Juli 2009
Liebe Leserinnen und Leser

Auch dieser Newsletter enthält wieder viele interessante Neuigkeiten und Termine für Sie bereit. Als erstes möchte ich ihnen heute XXelle PLUS vorstellen. Im März wurde zum ersten Vernetzungstreffen für HIV-infizierte Aktivistinnen aus der Selbsthilfe in NRW eingeladen. 7 Frauen aus unterschiedlichen Regionen in NRW diskutierten viel und lebhaft, teilweise auch kontrovers über Selbsthilfe und aktuelle Themen rund um HIV/Aids. Die Teilnehmerinnen möchten diese Vernetzung unter dem Namen XXellePLUS fortführen. Mehr dazu lesen Sie bald auf der landesweiten Internetseite www.xxelle-nrw.de.

Viel Spaß beim lesen des Newsletters wünscht Ihnen
Petra Hielscher
Frauen und Aids
AIDS-Hilfe NRW e.V.

 

A K T U E L L E S / N E W S

Nadja Benaissa sprach bei Stern TV mit Günther Jauch über ihre HIV-Infektion
Nach ihrem unfreiwilligen Outing möchte die Sängerin jetzt anderen Betroffenen Mut machen und zur Aufklärung beitragen. Das Interview finden Sie unter
www.stern.de/video/:Video-Nadja-Benaissa-Leben-Virus/705118.html?backref=704841.  Weitere Informationen zum Thema gibt es bei http://blog.aidshilfe.de/?p=1073&cpage=1 und www.ondamaris.de/?p=10234

Forschung von Frauen für Frauen – erstmalige Verleihung des AAWS-Frauenforschungspreises
Aus der Pressemitteilung: Im Rahmen des SÖDAK 2009 (Deutsch Österreichisch Schweizerische AIDS Kongress) wurden am 25. Juni zum ersten Mal die von der Sektion AAWS der DAIG e.V. und der Ärztinnengruppe 3A ausgeschriebenen Frauenforschungspreise verliehen. Ziel der gemeinsamen Initiative der beiden Arbeitsgruppen war, frischen Wind in die Frauenforschung zu bringen und Frauen zu motivieren, ihre wissenschaftlichen Arbeiten und Projekte einem großen Kongresspublikum vorzustellen.
Ausgezeichnet wurden Margret Jöchl und Stefanie Gogl, Innsbruck, für ihre im Rahmen der Österreichischen HIV-Kohortenstudie durchgeführte Analyse „Frauenspezifische Risikofaktoren für „frühe“ und „späte“ HIV-Diagnosen in Österreich“ und Heidrun Nitschke vom Gesundheitsamt der Stadt Köln für ihren Beitrag “Hard to reach” oder How to reach – Anonymer HIV-Test für Migrantinnen in unterschiedlichen Settings. „Beide Arbeiten lenken den Blick auf wichtige Problembereiche, die bisher wenig Öffentlichkeit fanden und bieten Ansätze zu Verbesserung von Test- und Beratungsstrategien“, so AAWS-Sektionsvorsitzende Ulrike Sonnenberg-Schwan. Jöchl und Gogl stellten bei ihrer Analyse von Daten aus sechs österreichischen Behandlungszentren fest, dass der Anteil von Patientinnen mit einem fortgeschrittenen Krankheitsbild bei der HIV-Diagnose signifikant höher ist als bei Männern. Solche „späten“ Diagnosen finden sich häufiger bei Frauen über vierzig Jahre, bei heterosexuellem Übertragungsweg und bei Herkunft aus einem Hochprävalenzgebiet. Auch Migrantinnen erfahren häufig erst spät – bei einer fortgeschrittenen Erkrankung oder im Rahmen der Mutterschaftsvorsorge – von ihrer HIV-Infektion. Heidrun Nitschke verglich unterschiedliche Test- und Beratungssettings für Migrantinnen in der STD/Aids-Beratungsstelle des Gesundheitsamtes Köln und zeigt damit Möglichkeiten zu einer Verbesserung der Angebote auf. So motivierte z.B. die Einbettung des HIV-Tests in ein allgemeines Angebot zur sexuellen Gesundheit auch Frauen, die sonst als schwer erreichbar gelten.
Die Arbeiten wurden aus über 160 von Frauen für den SÖDAK 2009 eingereichten Abstracts ausgewählt. Eine siebenköpfige Jury bewertete über vierzig der von Frauen aus mehreren europäischen Ländern vorgestellten Studien und Projekte aus den Bereichen Medizin, Psychologie, Sozialwissenschaften, Prävention und Community. Voraussetzung war, dass Frauen- oder Genderaspekte im Mittelpunkt standen.  Bewertet wurde – wo möglich - auch die Communitybeteiligung, also die Mitwirkung von Frauen mit HIV und  ihrer Netzwerke oder NGOs bei der Planung und Durchführung der Studien und Projekte.
Geplant ist, die Verleihung des AAWS-Forschungspreises in Zukunft jährlich vorzunehmen, um weitere Anreize für die Forschung von, für und mit Frauen zu bieten.

Eine-Welt-Filmpreis NRW: Der erste Preis ging an Memory Books
Zum 5. Mal wurde im Rahmen des Fernsehworkshop Entwicklungspolitik, ein Zusammenschluss von Organisationen aus der Entwicklungszusammenarbeit, der interkulturellen Bildungsarbeit und dem Film- und Fernsehbereich, der Eine-Welt-Filmpreis NRW verliehen. Mit der Auszeichnung wird die Arbeit von Autorinnen und Autoren gewürdigt, deren Filme für Probleme in Ländern des Südens sensibilisieren, die aber auch Ansätze zur Veränderung aufzeigen und einen Perspektivwechsel ermöglichen.
Der Eine-Welt-Filmpreis NRW, der vom Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes Nordrhein Westfalen gestiftet wird, ist mit 3.000 €, 2.000 € und 1.000 € dotiert. Die Preisverleihung am Mittwoch den 17.06.2009 in Köln nahm Minister Armin Laschet vor.
Memory Books - Damit du mich nie vergisst, ist ein Film von Christa Graf. Der Film, der in ungewöhnlicher Nähe zu seinen Protagonistinnen entstanden ist, zeigt ein unkonventionelles Projekt in Uganda, das aidskranke Mütter dazu anregt, zusammen mit ihren Kindern Erinnerungsbücher zu schreiben. Und er zeigt, wie Mütter und Kinder im Prozess des Erinnerns und Schreibens unerwartete Stärke und Trost finden.

Neue DHIVA erschienen
Die neue DHIVA ist erschienen mit Artikeln u.a. zu den Themen St. Gallen: Kongress-Vorschau aus Community-Sicht - Ausgegrenzt: Stigma im Krankenhaus? – Interview: Was denkt eigentlich mein Virus? Der Papst: Fachmann für Sex und Kondome? – Besser leben: Tipps für Essen und Genießen - Außerdem gibt es wieder jede Menge Buch-Tipps, einen Reisebericht aus Asien und Neues aus der Netzwerk-Arbeit. Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).


T E R M I N E  U N D  F O R T B I L D U N G E N

HIV und Gehirn, Frauenspezifische Aspekte bei Neuro-Aids
Einladung zur Fachveranstaltung am 22. Juli 2009 in Oberhausen Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie im Einladungsflyer.

POSITHIV HANDELN NRW / Landesweite Positiventreffen 2009
„Positiv in NRW-leben im Schlaraffenland?“
Einladung zum landesweiten Positiventreffen von POSITHIV HANDELN vom 14. bis 16. August 2009, in der Akademie Biggesee in Attendorn.
Keiner weiß genau wie es um die Situation von HIV-positiven Menschen in NRW wirklich bestellt ist. Wie lebst Du? Hat sich deine Situation verbessert oder verschlechtert? Wir wollen es wissen! Es gibt zu wenig Informationen über die Lebenssituation von Menschen mit HIV und Aids in NRW und in Deutschland. Viele Angebote von Aidshilfe werden von Positiven nicht mehr genutzt, bzw. bestehen nicht (mehr). Perspektivisch soll dies mit Hilfe einer bundesweiten Umfrage, die sich hauptsächlich auf das Internet stützt, verbessert werden. Auf unserem Treffen sollen möglichst viele Positive aus NRW aus möglichst unterschiedlichen Lebenszusammenhängen und -verhältnissen zusammenkommen und von Ihrem Leben berichten. Auch Du!! Moderiert und geleitet wird das Treffen von Dominic Frohn, Diplom Psychologe aus Köln, der mit der Kompassnadel 2009 (Schwules Netzwerk NRW e.V.) ausgezeichnet wurde. Weitere Informationen zum Treffen und alle weiteren Termine der landesweiten Positiventreffen 2009 und der Landesarbeitsgemeinschaft POSITHIV HANDELN finden Sie unter www.posithivhandeln.de.

Eltern haben Fragen
Mutter oder Vater zu sein ist oft eine Herausforderung. Wenn ein Elternteil oder beide HIV-infiziert sind, entstehen besondere Fragen. Die Veranstaltung für HIV positive Mütter und Väter findet am 20. August 2009, 18.30- 21.00 Uhr in der Aids-Hilfe Köln statt. Weitere Informationen finden Sie im Flyer.

Alles Rund um die HIV-Therapie.
Diese Veranstaltung für HIV positive Frauen und Berater/innen im Rahmen der frauenspezifischen Rundreise der Deutschen AIDS-Hilfe e.V. findet am 29. August 2009, 10.00- 17.00 Uhr in der Aids-Hilfe Köln statt. Weitere Informationen finden Sie im Flyer.

Run of Colours am 22. August 2009 zugunsten der Aidshilfe Köln
Alle, die gerne laufen, können sich jetzt auf www.run-of-colours.de für den ersten Run of Colours anmelden. Der Charitylauf in Köln steht unter der Schirmherrschaft von Jürgen Roters, Vorsitzender des Kölner Vereins für Marathon (Köln Marathon), und startet zum ersten Mal am 22. August 2009. Die Läuferinnen und Läufer unterstützen mit ihren Startgeldern Aidsaufklärung und Hilfsangebote für Menschen mit HIV und Aids. Weitere Informationen zum Run of Colours sind online unter www.run-of-colours.de zu finden.


Seminarankündigung der Akademie Waldschlösschen
Gut oder gut gemeint? Angebote für Frauen in der Aidsarbeit
Nicht allen Frauen mit HIV fällt der Weg in die Aidshilfe oder Beratungsstelle leicht. Manche Angebote bleiben völlig ungenutzt, andere schlafen schnell wieder ein. Was brauchen Frauen, um den Weg in die Aidshilfe zu finden? Was sind attraktive Angebote? Was können Beraterinnen tun, um mit ihren Angeboten der Vereinzelung von Frauen mit HIV entgegen zu wirken? Wie lässt sich regionale Vernetzung optimieren - auch für und mit Migrantinnen? Die Veranstaltung findet vom 7. - 9. September 2009 in der Akademie Waldschlösschen statt. Hier finden Sie die Ausschreibungsunterlagen.

Seminarankündigungen der Deutschen AIDS-Hilfe
"HIV/Aids und Familiensysteme (Positiv leben mit Kindern) II" vom 18.-20.09.2009
Die Lebenssituation HIV-positiver Mütter und Väter wird durch Probleme mit der eigenen Gesundheit und die Sorge um ihre HIV-positiven Kinder erschwert. Hinzu kommt, dass HIV-positive Frauen sehr viel häufiger alleinerziehend sind, als dies durchschnittlich der Fall ist. In diesem Seminar erhalten HIV-positive Mütter und Elternpaare die Möglichkeit, sich über ihre besondere Lebenslage, ihre Wünsche und Bedürfnisse sowie ihre Strategien zum Umgang mit Krankheit, Alltagsproblemen und Kindererziehung auszutauschen. Ziel ist es, die zum Teil sehr vereinzelt lebenden Frauen und Elternpaare miteinander zu vernetzen und ihre Selbsthilferessourcen zu stärken. Hier finden Sie die Ankündigung und das Anmeldeformular.

"Streetwork für Frauen II" vom 09.-11.10.2009
Das Arbeitsfeld „Streetwork bei Sexarbeiterinnen“ wird wesentlich dadurch bestimmt, in welchen Bereichen des Sexgeschäfts man unterwegs ist und wer aufgesucht wird. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Zahl sehr junger Sexarbeiterinnen – sowohl deutscher als auch nicht deutscher – seit einigen Jahren zunimmt. Wie sich der Zugang zu den Frauen gestaltet, ist nicht zuletzt durch die Haltung der Streetworkerinnen und ihren Bezug zu Sexualität und Sexarbeit bestimmt. Dieses Fortbildungsangebot zur Steigerung der Qualität von Streetwork besteht aus zwei Seminaren mit je eigenen thematischen Schwerpunkten. Im ersten Seminar, das unabhängig von diesem besucht werden konnte, stand die Reflexion der eigenen Rolle als Streetworkerin und der eigenen Haltung zu Sexualität und Sexarbeit im Mittelpunkt. In diesem zweiten Seminar geht es schwerpunktmäßig um interkulturelle Sexualpädagogik und der Frage des Zugangs zu Migrantinnen. Hier finden Sie die Ankündigung und das Anmeldeformular.

Sexworkerinnen aus neuen EU-Ländern in Deutschland
Ein Praxisworkshop vom 22.-24.10.2009 zu den Aspekten Erscheinungsformen, soziale und gesundheitliche Angebote, Kooperationen mit Herkunftsländern. Weitere Informationen finden Sie im Einladungsflyer.


Der nächste Newsletter erscheint am 4. August 2009.
Ich freue mich über interessante Berichte, Veranstaltungshinweise etc. Bitte senden Sie diese per Mail an: petra.hielscher@nrw.aidshilfe.de.

 
 
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