Nr. 13 vom 24. Juni 2009

Liebe Leserinnen und Leser,

große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus: wir stehen kurz vor dem Christopher Street Day, dessen Feiern bereits vor vier Wochen in Düsseldorf begonnen haben. 40 Jahre nach dem Aufstand von Schwulen und Transgendern gegen eine gewalttätige Razzia der Polizei vor der Bar Stonewall Inn in der New Yorker Christopher Street am 28. Juni 1969 denken wir an die Geburtsstunde der Emanzipation von Schwulen, Lesben und Transgendern mit großen Veranstaltungen in Bielefeld, Dortmund, Duisburg, Essen, Iserlohn, Siegen und in Köln am übernächsten Wochenende.

„Unsere Freiheit hat Geschichte“ lautet das Motto des Colognepride, der vom 3. Bis 5. Juli seinen Höhepunkt erlebt. Die Aidshilfen denken dabei sowohl an die homosexuelle Emanzipationsgeschichte als auch an das Leben mit HIV und Aids seit über 25 Jahre. Auf vieles, was die Schwulen- und Lesbenbewegung sowie die Aids- und Selbsthilfe hier bei uns erreicht haben, dürfen wir mit Recht stolz sein. Dieser Stolz verpflichtet uns aber auch, weiterhin für unsere Rechte zu streiten und für die anderer einzutreten.

Die AIDS-Hilfe NRW lädt gemeinsam mit dem Schwulen Netzwerk NRW zum CSD-Empfang im Kölner Gürzenich ein. Er findet am Samstag, 4. Juli 2009 um 12 Uhr statt. Wir freuen uns über die Anwesenheit vieler Vertreterinnen und Vertreter aus der Aids- und Selbsthilfe sowie über die zahlreicher Prominenter aus Politik, Kultur und Sport auf Kommunal-, Landes- und Bundesebene. Neben einem abwechslungsreichen Programm, in dessen Mittelpunkt die Überreichung der Kompassnadel des Schwulen Netzwerks an Dr. Theo Zwanziger, Präsident des DFB, und an die Ehrenamtlichen Katharina Kroll und Dominic Frohn von SchLAu NRW und der Kampagne „Schule der Vielfalt – Schule ohne Homophobie“ stehen wird, freuen wir uns auf viele Gespräche mit unseren Gästen. Kurzfristige Anmeldungen sind noch bei Ute Hummler (hummler@schwules-netzwerk.de) möglich.

Herzlich Willkommen im Kölner Gürzenich, am Stand der AIDS-Hilfe NRW und des Schwulen Netzwerks NRW auf dem Straßenfest (voraussichtlich wie immer hinter dem Gürzenich am Quatermarkt) oder am Rande der Parade, in der sich unsere Kampagne Herzenslust gemeinsam mit der DAH-Kampagne „Ich weiß was ich tu“ mit einem über zehn Meter langen beeindruckenden Truck präsentieren wird! Feiern Sie mit und unterstützen Sie unsere Anliegen – denn: „Unsere Freiheit hat Geschichte“.

Guido Schlimbach | Pressesprecher




MENSCHEN MIT HIV/AIDS

Keine Strafbare Handlung trotz ungeschützten Geschlechtsverkehrs bei bekannter HIV-Infektion
Ein Urteil des AG Nürtingen vom 10. März 2008 diente der Einschätzung der Strafbarkeit (StGB §§ 223, 224 Abs. 1 Nr.5) des ungeschützten Geschlechtsverkehrs bei bekannter HIV-Infektion und bestehender Medikation. Es geht davon aus, dass sofern eine HIV-positive Person (durch medikamentöse Behandlung) eine Viruslast von null hat, diese nach medizinischen Gesichtspunkten nicht ansteckend ist und ein von dieser Person ausgeübter ungeschützter Geschlechtsverkehr daher nur als untauglicher Versuch einer Straftat anzusehen ist. Ein Artikel aus der Fachpresse zum Thema finden Sie hier (PDF-Datei), das Urteil finden Sie hier (PDF-Datei).


SCHWULE PRÄVENTION

Veranstaltungen des Centrum Schwule Geschichte
Gerne machen wir auf zwei Veranstaltungen des Centrum Schwule Geschichte in Köln aufmerksam. Am Freitag, 26. Juni 2009 hält Andreas Pretzel von der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft einen Vortrag zum Thema „Die schwierige Geburt der sexuellen Menschenrechte“. Beginn 19.30 Uhr im RUBICON, Rubensstraße 8-10, 50676 Köln. Der Gedankgang „Laufend erinnern“ beginnt am Samstag, 27. Juni 2009 um 15 Uhr am Rudolfplatz, mehr dazu finden Sie hier (PDF-Datei).

Männer tanzen weiter auf Carl - „Carl’s – Das OriGAYnal“
In der Zeche Carl wird es weiterhin eine schwule Party für Essen und das Ruhrgebiet geben: Die AIDS-Hilfe Essen ist nun Veranstalter der monatlichen Party  „CARL’S – DAS OriGAYnal“ jeden zweiten Samstag Monat (Termine: 11. Juli, 8. August, 12. September, 10. Oktober, 14. November, 12. Dezember). Den Flyer zur Veranstaltung finden Sie hier (PDF-Datei).


YOUTHWORK

JugendAidsTag 2009- Aktionstag und Jugendfilmtage vom 26.-30. Juni 2009
Am 26. Juni heißt es wieder mitgemacht auf dem Friedenplatz, wenn die Aids-Hilfe Bonn e.V. und andere Träger Aktionen rund um das Thema HIV/Aids und sexuelle Gesundheit präsentieren. In Zusammenarbeit mit dem Amt für Kinder, Jugend und Familie der Stadt Bonn und dem Kinopolis werden dann an zwei Tagen kurz vor den Sommerferien „Juno“, „Mein Freund aus Faro“, „Memory Books“ und „LIEBE!“ gezeigt. Das Plakat finden Sie hier (JPG-Datei).


FRAUEN & AIDS

Nachlese Nr. 2 zur Verleihung Bundesverdienstkreuzes an Cori Obst
Am 27. Mai 2009 wurde Cori Obst der Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. In ihrer Rede reflektierte sie das heutige Leben mit HIV auf dem Hintergrund der Artikel 1 und 3 des Grundgesetzes, das am 23. Mai 1949 – also vor 60 Jahren - in Kraft trat. Mehr lesen Sie hier (PDF-Datei).

HIV und Gehirn – Frauenspezifische Aspekte bei Neuro-Aids
AIDS-Hilfe NRW e.V. und XXelle Ruhrgebiet laden ein zur Fachveranstaltung am 22. Juli 2009 in der AIDS-Hilfe Oberhausen. Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).


DROGEN & AIDS

Drogenkonsumraum in Berlin musste geschlossen werden
Fixpunkt e.V. musste den "Druckraum am Kotti" schließen. Nun sind Nachteile für die Berliner Suchthilfe zu befürchten, denn ein neuer Druckraum ist noch nicht in Sicht. Der Konsumraum wurde von der Zielgruppe gut frequentiert, so dass die Szene nun unkontrolliert in andere Bereiche abwandern wird. In NRW gibt es an elf Orten Konsumräume, die nach festgelegten Standards ihren Beitrag dazu leisten das Drogenproblem im öffentlich sichtbaren Raum zu lösen. Die Reduktion von Störungen der öffentlichen Ordnung und die Verbesserung des Gesundheitszustandes sogenannter "User" sowie deren soziale Integration sind Erfolge, die es zu bewahren und nicht nur im Sinne der HIV/AIDS-Prävention auszubauen gilt. Artikel aus der Berliner Tagespresse finden Sie hier (PDF-Datei). Ein Interview mit Dirk Schäffer, Referent Drogen und Strafvollzug bei der Deutschen AIDS-Hilfe ist unter www.tvb.de zu finden. Hintergrundinformationen zum Thema Drogenkonsumräume finden Sie unter www.indro-online.de oder www.konsumraum.de.

Motto für den 21. Juli 2009: Menschenwürde in der Drogenpolitik
Der diesjährige nationale Gedenktag für verstorbene Drogengebraucherinnen und Drogengebraucher am 21. Juli 2009 steht unter dem Motto "Menschenwürde in der Drogenpolitik - ohne Legalisierung geht es nicht!". Der Protest-, Aktions- und Trauertag wird das lange erwartete positive Votum des Bundestags zur Diamorphinvergabe zum Anlass nehmen Bilanz zu ziehen, was sich seit dem ersten Gedenktag in der Drogenpolitik positiv entwickelt hat - und was in Zukunft noch zum Positiven zu verändern ist. Mehr finden Sie hier (PDF-Datei).

Neue Veröffentlichung in der INDRO-Buchreihe: "Akzeptanz"
In diesem 47. Band der Reihe „Studien zur qualitativen Drogenforschung und akzeptierenden Drogenarbeit“ wird das Expertenwissen, auf welches Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter im Zuge ihres Handelns in der Praxis akzeptierender Drogenarbeit zurückgreifen, untersucht. Weiter wird das in der Professionsliteratur vorhandene Wissen über Akzeptanz untersucht, um dann die jeweiligen Ergebnisse einander gegenüberzustellen. „Akzeptanz" als Deutungsmuster in der Drogenarbeit. Eine qualitative Untersuchung über die Entstehung und Verwendung von Expertenwissen“ von Ursula Unterkofler, erschienen im Verlag für Wissenschaft und Bildung. Berlin 2009, 152 Seiten, € 26,00 (ISBN 978-3-86135-260-0).

Fortbildung zur Genderperspektive von der Landeskoordination Integration NRW
Die Integration der Genderperspektive in die unterschiedlichen Arbeitsfelder des Suchthilfesystems ist eine komplexe Aufgabe, bei der alle Akteurinnen und Akteure zu beteiligen sind. Daher bietet die Drogenhilfe Köln e.V. als Projektträger der Landeskoordination Integration NRW am 11./12. November 2009 in Köln eine Fortbildung 'Genderperspektiven im Arbeitsfeld Sucht' an. Nähere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).


STRAFVOLLZUG

Ombudsmann für den Strafvollzug fordert gezielte "Staffelübergabe" bei Gefangenen von der Haft "ins Leben"
In den ersten 14 Tagen nach der Entlassung sei das Selbsttötungsrisiko dreimal höher als während der Haftzeit, daher sei die Übergangszeit in die Freiheit besser fachlich zu begleiten. Auch die Zustände in NRW-Gefängnissen seien weiterhin deutlich verbesserungsbedürftig, aus Sicht des Gefängnispersonals wie auch aus Sicht der Gefangenen. Das stellte der Ombudsmann für den Strafvollzug im Zusammenhang mit seinem zweiten Jahresbericht fest. Vgl. NEWS vom 9. April 2009 unter www.ahnrw.de. Einen Beitrag im Kölner Stadtanzeiger finden Sie hier (PDF-Datei), in Der Westen hier (PDF-Datei).


TRANSKULTURELLE ORIENTIERUNG

Interkulturelle Wochen "Misch mit", 26. Oktober – 7. November 2009, Köln
Die Interkulturelle Woche findet vom Montag, den 26. Oktober bis zum Samstag, den 07. November 2009 in Köln statt. Aufgrund der hohen Resonanz in den letzten Jahren ist die Interkulturelle Woche auf zwei Wochen verlängert worden. Die Eröffnungsveranstaltung wird am 26. Oktober 2009 im großen Sendesaal des WDR stattfinden. Der Abgabeschluss für die Anmeldungen der Veranstaltungen ist am 1. August 2009. Bei Interesse melden Sie sich daher bitte umgehend an. Das Anmeldeformular können Sie unter www.interkulturelle-woche-koeln.de herunterladen.

Diakonie und Caritas fordern Nachbesserungen beim Bleiberecht
Caritas und Diakonie haben einen Erfahrungsbericht zu den Altfallregelungen von November 2006 und August 2007 zusammengestellt. Von den rund 110.000 Menschen, die Ende 2006 seit mindestens sechs Jahren mit einer Duldung in Deutschland lebten, hat nur etwa die Hälfte eine vorläufige Aufenthaltsgenehmigung erhalten. Viele müssen befürchten, wieder in die Duldung zurückzufallen oder abgeschoben zu werden, wenn ihre Aufenthaltserlaubnis Ende 2009 ausläuft. Beide Verbände fordern u.a., dass kranken Menschen auch ohne eigenständige Lebensunterhaltssicherung ein dauerhaftes Aufenthaltsrecht gewährt werden muss. Die Pressemeldung finden Sie hier (PDF-Datei), den Erfahrungsbericht finden Sie hier (PDF-Datei).


VEREINSMANAGEMENT / FORTBILDUNG / FINANZEN / PERSONAL

Veranstaltungskalender der AIDS-Hilfe NRW, Juli/August 2009
Fortbildungsveranstaltungen der AIDS-Hilfe NRW, ihrer Mitglieder, der Deutschen AIDS-Hilfe, der Paritätischen Akademie und andere interessante Angebote für die kommenden zwei Monate finden Sie hier (PDF-Datei).

Seminarangebot des PARITÄTISCHEN zum trägerübergreifenden persönlichen Budget nach § 17 SGB IX
Seit fast zwei Jahren besteht nun der Rechtsanspruch auf ein trägerübergreifendes persönliches Budget nach § 17 SGB IX (Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen). Dennoch besteht Unwissenheit und Unsicherheit im Umgang mit dieser Finanzierungsform, die die Nutzung dieser Alternative zur bisher vorherrschenden Sachleistung verhindern. Daher bietet die Paritätische Akademie im Paritätischen Bildungswerk LV NRW e.V. hierzu ein Tagesseminar an. Darin geht es zunächst um Grundlagenwissen zu budgetfähigen Leistungen, zum Antragsverfahren und zur Zielvereinbarung. Im Anschluss werden die Vor- und Nachteile für die Betroffenen, Veränderungsnotwendigkeiten für soziale Dienstleister und vor allem die Möglichkeiten in der Praxis Thema sein. Die Referentin, Heike Brüning-Tyrell, war lange Jahre in der Beratung von Organisationen der Behinderten- und Behindertenselbsthilfe beim Paritätischen LV NRW tätig und vertritt seit mehreren Jahren auch Menschen mit Behinderungen als selbstständige Rechtsanwältin in Köln. Nähere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).

Selbstbestimmung und gleichberechtigte Teilhabe durch Vielfalt und Innovation in der Eingliederungshilfe
Nach einjähriger Diskussion in den einschlägigen Facharbeitskreisen des Verbandes und einer abschließenden Beschlussfassung des Landesvorstandes stellt der Paritätische NRW seine „Eckpunkte zur Diskussion um die Zukunft der Eingliederungshilfe“ zur Verfügung. Damit gibt der Verband einen umfassenden Überblick über die notwendigen konzeptionellen Grundlagen für eine bedarfsgerechte Bestandssicherung und Weiterentwicklung in der Eingliederungs- und Behindertenhilfe in NRW. Die 24-seitige Broschüre ist unter www.paritaet-nrw.org zu finden oder per Bestellung beim Paritätischen NRW, Fachgruppe Sozialbetriebe, Loher Straße 7, 42283 Wuppertal, ulla.plagge@paritaet-nrw.org.


VERSCHIEDENES

Hinweis der AIDS-Hilfe Olpe
In unserem Rundbrief vom 27. Mai 2009 hatten wir auf ein Angebot der Fa. TONER-EXPRESS hingewiesen, die gemeinnützigen Organisationen günstig fabrikfrische Tintenpatronen und Tonern aus Lagerbeständen anbot. Die AIDS-Hilfe Olpe warnt vor der Zusammenarbeit mit dieser Firma, da die Ware keinesfalls Originalware sei und demnach auch nicht kostengünstig. Wir bedauern das sehr und werden zukünftig sehr kritisch mit derartigen Angeboten umgehen.

Mitarbeiter für Prävention (50% einer Vollzeitstelle) in Karlsruhe gesucht (Bewerbungsfrist 31. Juli 2009)
Die AIDS-Hilfe Karlsruhe e.V. sucht einen Mitarbeiter für Prävention (50% einer Volzeitstelle) mit den Schwerpunkten Vor-Ort-Arbeit in der schwulen Szene, Durchführung und Organisation von zielgruppenspezifischen Angeboten, Durchführung und Organisation von Infoveranstaltungen im Jugendbereich und Mitarbeit bei Veranstaltungen im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit. Mehr erfahren Sie hier (PDF-Datei).

Der nächste Newsletter erscheint am 8. Juli 2009
Wir freuen uns über interessante Berichte, Veranstaltungshinweise etc. Bitte senden Sie diese per Mail an: newsletter@nrw.aidshilfe.de. Redaktionsschluss für die kommende Ausgabe ist der 6. Juli 2009.

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