Nr. 15  vom 22. Juli 2009

Liebe Leserinnen und Leser,
 
man wünscht sich, es sei nur ein wiederkehrender entsetzlicher Albtraum, aus dem man gleich geweckt werden wird. Und doch ist es bittere Realität: Auf die Tierpension der AIDS-Hilfe Bielefeld ist nach zwei Jahren ein weiterer Brandanschlag verübt worden. In der Nacht vom 9. auf den 10. Juli 2009 brannte das Dachgeschoss eines der Tierpensionsgebäude völlig aus. Das Haus war gerade renoviert worden; ab August sollte es Platz für zusätzliche Büros und Schulungsräume sowie für die Unterbringung von Katzen und Kleintieren bieten. Menschen und Tiere kamen nicht zu Schaden.
 
Wir sind entsetzt über das Ausmaß der Gewalt, mit der nun schon zum zweiten Mal versucht wird, dem Qualifizierungsprojekt für Menschen mit und ohne HIV ein Ende zu setzen. Der Vorstand und die MitarbeiterInnen der AIDS-Hilfe Bielefeld bzw. der Tierpension sind wie die TeilnehmerInnen der Qualifizierungsmaßnahme fest entschlossen, das Projekt auch jetzt weiterzuführen. Welche Kraft das allen Beteiligten abverlangt, können wir nur erahnen. Diesen Menschen gilt unser ganzer Respekt und unsere volle Solidarität!
 
Wir fordern die Politik der Stadt Bielefeld auf, deutliche Zeichen gegen ein Klima der Diskriminierung und für ein gesellschaftliches Miteinander zu setzen. Wir wünschen uns, dass die eingesetzte Sonderkommission der Polizei bald zu Ermittlungsergebnissen kommt, damit das erfolgreiche Projekt in Ruhe fortgesetzt werden kann.
 
Die Stellungnahme der AIDS-Hilfe Bielefeld zum Brandanschlag und weitere Detailinformationen finden Sie hier (PDF-Datei). Die Erklärung der Arbeitsgemeinschaft der Wohlfahrtsverbände in Bielefeld anlässlich des Solidaritätsbesuchs in der Tierpension der Aids-Hilfe am 16. Juli 2009 finden Sie hier (PDF-Datei).
 
Beate Jagla

 

ÖFFENTLICHKEITSARBEIT

Nationaler Protest-, Aktions- und Trauertag für verstorbene Drogenabhängige
Die AIDS-Hilfe NRW e.V. bekundet den Angehörigen der Drogengebraucherinnen und Drogengebrauchern, die im vergangenen Jahr verstorben sind, ihre Anteilnahme. Menschen, die Drogen konsumieren, seien Teil der Gesellschaft. Auch sie hätten ein Recht auf Beistand und moderne medizinische Versorgung und müssten sich dies nicht erst durch angepasstes Abstinenzverhalten verdienen. Seit 1998 wird am 21. Juli bundesweit der Nationale Gedenktag für verstorbene DrogenkonsumentInnen begangen. In diesem Jahr fordern die AIDS-Hilfe NRW e.V., der Bundesverband für akzeptierende Drogenarbeit und humane Drogenpolitik sowie JES, das bundesweite Selbsthilfe-Netzwerk, flächendeckende Maßnahmen zur wirksamen Reduzierung von Drogentodesfällen.

Die Presseerklärung der AIDS-Hilfe NRW finden Sie hier (PDF-Datei). Mit dem Gedenktag 2009 tritt auch das Gesetz zur Diamorphingestützten Behandlung in Kraft. Die Presseerklärung der diesjährigen Schirmherrin des Gedenktags, der Bundesdrogenbeauftragten Sabine Bätzing, finden Sie hier (PDF-Datei).  Die Pressemeldung der AIDS-Hilfe Bielefeld finden Sie hier (PDF-Datei). Die Presseinfo von akzept findenSie hier (PDF-Datei).

Einige Artikel aus der überregionalen Presse finden Sie hier (PDF-Datei). Die Berichterstattung zum Thema des Westdeutschen Rundfunks finden Sie unter ww.wdr.de/westzeit sowie unter www.wdr.de/themen/gesundheit.


MENSCHEN MIT HIV/AIDS

Landesweites Positiventreffen vom 14. bis 16. August 2009
Das nächste landesweite Positiventreffen von POSITHIV HANDELN NRW findet vom 14. bis 16. August 2009 in der Akademie Biggesee, Attendorn statt. Thema: „Positiv in NRW – Leben im Schlaraffenland?“ Referent ist Dominic Frohn, Köln, Diplom -Psychologe. Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Online-Anmeldung finden Sie unter www.posithivhandeln.de.

Treffen von POSITHIV HANDELN NRW am 24. Juli 2009 in Düsseldorf
Am 24. Juli 2009 um 19.00 Uhr trifft sich POSITHIV HANDELN NRW in der AIDS-Hilfe Düsseldorf. Themen sind unter anderen die Besezung der Vorbereitungsgruppe für "Positive Begegnungen 2010" in Bielefeld und ein Bericht vom Netzwerktreffen in Kassel. Hier finden Sie die Einladung (PDF-Datei) und die Anmeldung (PDF-Datei).

Haftbefehl gegen Benaissa aufgehoben
Der Haftbefehl gegen die No-Angels-Sängerin Nadja Benaissa ist aufgehoben worden. Mehr entnehmen Sie dem Artikel auf ksta.de hier (PDF-Datei).


S
CHWULE PRÄVENTION

Fairplay mit Herzenslust - posten Sie Ihr Statement hier!
Mit Fairplay will Herzenslust in diesem Sommer auch Lust machen auf Sport, Spiel und Spaß. Lust machen in puncto Fitness und Gesundheit, selber aktiv am Ball zu bleiben und verantwortungsvoll mit sich selbst umzugehen. Dazu zählt nach wie vor auch der Schutz vor HIV, Aids und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten. Aber Herzenslust möchte denn Bogen noch weiter spannen. Denn schließlich ist man in der schwulen Szene ja nicht als Einzelkämpfer allein auf dem Feld. Damit aus den vielen verschiedenen Spielern innerhalb der Szene ein buntes Team wird, ist jeder von uns gefordert. Hier ist Ihre Meinung gefragt. Was bedeutet Herzenslust für Sie? Was heißt "Fairplay" für Sie? Wo klappt es gut mit dem Teamgeist in der Szene? Wem würden Sie am liebsten mal die rote Karte zeigen? Was bedeutet Safer Sex für Sie? Ihr Statement können Sie hier abgeben.

Neuer Mitarbeiter in der Landesgeschäftsstelle
Mein Name ist Wolfgang Falk, ich bin 24 Jahre jung und studiere derzeit in Aachen an der Katholischen Hochschule NRW Soziale Arbeit. Für Herzenslust habe ich schon vor einigen Jahren ehrenamtliche Arbeit in Bochum gemacht, habe dann pausiert und bin aber schließlich wieder zur Aidshilfe zurück gekehrt. Einige kennen mich vielleicht von dem einen oder anderen Training oder diversen Veranstaltungen, an denen ich als Protokollant mitgearbeitet habe. Seit Juni dieses Jahres arbeite ich in der Landesgeschäftsstelle in Köln und betreue das BuT-Mobil. In allen Fragen rund um das Präventionsmobil werde ich zukünftig euer Ansprechpartner sein. Meine Kernarbeitszeiten sind zunächst einmal montags von 11.00 bis 16.00 Uhr. Zu erreichen bin ich unter wolfgang.falk@nrw.aidshilfe.de.

Projetktausschreibung: Entwicklung und Implementierung von Qualitätsstandards für Herzenslust-Health-Supporter in NRW (Bewerbungsfrist 31. Juli 2009)
Die AIDS-Hilfe NRW sucht für die die Entwicklung und Implementierung von Qualitätsstandards für das Gayromeo-Health-Support-Projekt eine/n Werkvertragsnehmer/in. Die Umsetzung des Projekts muss in der Zeit vom 01. August bis 31. Dezember 2009 erfolgen. Für das Projekt ist ein Gesamt-Zeitvolumen von ca. 170 einzuplanen. Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei)

Aids-Hilfe Bonn: 11. Schwul-lesbisches Sommerfest in Bonn 2009, 1. August 2009
Am 1. August 2009 feiern und demonstrieren die schwulen und lesbischen Bonner und Bonnerinnen zum 11. Mal für ein tolerantes Miteinander am Rhein. Die Veranstaltung auf dem Münsterplatz steht auch in diesem Jahr unter der Schirmherrschaft der Bonner Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann. Das Plakat zum Sommerfest und die Pressemeldung der Aids-Hilfe Bonn finden Sie hier (PDF-Datei).

RUHR CSD ESSEN am 1. August 2009
Essen lädt in den Ruhrpott! Auch in diesem Jahr sind die Schwulen und Lesben in Essen und im Ruhrgebiet mutig genug, an einem Tag auf den besten Platz der Stadt mitten in der City zu ziehen und Flagge zu zeigen. Szenemacher, Gastronomie und Vereine schaffen es erneut, ein attraktives Programm zu schaffen. Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei). Das Programmheft zum Ruhr CSD finden Sie hier (PDF-Datei).

"Die Medizinische Rundreise - sexuelle Gesundheit schwuler Männer"
Die medizinische Rundreise der Deutschen AIDS-Hilfe zum Thema sexuelle Gesundheit schwuler Männer findet am vom 28. bis 29. August 2009 in der AIDS-Hilfe Duisburg/Kreis Wesel statt. Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).

Pro Köln im Verfassungsschutzbericht des Landes NRW
Ein bemerkenswertes Urteil des Oberverwaltungsgerichts Münster lässt aufmerken: Die rechtsextreme Organisation "Pro Köln" - mittlerweile mit Auslegern in anderen Kommunen und auf Landesebene als "Pro NRW" hatte gegen seine Erwähnung im Verfassungsschutzbericht des  Landes NRW geklagt  - und diese Klage verloren. Die Richter halten Pro Köln für eine Gefahr für die verfassungsmäßige Ordnung. Begründet wird dies u.a. mit "fortgesetzt plakativen und pauschalisierenden Äußerungen gegen Ausländer und Zuwanderer" und, das ist neu,  als Begründung: "die Lebensweise Homosexueller verunglimpft und sie in einer die Menschenwürde berührenden Art und Weise herabsetzt". In der Vergangenheit hat sich Pro Köln u.a. über das Anyway in Köln und das Herzenslust-Projekt ausgelassen. "Pro Köln" will gegen das Urteil jetzt das Bundesverfassungsgericht bemühen.

"Schule ohne Homophobie"
Nun ist es soweit: als erste Schule hat die Joseph-Beuys-Gesamtschule aus Düsseldorf ihr Engagement gegen Homophobie und für Vielfalt öffentlich gemacht. Wir freuen uns sehr, dass eine der Schulen, die sich aktiv gegen Homophobie einsetzen wollen, diesen wichtigen Schritt getan hat und hoffen, dass damit nun nach und nach anderen Schulen das "Coming-out" als offene Schule leichter gemacht wird. Weitere Informationen finden Sie unter www.schule-der-vielfalt.de. Der WDR hat das Thema "Homophobie in der Schule" nun auch auf dem Portal wdr wissen aufgegriffen.


FRAUEN UND AIDS

LAG Frauen und Aids in NRW am 19. September 2009
Das nächste Treffen der Landesarbeitsgemeinschaft Frauen und Aids in NRW findet am 19. September 2009 in der AIDS-Hilfe Bochum statt. Die Einladung zur Landesarbeitsgemeinschaft Frauen und Aids und zum Frauen-Projekte-Treffen Zielgruppenspezifische Prävention in Bochum finden Sie hier (PDF-Datei).


DROGEN & AIDS

Neuer Newsletter der Landeskoordination Integration NRW erschienen
Der vierte Newsletter der Landeskoordination Integration NRW im Auftrag des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen ist erschienen. Er enthält Informationen um die Fachthemen 'Berufliche und soziale Eingliederung Suchtkranker' sowie 'Gender und Sucht'. Sie können ihn unter www.lk-integration.de abonnieren.


TRANSKULTURELLES

Zugangswege in der Beratung chronisch kranker / behinderter Menschen mit Migrationshintergrund - Eine Feldstudie
(Aus: Infobrief des Integrationsbeauftragten NRW Nr. 23) Die Stiftung Lebensnerv untersuchte den Beratungs- und Unterstützungsbedarf behinderter und chronisch kranker Menschen mit Migrationshintergrund. Anhand der Ergebnisse der Studie werden praktische Empfehlungen für Beratungsstellen, Organisationen, Stiftungen und politisch Verantwortliche ausgesprochen. Die Studie zeigt, dass Menschen mit Zuwanderungsgeschichte mit den ohnehin nicht in großer Zahl vorhandenen und meist auch kaum auf sie zugeschnittenen Angeboten wenig vertraut sind. Die Studie ist als Download erhältlich unter www.lebensnerv.de.

Publikation: Selbsthilfe bei MigrantInnen fördern und unterstützen
(Aus Newsletter Nr. 13/2009 von 3. Juli von wegweiser-buergergesellschaft.de) Infolge der geringen Nachfrage liegt der Bedarf an Selbsthilfeunterstützung von Migrant/innen zunächst nicht auf der Hand. Gleichwohl wird das Thema Migration in der Selbsthilfeunterstützung auf lange Sicht ein wichtiges und beständiges Arbeitsfeld sein. Die vorliegende Publikation "Selbsthilfe bei Migrantinnen und Migranten fördern und unterstützen" von NAKOS richtet sich an MitarbeiterInnen von Selbsthilfekontaktstellen, an MultiplikatorInnen, ÄrztInnen usw. Die Praxishilfe gibt Anregungen zur Umsetzung und zeigt mögliche Stolpersteine auf. Information und Bestellung unter www.nakos.de.

Heinrich-Böll-Stiftung veröffentlicht Dossier "Migration & Gesundheit"
Die Heinrich-Böll-Stiftung hat ein Dossier zum Themenschwerpunkt "Migration & Gesundheit" veröffentlicht. In diesem Dossier werden die Belastungs- und Risikofaktoren, die die Gesundheit von MigrantInnen beeinflussen sowie die besonderen Bedürfnisse und die Versorgungssituation verschiedener in Deutschland lebender MigrantInnengruppen analysiert. Dabei finden auch viele Zielgruppen der Aidsarbeit Beachtung, z.B. schwule Migranten, illegalisierte Menschen, afrikanische Migrantinnen. Das Dossier finden Sie hier (PDF-Datei).

Modellprojekt "Junge Migranten als Lotsen"
(Aus Newsletter Nr. 14/2009 (17. Juli 2009) von wegweiser-buergergesellschaft.de) Bürgerschaftliches Engagement stellt an Jugendliche mit Migrationshintergrund oftmals höhere Anforderungen als an deutsche Jugendliche, sie benötigen daher mehr Unterstützung bei ihrer freiwilligen Tätigkeit. Das Ende Juni in Berlin gestartete Modellprojekt "Junge Migranten als Lotsen" (JuMiLO) will jungen Migrantinnen und Migranten bessere Zugangsmöglichkeiten zu bürgerschaftlichem Engagement verschaffen. Projektleiter/innen der Jugendmigrationsdienste (JMD) werden die Lotsen auf ihre Aufgaben vorbereiten und qualifizieren. Das Projekt wird in einem ersten Schritt an 15 Standorten bundesweit erprobt. Standorte in NRW sind die JMD in Bonn, Essen, Gütersloh, Kreis Soest und Viersen. Die Projektleitung hat die BAG Evangelische Jugendsozialarbeit e.V. (Kira Funke) in Bonn (www.bagejsa.de); das Projekt läuft bis 31. Dezember 2011. Mehr zu dem Projekt erfahren Sie unter www.jmd-portal.de.


FORTBILDUNG & TERMINE

 

Veranstaltungskalender der AIDS-Hilfe NRW, August/September 2009
Fortbildungsveranstaltungen der AIDS-Hilfe NRW, ihrer Mitglieder, der Deutschen AIDS-Hilfe, der Paritätischen Akademie und andere interessante Angebote für die kommenden zwei Monate finden Sie hier (PDF-Datei).


SONSTIGES

Der Paritätische zur Bundestagswahl: Weil jeder gleiche Chancen braucht
Zur Bundestagswahl hat der Paritätische Gesamtverband eine Internetplattform eingerichtet und Wahlprüfsteine erstellt. Die Internetplattform mit inhaltlichen Forderungen, Tipps zu Aktivitäten vor Ort und einem nach Bundesländern geordneten Terminkalender finden Sie unter www.wahl.paritaet.org. Die dazugehörende Broschüre "Weil jeder gleiche Chancen braucht"" finden Sie hier (PDF-Datei).

Dokumentation der Fachtagungen zu Wohnprojekten für Menschen mit Behinderung
Das Ministerium für Bauen und Verkehr (MBV) des Landes NRW hat in den Jahren 2007 und 2009 zwei Fachtagungen zu Wohnprojekten für Menschen mit Behinderung durchgeführt. Auf beiden Veranstaltungen präsentierten InvestorInnen, Träger und ArchitektInnen besonders gelungene Wohnprojekte für Menschen mit Behinderung. Die Dokumentation beider Fachtagungen finden Sie unter www.mbv.nrw.de bzw. www.mbv.nrw.de.

Der nächste Newsletter erscheint am 5. August 2009
Wir freuen uns über interessante Berichte, Veranstaltungshinweise etc. Bitte senden Sie diese per Mail an: newsletter@nrw.aidshilfe.de. Redaktionsschluss für die kommende Ausgabe ist der 4. August 2009.

Newsletter-Archiv
Alle Ausgaben dieses Newsletters finden Sie archiviert unter www.nrw.aidshilfe.de.

Impressum | Newsletter abmelden | Newsletter anmelden