Nr. 03 vom 29. September

Liebe Leserinnen und Leser,

in der 3. Ausgabe des newsletters rund um das Thema „Spritzenautomaten in NRW“ möchten wir Sie auf die Veranstaltung „HIV-KONTROVERS“ hinweisen und wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen.

Gerne veröffentlichen wir interessante Projekte, Themen oder Termine über den Newsletter. Bitte senden Sie die Beiträge einfach per Mail an brigitte.bersch@nrw.aidshilfe.de. Wir freuen uns über jede Rückmeldung. Der nächste  Newsletter erscheint Ende Dezember.

Mit herzlichen Grüßen
Brigitte Bersch
Koordination Spritzenautomatenprojekt NRW


HIV-KONTROVERS

Am 11. Oktober 2008 werden die AIDS-Hilfe NRW, die Deutsche AIDS Gesellschaft und das Kompetenznetz HIV/AIDS zum ersten Mal die gemeinsame Veranstaltung
HIV-KONTROVERS in Bochum durchführen. HIV-KONTROVERS ist eine Fachtagung, die sich an Expertinnen und Experten aus Aidshilfen, Positiven-Selbsthilfe, Prävention, Medizin, öffentlichem Gesundheitswesen, ambulanter und stationärer Versorgung, Politik und Verwaltung und an Menschen mit HIV/Aids aus ganz Nordrhein-Westfalen richtet. Sie soll den Rahmen für einen spezifischen Diskurs rund um HIV und Aids in NRW für alle Beteiligten auf gleicher Augenhöhe, pointiert, kontrovers und kritisch ermöglichen. Die kritische Reflexion und die Fortbildung zu zentralen Themen zusammenzuführen und weiterzuentwickeln sind die zentralen Anliegen der Fachtagung.

Es wäre schön, wenn vor Ort auf die Veranstaltung hingewiesen wird. Weitere Informationen gibt es unter www.hiv-kontrovers.de. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos. Die Anmeldung erfolgt ausschließlich online. Anmeldeschluss ist am 03.10.2008. Die Veranstaltung ist im Rahmen der Zertifizierung der ärztlichen Fortbildung der Ärztekammer Westfalen-Lippe mit neun Punkten (Kategorie: C) anrechenbar.


Neue Spritzenautomaten braucht das Land

In NRW gibt es rund 100 Spritzenautomaten, die von AIDS-Hilfen, Drogenberatungs-stellen oder anderen Institutionen betreut werden. Die Spritzenautomaten werden aus Landesmitteln angeschafft und den Betreibern kostenlos zur Verfügung gestellt. Allerdings gestaltet sich die Aufstellung von weiteren Spritzenautomaten in NRW in den letzten Jahren immer schwieriger. Häufig werden die Genehmigungen durch die örtlichen Verwaltungsstellen aus den unterschiedlichsten Gründen nicht erteilt

Die AIDS-Hilfe NRW e.V. möchte daher die Einrichtungen unterstützen, die an der Aufstellung eines Spritzenautomatens interessiert sind. Wir bieten an, in Kooperation mit den jeweiligen potentiellen Betreibern die Genehmigungen für die Aufstellung von Spritzenautomaten vor Ort zu beantragen. Wir möchten unsere fast 20-jährige Erfahrung in diesem Projekt, gerade auch bei eventuell auftretende Problemen mit den Behörden, zur Verfügung stellen.


Erlasse zum Spritzenautomaten-Projekt

Als Argumentationshilfe für die Aufstellung von Spritzenautomaten und zur Information finden Sie hier die Erlasse des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales, die seit Bestehen des Spritzenautomaten-Projekts herausgegeben wurden. Die Erlasse finden Sie hier (PDF-Datei).


Bestellung von Präventionsmaterial
Alle Safer-Use-Materialien der AIDS-Hilfe NRW e.V. können auch online bestellt werden. Auf der Homepage www.saferuse-nrw.de finden Sie entsprechende Bestellformulare unter dem Menüpunkt Materialbestellungen.


Ehrenamtliche Betreuung von Spritzenautomaten

Es kommt vor, dass die Aufstellung von Spritzenautomaten von einigen Einrichtungen abgelehnt wird, weil nicht genügend Personal zur Verfügung steht, um einen Automaten vor Ort zu betreuen. Natürlich erfordert das Bestücken der Automaten und das Bestellen von Präventionsmaterial einen gewissen Zeitaufwand. In der Regel handelt es sich um ca. 1 Stunde in der Woche. Einige Spritzenautomaten in Nordrhein-Westfalen werden durch Ehrenamtliche MitarbeiterInnen betreut. Vielleicht gibt es von den Leserinnen und Lesern Vorschläge und Tipps, wie ehrenamtliche MitarbeiterInnen für die Betreuung von Spritzenautomaten gewonnen werden können?


Engagementnachweis

Das Land Nordrhein-Westfalen und die AIDS-Hilfe NRW e.V. würdigen den freiwilligen Einsatz von Bürgerinnen und Bürgern. Dies wird von den Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbänden NRW unterstützt. Die AIDS-Hilfe NRW e.V. hat für den ehrenamtlichen Mitarbeiter einer Mitgliedsorganisation einen Engagementnachweis ausgestellt, der, neben anderen ehrenamtlichen Tätigkeiten, auch die Spritzenautomaten vor Ort betreut hat. Alle Infos zum Engagementnachweis finden Sie hier www.engagiert.nrw.de.


Urteil: Substituierte Drogenkranke haben gemäß § 53ff SGB XII Rechtsanspruch auf PSB

Das Hamburger Verwaltungsgericht und das Hamburger Oberverwaltungsgericht haben die Auffassung der Hamburger Behörden zurückgewiesen, dass psychosoziale Betreuung / Begleitung (PSB) von Substituierten eine "freiwillige Leistung" der Stadt sei. Die Gerichte stellten dagegen fest, dass es sich um eine Leistung nach § 53ff SGB XII und damit um einen Rechtsanspruch der Klienten und Klientinnen gegenüber der Stadt handelt und nicht die Stadt den "Bedarf" an Hilfe festlegen kann sondern jeder und jede Bedürftige einen Rechtsanspruch auf Hilfe hat, den die Stadt erfüllen muss. Das hat "Die Palette e.V." ein Suchthilfeverein aus Hamburg nun juristisch feststellen lassen. Eine Kurzdarstellung zum Sachverhalt finden Sie hier (PDF-Datei).


Leitlinien für HIV-Therapie bei Drogenabhängigen verabschiedet
Auf der Münchner suchtmedizinischen Tagung wurden in diesem Jahr in einer Konsensus-konferenz die Leitlinien zur antiretroviralen Therapie bei intravenös Drogenabhängigen (IVDA) verabschiedet. Ziel der gemeinsamen Aktion von DGS, DAGNÄ und DAIG war es, die antiretrovirale Behandlung von HIV-infizierten IVDA zu verbessern. Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).


Neue Broschüre der Deutschen AIDS-Hilfe e.V. erschienen
Die Broschüre "Arbeitsschutz in der Drogen- und Aidshilfe - Schwerpunkt Infektionsverhütung" will Arbeitgebern, Leitungskräften  Leitungskräften und Mitarbeiter(inne) n helfen, ihr Wissen in Sachen Arbeitsschutz aufzufrischen und die eigene Einrichtung auf eventuelle Defizite in diesem Feld zu überprüfen. Dabei soll deutlich werden, dass der Arbeitschutz keine leidige Pflicht ist, der man - weil gesetzlich vorgeschrieben - "irgendwie" nachkommen muss, sondern im Interesse aller Beteiligten liegt: der Einrichtung, der Beschäftigten sowie der Nutzer/innen von Leistungen der Drogen- und Aidshilfe. Die Broschüre kann  unter www.aidshilfe.de bestellt werden.


Junkie Bund Köln e.V mit neuem Namen

Der Junkie Bund Köln e.V., Verein für Drogengebraucher, Ehemalige und Substituierte hat sich 1990 gegründet. Nach 18-jähriger Tätigkeit in dem bekanntermaßen nicht leichten Themengebiet hat er sich in diesem Jahr einen neuen Namen gegeben. Ab 25.7.2008 wird der gute alte Junkie Bund Köln unter Vision e.V., Verein für innovative Drogenselbsthilfe agieren. Im September 2008 zieht Vision e.V. mit neuem Namen auch in neue Räumlichkeiten. Alle Informationen finden Sie unter www.vision-ev.de.


AIDS verbreitet sich besonders in der Drogenszene

Drogenkonsumenten sind besonders gefährdet sich mit Aids anzustecken. Wie „The Lancet“ schreibt sind weltweit rund 20 Prozent aller Drogenabhängigen, die sich Drogen spritzen, HIV positiv. In manchen Teilen der Welt sind es sogar bis 40 Prozent. Den Artikel aus FOCUS - online finden Sie hier.


Alkoholverbot in Bonn und die Folgen
Die Aids-Initiative Bonn (AIB) e.V. hat es derzeit schwer, ihre Klientel zu finden: Beim letzten Besuch im Bonner Loch gaben die Mitarbeiter ein paar hundert hygienisch einwandfreie Einmalspritzen an rund 30 Drogenkonsumenten ab, „sonst sind es in einer Stunde immer mindestens 1000 Spritzen gewesen“, erklärt Christa Skomorowsky von der AIB. Der Rückgang sei auf das Alkoholverbot am Hauptbahnhof zurückzuführen. Drogenkonsumenten griffen auch gerne mal zur Flasche Bier und fühlten sich darüber hinaus durch die Neuregelung diskriminiert. „Deshalb verschiebt sich die Szene“, sagt Skomorowsky. Den Artikel finden Sie hier.


JES / Drogenkurier
Den aktuellen Drogenkurier des JES-Netzwerkes finden Sie unter www.jes.aidshilfe.de.


Bundeskriminalamt: Zahl der Drogentoten steigt drastisch
Besorgniserregende Entwicklung: Die Zahl der Menschen, die in Deutschland an den Folgen illegalen Drogenkonsums sterben, steigt wieder an. Einen Rückgang gibt es jedoch bei den 18-bis 24-Jährigen zu verzeichnen. Den Bericht finden Sie hier.


NEWSLETTER NR.22 von akezpt e.V. ist erschienen

Der neue Online-Newsletter von akzept e.v. dem Bundesverband für akzeptierende Drogenarbeit und humane Drogenpolitik ist am 4. September 2008 erschienen. Er enthält zahlreiche aktuelle Hintergrundinformationen (bei bundesweitem, europäischen oder globalem Kontext) zu verschiedenen Angeboten / Aktivitäten / Entwicklungen welche die Themen Sucht und Rehabilitation betreffen.Die aktuelle Ausgabe finden Sie hier (PDF-Datei).


Drogen - HIV – Wechselwirkungen
Diese Website der Deutschen AIDS-Hilfe bietet allgemeine Informationen rund um HIV/Aids und Drogenkonsum. Schwerpunktthemen sind Wechselwirkungen zwischen HIV-Medikamenten und speziellen Drogen. Die Informationen werden regelmäßig entsprechend dem Forschungsstand aktualisiert und ergänzt. Diese Seite richtet sich sowohl an Menschen mit HIV wie auch an Berater/innen, Mediziner/innen und andere Interessierte. Weitere Infos unter www.hiv-drogen.de.


Impressum | Newsletter abmelden | Newsletter anmelden