de.


VERSCHIEDENES

Stellenausschreibung: Dipl.-Sozialarbeiter/in | Dipl.-Sozialpädagogen/in in Gießen gesucht (Bewerbungsfrist 21. August 2009)
Die AIDS-Hilfe Gießen e.V. sucht zum 15. September 2009 eine/n Dipl.-Sozialarbeiter/in | Dipl.-Sozialpädagogen/in für Beratung, Begleitung, Ambulantes Betreutes Wohnen u.ä. Mehr erfahren Sie hier (PDF-Datei).

Der nächste Newsletter erscheint am 19. August 2009
Wir freuen uns über interessante Berichte, Veranstaltungshinweise etc. Bitte senden Sie diese per Mail an: newsletter@nrw.aidshilfe.de. Redaktionsschluss für die kommende Ausgabe ist der 18. August 2009.

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