Nr. 21 vom 15. Oktober 2008

Liebe Leserinnen und Leser,

"Den Dialog ermöglichen - den Mut haben, ihn zu führen!", unter diesem Motto diskutierten am Samstag, den 11. Oktober 2008, in Bochum über 100 Expertinnen und Experten aus Medizin, Politik, Verwaltung, Aidshilfe und Positivenselbsthilfe auf der Fachtagung HIV-KONTROVERS 2008 über spezifische Fragen zu aktuellen Themen rund um HIV und Aids. Als Veranstalter (gemeinsam mit der Deutschen AIDS-Gesellschaft und dem Kompetenznetz HIV/AIDS) freuen wir uns natürlich darüber, dass das neue Tagungskonzept aufging, aktuelle Themen aus unterschiedlichen Perspektiven kontrovers zu diskutieren. Die acht vorbereiteten Kontroversen fanden großes Interesse bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Die thematischen Schwerpunkte der einzelnen Diskussionen waren unter anderem die unterschiedlichen Anforderungen an die stationäre und ambulante Versorgung in der heutigen Zeit, die unterschiedlichen Interessen bei der Durchführung medizinischer Studien und Forschungen zu HIV sowie verschiedene Aspekte zur medizinischen Versorgung von Menschen mit HIV und Aids. Auch regionalpolitische Fragen, wie die Kommunalisierung der Aidshilfeförderung in Nordrhein-Westfalen, wurden nicht ausgespart.

Besonderes Interesse fand die Frage, wie mit den Empfehlungen der Eidgenössischen Kommission für Aidsfragen (EKAF) der Schweiz umzugehen sei und welche Konsequenzen dies für die zukünftige Präventionsarbeit habe. Prof. Dr. Pietro Vernazza, Sprecher der EKAF, verteidigte die EKAF-Stellungnahme, dass unter der Voraussetzung einer erfolgreichen antiretroviralen Therapie und ohne Vorliegen anderer sexuell übertragbaren Infektionskrankheiten eine sexuelle Übertragung von HIV nicht stattfinde bzw. unwahrscheinlicher sei als bei der Verwendung von Kondomen ohne HIV-Behandlung. Auch wenn innerhalb des Forums niemand dieser Aussage widersprechen wollte, wies sein Diskussionspartner, der Medizinjournalist Bernd Vielhaber, darauf hin, in der HIV-Prävention dennoch nicht auf die Benutzung von Kondomen verzichten zu können, wenn man sich nicht auf "Treu und Glauben" einlassen wolle.

Prof. Dr. Norbert Brockmeyer, Sprecher des Kompetenznetzes HIV/AIDS, zeigte sich sehr zufrieden, dass im Laufe der Veranstaltung immer mehr kontroverse Standpunkte zutage getreten seien und man den Mut gehabt habe, diese auch zu äußern. Die Tagung habe wichtige exemplarische Auseinandersetzungen befördert, die über den Themenkreis Aids hinaus von Bedeutung seien. Klaus-Peter Hackbarth, Landesvorsitzender der AIDS-Hilfe NRW, schloss sich dieser Einschätzung an und betonte, wie wichtig gerade die kontroverse Diskussion für eine zeitgemäße Aidsarbeit und deren Weiterentwicklung sei.

Eröffnet wurde die Veranstaltung mit Grußworten der Oberbürgermeisterin der Stadt Bochum, Ottilie Scholz, und des Aidskoordinators des Landes Nordrhein-Westfalen, Dirk Lesser, vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales. Die Ergebnisse der Fachtagung sowie der Verlauf der einzelnen Kontroversen werden in Kürze im Internet unter www.hiv-kontrovers.de veröffentlicht.

Dirk Meyer
Landesgeschäftsführer

 

VERBAND / LOBBY

AIDS-Hilfe NRW im Haushalts- und Finanzausschuss des Landtags NRW am 16. Oktober 2008
Der Haushalts- und Finanzausschuss hat beschlossen, am 16. Oktober 2008 eine öffentliche Anhörung von Sachverständigen zu dem Haushaltsgesetzentwurf der Landesregierung für das Jahr 2009 durchzuführen. Als Sachverständiger ist auch Dirk Meyer, Landesgeschäftsführer der AIDS-Hilfe NRW, eingeladen. Die AIDS-Hilfe NRW hat vorab schriftlich zu zwei Themenschwerpunkten Stellung genommen: "Drogenproblematik in den Justizvollzugseinrichtungen" sowie "Kommunalisierung der Landesmittel für die Aidshilfe". Die schriftliche Stellungnahme finden Sie hier (PDF-Datei).

Dr. Walter Döllinger ist der neue Staatsekretär im MAGS
Seit dem 1. Oktober 2008 ist das Amt des Staatssekretärs im Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen wieder besetzt. Dr. Walter Döllinger (JPG-Datei) (58) hat sein Büro im Hause von Minister Karl-Josef Laumann bezogen. Der promovierte Kaufmann war bis zuletzt als Programmdirektor beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt tätig. Nach seinem Studium begann Döllinger als Referent beim Bundesministerium für Bildung und Forschung. Nach und nach stieg er in der Ministerialhierarchie auf; von 1998 bis 2002 leitete er die Abteilung "Gesundheit und Bio-Wissenschaften". Döllinger folgt als Staatssekretär Prof. Stefan Winter, der Anfang Juli seinen Rücktritt erklärt hatte.


MENSCHEN MIT HIV/AIDS

Landesweites Positiventreffen am 24. bis 26. Oktober 2008 in Attendorn
Das Thema des nächsten Positiventreffen vom 24. bis 26. Oktober 2008 der Landesarbeitsgemeinschaft POSITHIV HANDELN NRW in der Akademie Biggesee, in Attendorn, ist "HIV und Strafrecht und die Auswirkungen auf die Prävention". Referent wird Jacob Hösl, Rechtanwalt aus Köln, sein. Weitere Informationen zum Treffen und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie unter www.posithivhandeln.de.

Treffen der LAG POSITHIV HANDELN NRW am 14. November 2008 in Köln
Die Einladung und Anmeldeunterlagen zum Treffen der Landesarbeitsgemeinschaft POSITHIV HANDELN NRW am 14. November 2008 in der AIDS-Hilfe NRW finden Sie hier (PDF-Datei).

AIDS-Hilfe Münster: Informationsabend "Älter werden mit HIV" am 25. November 2008 in Münster
Im Zeitalter des "neuen Aids" ist die HIV-Infektion eine andere Erkrankung geworden. Die Lebenserwartungen von Menschen mit und ohne HIV haben sich erheblich angenähert. Deshalb stellt sich zunehmend die Frage, wie sich diese chronische Infektion in einem Alter auswirkt, in dem Menschen grundsätzlich häufiger krank werden. Mehr über den Info-Abend für Menschen mit HIV und ihre Angehörigen erfahren Sie hier (PDF-Datei) .

SchwIPS e.V. | AIDS-Hilfe Köln: Workshops für HIV-Positive, Mitte November 2008
Die Workshops richten sich an HIV-Positive, aber auch an Interessierte, die in entspannter Atmosphäre etwas für ihre Gesundheit tun wollen. Unter den Stichpunkten Check-Relax (Flyer, JPG-Datei) und Check-Aktiv (Flyer, JPG-Datei) werden verschiedene Kurse zur Entspannung bzw. zur Aktivierung angeboten. Die dazugehörige Pressemeldung finden Sie hier (PDF-Datei) .

Deutsche AIDS-Hilfe: HIV- und Syphilis- Neudiagnosen, 1. Halbjahr 2008
Eine Aufarbeitung der Zahlen des Robert-Koch-Institutes (RKI) zu HIV- und Syphilis- Neudiagnosen im 1. Halbjahr 2008 durch die Deutsche AIDS-Hilfe finden Sie hier (PPT-Datei). Ebenso anbei finden Sie die Zahlenauswertung des RKI zu HIV (PDF-Datei). Leider hat sich in diese Datei ein Fehler auf Seite 4, Abb. 2 eingeschlichen; der Fehler ist markiert. Den dazugehörigen RKI-Kommentar finden sie hier (PDF-Datei).

Interessenvertretung für pflegende Angehörige
(Aus: Newsletter Nr. 20/2008 (10. Oktober 2008) von wegweiser-buergergesellschaft.de:) Die Anzahl pflegebedürftiger sowie pflegender Menschen ist in den letzten Jahren enorm gestiegen. Unter dem Namen "Wir pflegen" hat sich nun die erste bundesweite Interessenvertretung für pflegende Angehörige in Deutschland gegründet. Die Interessenvertretung will bundesweit das Gemeinsame aller pflegenden Angehörigen und FreundInnen nach außen vertreten und auf Bundes-, Länder- und Regionalebene die unterschiedlichen Organisationen und Initiativen zusammenführen. Mehr erfahren Sie unter www.wir-pflegen.net. Der Zusammenschluss ist entstanden aus dem internationalen Forschungsprojekt zur Situation pflegender Angehöriger – EUROFAMCARE (www.uke.uni-hamburg.de/extern/eurofamcare-de).

Empfehlungen zur spezialisierten ambulanten Palliativversorgung gem. § 132d SGB V
Der AOK Bundesverband hat am 29. Juli 2008 zu den mit den anderen Kassen abgestimmten Gemeinsamen Empfehlungen zur spezialisierten ambulanten Palliativversorgung nach § 132 d SGB V eine Presseerklärung (PDF-Datei) veröffentlicht. Die Empfehlungen (PDF-Datei) sollen bundesweit einheitliche Anforderungen an die Leistungserbringer und einheitliche Vorgaben an die Qualitätssicherung der Leistungserbringung gewährleisten. Die Krankenkassen können nun auf dieser Basis mit spezialisierten Leistungserbringern Verträge zur Versorgung schwerstkranker sterbender Menschen zu Hause oder im Pflegeheim schließen.

Berücksichtigen müssen sie dabei die SAPV-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (PDF-Datei). In NRW liegt mit dem bereits bestehenden Vertrag gem. §§ 132, 132a Abs. 2 SGB V ein Vertrag für die Umsetzung von Palliativversorgung vor, der aktuell mit den Kassen neu verhandelt werden soll und an die geänderten gesetzlichen Regelungen anpasst wird.


SCHWULE PRÄVENTION


Landesarbeitsgemeinschaft HERZENSLUST NRW am 15. November 2008 in Düsseldorf
Das nächste Treffen der LAG HERZENSLUST NRW findet am 15. November 2008 in den neuen Räumen der AIDS-Hilfe Düsseldorf statt. Schwerpunktthema wird unter anderem "Neue Erkenntnisse in der Grundlagenforschung - neue Ansätze in der Prävention", im Rahmen der medizinischen Rundreise der Deutschen AIDS-Hilfe, sein. Weitere Informationen und die Anmeldeunterlagen finden Sie hier (PDF-Datei).

"Dialog: posit(h)iv" am 5. Dezember im KCR Dortmund

Das Schwulenzentrum KCR Dortmund und die Landesarbeitsgemeinschaft POSITHIVHANDELN NRW laden zu einer gemeinsamen Veranstaltung nach Dortmund ein! Unter dem Motto "Dialog: posit(h)iv" sollen HIV-positive und negative (bzw. ungetestete) schwule Männer über die Bedeutung von HIV und Aids in der Community diskutieren und sich darüber austauschen, welche Rolle HIV heute noch für schwule Männer hat. Weitere Infos finden Sie hier (PDF-Datei).

Neues Beratungs- und (Schnell)Testangebot in Köln

In den neuen Räumen von Checkpoint, Pipinstraße 7, in Köln, bieten Check Up und Checkpoint ab 20. November 2008 in der Zeit von 19.00 bis 22.00 Uhr, wöchentlich ein anonymes Beratungs- und (Schnell)Testangebot an. Weitere Infos finden Sie hier (PDF-Datei) oder unter www.schnell-test.de.

www.sexrisiko.de für den Bundeswettbewerb Aidsprävention nominiert
Erstmalig werden in diesem Jahr neuartige, außergewöhnliche und nachahmenswerte Projekte der Aidsprävention nominiert und am 28. Oktober 2008 in Berlin prämiert! Zu den dreizehn nominierten Projekten, die die Jury für die enge Auswahl für Prämierungen vorschlägt, gehört auch das Projekt "sexrisiko.de" von Checkpoint (SchwIPS e.V.) und Check Up (AIDS-Hilfe Köln e.V.) Die Presseinfo der AIDS-Hilfe Köln finden Sie hier (PDF-Datei) .

IWWIT startete am 13. Oktober 2008

Die Kampagne "Ich weiss was ich tu" der Deutschen AIDS-Hilfe ist nun offiziell gestartet. Diese Kampagne, die mit Herzenslust Hand in Hand gehen möchte, ermöglicht noch einmal eine Verstärkung der Präventionsarbeit bei MSM. Neben inhaltlichen Inputs können für die Arbeit vor Ort auch eine Vielzahl von Materialien eingesetzt werden. Weitere Informationen finden sich in der Presseerklärung hier (PDF-Datei) und unter www.iwwit.de.


JUGEND

Rosa Strippe Bochum: Presseerklärung "Schule ohne Homophobie"
Das Netzwerk schwul-lesbischer Aufklärung (SchLAu NRW) und die Landeskoordination der Anti-Gewalt-Arbeit für Lesben und Schwule in NRW starten am 15. Oktober 2008 in Kooperation mit Rosa Strippe e.V. und OB Dr. Ottilie Scholz als Schirmherrin in Bochum das NRW-weite Projekt "Schule ohne Homophobie – Schule der Vielfalt" mit einer frei geschalteten Internetpräsenz. Mehr erfahren Sie hier (PDF-Datei).

Fachtagung Prävention 2009: Welche Sexualitätsbegleitung brauchen Jugendliche heute? am 3. Dezember 2008 in Unna
Am 3. Dezember 2008 veranstaltet die AIDS-Hilfe im Kreis Unna in Kooperation mit dem Institut für Sexualpädagogik eine sexualpädagogische Fachtagung für Fachkräfte aus den Bereichen der Jugendhilfe, Jugendbildung und Schule. Mehr erfahren Sie hier (PDF-Datei).

Filmprojekt "Gegengewicht": Presseerklärung der AIDS-Hilfe Bergisch Gladbach zur Nominierung und DVD-Angebot mit Bezugsadresse
Dass die Jugendgruppe "A-Team" der AIDS-Hilfe Bergisch Gladbach mit dem Filmprojekt "Gegengewicht" zu den dreizehn Nominierten des Bundeswettbewerbs Aidsprävention gehört, hatten wir im letzten Newsletter schon bericht. Die dazugehörige Pressemitteilung der AIDS-Hilfe Bergisch Gladbach inklusive des Angebotes des Films auf DVD, jetzt auch mit der Bezugsadresse, finden Sie hier (PDF-Datei).


FRAUEN & AIDS


Sprecherinnenwahl bei der Landesarbeitsgemeinschaft Frauen und Aids in NRW

Die Landesarbeitsgemeinschaft Frauen und Aids in NRW wählte am 20. September 2008 zwei neue Sprecherinnen und gratuliert beiden herzlich! Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).


STRAFVOLLZUG


4. Europäische Konferenz zur Gesundheitsförderung in Haft am 16. und 17. April 2009 in Wien

akzept e.V., Deutsche AIDS-Hilfe und andere laden zur "4. Europäische Konferenz zur Gesundheitsförderung in Haft" ein. Zentrale Themen der Konferenz werden u.a. sein: Mentale Gesundheit, Tod in Haft, Dublin Declaration on Partnership to Fight HIV/Aids in Europe and Central Asia, Psychische Störungen und Gewaltprävention im Strafvollzug. Mehr erfahren Sie hier (PDF-Datei).


FORTBILDUNG & TERMINE

Es sind noch Plätze frei!: Fachtagung "Zukunft POSITIV gestalten! Frauen und Aids im Jahr 2008", 14. November 2008, Duisburg
Am 14. November 2008 findet die Fachtagung "Zukunft POSITIV gestalten! Frauen und Aids im Jahr 2008" in Duisburg statt. Sie richtet sich an Frauen und Männer, die als BeraterInnen oder MultiplikatorInnen tätig sind. Sie will aber auch Frauen mit HIV ansprechen, die ihre Zukunft positiv gestalten wollen. Die auf HIV-KONTROVERS schon engagiert andiskutierten Folgerungen aus dem EKAF-Papier können im Workshop "Viruslast unter der Nachweisgrenze" nun unter frauenspezifischen Gesichtspunkten ausführlich beleuchtet werden. Die Fachtagung bietet darüber hinaus die Möglichkeit, sich mit den Themen "Älter werden mit HIV" und "Diskriminierung und (Selbst-) Stigmatisierung" intensiv auseinanderzusetzen. Den Flyer zur Tagung finden Sie hier (PDF-Datei). Bitte geben Sie ihn an interessierte positive Frauen, an kooperierende Institutionen und in Eurer Organisation an Haupt- und Ehrenamtliche weiter.


VERSCHIEDENES

BZgA: Stellenangebot: ReferentIn im Referat Aidsaufklärung

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt im Referat Aidsaufklärung einen Referentin / eine Referentin. Die Bewerbungsfrist läuft bis zum 24. Oktober 2008. Mehr erfahren Sie hier (PDF-Datei).

BZgA: Stellenangebot "Aushilfe im Bereich Zuwendungen"
Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine Aushilfe für die inhaltliche Betreuung und Abwicklung von Zuwendungen. Die Bewerbungsfrist läuft bis zum 24. Oktober 2008. Mehr erfahren Sie hier (PDF-Datei) .

Der nächste Newsletter erscheint am 29. Oktober 2008

Wir freuen uns über interessante Berichte, Veranstaltungshinweise etc. Bitte senden Sie diese per Mail an: newsletter@nrw.aidshilfe.de. Redaktionsschluss für die kommende Ausgabe ist der 28. Oktober 2008.

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